Obelisk da hast was falsch verstanden. Jinko geht bei ihrer Q3-Bruttomargenguidance zwischen 19 bis 21% nur vom Modulsegment aus und nicht von der Gesamtbruttomarge, die ja noch den hochmargigen Stromverkauf beinhaltet (Q3 Umsatz von 9,8 Mio. $ mit einer Bruttomarge von 63%). Das ist jetzt dann schon verdammt wichtig.
Die Q3-Gesamtbruttomarge lag bei 22,6% (Q2: 24,0%) und die Q3-Bruttomarge im Modulsegment lag bei 20,1% (Q2: 23%). Die Q3-Bruttomarge im Modulsegment wird wohl weiter leicht rückläufig sein, weil nach der Schätzung von Jinko die Modulpreise in China weiter leicht fallen werden. Alles in allem dürfte somit die Gesamtbruttomarge in Q3 allerhöchstens nur noch leicht fallen gg. Q2. Damit wird es wohl auf ein Q3-EPS von um die 0,80 $ hinauslaufen.
Dreh- und Angelpunkt für Jinko wird die Modulpreisentwicklung in China sein und da sieht es aktuell wohl nicht sehr gut aus. Überrascht war ich, dass Jinko in ihren sogenannten Emerging Markets, also Südafrika, Chile und Indien, Modulpreise von um die 0,62 $/W hat. Ich dachte die sind niedriger.
Ziehen in China die Modulpreise nur etwas an um sagen wir 5% auf 0,58/0,59 $/W, dann sollte Jinko eigentlich wieder auf ihr altes Gesamtbruttomargenniveau von um die 24% kommen. In Q3 wird das aber mit aller großer Wahrscheinlichkeit nicht der Fall sein.
Seitens der Produktionskosten gibt sich Jinko für mich überraschenderweise recht optimistisch. DAs hat sich in Q1 noch etwas anders angehört. Jinko will ihre None Silcon Kosten um 0,02 bis 0,03 $/W auf um die 0,35 $/W senken. Inkl. den Polyskosten geht Jinko bis Ende des Jahres von Produktionskosten zwischen 0,43 bis 0,46 $/W aus. Kommen sie auf 0,45 $/W runter (aktuell bei 0,475 $/W), dann könnte Jinko sogar auch mit Modulpreisen in China von 0,57 $/W leben um an ihre alte und wirklich gute Gesamtbruttomarge von 24% ran zu kommen.
Hinsichtlich weiterhin guter Profitabilität mache ich mir bei Jinko derzeit noch keine große Sorgen. Die wird schon wieder kommen, vielleicht schon wieder in Q4. Auß0er die Modulpreise fallen weiter, aber dann hat die ganze Branche ein riesengroßes Problem.
Was mir halt überhaupt nicht gefällt ist das ständige rumeiern ob es nun wirklich einen YieldCo geben wird oder nicht. Diese Geschichte geht jetzt schon seit 9 Monate. Alles was Recht und Gut ist, das kann es letztendlich nicht sein. Dazu ist es ja so, dass Jinko in der Tat wohl 600 MW an Solarkraftwerken für 225 Mio. $ zu einem 45% Anteil verkauft hat. Allzu viel kann damit Jinko eigentlich gar nicht mehr in das YieldCo einbringen, denn man sollte bei einem YieldCo-Produkt meines Erachtens schon die Mehrheit behalten. Ist ja für die Zukunft wichtig um über den YieldCo weitere Projekte finanzieren zu können und die Aktionäre sollten ja von dem hochmargigen Stromverkauf auch noch was abbekommen. Das alles rund um diesen YieldCo ist für mich schon recht seltsam. Zumal ja Jinko wegen des Projektgeschäftes in den letzten 12 Monaten 2 große Kapitalerhöhungen durchgeführt hat. Vielleicht habe ich da auch ein Verständigungsproblem.
Was mich aber derzeit generell ein wenig wundert ist die Tatsache, dass alle China-Solaris durch die Bank kurstechnisch gut laufen trotz rückläufiger Gewinne bzw. Margen. Bei JA Solar ging die Bruttomarge in Q2 auch um 1,5 auf 15,2% zurück. Die Q2 EBIT-Marge liegt gerade mal bei 3,7% (Q1: 7,1%) und das EPS nur bei 0,10 $ (Q1: 0,23 $). Das sind alles andere als gute Zahlen und solch ähnliche Rückgänge bei der Profitablität werden wir meiner Einschätzung nach auch bei Trina und Hanwha sehen. Das alles spricht eigentlich nicht für steigende Kurse. Ich bin und bleibe bei den aktuellen Kursniveaus der China-Solaris komplett außen vor. Ist mir ganz einfach zu heiß, weil nach aktuellen Wissensstand die Aktien der China-Solaris einfach zu bewerten sind meiner Meinung nach. Ausnahme Canadian Solar, aber die machen ihren Reibach großteils über das große Projektgeschäft und können somit die niedrigen Modulpreise kompensieren.