Kräftiger Modulpreisanstieg seit Mitte Dezember "nur" eine Korrekturphase ?
Nach dem die Modulpreise in den letzten 6 Wochen sehr kräftig gestiegen sind und zwar global bis auf die USA, gibt es viele Diskussionen wohin denn die Preise nach dem chinesischen Neujahrsfest gehen könnten/werden. Fakt ist, dass die aktuellen Modulpreise in China und in Europa so hoch sind wie seit rd. 18 Monaten nicht mehr. Fakt ist auch, dass die China Solaris wie z.B. Jinko Solar mit dem aktuellen Modulpreisniveau im laufenden Q1 nicht nur sehr akzeptable Bruttomargen erreichen sollten, sogar sehr wahrscheinlich auf Nettobasis wieder schwarze Zahlen schreiben könnten/werden. Ganz im Gegensatz zu Q4 2025, da werden mit Sicherheit kräftige Verluste ausgewiesen werden.
Die Niederländer Gerard Scheper, was er in den kommenden Wochen vom Modulpreis erwartet:
"Die Ära der Panikpreise scheint vorbei zu sein. Hersteller sind nicht mehr bereit, dauerhaft unter Einstandspreis zu verkaufen, selbst wenn dies vorübergehend geringere Liefermengen bedeutet. Für europäische Käufer führt dies zu kurzfristigen Engpässen, nicht zu langfristiger Verknappung.
Für die Hersteller ist dies ein Zeitfenster für Gewinnmargen, keine Erfolgsgeschichte. Die kommenden Wochen bieten den Erzeugern eine kurze Chance, ihre Margen zu verbessern. Die Erwartungen sollten jedoch realistisch sein. Mit dem Produktionshochlauf nach dem chinesischen Neujahr wird der Wettbewerbsdruck schnell wiederkehren. Die Preise dürften sich nach dem ersten Quartal wieder etwas entspannen – nicht einbrechen, sondern ihren allmählichen Abwärtstrend fortsetzen. Der jüngste Preisanstieg ist am besten als Korrekturphase nach Jahren extrem niedriger Preise zu verstehen, nicht als Beginn einer neuen Ära hoher Preise":
www.pveurope.eu/markets/...and-battery-prices-will-cool-again
Für Jinko und Co wird die Modulpreisentwicklung entscheidend sein für die Aktienkurse, aber auch die Entwicklung des Polysilizium- und Silberpreis. Meiner Einschätzung nach können Jinko und Co mit Modulpreise von um die 80 Yuan/W bzw. 0,10 €/W bei den aktuellen Kosten gut leben, um endlich wieder akzeptable Margen und Gewinne erzielen zu können. Zu der Preisentwicklungsbetrachtung gehört jedoch auch dazu, dass die Preisspannen zwischen dem Spotmarktpreis und den abgeschlossenen Transaktionspreise sehr hoch sind. Für dezentrale Module in China liegt der Spotmarktpreis in einer Spanne zwischen 0,80–0,88 Yuan/W, während die tatsächlichen Transaktionspreise bei 0,75–0,80 Yuan/W liegen. Der durchschnittliche Transaktionspreis für dezentrale Projekte, also große Solarkraftwerke, liegt bei 0,76 Yuan/W. Auf Märkten außerhalb Chinas liegt der Durchschnittspreis für TOPCon-Module bei 0,096 $/W. Modulbestellungen werden aufgrund der Abschaffung der chinesischen Exportsteuererstattungen/subventionen ab Anfang April umfassend neu verhandelt, was zu entsprechenden Preiserhöhungen auf den lokalen Märkten führt. Infolgedessen haben sich sowohl die Vertriebs- als auch die Projektpreise im Bereich von 0,10–0,13 $/W eingependelt.
Es wird spannend für Jinko und Co nach dem chinesischen Neujahrsfest, also ab März. Bleibt es bei dem aktuellen Preisniveaus, auch bei Polysilizium, Silber und Aluminium, dann könnte dieses Jahr für die China Solaris ein ganz tolles Aktienjahr werden. Zumal ja die großen China Solaris mittlerweile auch mit nennenswerte Voluminas im Speichermarkt unterwegs sind und sich damit ein neues profitables Geschäftsfeld erschlossen haben und das in einem kräftig boomenden Markt.
Der Link zum Modulpreisverlaufchart:
taiyangnews.info/price-index/...gnews-pv-price-index-cw6-2026