@Werner01 @Noobster
Die aktuelle Markt-Nervosität und der Vergleich mit IONOS sind absolut berechtigt – Unsicherheit ist aktuell Gift für die Kurse. Aber um auf Noobsters Frage einzugehen, wie man Zweifel ausräumt, wenn niemand die Zukunft kennt: Man schaut darauf, wer die Infrastruktur baut, ohne die industrielle KI gar nicht funktionieren kann.
Kontron muss nicht wissen, was Sam Altman als Nächstes plant. Kontron profitiert allein davon, dass KI in der Industrie stattfindet. Hier sind die Gründe, warum Kontron fundamental ein KI-Gewinner ist:
1. Die Symbiose: Keine KI ohne IoT KI ist hungrig nach Daten. Ohne IoT-fähige Geräte, die diese Datenmengen liefern, hat eine KI keine Basis. Kontron sitzt genau an dieser Schnittstelle. Sie liefern die Vernetzung und Datengrundlage.
2. Der entscheidende Faktor: Edge vs. Cloud Warum wird Kontron nicht einfach von Amazon oder Microsoft verdrängt? Weil in der Industrie nicht alles in die Cloud kann. Kontron ist stark im „Edge Computing“ (KI direkt an der Maschine). Das ist zwingend notwendig wegen:
Latenz: Wenn ein Roboter einen Fehler bemerkt, entscheiden Millisekunden. Die Daten erst in ein Rechenzentrum zu schicken, dauert zu lange.
Bandbreite: Eine Fabrik produziert Terabytes an Daten. Die KI auf dem Kontron-Rechner filtert diese Flut direkt vor Ort.
Sicherheit: Maschinen müssen auch ohne Internetverbindung weiterlaufen („Embedded AI“).
3. Maschinendaten sind kein Text (Industrial AI vs. LLM) Ein oft übersehener Punkt: Die aktuellen Hype-KIs (LLMs wie ChatGPT) sind auf Sprache trainiert. Eine Fräsmaschine „spricht“ aber nicht. Sie liefert rohe Sensordaten (Vibration, Temperatur, Stromspannung). Für diese Daten braucht es völlig andere KI-Modelle (z.B. Predictive Maintenance Algorithmen, Computer Vision zur Fehlererkennung oder Anomaly Detection). Genau hier liegt Kontrons Stärke: Sie verstehen die „Sprache der Maschinen“. Ihre Software (susietec®) und Hardware ist darauf ausgelegt, diese spezifischen, harten Echtzeit-Daten zu verarbeiten – etwas, wofür ein Standard-Sprachmodell völlig ungeeignet wäre.
4. Konkrete Produkte statt nur Visionen Im Gegensatz zu vielen Hype-Werten hat Kontron bereits Produkte im Einsatz:
AIShield: Eigene Sicherheitssoftware, die KI nutzt, um Angriffe auf Netzwerke zu erkennen.
Smart Factory & Mobilität: Nutzung neuronaler Netze zur Qualitätskontrolle (Bildverarbeitung) und Entwicklung von Network Access Devices für das autonome Fahren (u.a. mit Qualcomm).
Ressourcen: Mit über 3.000 Ingenieuren haben sie die Power, diese komplexen Lösungen auch umzusetzen.
Fazit Man kann Kontrons Positionierung vielleicht so vergleichen: Sie bauen nicht nur die „Schienen“ (IoT-Netzwerke), sondern liefern auch gleich die intelligenten Züge und das Signalwesen, damit der Verkehr rollt. Während ChatGPT Gedichte schreibt, muss industrielle KI „schmutzige Hände“ bekommen und physikalische Prozesse steuern. Genau für diese spezialisierte Aufgabe liefert Kontron das Fundament. Somit ist Kontron ein KI-Gewinner, auch wenn der Markt das bisher noch in keiner Weise einpreist