Naja benz auf den 1. Blick hat du mit dieser Aussage völlig Recht, aber auf den 2. Blick sieht es dann schon ein wenig anders aus.
Yingli mit einem Modulabsatz von 480 MW in 2013 in den USA, damit die Nr. 2 in den USA hinter First Solar (550 MW), und Trina mit einem US-Absatz von 300 MW in 2013, würde es sicher mal schwerer treffen wie Jinko, die wohl so 150 bis 175 MW im letzten Jahr in den USA abgesetzt haben.
Wenn die USA die Strafzölle gegen die China-Solaris erweiteren sollten, dann wird für fast alle China-Solaris der US-Absatzmarkt erstmal tot sein und das heißt dann, dass Yingli, Trina, Jinko wie auch fast alle anderen China-Solaris die für den US-Markt geplanten Module wo anders absetzen müssen und das wird dann zwangsläufig Druck auf die Modulpreise bringen außerhalb den USA und der EU ausüben. In der EU gibt es ja Mindestpreise und Mindestquoten für die China-Module. Somit wäre Jinko indirekt sehr wohl stärker betroffen von den Zöllen wie es auf den 1. Blick scheint.
Es gibt ja jetzt mehrere Varianten was passieren könnte:
1. Es werden keine weitere Untersuchungen aufgenommen
2. Es werden Untersuchungen aufgenommen ohne Ankündigung von rückwirkende Strafzölle
3. Es werden Untersuchungen aufgenommen mit Ankündigung von eventuellen rückwirkenden Strafzölle ab z.B. 1. März oder 1. April und wenn es ganz dumm läuft ab dem 1.1. 2014
Diese 3 Varianten sind denkbar. Sollte Punkt 1 oder Punkt 2 kommen, dann sollten die Kurse wohl keine Probleme bekommen. Sollte Punkt 3 kommen, dann wird das wohl die Kurse der China-Solaris unter Druck kommen. Jedenfalls war es in der Vergangeheit so.
Alleine schon um Druck auf die Chinesen auszuüben um in eine gute Verhandlungsposition zu kommen müsste das US-Handelsministerium am 14. weitere Untersuchungen ankündigen. So war es ja in der EU auch. Erst als die EU-Kommission drastische, vorläufige Antidumping-Zölle gegen die China-Solaris mit einem festen Termin (1. Juli 2013) beschlossen hat, haben die Chinesen mit der EU ernsthafte Verhandlungen geführt und mussten dann gezwungernermaßen Kompromisse eingehen.
Es besteht aber durchaus auch die Gefahr, dass die USA wie die EU vorgeht und ein in China produziertes Modul, egal woher die Wafer oder/und Zellen kommen, generell mit den schon festgelegten Strafzöllen belegen wird. Das wäre für mich logisch. Ob das aber den US-Gesetzen entsprchen würde, ich weiß es nicht.
Ich weiß natürlich auch nicht was kommen wird am 14. und wie die Kurse darauf reagieren, aber Fakt ist mal, dass die USA in 2012 und die EU in 2013 gegen die China-Solaris vorgegangen sind. Solche Sätze "wir deutschen Naivlinge sind wahrscheinlich die Einzigen die die Sprüche von Abspeck ernst nehmen" gehen deshalb komplett an der Realität vorbei. Es bringt doch hier niemanden etwas "heile Welt" vor zu gauckeln, wenn es belegbar in den letzten 2 Jahren komplett anderes herum war.
Es muss ohnehin jeder für sich selbst entscheiden wie hoch er das kurzfristige Risiko einschätzt. Scheinanalysen in oder her. Die Shorties haben sich jedenfalls schon mal positioniert. Bei Canadian Solar ist die Leerverkaufsquote um 54% gestiegen. Das Put/Call Ratio bei Canadian Solar ist von 0,44 auf 0,60 gestiegen. Hier der Link dazu:
www.forbes.com/sites/greatspeculations/...-if-bears-cry-uncle/