Kinowelt zieht sich teilweise aus Internet-Geschäft zurück
Das Münchener Medienunternehmen Kinowelt will sich künftig auf sein Kerngeschäft Lizenzhandel, Kino und DVD konzentrieren. Der Konzern erwartet weitere Sonderbelastungen.
Kinowelt werde nicht mehr in die Sparte Merchandising investieren, hieß es am Montag in München. Die Filmfirma werde auch nicht, wie ursprünglich geplant, die restlichen 90 Prozent an dem Sportvermarkter Sportwelt übernehmen. Der Anteil befindet sich derzeit noch im Besitz von Vorstandschef Michael Kölmel. Für die Internet-Aktivitäten werde ein Partner gesucht. Kinowelt setze künftig auf die Internationalisierung der Kerngeschäfte, hieß es.
Auf den angeschlagenen Konzern könnten nach den Worten von Vorstandschef Kölmel weitere Sonderbelastungen zukommen. Er könne dies wegen der anstehenden Restrukturierung nicht ausschließen, sagte er auf der Hauptversammlung. Zusammen mit einer Unternehmensberatung werde in den kommenden zwei Monaten ein neuer Geschäftsplan erstellt, der auch Auswirkungen auf die Organisation und das Personal von Kinowelt haben könnte.
Magere Umsätze im Lizenzhandel
Das Unternehmen hatte Ende Mai seine Gewinnprognosen für das laufende Jahr um mehr als die Hälfte gesenkt und geht nun von einem Rückgang beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit; 2000: 25 Mio. Euro) aus. Im ersten Quartal hatte das Ebit bei minus 30,3 Mio. Euro gelegen. Vor allem im TV-Lizenzhandel wurden nur magere Umsätze erzielt. Mit dem Verkauf von 40 Filmen an das ZDF hatte das Unternehmen aber am Freitag eine Erfolgsmeldung verbuchen können. Details zum Volumen des Geschäfts waren nicht genannt worden.
Die Kinowelt-Aktien sind am Montag mit einem Plus von mehr als 14 Prozent in den Handel gestartet. Händler führten die Kursgewinne auf den Vertrag mit dem ZDF zurück. Kinowelt sucht dem Börsenbrief "Mainvestor" zufolge derzeit nach einem strategischen Investor, der ihre 30-prozentige Beteiligung an der E-Multi Digitale Dienste übernimmt.
Kinowelt betreibt in Deutschland 19 Multiplexkinos. Beim Filmverleih ist das Unternehmen nach eigenen Angaben im laufenden Jahr auf Platz neun der deutschen Filmverleiher von Platz fünf im Vorjahr abgerutscht.
© 2001 Reuters Limited.
Das Münchener Medienunternehmen Kinowelt will sich künftig auf sein Kerngeschäft Lizenzhandel, Kino und DVD konzentrieren. Der Konzern erwartet weitere Sonderbelastungen.
Kinowelt werde nicht mehr in die Sparte Merchandising investieren, hieß es am Montag in München. Die Filmfirma werde auch nicht, wie ursprünglich geplant, die restlichen 90 Prozent an dem Sportvermarkter Sportwelt übernehmen. Der Anteil befindet sich derzeit noch im Besitz von Vorstandschef Michael Kölmel. Für die Internet-Aktivitäten werde ein Partner gesucht. Kinowelt setze künftig auf die Internationalisierung der Kerngeschäfte, hieß es.
Auf den angeschlagenen Konzern könnten nach den Worten von Vorstandschef Kölmel weitere Sonderbelastungen zukommen. Er könne dies wegen der anstehenden Restrukturierung nicht ausschließen, sagte er auf der Hauptversammlung. Zusammen mit einer Unternehmensberatung werde in den kommenden zwei Monaten ein neuer Geschäftsplan erstellt, der auch Auswirkungen auf die Organisation und das Personal von Kinowelt haben könnte.
Magere Umsätze im Lizenzhandel
Das Unternehmen hatte Ende Mai seine Gewinnprognosen für das laufende Jahr um mehr als die Hälfte gesenkt und geht nun von einem Rückgang beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit; 2000: 25 Mio. Euro) aus. Im ersten Quartal hatte das Ebit bei minus 30,3 Mio. Euro gelegen. Vor allem im TV-Lizenzhandel wurden nur magere Umsätze erzielt. Mit dem Verkauf von 40 Filmen an das ZDF hatte das Unternehmen aber am Freitag eine Erfolgsmeldung verbuchen können. Details zum Volumen des Geschäfts waren nicht genannt worden.
Die Kinowelt-Aktien sind am Montag mit einem Plus von mehr als 14 Prozent in den Handel gestartet. Händler führten die Kursgewinne auf den Vertrag mit dem ZDF zurück. Kinowelt sucht dem Börsenbrief "Mainvestor" zufolge derzeit nach einem strategischen Investor, der ihre 30-prozentige Beteiligung an der E-Multi Digitale Dienste übernimmt.
Kinowelt betreibt in Deutschland 19 Multiplexkinos. Beim Filmverleih ist das Unternehmen nach eigenen Angaben im laufenden Jahr auf Platz neun der deutschen Filmverleiher von Platz fünf im Vorjahr abgerutscht.
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