Renesola wird in Q3 höhere Gewinnmargen wie in Q2 bringen. Die habe ich doch glatt unterschlagen. Wobei Renesola bei mir nach den sehr schwachen Cash Flows und den doch für mich sehr merkwürdigen Wechsel der Geschäftsstrategie, der dazu geführt hat, dass Renesola nicht einmal mehr eine Absatzuguidance raus gibt, nicht mehr großartig im Blickpunkt steht.
Renesola profitiert durch ihre sehr aggressive OEM-Produktionsstrategie außerhalb Chinas gleich von zwei sehr positiven Effekten:
- in der EU: von den sehr deutlich gefallenen Zellpreise der Taiwanesen (von 0,40/0,41 $/W im Mai auf 0,33/0,34 $/W aktuell).
- in den USA: durch die OEM-Strategie mit Zellen aus Südkorea fallen für Renesola in den USA keine Strafzölle an.
Durch diese beiden Effekten dürfte Renesola in den USA und der EU zu einem der günstigsten Anbieter aktuell geworden sein.
Dazu kommt dann noch, dass Renesola die Produktionskosten ihrer eigenen Polyproduktion weiter senken wird von 21 $/kg in Q2 wohl auf 18 bis 19 $/kg und in China verkauft Renesola nicht allzu viel. Weitere zwei positive Effekte. Gestern konnte man ja von Trina hören, dass in China die Modulpreise nach wie unter einem hohen Preisdruck stehen trotz deutlich anziehender Nachfrage.
So wie ich das einschätze dürfte Renesola in Q3 wohl nahe an die 17% Bruttomarge ran kommen, wenn nicht sogar darüber. Hinsichlich Bruttomarge in Q3 hat neben Canadian Solar Renesola durchaus auch eine Sonderstellung aus den erwähnten Effekten. Renesola dürfte in Q3 für ihre Verhältnisse einigermaßen deutlich in die Gewinnzone kommen mit einem Nettogewinn von um die 5 Mio. $. So sieht es zumindest Roth Capital und ich denke, dass das Renesola toppen könnte, denn die Ausgangslage für Renesola ist zumindest für das laufende 2. Halbjahr meines Erachtens nach fast perfekt.
Noch kurz was zu den offenbaren Engpässen von Modulen. Ich habe den Bericht eh für Blödsinn gehalten, denn es gibt kein Modulengpass. Nirgends auf der Welt. IHS hat das heute auch klar gestellt. So erwartet IHS in Q4 bei der globalen Modulproduktion eine Auslastungsquote von 75% und bei der globalen Zellproduktion von 85%. Da sind wir also von einem Modulengpass noch ein gutes Stück weit entfernt. Zumal ja die Japaner wie Sharp, Panasonic oder Kyochera wieder auf dem US und dem europäischen Solarmarkt, beide Solarmärkte durften mittlerweile die hochpreisigsten sein, aufgetaucht sind seit dem in Japan die Nachfrage bei den kleinen Aufdachanlagen deutlich rückläufig ist seit April und die Chinesen bei den Solarkraftwerken in Japan die Preise kaputt machen.
Sollte die Nachfrage im nächsten Jahr auf über 55 GW gehen, dann wird es wohl zu ersten Engpässen kommen können, vor allem im Zell- und Waferbereich, und dann würde es wohl bei den Solarmaschinenbauer hochinteressant werden. Wobei sich natürlich die Frage stellt wie wollen die Solarunternehmen das Geld herholen um in ihre Produktion zu investieren ? Erweiterungen der Modulfertigungskapazitäten sind mittlerweile nicht mehr allzu teuer, aber bei den Zellen und Wafern ist das nach wie vor eine recht teuere Geschichte.
Der Link dazu:
www.pv-magazine.com/news/details/beitrag/...227/#axzz3BaIo2aH0
("False alarm: No panel shortage coming")
Jetzt bin ich aber schon mehr als gespannt auf die Zahlen von Yingli und vor allem auf die Q3-Guidance, denn Yingli wollte ja laut eigener Aussagen in Q3 wieder in Gewinnzone kommen und zwar auf Nettogewinn-Basis.