SPIEGEL ONLINE - 21. Dezember 2001, 15:49
URL: www.spiegel.de/wissenschaft/0,1518,174030,00.html
Getrübte Wahrnehmung
Champagner macht schneller betrunken
Und die Perlen sind doch schuld: Schäumender Champagner geht schneller ins Blut als ein abgestandenes Getränk. Wie Experimente gezeigt haben, scheinen die Bläschen auch die Wahrnehmung zu beeinflussen.
Je stärker der Champagner schäumt, desto eher kommt der Knockout: Bei kräftig perlenden Kohlensäurebläschen geht der Alkohol schneller ins Blut, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner Ausgabe vom Samstag.
Britische Forscher um Fran Ridout von der University of Surrey hatten zwölf Freiwillige zunächst je zwei Gläser Champagner trinken lassen. Die Hälfte der Probanden bekam ein perlendes Getränk, die andere Hälfte ein zuvor gerührtes und damit schal gewordenes. In der nächsten Woche wurde der Versuch umgedreht, so dass jeder Proband einmal ein prickelndes und ein schales Glas bekam.
Wie die Wissenschaftler herausfanden, hatten Genießer des perlenden Champagners bereits nach fünf Minuten im Schnitt 0,54 Milligramm Alkohol pro Milliliter im Blut. Nur 0,39 Milligramm waren es dagegen bei jenen Personen, die das gerührte Getränk konsumiert hatten. Selbst 40 Minuten nach dem Trinken gab es noch einen deutlichen Unterschied - die Werte lagen dann bei 0,7 und 0,58 Milligramm Alkohol.
Ein weiteres Experiment zeigte, dass perlender Champagner damit auch einen größeren Einfluss auf das Wahrnehmungsvermögen hat. Bei einem Computertest benötigten die Menschen nach seinem Genuss 0,2 Sekunden länger, um ein Objekt zu registrieren, als im nüchternen Zustand. "Einige konnten kaum noch schreiben", berichtete Ridout. Die Trinker des gerührten Getränks benötigten dagegen nur 0,05 Sekunden länger als sonst.
Eine exakte Erklärung für den Unterschied hat die Forscherin nicht. Sie vermutet jedoch, dass der Alkohol dank der Bläschen schneller aufgenommen wird. Eine Theorie ist, dass das Kohlendioxid in den Blasen den Übertritt des Alkohols ins Blut beschleunigt.
URL: www.spiegel.de/wissenschaft/0,1518,174030,00.html
Getrübte Wahrnehmung
Champagner macht schneller betrunken
Und die Perlen sind doch schuld: Schäumender Champagner geht schneller ins Blut als ein abgestandenes Getränk. Wie Experimente gezeigt haben, scheinen die Bläschen auch die Wahrnehmung zu beeinflussen.
Je stärker der Champagner schäumt, desto eher kommt der Knockout: Bei kräftig perlenden Kohlensäurebläschen geht der Alkohol schneller ins Blut, berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner Ausgabe vom Samstag.
Britische Forscher um Fran Ridout von der University of Surrey hatten zwölf Freiwillige zunächst je zwei Gläser Champagner trinken lassen. Die Hälfte der Probanden bekam ein perlendes Getränk, die andere Hälfte ein zuvor gerührtes und damit schal gewordenes. In der nächsten Woche wurde der Versuch umgedreht, so dass jeder Proband einmal ein prickelndes und ein schales Glas bekam.
Wie die Wissenschaftler herausfanden, hatten Genießer des perlenden Champagners bereits nach fünf Minuten im Schnitt 0,54 Milligramm Alkohol pro Milliliter im Blut. Nur 0,39 Milligramm waren es dagegen bei jenen Personen, die das gerührte Getränk konsumiert hatten. Selbst 40 Minuten nach dem Trinken gab es noch einen deutlichen Unterschied - die Werte lagen dann bei 0,7 und 0,58 Milligramm Alkohol.
Ein weiteres Experiment zeigte, dass perlender Champagner damit auch einen größeren Einfluss auf das Wahrnehmungsvermögen hat. Bei einem Computertest benötigten die Menschen nach seinem Genuss 0,2 Sekunden länger, um ein Objekt zu registrieren, als im nüchternen Zustand. "Einige konnten kaum noch schreiben", berichtete Ridout. Die Trinker des gerührten Getränks benötigten dagegen nur 0,05 Sekunden länger als sonst.
Eine exakte Erklärung für den Unterschied hat die Forscherin nicht. Sie vermutet jedoch, dass der Alkohol dank der Bläschen schneller aufgenommen wird. Eine Theorie ist, dass das Kohlendioxid in den Blasen den Übertritt des Alkohols ins Blut beschleunigt.