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Das große Problem der Überkapazitäten
Doch bisher haben die Zeichen der Entspannung nicht zu steigenden Aktienkursen geführt. Beispiel K + S: Die Aktie des DAX-Konzerns stürzte um bis zu 61 Prozent ab. Während die Kalipreise um ein Viertel auf 300 Dollar je Tonne fielen, mussten die Jahresziele und Prognosen für die Kaliminen weltweit nach unten korrigiert werden, und auch Uralkali hatte deutliche Kursverluste zu verkraften. Ein großes Problem sind die Überkapazitäten. Allein die existierenden Minen können einen Kalibedarf von über 70 Millionen Tonnen decken. Doch selbst wenn es 2014 zu der von den Minenbetreibern erwarteten Nachfrageerholung kommt, werden nicht mehr als 59 Millionen Tonnen gebraucht.
Uralkali versucht indes, Marktanteile auf dem chinesischen Markt zu gewinnen. Laut dem US-Analysehaus CIBC World Markets versorgte Uralkali den weltgrößten Kaliabnehmer im vergangenen Oktober mit rund drei Viertel seines Kalibedarfs. Im Mai bedienten die Russen erst rund ein Viertel der Nachfrage. Gleichzeitig ging der Gesamtabsatz des Düngemittels jedoch um 22 Prozent zurück, so die Analysten. Die Momentaufnahme zeigt ein weiteres Problem der Kalischürfer: Ihre besten Kunden China, Indien und Brasilien kaufen immer weniger und reagieren damit unverändert auf die Preisextreme aus den Jahren 2008 und 2009, als eine Tonne des Salzes über 800 Dollar kostete. Statt Kali versuchen Indien und China nun vermehrt Ersatzstoffe zu benutzen.
Niedrige Förderkosten sind damit unverändert der beste Garant für profitable Geschäfte. An diesem Punkt arbeitet sowohl K + S mit seinem 500 Millionen Euro schweren Sparprogramm als auch die Potash Corporation, die jeden fünften Mitarbeiter entlässt. Die Kanadier drücken ihre Förderkosten damit nach eigenen Angaben unter die 100-Dollar-Marke, während K + S auch mit den Einsparungen kaum in diese Region vordringen dürfte - die Förderkosten der Hessen zählen mit aktuell 280 Dollar pro Tonne zu den höchsten.