Jim O'Neill von Goldman Sachs: Aktien kaufen


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Libuda:

Jim O'Neill von Goldman Sachs: Aktien kaufen

 
12.05.09 11:45
Interview mit Jim O'Neill
„Anleger sollten jetzt Aktien kaufen“
von Ralf Drescher
2009 wird ein gutes Jahr für Aktien. Davon ist Jim O'Neill, Chefvolkswirt bei Goldman Sachs, überzeugt. Im Interview mit dem Handelsblatt erklärt er, warum wir das Schlimmste hinter uns haben, welche Länder die Erholung anführen werden und weshalb die Schwellenländer gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Jim O'Neill ist Chefvolkswirt bei Goldman Sachs und Erfinder des Akronyms "Bric" für die Staaten Brasilien, Russland, Indien und China.
Herr O'Neill, die etablierten Märkte sind gegenüber ihren Tiefständen um 30 Prozent gestiegen, und die Emerging Markets haben sich sogar noch besser entwickelt. Manche Leute sprechen bereits von "einer neuen Hausse", viele andere rechnen jedoch mit einem Rückschlag. Was ist Ihre Meinung zu den Märkten?

Meine Überzeugung war und ist, dass 2009 ein gutes Jahr für Aktien sein würde. Bis vor kurzem gehörte ich mit dieser Auffassung zu einer kleinen Minderheit. Ich denke, dass der S&P 500 in den USA weiter anziehen könnte. Außerdem denke ich, dass die großen Emerging Markets weiterhin eine überdurchschnittliche Wertentwicklung erfahren werden.

Viele Anleger betrachten die Erholung an den Aktienmärkten mit Vorsicht. Gleichzeitig fragen sie sich aber, ob sie eine günstige Gelegenheit verpassen, wenn sie jetzt nicht investieren. Was sollten die Anleger tun?

Die Risikoprämien auf Aktien sind derzeit immer noch so hoch, dass sie mich zu der Überzeugung bringen, dass die Renditen auf Aktien in den nächsten fünf Jahren wahrscheinlich wirklich hoch sein werden. Deshalb sollten die Anleger investieren.

Wie weit hinkt die Wirtschaft hinter der Rallye am Aktienmarkt her?

Ungefähr ein Vierteljahr. Unser eigener weltweiter Frühindikator, der GLI, drehte vor zwei Monaten nach oben. Dies ist für mich ein Hinweis, dass wir bis zum dritten Quartal eine leichte konjunkturelle Erholung in den USA haben könnten und eine kräftige Erholung in China.

Wann rechnen Sie mit einer konjunkturellen Trendwende und wie schnell wird sich die Wirtschaft erholen?

Ich glaube, es wird sich zeigen, dass das vierte Quartal 2008 und das erste Quartal 2009 am schlimmsten waren. Bis Mitte 2010 werden wir uns alle fragen: "Wozu die ganze Aufregung?" Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wird 2010 weltweit 3,2 Prozent betragen und damit so viel wie in den letzten 25 Jahren.

Welches sind die hauptsächlichen wirtschaftlichen Risiken?

Es gibt viele - aber die sind nicht nur nach unten gerichtet. Schließen Sie nicht das Risiko eines höheren Wachstums aus. Protektionismus und eine verfrühte Verschärfung der Geld- und Finanzpolitik sind offensichtliche Risiken.
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Libuda:

Fortsezung des Interviews mit O'Neill

 
12.05.09 11:48
12.05.2009, 09:20 Uhr

Was ist eher wahrscheinlich? Eine Phase der Deflation oder eine langfristig hohe Inflationsrate?

Weder noch.

Und welches Szenario stellt die größere Bedrohung dar?

Beide. Sowohl eine starke Deflation als auch eine hohe Inflation wären sehr ungünstige Entwicklungen, aber ich halte keine davon für sehr wahrscheinlich.

Ist die Erholung im Finanzsektor nachhaltig oder steht uns das Schlimmste erst noch bevor?

Wir befinden uns auf dem Weg der Besserung.

Wenn die USA bei der Erholung die Führung übernehmen, wie lange wird es dauern, bis die europäischen Volkswirtschaften nachziehen?

Die Frühindikatoren für Großbritannien sehen besser aus als die für andere Länder, so dass Großbritannien zuerst die Trendwende schaffen wird. Danach folgen die USA und an dritter Stelle Deutschland. In allen drei Ländern sieht es so aus, als ob sie das Schlimmste hinter sich hätten.

Wenn wir uns die Emerging Markets ansehen: Anders als von vielen erwartet, konnten sich diese nicht von dem Abschwung in den G7-Ländern abkoppeln...

...Das ist falsch, China hat sich abgekoppelt. Insgesamt hat sich das BIP-Wachstum zwar aufgrund schwacher Exporte drastisch verlangsamt. Dies ist aber kein wirklicher Gradmesser dafür, ob es eine Abkopplung gegeben hat. Die Inlandsnachfrage ist in China, Indien und einigen anderen großen Schwellenländern nach wie vor stark...

Aber viele kleinere Volkswirtschaften sind in große Schwierigkeiten geraten und mussten durch den IWF und andere internationale Organisationen unterstützt werden. Zeigt dies, dass die Emerging Markets im allgemeinen weniger weit entwickelt sind, als es in den letzten Jahren den Anschein hatte?

Überhaupt nicht. Die Schwäche beschränkt sich im Wesentlichen auf Osteuropa. Das ist ein wenig wie Europas eigene Version der Asienkrise: eine zu hohe Verschuldung und Schuldenaufnahme in Fremdwährung. Es gibt definitiv kein generelles Emerging Markets-Problem und die Emerging Markets sind im allgemeinen in einer viel besseren Verfassung als die G7-Länder.
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Pichel:

und JP von gestern auch:

 
12.05.09 12:06
JP Morgan: "Klare V-förmige Konjunkturerholung!"

New York (BoerseGo.de) – Die Analysten von JP Morgan sehen die Konjunktur in den USA und weltweit wieder auf der Überholspur. Die Weltwirtschaft habe einen Boden erreicht und werde sich jetzt in einer V-Form erholen – nach dem Absturz komme eine „klare Erholung“ ohne dass darauf neue Tiefs folgten.

Die Analysten geben zu, dass ihre Positionen im Eigenhandel derzeit sehr hoch miteinander korrelieren: Derzeit gebe es nur die Wahl zwischen „Glauben an die Konjunkturerholung“ oder „nicht glauben an die Konjunkturerholung“, wobei die Analysten ganz klar daran glauben.

Zweckoptimismus? Jedenfalls profitieren die Banken, und darunter auch JP Morgan, von der Erholung der Aktienkurse, auch ihrer eigenen. Dadurch haben Sie die Möglichkeit, Kapitalerhöhungen zu „guten“ Kursen durchzuführen, um sich zu rekapitalisieren.

Die Analysten rechnen mit einer Fortsetzung der Aktienrallye und sind entsprechend positioniert. Außerdem sehen Sie einen fallenden US-Dollar gegenüber zyklischen Währungen.
Es ist immer noch besser, die Wirtschaft gesundzubeten, als sie totzureden.
(Ludwig Erhard)
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Libuda:

Mit dem fallenden Dollar werden sie daneben

 
12.05.09 12:13
liegen, denn die Handels- und Leistungsbilanz der USA bessert sich rasant:

"US-Handelsbilanzdefizit im Trend weiter rückläufig - HSBC.
12.05.09 09:11

Meldung  Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Die Finanzmarktkrise und die Rezession fordern ihren Tribut, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Dies schlage sich auch in den Werten zur US-Handelsbilanz nieder. So sollte bei einem leichten Monatsplus der Exporte (und marginal zulegenden Importen) das Minus im März zwar leicht auf 27,0 Mrd. USD angestiegen sein. Damit würde der Sollsaldo im 1. Quartal 2009 im Monatsdurchschnitt aber auf rund 30 Mrd. USD gesunken sein (4. Quartal 2008: rund 47 Mrd. USD). "

Neben dem stark abnehmenden Leistungsbilanzdefizit, der mittelfristigen Komponente, spricht auch die langfristige Komponente für einen sinkenden Eurokurs: Die Kaufkraftpairtät liegt etwa bei 1,15.

Und selbst die kurzfristige Einflussgröße, die Zinsdifferenzen sprechen für den Dollar - die Zinsen werden in den USA eher wieder steigen als in Euroland.
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Libuda:

Vor allem die Defizite im China-Handel

 
12.05.09 12:17
verschwinden bei den USA:

finance.yahoo.com/news/...s&pos=main&asset=&ccode=
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Libuda:

Und hier noch der dritte Teil von O'Neills

 
12.05.09 13:53
Interview:

12.05.2009, 09:20 Uhr

Die Aktienmärkte sehen das offenbar genauso, insbesondere in den Bric-Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China) haben die Kurse schon wieder deutlich angezogen. Bestätigt das Ihre These, dass diese vier Länder auf dem besten Wege sind, sich zu den führenden internationalen Volkswirtschaften zu entwickeln?

Ja, ich glaube, dass die jetzige Krise schneller zu einer Zunahme der relativen Bedeutung der Bric-Länder führen wird; das gilt vor allem für China. China hat Deutschland letztes Jahr überholt und wird in den nächsten zwei Jahren Japan überholen.

Inwieweit würden Sie zwischen diesen Ländern differenzieren? Welches ist in der besten Ausgangsposition?

China, China und noch einmal China! Das C in Bric ist viel wichtiger als die anderen drei Buchstaben. Kurzfristig betrachtet gefallen mir Brasilien, danach Russland und dann Indien nach China. Längerfristig betrachtet gefallen mir China, danach Brasilien, dann Indien und dann Russland.

Was würden mit Blick auf kleinere Schwellenländer empfehlen: Sollten sie sich von diesen Märkten fernhalten oder ist jetzt der optimale Zeitpunkt, um dort zu investieren?

Bei Osteuropa rate ich zur Vorsicht , aber ich mag Afrika, Mexiko und ein paar andere ausgewählte Länder.

Wie werden sich die Dinge an den Rohstoff- und Devisenmärkten entwickeln?

Ich denke, dass bei den Ölpreisen der Tiefstand bereits erreicht ist und wir uns in den nächsten Monaten auf Preise von 75 bis 80 Dollar je Barrel zubewegen werden. Die meisten Rohstoffpreise werden steigen. Mit Blick auf den Euro-Dollar-Kurs bin ich unschlüssig. Ich sehe Argumente sowohl für einen Wechselkurs von 1,20 als auch für einen von 1,50. Meine wichtigste Auffassung zu Währungen ist kontrovers_ Ich mag nämlich das Pfund Sterling. Es ist billig, Großbritannien erholt sich am schnellsten und die Investoren halten sehr hohe Short-Positionen im Pfund. Für den Yen hingegen bin ich nicht optimistisch.

Ein abschließender Blick auf die Portfolio-Strategie: Wie lauten die aktuellen Empfehlungen von Goldman Sachs?

Kaufen Sie Aktien auf mittlere Sicht, seien Sie vorsichtig mit Staatsanleihen.

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Libuda:

slightly lower than the $29 billion forcast

 
12.05.09 14:52
US trade deficit widens in March to $27.6 billion
US Trade deficit widens in March for first time since July as recession cuts into export sales
Martin Crutsinger, AP Economics Writer
On Tuesday May 12, 2009, 8:36 am EDT
      Buzz up! Print WASHINGTON (AP) -- The U.S. trade deficit rose in March for the first time since last July as the global recession cut sharply into sales of American exports. The politically sensitive deficit with China increased.

The Commerce Department says the deficit widened to $27.6 billion in March, slightly lower than the $29 billion gap that economists had forecast.

The March deficit was 5.5 percent higher than February's revised $26.1 billion trade gap, which had been the smallest since November 1999.
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Libuda:

Wenn man bedenkt, dass der März

 
12.05.09 15:26
10% mehr Tage als der Februar hat, ist bei einem Anstieg um nur 5,5% das Defizit im März wie die Monate vorher weiter gefallen. Aber so weit zu denken, das schaffen unsere Redakteure nicht.

US-Handelsbilanzdefizit wächst an
15:07 12.05.09

Washington (aktiencheck.de AG) - Das Defizit beim Handel mit Waren und Dienstleistungen hat sich im März 2009 vergrößert. Dies teilte das US-Handelsministerium am Dienstag mit.

So hat sich das Handelsbilanzdefizit um 5,5 Prozent auf 27,6 Mrd. Dollar erhöht, während Volkswirte einen stärkeren Anstieg auf 29,0 Mrd. Dollar prognostiziert hatten. Hierbei handelt es sich um den ersten Anstieg in sieben Monaten. Für Februar wurde das Minus von vorläufig 26,0 Mrd. auf 26,1 Mrd. Dollar korrigiert.

Im Einzelnen schrumpften die Exporte um 2,4 Prozent auf 123,6 Mrd. Dollar, während die Importe um 1,0 Prozent auf 151,2 Mrd. Dollar nachgaben.

Beim Außenhandel mit China hat sich der Passivsaldo auf 15,6 Mrd. Dollar ausgeweitet. (12.05.2009/ac/n/m)
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Libuda:

Gutes Klima

 
13.05.09 13:19
München (aktiencheck.de AG) - Der ifo-Indikator für das Wirtschaftsklima im Euroraum ist im zweiten Quartal 2009 kräftig angezogen, teilte das ifo Institut für Wirtschaftsforschung am Mittwoch mit.

So erhöhte sich der Geschäftsklimaindex auf 55,1 Punkte. Im Vorquartal hatte der Index nur bei 45,8 Zählern und im Vorjahresquartal bei 76,3 Punkten gelegen. Damit hat sich das ifo Wirtschaftsklima für den Euroraum erstmals seit Herbst 2007 verbessert.

Die aktuelle Wirtschaftslage wird derzeit in ausnahmslos allen Ländern des Euroraums als ausgesprochen ungünstig beurteilt. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate haben sich dagegen in fast allen Ländern des Euroraums, mit Ausnahme Griechenlands, verbessert.

Im Einzelnen verschlechterte sich der Index zur Lagebeurteilung auf 29,9 Punkte, nach 41,1 Punkten im ersten Quartal 2009 und 100,9 Punkten im zweiten Quartal 2008. Dagegen kletterte der Erwartungs-Index auf 76,0 Punkte, nach zuvor 49,6 Punkten und 55,8 Punkten. (13.05.2009/ac/n/m)
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