Kleine Aktienecke: Wohin mit dem Geld?

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Kleine Aktienecke: Wohin mit dem Geld?

 
27.08.02 10:18
Fast scheint es so, als wären die USA im Sommer 2002 wieder dort angekommen, wo sie vor sechs Jahren schon einmal waren. Die amerikanische Wirtschaftsmaschine läuft wie Mitte 1996, als von Internet-Wahn und Börsenhype noch kaum etwas zu spüren war.

Das Bruttosozialprodukt wächst um rund 3 Prozent (1996: 3,6 Prozent), die Arbeitslosenquote liegt bei etwa 5,8 Prozent (1996: 5,4 Prozent), und die Konzerne fahren rund 15 Prozent höhere Gewinne ein als damals.

Nur an den Börsen hat die Rückkehr zur Normalität noch nicht stattgefunden. Die Nasdaq steht Anfang Juli noch knapp 20 Prozent höher als im Juli 1996. Und die im Standard & Poors 500 oder im Dow Jones enthaltenen Aktien sind zwischen 40 und 60 Prozent teurer als damals.

Zweieinhalb Jahre Kursrutsch haben nicht ausgereicht, um mit dem aufzuräumen, was die Exzesse der späten 90er Jahre geschaffen haben. Gemessen an den Unternehmensgewinnen, sind amerikanische Aktien heute noch immer mehr als doppelt so hoch bewertet wie im langjährigen Durchschnitt.

Kein gutes Zeichen, wenn man an die Aussagekraft von Kapitalmarktstatistiken glaubt. Als die US-Börsen Ende der 20er und Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts auf ähnlich hohem Niveau notierten, folgte der Euphorie ein langer, zermürbender Absturz.

Dieses Horrorszenario - vor drei Jahren noch als pure Schwarzmalerei abgetan - wird inzwischen offenkundig von nicht wenigen an den Kapitalmärkten geteilt. Trotz niedriger Zinsen, optimistischer Gewinnschätzungen und positiver Konjunkturdaten kennen die Börsen in New York oder Frankfurt seit Monaten nur eine Richtung: nach unten.

Stehen die Kapitalmärkte also wirklich vor 14 Jahren Baisse, wie Thomas Mayer, ehemals Frankfurter Ökonom der US-Investmentbank Goldman Sachs und künftig für die Deutsche Bank tätig, fürchtet (siehe: "Noch 14 Jahre Bärenmarkt")? Oder war das Minus der vergangenen Monate nur eine Panikattacke, der ähnlich wie nach den Einbrüchen während der Asien-Krise eine massive Erholung folgt?

manager magazin hat das Börsenpuzzle dieses Sommers zusammen mit Aktienmarktstrategen und Vermögensverwaltern analysiert.

Lest,

  • warum sich die Stimmung an den Börsen so radikal gedreht hat,

  • wie Sie sich auf die neuen Spielregeln einstellen und

  • mit welchen Werten Sie am besten durch die Turbulenzen kommen.

Spiel ohne Grenzen

Irgendwann vor 20 Jahren sind in den USA die Gesetze der Ökonomie durcheinander geraten. Nach 1982 legten die Kurse an den US-Börsen Jahr für Jahr stärker zu, als die amerikanische Volkswirtschaft wuchs und die Gewinne der Unternehmen stiegen. Durchschnittlich 12 Prozent inflationsbereinigte jährliche Rendite strichen Aktienbesitzer in dieser Zeit ein - weit mehr als die 7 Prozent des langfristigen Durchschnitts.

Kleine Aktienecke: Wohin mit dem Geld? 763315

Ökonomen wie Yale-Professor Robert Shiller glauben, dass Erträge aus Kursgewinnen und Dividenden über kurz oder lang zu ihrem langjährigen Durchschnitt zurückkehren müssen. Ihr stärkstes Argument liegt in der Vergangenheit: Fast immer, wenn es mit den Börsen schneller bergauf ging als mit der übrigen Wirtschaft, folgten dem Kollaps magere Börsenjahre. So brachten US-Aktien, nachdem sich der Dow Jones 1966 zum ersten Mal der 1000-Punkte-Marke genähert hatte und anschließend kollabiert war, bis Anfang 1986 eine durchschnittliche jährliche Rendite von nur 1,9 Prozent.

Würden Shillers Prognosen Realität, dann sind an den Börsen harte Zeiten angesagt. Weitere zehn Jahre Kursrückgang wären nach Berechnungen des Massachusetts Institute of Technology nötig, damit die US-Aktienrenditen wieder auf das Durchschnittsniveau von 7 Prozent absinken würden.

An ähnlich düstere Aussichten müssen sich unter Umständen auch Anleger hier zu Lande gewöhnen.

Sicher, der Wert der im Dax zusammengefassten Bluechips ist heute nicht einmal doppelt so hoch wie Mitte 1996. Dennoch liegt die Bewertung der deutschen Konzernelite noch immer weit über dem historischen Durchschnitt.

Erst fünf Jahre stagnierender Kurse würden den Dax nach Berechnungen der Investmentbanker der HSBC Trinkaus & Burkhardt auf sein langjähriges Bewertungsniveau zurückbringen.

Die Aktienmarktstrategen der meisten Banken halten diese Argumente dagegen für akademisch und die Börsen für unterbewertet. "Aktien sind auf dem derzeitigen Kursniveau nicht zu teuer", sagt beispielsweise Frank-Peter Martin, Geschäftsführer des Asset Managements beim Frankfurter Bankhaus Metzler.

Er beruft sich wie die meisten seiner Kollegen auf die derzeit historisch niedrigen Zinsen und Inflationsraten. Bei den in der Investmentbranche üblichen Bewertungsmodellen spielen diese beiden Faktoren eine entscheidende Rolle. Stark vereinfacht gilt die Formel: Je niedriger Zinsen und Preisniveau, desto höher die Bewertung der Aktien. Doch diese Rechnung geht nur auf, wenn die Unternehmen ihre Gewinne nach dem Einbruch im vergangenen Jahr in ähnlichem Ausmaß steigern können wie während der zweiten Hälfte der 90er Jahre.

Aber danach sieht es derzeit nicht aus. Im Gegenteil. Jetzt zeigt sich, dass die Gewinne der Boomjahre quer durch alle Branchen künstlich aufgebläht waren.

Zum einen, weil riesige Kostenblöcke wie die Aktienoptionsprogramme aus den Bilanzen der Konzerne herausgehalten wurden. Zum anderen, weil nicht nur die Bücher von mittlerweile abgestürzten Emporkömmlingen wie Enron oder Worldcom frisiert waren. Selbst als Ikonen gefeierte Unternehmen wie der Mischkonzern General Electric oder der Pharmagigant Merck sehen sich nun Vorwürfen ausgesetzt, ihre Gewinne mit allerlei Bilanztricks aufgepeppt zu haben.

Schlimmer noch, die Antriebskräfte der Boomzeit haben sich inzwischen entweder als Illusion entpuppt oder werden in den kommenden Jahren viel von ihrer Wirkung verlieren.

- Der Hightech-Boom der 90er Jahre hatte nicht die erhofften Auswirkungen auf die Gewinne der US-Unternehmen. Die gigantischen IT-Investitionen führten zwar zu einer nachhaltigen Steigerung der Produktivität. Weil die Innovationsgewinne aber nicht die Margen der Firmen erhöhten, sondern über Preissenkungen an die Konsumenten weitergegeben wurden, kamen die positiven Effekte der New Economy nie bei den Aktionären an.

- Der Pharmaindustrie, einer der zuverlässigsten Wachstumsbranchen des vergangenen Jahrzehnts, drohen sinkende Gewinnspannen. Grund: In den kommenden Jahren laufen die Patente vieler Blockbuster-Medikamente aus; zudem werden Generikahersteller den bisherigen Weltmarktführern erhebliche Schwierigkeiten bereiten.

- Ehemalige Börsenstars wie Nokia oder Vodafone operieren schneller als erwartet in nahezu gesättigten Märkten und müssen deshalb künftig mit sinkenden Wachstumsraten und zurückgehenden Margen kämpfen.

- Die Privatisierungswelle der Telekom-Industrie, die in Europa ein wesentlicher Treiber der Kapitalmärkte war, hat am Ende die Erwartungen der Aktionäre enttäuscht. Misslich ist vor allem, dass die Versteigerung der UMTS-Lizenzen einen Teil der künftigen Konzerngewinne wieder verstaatlicht hat.

Die neuen Regeln

Was das bedeutet? "Die kommenden Jahre werden mehr an die 70er als an die 90er Jahre erinnern", sagt Richard Davidson, europäischer Chefstratege der US-Investmentbank Morgan Stanley. Wenn das stimmt, dann wird das Geldverdienen mit Aktien in den nächsten Jahren schwer.

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Die 70er Jahre begannen ähnlich düster wie das neue Jahrtausend. Die Kurse der damaligen Kapitalmarktlieblinge - wachstumsstarke Bluechip-Unternehmen wie IBM oder Coca-Cola - brachen zusammen und erreichten erst in den 80er Jahren ihre einstigen Höchstkurse wieder.

Die Börsen in New York, London oder Frankfurt stagnierten ein Jahrzehnt lang, lediglich unterbrochen von heftigen Einbrüchen und raschen, kurzfristigen Erholungsphasen. Nur wer sich auf die Suche nach unterbewerteten Firmen machte, kam mit Gewinnen aus diesem grauen Jahrzehnt heraus.

Nach dem Ende des Technologiebooms scheinen sich diese Muster heute zu wiederholen. Vom Frühjahr 2001 bis zum Sommer dieses Jahres schwankte der Dow Jones zwischen 11 000 und 8200 Punkten, der Stoxx 50 zwischen 4400 und 2900 Punkten und der Dax zwischen 6300 und 3800 Punkten. Die an der Nasdaq und am Neuen Markt notierten High Flyer der 90er Jahre verloren seit Anfang März 2000 zwischen 70 und 90 Prozent ihres Werts - obwohl es zwischenzeitlich Erholungsphasen mit Kursgewinnen von bis zu 30 Prozent gab.

Zuwächse haben in den vergangenen zwei Jahren lediglich unterbewertete kleine und mittelgroße Firmen mit erprobten Geschäftsmodellen, hoher Dividendenrendite und solider Bilanz geschafft.

Während Bluechips und Technologiefirmen den Großteil der Verluste verursachten, die der S&P 500 seit Jahresanfang hinnehmen musste, verzeichneten die mittelgroßen Firmen der Old Economy überwiegend steigende Kurse. Auch in Europa schnitten kleine und mittlere Firmen deutlich besser ab als die großer Standardwerte.

Was das für Anleger bedeutet, die langfristige Sparpläne abgeschlossen oder ihre Depots während der Boomphase mit Bluechips oder Technologiewerten voll gepackt haben? Das kommt ganz auf das persönliche Durchhaltevermögen an. Langfristig sind die Aussichten für Aktien nach wie vor intakt. Das heißt aber auch, dass Anleger unter Umständen fünf Jahre oder länger Geduld haben müssen.

Aktionäre, die früher an ihr Geld heranwollen oder auf Tech- oder Telekom-Bluechips festsitzen, sollten darüber nachdenken, in der nächsten Erholungsphase zu verkaufen.

Die Krisengewinner

Auf welche Firmen sollen Anleger setzen, wenn die Renner der Vergangenheit erst einmal ausfallen?

Eine Studie der Frankfurter Vermögensverwaltung Acatis gibt die Richtung vor: Niedrig bewertete Firmen, die in der Vergangenheit mit stabilem Umsatz-, Gewinn- und Cashflow-Wachstum glänzten, dürften gute Chancen auf kontinuierlich steigende Erträge aus Kursgewinnen und Dividenden bieten.

Acatis-Chef Hendrik Leber hat für manager magazin ein Depot aus 15 Werten zusammengestellt. Die Basis bilden fünf Konzerne mit solidem Geschäft und moderatem Wachstum. Der Liechtensteiner Bauzulieferer Hilti etwa oder der US-Tabakriese Philip Morris.

Hilti glänzt auch 2002 nach mehreren Krisenjahren in der Baubranche mit einer Umsatzrendite von 6,3 und einer Eigenkapitalrendite von 7,6 Prozent. Liquide Mittel und ein Wertpapierbestand von 1,8 Milliarden Schweizer Franken lieferten in den vergangenen Jahren bis zu einem Drittel des Konzernergebnisses. Das Polster sollte die Gewinndelle des vergangenen Jahres ausgleichen.

Philip Morris ist extrem günstig bewertet. Das Unternehmen wächst im Stammgeschäft stabil und profitiert von hohen Erträgen der Lebensmittelsparte Kraft Foods. Noch immer lasten allerdings die Schadensersatzprozesse erkrankter Raucher auf der Aktie. Doch eine Dividendenrendite von 4,9 Prozent senkt das Risiko.

Die übrigen Kandidaten des Depots sind deutlich riskanter als die fünf Basiswerte, sollten in den kommenden Jahren aber stark wachsen. Der im S-Dax notierte Automobilzulieferer Leoni etwa oder der Schweizer Personaldienstleister Adecco.

Leoni steigerte 2001 den Umsatz um 14 und den Gewinn um 27 Prozent. Großaufträge von BMW, DaimlerChrysler, Porsche, Audi und General Motors sollen die Wachstumsraten des Bordnetzherstellers sichern.

Adecco, weltweit die Nummer eins unter den Zeitarbeitsfirmen, hat den Konjunktureinbruch gut verkraftet. Das Unternehmen sollte als eines der ersten von einer wirtschaftlichen Erholung profitieren.

Auch wenn die Werte des manager-magazin-Depots überwiegend niedrig bewertet sind - eine Lektion sollten Anleger nicht vergessen: Enttäuschte Erwartungen werden an den Börsen momentan mit massiven Abschlägen und einer möglicherweise dauerhaften Kursschwäche bestraft. Investitionen sollten deshalb mit einer Stopp-Loss-Order abgesichert werden.

Denn eines ist sicher: Verluste lassen sich in einer Zeit reduzierter Ertragsaussichten nicht mehr so leicht durch Gewinne kompensieren wie in der zweiten Hälfte der 90er Jahre.


Wachstumsstarke Unternehmen zu akzeptablen Preisen



Stabil & Billig (Durchschnittl. jährliches Wachstum 1)


Unternehmen Branche         WKN     Umsatz Cashflow KGV 02

Beru         Automobil      507210  11,9   15,6     14,4
Hilti        Bauzulieferer  870943   9,7    5,6      9,7
Philip       Morris Tabak   851777   7,5    8,4      9,3
Südzucker    Nahrungsmittel 729700   0,2    3,4     10,7
Tyson Foods  Nahrungsmittel 870625   0,8    1,4     14,5




Schnell & Günstig (Durchschnittl. jährliches Wachstum 1)


Unternehmen Branche         WKN       Umsatz Cashflow KGV 02

Accor        Freizeit         860206   6,0   11,6     17,8
Adecco5      Dienstleister    922031  32,9   36,1     26,4
Ahold        Handel           851287  21,1   29,3     11,2
Air Liquide  Industriegase    850133   6,1    8,1     20,1
Barr Labs    Pharma           873170  14,9   44,8     12,7
Gerry Weber  Konsum           776150  22,0   29,8      9,9
Krones       Maschinenbau     633503   9,1   12,8     10,0
Leoni        Automobilzulief. 647600  21,7   11,5      7,4
Sodexho      Dienstleister    870935  30,1   43,4     22,4
Swatch       Konsum           865126   9,3   11,3     14,8

*1 pro Aktie seit 1996 in Prozent;



Strategie

Kapital verteilen: Die hier empfohlenen Werte sind keine Einzeltipps. Sie sollten Ihr Kapital gleichmäßig über alle Titel streuen, um mögliche Verluste einzelner Positionen abzufedern.

Risiko reduzieren: Setzen Sie für jeden Titel eine Stopp-Loss-Order von 20 Prozent. So begrenzen Sie ein potenzielles Minus.

Methode

Die Untersuchung: Hendrik Leber, Chef der Frankfurter Vermögensverwaltung Acatis, hat die Entwicklung von Umsatz, Gewinn und Cashflow von 7438 Unternehmen untersucht. Für jede Firma wurden Wachstums- und Stabilitätskennzahlen errechnet. Ziel war es, Konzerne herauszufiltern, die ihre Wachstumsraten in die Zukunft fortschreiben können und damit die Aussicht auf eine überdurchschnittliche Kursentwicklung bieten.

Das Ergebnis: Besonders aussichtsreich sind unterbewertete Firmen mit hoher Stabilität sowie niedrig bewertete Konzerne mit starkem Wachstum.


Warum die Kurstreiber der 90er Jahre nicht mehr erfolgreich sind


Gestern
US-Konzerne und Wall Street waren zehn Jahre lang die unumstrittenen Wachstumsmaschinen der Weltwirtschaft.
Heute
Die gewohnten Impulse bleiben aus, bis sich Amerika von den Folgen des Crashs erholt hat.

Gestern
Lange steuerte der US-Notenbank-Chef den Boom mit sicherer Hand.
Heute
Obwohl Greenspan die Zinsen 2001 elf Mal gesenkt hat, fallen die Kurse weiter.

Gestern
Mit gewagten Prognosen jubelten Kultanalysten Technologie- und Telekompapiere in absurde Höhen.
Heute
Die Researcher haben ihre Glaubwürdigkeit verloren. Ihre Urteile werden weitgehend ignoriert.

Gestern
Für Handyhersteller und Mobilfunkfirmen schien es keine Grenze des Wachstums mehr zu geben.
Heute
Branchenstars wie Vodafone oder Nokia kämpfen mit gesättigten Märkten.

Gestern
Hohe IT-Investitionen versprachen dauerhafte Produktivitätssteigerungen und höhere Gewinne.
Heute
Die Produktivität stieg, aber gleichzeitig sanken die Preise. Die Profitabilität der Konzerne nimmt ab.

Gestern
Die US-Bilanzregeln waren der Maßstab für Transparenz und Kapitalmarktorientierung.
Heute
Nach der Pleite des Energieriesen Enron hat sich gezeigt, wie leicht die Gewinne mit US-GAAP zu manipulieren sind.


Gruß
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Ein kleines Licht am Horizont

 
27.08.02 10:47
Die Stimmung in der Technologiebranche ist weiterhin schlecht. Was bedeutet das für den Anleger?

Vor allem die Ausblicke der Manager werden aktuell von den Anlegern nur mit einiger Enttäuschung quittiert, denn eine dynamische Markterholung in der zweiten Jahreshälfte ist realistischerweise nicht mehr zu erhoffen.

Selbst im Halbleiterbereich, der in den vergangenen Monaten zu den Hoffnungsträgern des Sektors zählte, hat sich die Stimmung eingetrübt. Die Endverbrauchernachfrage nach PCs (Schulbeginn in den USA) ist niedriger als erwartet, was die Chip-Preise weiter abbröckeln läßt und insbesondere die Kurse der DRAM-Hersteller belastet.

Bewertungsrelationen deutlich ermäßigt

Deutlich positiver sind auf dem aktuellen Kursniveau die deutlich ermäßigten Bewertungsrelationen im Sektor. Noch zu Beginn des Jahres 2000 hatten Technologieaktien eine hohe Prämie gegenüber dem Gesamtmarkt vorzuweisen. Das durchschnittliche KGV des Branchenindexes Stoxx-Technologie betrug in der Spitze etwa 50 und somit etwa das Doppelte des vergleichbaren Werts des breiten Marktindexes Stoxx 600. Diese Prämie ist mittlerweile stark zusammengeschrumpft und hat sich in einigen Fällen sogar in einen Abschlag umgewandelt.

Als Beispiel soll einmal Nokia  dienen. Das KGV der Aktie ist inzwischen auf Basis der Gewinnschätzungen für das Jahr 2003 mit 13,1 niedriger als die entsprechende Größe bei BASF . Damit beurteilt der Markt die Ertragsaussichten des finanziell äußerst soliden Handy-Herstellers mit sehr viel Skepsis.

In den Bewertungsmodellen vieler Analysten sind die längerfristigen Wachstumsperspektiven inzwischen mit ca. 5 Prozent pro Jahr eingepreist. Trotz der Sättigungstendenzen des Mobilfunkmarktes dürfte dies ein eher konservativer Wert sein.

Stimmung und "News-Flow" in der Technologiebranche sind nach wie vor schlecht. Der Beginn des Aufschwungs, eigentlich für den Herbst prognostiziert, scheint sich mindestens um drei weitere Monate zu verzögern. In der Bewertung des Sektors, die inzwischen nachhaltig gesunken ist, dürften diese trüben Aussichten allerdings bereits verarbeitet sein, so dass die Kurse zumindest von dieser Seite eine gewisse Unterstützung finden sollten.
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Geld verdienen mit Börsenkrisen

 
27.08.02 13:49
Kleine Aktienecke: Wohin mit dem Geld? 763704212.227.146.24/bilder/shop_neu/artikel/62001.jpg" style="max-width:560px" >

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"Wir müssen da durch"

 
28.08.02 07:36
Stephan Schambach (Intershop) und Karl Matthäus Schmidt (Consors) über ihren tiefen Fall nach der Börsenhysterie, das verlorene Vertrauen der Anleger und die Zukunft ihrer Firmen

Stephan Schambach gründete vor zehn Jahren in Jena Intershop, ein Unternehmen, das Software für den elektronischen Handel entwickelt. Mit den Produkten wollte der heute 32-Jährige den Weltmarkt erobern. Dazu verlegte Schambach sogar den Firmensitz nach San Francisco. Die Aktie wurde zum Schwergewicht am Neuen Markt - bis das Unternehmen die Anleger massiv enttäuschte. Im vergangenen Jahr erzielte Intershop 69 Millionen Euro Umsatz, bei einem Verlust von 132 Millionen Euro. Seitdem versucht Schambach die Firma wieder auf Kurs zu bringen.
 
SPIEGEL: Herr Schambach, Herr Schmidt, als wir uns vor gut zwei Jahren zum ersten Interview trafen, galten Sie als die Helden der New Economy. Ein Jahr später sahen Sie sich als die Prügelknaben der Nation, die am Tiefpunkt angelangt waren. Wo stehen Sie heute?
Schambach: Die schlechten Zeiten liegen hinter uns. Wir haben in der Konsolidierungsphase gelernt. Seit Anfang des Jahres ist bei uns im Unternehmen eine Menge passiert: Wir haben Managementebenen gestrichen und endlich die Kosten in den Griff bekommen. Wir haben neue Produkte auf den Markt gebracht, die bei den Kunden sehr gut ankommen. Ich bin sehr zufrieden.

Karl Matthäus Schmidt gründete 1994 den Discountbroker Consors. Nach dem Börsengang 1999 stieg das Unternehmen, gemessen an der Marktkapitalisierung, in die Top Fünf unter Deutschlands Banken auf. Mit der Börsenflaute jedoch brach das Geschäft ein. Im ersten Halbjahr meldete Consors einen Rekordverlust von 160 Millionen Euro. Inzwischen hat die französische Bank BNP Paribas die Führung übernommen. Sie kaufte den Anteil der SchmidtBank, dem Institut von Schmidts Vater, das Ende 2001 in Schieflage geraten war. Schmidt junior, 33, ist nur noch Vize-Chef.

Schmidt: Hinter uns liegt ein sehr schwieriges Jahr 2001: Zum ersten Mal seit dem Börsengang von Consors haben wir Verluste gemacht. Vor uns liegt aber mit dem neu entstehenden Unternehmen Cortal Consors eine große Chance. Wir sind beide Marktführer, Cortal in Frankreich, Consors in Deutschland. Bisher haben wir sozusagen in der jeweiligen Bundesliga gespielt, jetzt sind wir in die Champions League aufgestiegen. Ein so großes Unternehmen mitzuführen ist eine besondere Herausforderung für mich.

SPIEGEL: Ihre Wahrnehmung erstaunt uns. Nach unserer Beobachtung ist es mit Ihren Unternehmen eher weiter bergab gegangen: Consors musste an die französische Bank BNP Paribas verkauft werden, die Intershop-Aktie ist nicht mal mehr einen Euro wert. Sind Sie damit nicht als Unternehmer gescheitert?

Schmidt: Dass Consors verkauft wurde, bedeutet keinesfalls, dass unser Geschäftsmodell nicht stimmig ist. Der Verkauf hat allein etwas mit der Schieflage unseres bisherigen Hauptanteilseigners, der SchmidtBank, zu tun. Außerdem war uns schon immer klar, dass es langfristig sehr wichtig ist, einen Partner zu finden; wir haben uns da schon lange umgeschaut. Jedenfalls hilft es nicht, über die Vergangenheit zu lamentieren. Ich will nach vorn schauen, und dort sehe ich für mich eine der spannendsten Aufgaben, die unsere Branche derzeit bieten kann.

SPIEGEL: So viel Freude über die neue Position nehmen wir Ihnen nicht ab. Immerhin sind Sie jetzt nur noch Angestellter in der Firma, die Sie einst gegründet haben.

Schmidt: Ich komme damit sehr gut zurecht. Ich betrachte den Verkauf von Consors nicht als Scheitern, sondern als Erfolg. BNP Paribas hat uns immerhin mit mehr als 500 Millionen Euro bewertet. Dass die Franzosen bereit sind, für unsere Arbeit der vergangenen sieben Jahre eine solche Summe zu zahlen, beweist doch, dass wir es richtig gemacht haben.

Schambach: Ich sehe mich auch nicht als gescheitert an, nur weil Technologie-Aktien, auch unsere, sich gerade auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen. Entscheidend ist doch die Marktkapitalisierung des Unternehmens, und da stehen wir mit rund 70 Millionen Euro ganz ähnlich da wie unsere Mitbewerber und nicht in dem Bereich, wo es lächerlich wird.

SPIEGEL: Sie haben mit zehn Millionen Euro eigenem Geld Intershop-Aktien zum Kurs von 1,20 Euro gekauft, inzwischen liegt der Kurs bei etwa 80 Cent. Wundert es Sie, dass die Anleger dieses Signal ignoriert haben?

Schambach: Ich habe das nicht gemacht, um ein Zeichen zu setzen. Zehn Millionen Euro sind ja kein Spielgeld. Es ist einfach ein gutes Investment ...

SPIEGEL: ... bei 30 Prozent Verlust?

Schambach: Sie denken viel zu kurzfristig. Wir haben in diesem Jahr die Weichen gestellt, damit wir in Zukunft wieder wachsen können; der elektronische Handel bleibt ein Wachstumsmarkt. Außerdem haben wir unser Produktangebot erweitert, zum Beispiel um neue elektronische Beschaffungslösungen für Großunternehmen. Damit sind wir in der Lage, uns aus dem Tal wieder herauszuarbeiten. Sonst würde ich doch nicht zehn Millionen Euro investieren. Da hätte ich mich doch eher leise verdrückt.

SPIEGEL: Warum sind Ihre Unternehmen im vergangenen Jahr so abgestürzt?

Schmidt: Unser Geschäft ist weggebrochen, als wir gerade mitten in der Phase der größten Investitionen waren. Wir haben im Jahr 2000 die Zahl unserer Mitarbeiter verdoppelt, und just am Ende des Jahres sind die Umsätze um die Hälfte eingebrochen.

Schambach: Dass sich damals die Wirtschaft um 180 Grad drehen würde, konnte keiner voraussehen. Und das traf jene Unternehmen besonders hart, die gerade kräftig wuchsen. Viele unserer Konkurrenten sind deshalb nicht mehr da.

SPIEGEL: Das könnte, so warnen manche Analysten, auch mit Intershop passieren.

Schambach: Ich sehe keine lebensbedrohenden Gefahren für das Unternehmen. Wir haben genügend Cash zur operativen Verwendung.

SPIEGEL: An der Börse würden Sie wohl ohnehin kein neues Kapital bekommen.

Schambach: Die Unternehmen sind nicht mehr so fixiert auf die Börse und haben jetzt eine andere Denkweise. Das Interesse gilt den Produkten und den Kunden. In die wird zurzeit alles investiert. Wenn man damit erfolgreich ist, dann versichere ich Ihnen, wird die Börse folgen. Deshalb macht es derzeit keinen Sinn, viel Zeit mit Analysten zu verbringen ...

Schmidt: ... die schauen sich Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von unter 500 Millionen Euro sowieso nicht mehr an.

Schambach: Das ist richtig. Institutionelle Anleger machen derzeit einen großen Bogen um Technologiewerte, vor allem um kleinere Firmen. Sie meiden den gesamten Neuen Markt. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Banken hier wieder Interesse finden.

SPIEGEL: Ist der Ruf des Neuen Marktes nicht unwiederbringlich zerstört? Gegen Vorstände von Neue-Markt-Firmen wird ermittelt, so manche Bilanz entpuppt sich als frei erfunden.

Schmidt: Es ist natürlich verwerflich, wenn Unternehmen nur gegründet wurden, um sie an die Börse zu bringen und damit Geld zu machen. Der Börsenboom hat wie ein Magnet auf einige Leute gewirkt, die nur Betrügereien im Sinn hatten. Es bot sich ihnen mit der Börse ein neues Instrument, um Geld zu machen. Aber - und das dürfen Sie nicht vergessen - das waren Einzelfälle.

Schambach: Es gab Analysten, die die Hand aufgehalten haben und sagten: "Du kannst dir überlegen, wie mein Artikel ausfällt." Es gab Banken, die wurden nur gegründet, um ein Unternehmen nach dem anderen an die Börse zu bringen, von denen jedes stank. Trotzdem wäre es nicht richtig, daraus den Schluss zu ziehen, dass der Ansatz eines Neuen Marktes von Anfang an falsch gewesen war. Es mag seltsam klingen, aber: Wir brauchen diesen Lernprozess, wir müssen da durch. Ich denke, dass der Neue Markt am Ende sogar gestärkt daraus hervorgeht.

SPIEGEL: Sitzt dafür das Misstrauen gegenüber dem Kapitalmarkt nicht viel zu tief? Vorstände kassieren Millionengehälter, während die Aktienkurse zusammenbrechen, Bilanzen wurden gefälscht, Umsätze erfunden: Der Glaube in die Seriosität von Vorständen, Investmentbankern und Wirtschaftsprüfern ist tief erschüttert.

Schambach: Sie können doch nicht die gesamte Wirtschaft über einen Kamm scheren. Bei uns in der Firma hat nie einer betrogen, keiner irgendetwas veruntreut, und die Gehälter im Management liegen im Vergleich mit anderen Unternehmen eher niedrig.

Schmidt: Ich glaube nicht, dass wir eine Krise des Kapitalismus haben, es gibt allenfalls einzelne Unternehmen, die in einer Krise stecken. Als die Eisenbahnen erfunden wurden, entstanden zunächst auch Hunderte Unternehmen. Zum Schluss blieben einige wenige übrig. Das, was jetzt passiert, ist also ein normaler Prozess der Bereinigung.

Schambach: Es gab immer Betrugsfälle, und die meisten dieser Leute werden bestraft. Wir sind ziemlich sauer auf die schwarzen Schafe, nicht nur weil sie den gesamten Rest in Verruf bringen, sondern auch weil das für uns mehr Bürokratie bedeutet. Wer an der Nasdaq gelistet ist, muss jetzt regelmäßig etwa 20 weitere Dokumente vorlegen. Dabei hat der Fall Enron doch gezeigt, dass selbst die Wirtschaftsprüfer versagt haben. Was wir brauchen, ist eine Unternehmenskontrolle, die solche Entgleisungen nicht zulässt.

Schmidt: Mich stört noch etwas anderes: Es gibt Tausende Unternehmen, die saubere Bilanzen haben und ordentlich arbeiten. Wir sollten jetzt nicht fast sehnsüchtig auf den nächsten Skandal warten, damit die ganze Welt schreien kann: "Alle Unternehmer sind Betrüger, alle haben Bilanzen gefälscht." Ich sehe das ein bisschen differenzierter. Diesen kompletten Vertrauensverlust, wie Sie ihn beobachten, kann ich ohnehin nicht feststellen. Die Anleger haben aus der Krise gelernt, die Kunden haben, das sagen uns die Umfragen, weiterhin Vertrauen in die Aktienmärkte.

SPIEGEL: Würden Sie heute Ihre Firmen wieder an den Neuen Markt bringen?

Schambach: Ohne die Börse wären wir nicht in der Lage gewesen, so zu investieren, wie wir es getan haben. Natürlich kann man darüber streiten, ob das Tempo nicht zu schnell war. Aber schauen Sie sich unsere Kunden an: HP, Sony, Motorola - das sind einige der wichtigsten Firmen der Hightech-Industrie.

Schmidt: Consors allein ohne Cortal hat heute in Deutschland über 500 000 Kunden und mehr als 65 000 im europäischen Ausland, in Frankreich, Spanien, Italien und der Schweiz. Das wäre ohne den Börsengang nicht möglich gewesen.

SPIEGEL: Wie haben Sie beide das Auf und Ab der vergangenen Jahre persönlich verkraftet?

Schambach: Vergangenes Jahr hätten Sie mich vielleicht als Skeptiker ertappt. Aber das ist vorbei. Ich hatte die Möglichkeit, ein Unternehmen in einer sehr schnellen Wachstumsphase aufzubauen. Und ich sehe heute, dass wir die Möglichkeit haben, gestärkt aus der Krise der Hightech-Industrie hervorzugehen.

Schmidt: Manchmal denke ich mir: Ich bin jetzt 33 Jahre alt, aber was ich schon erleben durfte, ist einfach irre. Was bei anderen vielleicht in einem Berufsleben von 45 Jahren passiert, ist bei mir in drei, vier Jahren geschehen.

spiegel.de
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„Kaufen und Halten“ reicht an der Börse nicht mehr

 
28.08.02 08:00
Lange war es ein Dogma des Aktienmarktes: Auf lange Sicht entwickeln sich Aktien immer besser als Anleihen oder der Geldmarkt, hieß die Regel. Wer Geld verdienen wollte und an diese Regel glaubte, konnte nach einem einfachen Rezept handeln. „Kaufen und Halten“, hieß es. Und das ging so:

Man kaufe Aktien und lasse sie möglichst lange liegen. Tagesaktuelle oder gar stündlich, minütlich auf den neuesten Stand gebrachte Kurse ignoriere man - sie verleiten nur zu unüberlegten, verlustbringenden Verkäufen. Am besten stecke man sein Kapital in Indexfonds oder -zertifikate, um Risiken zu minimieren und die Entwicklung des breiten Marktes nachzubilden. Nach Jahren oder Jahrzehnten erst verkaufe man wieder und genieße die üppigen Erträge.

Wer nach diesem Rezept handelte, konnte tatsächlich ansehnliche Gewinne verbuchen. Zum Beispiel mit einem Investment in den Standard & Poor's-500-Index, der seinen Wert innerhalb von zwei Dekaden mehr als versechsfachte.

Fällt der Markt, ist eine aktive Strategie gefragt

Doch seit zwei Jahren funktioniert das Kochrezept nicht mehr. Die Märkte fallen, statt zu steigen, und mit ihnen Indexprodukte. Auch Einzelaktien zu kaufen und halten kann bei den gegenwärtigen Schwankungen des Aktienmarktes leicht hohe Verluste bringen. Anleihen haben seit 2000 weit höhere Erträge gebracht als Aktien, und selbst Geldmarktfonds haben sich besser entwickelt.

„Kaufen und Halten“ bringt im gegenwärtigen Aktienmarkt nichts, sagt Oswald Grübel, Chef der Credit Suisse Financial Services. Er vergleicht die aktuelle Lage mit der Situation zwischen Mitte der Sechzigerjahre und 1982, als der Aufschwung der Börsen begann. „Hätte man damals eine Buy-and-hold-Strategie verfolgt, hätte man rund zwölf Jahre lang kein Geld verdient“, sagt er. Heute könne sich der Markt wieder einige Jahre seitwärts bewegen, mit mehr oder weniger starken Schwankungen. Damals wie jetzt rät Grübel zu einer aktiven Handelsstrategie: „tief kaufen, hoch verkaufen, und insgesamt schneller reagieren“, erklärt er. Stimmen wie seine, die schlichtes „Kaufen und Halten“ für gescheitert erklären, mehren sich.

Schnelleres Handeln ist gefragt

„Unser Handelsrhythmus hat sich beschleunigt. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts gerät immer mehr in den Vordergrund“, bestätigt Christian Jasperneite aus der Research-Abteilung von  M.M. Warburg. „Reines Kaufen und Liegenlassen war aber ohnehin nie unsere Strategie“, schränkt er ein.

Ein schnellerer Handelsrhythmus bedeutet für M.M. Warburg aber nicht, dass die Schwankungen des Aktienmarktes ständig beobachtet werden, um sofort auf jede irrationale Bewegung eines Kurses reagieren zu können. Die Bank arbeitet mit sektorspezifischen Bewertungsmodellen, in die Kennziffern wie Gewinne, Zinsen und Risikoprämien eingehen. Darauf aufbauend versuchen Jasperneite und Kollegen herauszufinden, welche Branchen billig und welche teuer sind.

Auch die BfG-Bank arbeitet eher mit Fundamentaldaten, wenn es um die Bewertung von Aktien geht. Chefanalyst Eberhard Unger nennt neben der Konjunktur die Gewinnerwartungen eines Unternehmens und die Qualität seines Managements. Eher als zu einer riskanten Handelstaktik rät er sogar dazu, Kapital in Geldmarktfonds zu parken, bis die Baisse der Aktienmärkte vorbei und ein Aufwärtstrend wieder zu erkennen ist.

M.M. Warburg hingegen ergänzt die ihre Sektor-Modelle durch schnelle Kauf- und Verkaufsentscheidungen, wo kurzfristige Ineffizienzen auftreten. Um solche Ineffizienzen zu erkennen, ist der Vergleich mit ähnlichen Aktien, etwa der eines Konkurrenzunternehmens, entscheidend. Steigt eine Aktie zum Beispiel stärker als der Branchendurchschnitt, und gibt es dafür keine unternehmensspezifischen Gründe, ist das ein klares Signal für eine Überbewertung. Das zu merken und auszunutzen, ist oft eine Sache von Minuten. Schnelligkeit gewinnt.

Der richtige Zeitpunkt entscheidet

Das Problem für Privatanleger: Bei einer aktiven Handelsstrategie entscheidet die Wahl der richtigen Aktie und des richtigen Zeitpunkts über Erfolg oder Mißerfolg der Anlage. Die richtige Entscheidung zu treffen, erfordert Aufmerksamkeit, Zeit und Energie. Mehr denn je sind die kleinen Anleger auf professionelle Unterstützung angewiesen.

Dass aber auch Handelsprofis mit einer aktiven Strategie scheitern können, zeigen Daten der Vanguard Group. Ihre Studien haben ergeben, dass sogar im Bärenmarkt des vergangenen Jahres gut 60 Prozent der aktiv geleiteten Aktienfonds, die auf die Schwergewichte des Marktes setzten, noch schlechter abschnitten als der Standard & Poor's-500-Index. Für Privatanleger ist die Wahl des richtigen Fonds wichtiger denn je zuvor. Ob sie richtig liegen, werden sie nur allerdings im Nachhinein erfahren. Schon jetzt steht nur eines fest: Die besten Gewinne mit Aktien lassen sich nur im Börsenaufschwung erzielen.

faz.de
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Homer S:

@he

 
28.08.02 08:09
moin,

was glaubst du, welcher der hier vertretenen artisten, liest solche überlangen, von irgendwo reinkopierten beiträge?
oder hoffst du bloß auf einen stern, von einem interessierten, befreundeten moderator?

gruß
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Happy End:

@hs

 
28.08.02 09:01
moin,

ich hoffe auf gleichgesinnte Börseninteressierte, die nicht nur im im BILD-Zeitungsstil Meldungen vorgesetzt, sondern auch richtige Infos haben möchten...

Gruß    
Happy End
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Mützenmacher:

Wohin? Na in die eigene

 
28.08.02 09:18
Gesundheit.

Mütze


Und gleich dabei noch verdienen.

Mützes Arbeit
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Happy End:

yo man!

 
03.09.02 14:58
 
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