das letzte Posting von reitz war wirklich sehr informativ.
Grundsätzlich muss gesagt werden, dass natürlich ein jedes Unternehmen, das einen Konkurrenten übernimmt, bei relevanter Bedeutung für den Gesamtmarkt, das Thema Kartellrechtlich vorab prüfen wird. Und das hat sicher Potash auch getan..
Dennoch ist es wohl ein Spiel mit Unbekannten. Ich erinnere nur an die Deutsche Telekom, die ja - wie allgemein bekannt ist- über viele Jahre versucht hat, ihre uS-Tochter zu verkaufen. Und es gab ja auch zweimal Versuche, die zunächst erfolgversprechend schienen und vom Markt jeweils auch mit hohen Aufschlägen bei der Aktie begleitet wurden.
Die bekannteste und sicher auch für die Telekom lukrativste Offerte kam seinerzeit von ATT, der Nummer 1 im Us-Telefonmarkt. Die US-Tochter war und ist die Nummer 4 auf diesem Markt.
Man kann sicher sein, dass sich bei ATT Heerscharen von hochkarätigen Juristen und Lobbyisten daran versucht haben, den Deal auch abzuschliessen.
Zumal- und das ist auch ganz interessant- Telekom ja auch einen finanziellen, durchaus signifikanten Ausgleich dafür erzielen konnte, dass der deal letztlich doch nicht kartellrechtlich abgesegnet würde.
Wie wir inzwischen alle wissen, Telekom wurde die US-tochter nicht los, jedesmal aus kartellrechtlichen Gründen, verdiente durch die Übernahmeverbarungen sogar daran ( wobei das vielleicht auch zu einfach dargestellt ist) und ist heute mit Sicherheit froh, dass das, was seinerzeit das beste schien, nicht zum Abschluss gekommen ist.
Was hat das nun mit Kali und Salz zu tun. Zunächst jedenfalls die Erkenntnis, dass Kartellrecht wirklich ein unglaublich komplexes Thema ist, mit vielen Unbekannten. Ein Thema , wo mehrere Behörden mitmischen, und die sich von durchaus unterschiedlichen Kriterien leiten lassen können.
Ich persönlich denke, dass Potash über das Thema ungleich länger als wir hier nachdenkt, aber eben auch nicht von vornherein von einem Durchwinken ausgehen kann.
Und weil dem so ist, würde Potash eines ganz gewiss nicht tun. Sie werden nicht im grossen Umfang gegen Kali und Salz Aktien über den Markt einkaufen. Mal abgesehen von der Meldepflicht und den in Rekordgeschwindigkeit steigenden Kali und Salz-Aktienkursen würde es dazu führen, dass im schlimmsten Fall Potash ohne kartellrechtliche Genehmigung auf einem Haufen Kali und salz-Aktien sitzen würden, die strategisch dann gar keinen Sinn mehr machen würden und evtl. mit grossen Buchverlusten wieder verkauft werden müssten.
Eine freundliche Übernahme macht Sinn, wobei es im Endeffekt ja noch nicht mal auf eine klassische Übernahme hinauslaufen müsste. Ich kann mir kaum vorstellen, dass Potash so einfach einen Rückzieher macht. Dass bei Kali und Salz zu Kursen die Gesellschaft ja vor gar nicht allzulanger Zeit schon an der Börse hatte,kein Vorstand vor Begeisterung in die Luft springen würde, wussten die Potash- Leute.
Das ist jetzt erst mal das übliche Geplänkel, wie man es so oder ähnlich zigfach erlebt hat.
Ich denke, Potash wird etwas aufstocken und das Angebot ggf auch formaler vorlegen, als dies bisher geschehen ist.
Alternativ könnte ich mir vorstellen, dass hinter den Kulissen Gespräche geführt werden, wie die Interessen von Potash und Kali und Salz ggf interessewahrend für beide Seiten zu einem vernünftigen Ende geführt werden können.
Ansonsten wird Kali und Salz das machen, was sie letztlich ohnehin auch ohne Potash tun müssten, sich mühen, vernünftig zu wirtschaften und die Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg zu beteiligen.
Das hat ja im bisherigen Jahresverlauf bestens geklappt, wobei die Rahmenbedingungen für das Restjahr aus verschiedenen Gründen in den letzten Tagen und Wochen nicht einfacher geworden sind.
Ist es Kali und Salz in den letzten Quartalen stets gelungen, die Markterwartungen zu übertreffen, wird nunmehr ME schwierig werden, die inzwischen hohen Erwartungen noch mal zu toppen.
Aber man wird sehen.