Wie die Babyboomer für Wachstum sorgen
Sie sind jung? Sind verheiratet und haben keine Kinder? Schämen Sie sich!
Längst ist es zum Schimpfwort geworden, ein Dink zu sein: double income, no kids. Dinks vertreiben die Alten von ihren Arbeitsplätzen. Dinks genießen lieber Luxus und Wohlstand, statt Nachwuchs zu zeugen. Und damit schaden sie uns allen. Wenn einer Gesellschaft die Kinder fehlen, veraltet sie - und bricht schließlich zusammen. Das Rentensystem kollabiert, weil es zu viele alte Menschen gibt und zu wenig arbeitende. Die Staatsausgaben explodieren, weil die Kosten für das Gesundheitssystem steigen und steigen. Wichtige Jobs bleiben unbesetzt, weil neue Arbeitskräfte fehlen.
Schande über die Dinks?
Nein, behaupten jetzt die Volkswirte der Investmentbank UBS Warburg. Ihre These: Es stimmt zwar, dass die Gesellschaft altert, aber wir alle werden davon profitieren.
In Zahlen ausgedrückt, liest sich das so: In den kommenden zwei Jahrzehnten wird die Wirtschaft in Euroland jedes Jahr um durchschnittlich 3 bis 3,5 Prozent wachsen, gleichzeitig sinkt die Inflationsrate auf rund 1 Prozent. Bis zu 44 Millionen neuer Jobs werden entstehen. Goldene Zeiten nennt man das. Und das Schönste daran: Dieser Wachstumsschub hängt weder von strukturellen Reformen ab (mit denen sich Europa bekanntlich schwer tut) noch von der wirtschaftlichen Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Sondern von einer großen Gruppe, in der sich besonders viele Dinks tummeln: den 30- bis 49-Jährigen.
Die Investmentbanker von UBS Warburg rücken diese Generation nun ins rechte Licht. Denn anders als die Ökonomen zuvor haben sie nicht die Bevölkerungsentwicklung insgesamt untersucht, sondern getrennt nach Altersgruppen. Gerade die 30- bis 49-Jährigen sind zahlenmäßig heute besonders stark, sie bilden in Euroland fast ein Drittel der Bevölkerung. Das aber bedeutet: Ganz gleich, wie sich die Jüngsten oder Ältesten der Gesellschaft verhalten, die große Gruppe berufstätiger Menschen mittleren Alters beeinflusst die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft am stärksten. Und zwar positiv.
Denn zwischen 30 und 49 ist der Mensch am produktivsten. Viele Dinks bedeuten also hohe Produktivität und hohe Wachstumsraten, sagen die Investmentbanker. Und weil die Rente unweigerlich näher rückt und weil die Dinks das wissen, sparen sie verhältnismäßig viel - und hohe Sparquoten drücken die Inflation.
Natürlich hat die schöne Sache auch einen Haken. Die Voraussage der Volkswirte gilt nur für die kommenden zwei Jahrzehnte. Bei einem Zeitraum von 50 Jahren sieht die Entwicklung schon schlechter aus, weil die große Gruppe der heute 30- bis 49-Jährigen dann ihre Rente verprasst. Man darf auf die Dinks also schon schimpfen. Aber bitte erst ab 2022.
Gruß
Happy End
zeit.de
Sie sind jung? Sind verheiratet und haben keine Kinder? Schämen Sie sich!
Längst ist es zum Schimpfwort geworden, ein Dink zu sein: double income, no kids. Dinks vertreiben die Alten von ihren Arbeitsplätzen. Dinks genießen lieber Luxus und Wohlstand, statt Nachwuchs zu zeugen. Und damit schaden sie uns allen. Wenn einer Gesellschaft die Kinder fehlen, veraltet sie - und bricht schließlich zusammen. Das Rentensystem kollabiert, weil es zu viele alte Menschen gibt und zu wenig arbeitende. Die Staatsausgaben explodieren, weil die Kosten für das Gesundheitssystem steigen und steigen. Wichtige Jobs bleiben unbesetzt, weil neue Arbeitskräfte fehlen.
Schande über die Dinks?
Nein, behaupten jetzt die Volkswirte der Investmentbank UBS Warburg. Ihre These: Es stimmt zwar, dass die Gesellschaft altert, aber wir alle werden davon profitieren.
In Zahlen ausgedrückt, liest sich das so: In den kommenden zwei Jahrzehnten wird die Wirtschaft in Euroland jedes Jahr um durchschnittlich 3 bis 3,5 Prozent wachsen, gleichzeitig sinkt die Inflationsrate auf rund 1 Prozent. Bis zu 44 Millionen neuer Jobs werden entstehen. Goldene Zeiten nennt man das. Und das Schönste daran: Dieser Wachstumsschub hängt weder von strukturellen Reformen ab (mit denen sich Europa bekanntlich schwer tut) noch von der wirtschaftlichen Entwicklung in den Vereinigten Staaten. Sondern von einer großen Gruppe, in der sich besonders viele Dinks tummeln: den 30- bis 49-Jährigen.
Die Investmentbanker von UBS Warburg rücken diese Generation nun ins rechte Licht. Denn anders als die Ökonomen zuvor haben sie nicht die Bevölkerungsentwicklung insgesamt untersucht, sondern getrennt nach Altersgruppen. Gerade die 30- bis 49-Jährigen sind zahlenmäßig heute besonders stark, sie bilden in Euroland fast ein Drittel der Bevölkerung. Das aber bedeutet: Ganz gleich, wie sich die Jüngsten oder Ältesten der Gesellschaft verhalten, die große Gruppe berufstätiger Menschen mittleren Alters beeinflusst die wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft am stärksten. Und zwar positiv.
Denn zwischen 30 und 49 ist der Mensch am produktivsten. Viele Dinks bedeuten also hohe Produktivität und hohe Wachstumsraten, sagen die Investmentbanker. Und weil die Rente unweigerlich näher rückt und weil die Dinks das wissen, sparen sie verhältnismäßig viel - und hohe Sparquoten drücken die Inflation.
Natürlich hat die schöne Sache auch einen Haken. Die Voraussage der Volkswirte gilt nur für die kommenden zwei Jahrzehnte. Bei einem Zeitraum von 50 Jahren sieht die Entwicklung schon schlechter aus, weil die große Gruppe der heute 30- bis 49-Jährigen dann ihre Rente verprasst. Man darf auf die Dinks also schon schimpfen. Aber bitte erst ab 2022.
Gruß
Happy End
zeit.de