Kapitalvernichtung - das Geldgrab??


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RainMan:

Kapitalvernichtung - das Geldgrab??

 
06.02.02 00:13
Hi leutz - beim Treffen gab's ne interessante Diskussion - wo ich allerdings mit meiner Meinung alleine stand.
Ich hatte behauptet das bei z.B einem Börsencrash Kapital vernichtet wird - allerdings bin ich auf wenig gegenliebe gestossen. Ich habe heute mit meinem Bruder, einem gestandenen Volkswirtschaftler darüber gesprochen - und er meinte das aus volkswirtschaftlicher Sicht auf jeden Fall eine Kapitalvernichtung vorkommen kann. (kapital im vwler sinne:) dann ist das geld einfach weg - inflation bedeutet übrigens lediglich wertverlust - also in diesem Kontext gar nicht zu betrachten. Trotzdem würd ich gerne mal eure meinung dazu hören - denn mein Bruder muss nicht unbedingt recht haben:-)

übrigens ein beispiel dazu.
x erwirbt eine aktie (emmission) im wert von 50 €
y kauft sie für 150 €
die firma geht pleite und die aktie ist nichts mehr wert. also hat x jetzt 100 € und y -150 €  - wo bleiben die 50 €??

gruss, RainMan
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positiver:

beachte: x hat 150 Euro ! o.T.

 
06.02.02 00:22
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007Bond:

Hm, ist doch ganz einfach:

 
06.02.02 00:26
Die 50 € sind in den Schulden enthalten, die die insolvente Firma hat ;-)

Leider erhalten Aktiönäre als Gläubiger fast nie ihr Geld zurück (aus Mangel an Masse).

PS: Y hatte sicher "Massel" gehabt, weil er die Aktie rechtzeitig und mit viel Profit verkauft hat.
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RainMan:

huh?

 
06.02.02 00:28
@positiver - ne er hat ja 50 € für die emmission bezahlt.
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positiver:

Du willst doch nicht ernsthaft abstreiten, dass

 
06.02.02 00:31
er 150 Euro hat !  
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007Bond:

er hat 50 € an die Bank bezahlt

 
06.02.02 00:32
beim Verkauf hat er 150 € erhalten!
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007Bond:

Die Frage hätte anders formuliert

 
06.02.02 00:37
werden müssen:

Wenn ich heute für eine Million EURO Aktien eines Unternehmens kaufe, das morgen insolvent ist und dessen Aktien von Handel ausgesetzt werden und diese nie wieder gehandelt werden ...

dann muss ich folgende Frage stellen:

Warum war ich so blöd und habe das getan?

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positiver:

@007 so ist es auch nicht. Das Geld hat jetzt die

 
06.02.02 00:44
Bank oder der Konkursverwalter !
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007Bond:

@positiver:

 
06.02.02 00:53
hm, sieh doch nicht alles so negativ ;-)
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positiver:

nee, tu ich nicht. Offensichtlich haben wir es

 
06.02.02 00:56
hier mit der - zugegeben  komplizierteren- Wertschöpfungskette zu tun. ;-)
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007Bond:

Fazit:

 
06.02.02 00:57
Beim Aktienhandel wird also kein Geld vernichtet. Es spielt daher keine Rolle, ob ein Unternehmen insolvent wird oder nicht.

Das Geld, das ich als Anleger in eine Aktie gesteckt habe, hat entweder die Konsortialbank erhalten, wenn ich sie gezeichnet habe - oder andernfalls, wenn ich sie unmittelbar vor der Insolvenz gekauft habe - der Verkäufer, dem ich sie abgekauft habe ...
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positiver:

sauber o.T.

 
06.02.02 01:01
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RainMan:

vielleicht mal par Leute

 
06.02.02 01:39
mit ausgiebigen wirschaftskenntnissen?? sorry positiver und 007 - eure Argumente überzeugen mich bisher nicht - das mit der Konsortialbank ist doch blöd: das geld dient der kapitalerhöhung eines Unternehmen - geht dieses pleite - gibts auch kein kapital mehr...ist also immernoch weg!!
leider gibt es das wort "kapitalvernichtung" nicht im wi - lexikon...aber ich schau mal ob ich was im netz dazu finde;) gruss, RainMan
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ruhrpottzocker:

Mannomann, RainMan

 
06.02.02 01:46
Du hass nix kapiert !

Wennsse mich die Schachtel für 100 € abgekauft hättest, hättest du schon ne goldene Nase.

Slash wollte schon nen Call drauf kaufen.

Ich erklär dich datt ma im living-room ! Dann bring ich auch die Schachtel widda mit !
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007Bond:

Lieber RainMan ...

 
06.02.02 01:59
ich habe wirklich versucht, mich verständlich auszudrücken. Und es sollte eigentlich für jeden nachvollziehbar sein, dass beim Aktienhandel kein Geld vernichtet werden kann. Was die Konsortialbank mit dem Geld macht, das ich ihr für die Neuemission gegeben habe, interessiert mich als Anleger überhaupt nicht. Geld würde nur dann vernichtet werden, wenn sie es in den Schredder schmeißen würde und die LZB keinen Ersatz für das "Konfetti" leisten würde!

Also: Geld wird dann vernichtet, wenn beispielsweise ein Raucher seine Zigarette mit einem Euroschein anzündet. Dieser Eurosschein ist dann im wahrsten Sinne des Wortes "verraucht".

Zu guter Letzt: Geldvernichtung kann auch etwas Positives bedeuten: Es verringert die vorhandene Geldmenge und das hilft, eine vorhandene Inflation zu verringern. Im negativen Sinne würde es allerdings auch eine vorhandene Deflations verstärken helfen.
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Reila:

Rain Man, kalter Kaffee.

 
06.02.02 02:02
Das Geld, das Du an der Börse verzockst, bekommt ein anderer. Das läßt sich auch leicht beweisen. Dazu gab es hier schon einen Thread. Es gibt aber einen Unterschied zwischen Geld und Kapital, den viele nicht verstehen. Kleines Beispiel. Es gibt hundert Aktien einer Firma mit dem Nennwert 1 €. Neunundneunzig davon habe ich schon ewig in meinem Panzerschrank. Eine hast Du und verkaufst sie an Deinen Bruder für 100 Euro, dann kaufst Du sie für 200 zurück (letzter Kurs). Jetzt sind meine Aktien natürlich 19.800 € wert - mein Kapital. Für meinen Kapitalzuwachs von 99 auf 19.800 € war nur ein Geldfluß von 100 € on Dir an Deinen Bruder notwendig. Verstanden? die Geldbilanz ist immer ausgeglichen. Will nun keine Sau mehr die Aktien kaufen, hast Du 100 € verloren für eine Aktie und ich 99 € für 99 Aktienden. Wenn ich natürlich Raffa hieße, hätte ich meine 99 aktien auch an Dich verkauft, sagen wir mal für 210 € das Stück. Rechne selbst, oder laß die Geschichte noch mal von den em-tv-Aktionären erklären.

R.
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Reila:

007Bond, jetzt begreife ich endlich:

 
06.02.02 02:06
Dann sind die Falschgelddrucker sozusagen die Kompensation für im Übermut vernichtete Geldscheine? Stimmt doch - hä? Sonst hätten wir ein Geldloch.

R.
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007Bond:

Sofern die nicht entdeckt werden ;-) o.T.

 
06.02.02 02:10
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RainMan:

reila kommt schon näher

 
06.02.02 03:19
aber meine Frage, ganz ehrlich - sagt ihr das rein aus Vernunft oder auch aus volkswirtschaftlichen Kenntnissen?!?  du hast schon recht - es kommt vorallem drauf an wie man kapital definiert - also das man kapital vernichten kann, ist für mich glasklar....aber ob man in dem selben sinne von geld vernichten reden kann...da bin ich mir halt nicht so sicher...

gruss, und danke an alle die's mit erklären wollen:-))

RainMan
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RainMan:

@rpz

 
06.02.02 03:26
na klar - aber dann nehmen wir lieber bier als betrachtungsgegenstand:-)
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RainMan:

wieso ich so hartnäckig bin

 
06.02.02 03:30
weil ich an diesem - die Geldbilanz ist stets ausgeglichen - auch zweifel habe. Wenn das so wäre - erklärt mir die hohe Schuldenlast sämtlicher Staaten - wo sind dann die billionen die die Bilanz quasi wieder in die balance bringen??
ist diese Behauptung vielleicht nur ein Trugschluss - oder ist sie erwiesenermassen wahr?

good night,
RainMan
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007Bond:

Tja solange der Staat

 
06.02.02 09:42
das Monopol zum Gelddrucken besitzt ...

So kann beispielsweise eine ständige Erhöhung der Staatsverschuldung eine höhere Inflationsrate zur Folge haben, wenn die Zentralbank zum Ausgleich der Verschuldung fleißig Geld drucken läßt. Inflation ist also immer ein Phänomen der Geldpolitik und somit monetär.

Eine Geldmenge steht immer einem wirtschaftlichen Reichtum gegenüber, die beide im Laufe der Jahre stetig steigen. Ändert sich die Geldmenge oder der wirtschaftliche Reichtum, nimmt das direkten Einfluß auf die Höhe der Inflation - die Balance ändert sich also. Konkret heißt das, dass die Zentralbank die Höhe der Inflationsrate ziemlich genau bestimmen kann.
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