Ich hatte dies in einem anderen Forum gepostet, evtl. ist es ja für den einen oder anderen von Euch auch interessant um sich seine eigene (fundierte) Meinung zu bilden:
Das Buch "Die Kaliindustrie im 21. Jahrhundert: Stand der Technik bei der Rohstoffgewinnung und der Rohstoffaufbereitung sowie bei der Entsorgung der dabei anfallenden Rückstände." Springer-Verlag, 14.10.2015 - 560 Seiten.
Zeigt einige Hintergründe. Zugegeben, die Natur der Bücher ist es zum Erscheinungszeitpunkt bereits veraltet zu sein, aber dennoch ist es sehr interessant, Z.B. die Seite 54 ff.:
books.google.de/...over&hl=de#v=onepage&q&f=false
Hier ist klar ersichtlich warum eine nachhaltige Erholung der Düngemittel-Preise für viele (inkl. mir) unwahrscheinlich erscheint und warum viele Anleger eher pessimistisch sind. In solch einem Umfeld können wir vermutlich nicht (mehr) mit Vorschusslorbeeren oder vergangen KGV´s rechnen. Ich befürchte leider, dass mit der steigenden Zahl der Marktteilnehmer (wie aktuell in der Ölbranche) es immer wieder Ausreißer aus der Preis vor Menge Strategie geben wird. Aus dieser Perspektive gibt es m.E.n. nur zwei Möglichkeiten: Konsolidierung bzw. Übernahmen/Zusammenschlüsse (wie es Potash mit K+S wollte) oder Preiskrieg um u.a. geplante Kapazitäten zu blockieren.
Sucht man bei K+S positive Argumente finde ich diese leider nicht. Ich hatte die Folien ja bereits verlinkt und ein Vorposter hat es ebenfalls schon angemerkt:
www.k-plus-s.com/de/pdf/2015/...stein_conference_londonx1x.pdf , Folie 30: Wie man hier auf dieses EBITDA von 1,6 in 2020 kommen will ist mir leider nicht ersichtlich. Wünschenswert wäre die entsprechende Kalkulation offen zu legen. Gleiches gilt für:
Folie 13: Sicher könnte man die einzelnen Balken (Production costs und Logistics costs) mit Ca.-Werten versehen und nicht nur den 2023er.
Auf www.k-plus-s.com/de/pdf/2015/legacy-projekt.pdf , Folie 4, wird sich leider auch nur auf 2023 bezogen.
Mit welchen Düngermittelpreisen bzw. eigenen Absatzpreisen kalkuliert denn K+S???
Ist das eine Abwehrstrategie gegen Übernahmen? Wenn ja, dann wirkt sie leider auch gegen Investoren.
Begibt man sich etwas weiter in die Recherche:
Buch Seite 57: 2022 kommen 8 Mio. Tonnen von Eurochem hinzu (4,6 Mio Start in 2017, volle Kapa in 2020 und dann bis 2022 nochmals 3,4 Mio Tonnen). + Acron auch 2 Mio. Tonnen in 2023........und einige mehr die vermutlich nur durch Unwirtschaftlichkeitsentscheidungen von den Projekte absehen (z.B. BHP).
www.k-plus-s.com/de/pdf/2015/...stein_conference_londonx1x.pdf , Folie 8: Rechnet man die obigen 10 Mio. Tonnen dazu (ich gehe davon aus, dass die Minen nicht sofort nach Fertigstellung stillgelegt werden) ist die Kapa in 2023 bei ca. 80 Mio Tonnen. Führt man die Demand-Kurve weitere 7 Jahre fort, dann könnte der Bedarf in 2023 bei vielleicht 65 Mio. Tonnen liegen. 2023 haben wir dann einen geschätzte Überkapazität wie schon ca. 1995 (K+S Kurs bei ca. 5 Euro)
Wie sich der Kurs in diesem Zeitraum entwickelt hat zeigt der k+S Langfristchart. www.investor-verlag.de/...-aktie/langfristchart-ks-/105083602/
Ab 1997 bis 2003 (Teils bis 2006) ist der Kurs verstärkt gestiegen. Meine Erklärung: In diesem Zeitraum wurde die Überkapazität geringer = Phantasie der Anleger größer. (Im Anschluss haben die Commoditiy Preise Z.B. Weizen bis 2008/9 massiv angezogen, www.onvista.de/rohstoffe/Weizen-16830764 , und somit der Düngemittelpreis auch ab ca. 2004, inkl. der Lieferprobleme um 2008 www.indexmundi.com/commodities/...sium-chloride&months=240 )
Relation: Ende 2005 lag der Weizenkurs bei 300, der Dünger bei 170. Aktuell liegt der Weizenpreis bei um die 500 und der Düngerpreis bei 300 in etwa die gleiche Relation (Dünger ist noch 10% zu teuer).
Die Folie 8 zeigt jedoch auch, dass es in der Vergangenheit schon immer Überkapazitäten gab und die Produktion immer an den Bedarf angepasst wurde.
Nun, wenn ich mir das alles so anschaue, dann ist das Thema Überkapazität nicht wirklich entscheidend aber auch nicht kursstützend. Entscheidend ist:
- Das Risiko des oben erwähnten aus der Reihe tanzens von Anbietern (ein sehr kompetenter User hat nach dem 2013er Schock schon geschätzt, dass es >3Jahre dauert um Vertrauen wieder herzustellen)
- Der Bedarf der Welt (Nahrung und somit Dünger)
- Die Preisentwicklung der Commodities, diese müssen aktuellen Abwärtstrend verlassen damit von dieser Seite auch wieder die Preissteigerungen des Düngers gestützt wird.
Alles und vor allem das Dritte läuft vermutlich nur sehr langfristig ab.
Deshalb: Leider - und sehr bedauerlich - ist es so, dass je mehr ich mich mit der Materie befasse, desto weniger glaube ich an eine greifbare Erholung auf 41 Euro und trauere somit den 41 Euro von PCS immer stärker hinterher.
Da kann man sich die Frage stellen warum ich überhaupt noch in K+S investiert bin? Die Dividende ist es nicht, denn beim derzeitigen Kurs (wie Mitte 2007), gab es zig bessere Investments deren Kursverfall die Dividende nicht aufgefressen haben. Meine Meinung:
- Fundamental: Ich kann mir einen Kurs von 41+ Euro in den nächsten paar Jahren nur durch eine Übernahme ernsthaft vorstellen und daran glaube ich.
- Phantasie: Die Aussichten und Phantasien des Marktes auf die Branche ist schon weit unten, da kann es eigentlich nur noch besser werden.
Schönes Wochenende!