Jesus Ferguson - Ein Daytrader - Ein Weltmeister


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Parocorp:

Jesus Ferguson - Ein Daytrader - Ein Weltmeister

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13.11.05 17:30
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Jesus Ferguson - Ein Daytrader - Ein Weltmeister 2224228
Los Angeles - Pokerspieler haben Pokernamen: Johnny "The Orient Express" Chan, Robert "Tarzan" Zipf, Doyle "Texas Dolly" Brunson. Chris Ferguson heißt am Pokertisch "Jesus". Um die zwei Meter ist er groß, seine Wangen sind eingefallen, er trägt lange, glatte Haare, einen zotteligen Kinnbart. Dazu kommen ein ewig mildes Lächeln, die sanfte Stimme, die unendlich ruhige Art. Wollte Hollywood dem Gekreuzigten einen Monumentalschinken widmen, der Klischee zum Stilmittel erhebt: Chris "Jesus" Ferguson käme im Casting sicher weit.

Doch der 38-Jährige aus Pacific Palisadas bei Los Angeles ist kein Schauspieler: Er ist Doktor der Computerwissenschaften, Daytrader und wurde Weltmeister im Poker. Am Pokertisch wirkt "Jesus" stets, als habe er eine mittelstarke Dosis Valium geschluckt. Im Zeitlupentempo nimmt er die Karten vom Croupier entgegen, sortiert sie in aller Seelenruhe. Sein Blick kriecht von Gegenspieler zu Gegenspieler. Oft starrt er eine kleine Ewigkeit auf den akkurat aufgebauten Jetonstapel, bevor er einen Teil des Plastikgelds in Richtung Tischmitte schiebt.

"Poker ist kein Glücksspiel. Im Schnitt bekommen alle Spieler gleich gute Karten. Deshalb entscheiden auf lange Sicht Psychologie und Strategie", erklärt "Jesus". Seine Gegner sagen von ihm, dass er beides in Perfektion beherrscht. Poker hat viel mit Versicherungsmathematik gemein. Gute Spieler berechnen fortdauernd Wahrscheinlichkeiten. Auf dem Tisch liegen drei offene Karten. Dazu die vier eigenen ergibt die Frage: Welche Gewinnaussicht habe ich, wenn nach und nach weitere offene Karten auf den Tisch kommen? Und welche Chancen hat der Gegner? Entsprechend stimmen die Spieler ihre Setzstrategie ab.

Für Erfolg gibt es im Poker eine klare Messeinheit: US-Dollar. Vier Millionen davon hat Ferguson in den vergangenen Jahren vom Tisch mit nach Hause genommen. Keine Hand voll anderer Spieler kann da mithalten. In der Pokerszene ist Chris "Jesus" Ferguson in der Tat eine Ausnahmeerscheinung, nicht nur was sein Aussehen und seine Bilanz angehen. An den Finaltischen der großen Turniere - allen voran den jährlichen Weltmeisterschaften in Las Vegas - treffen sich in erster Linie professionelle Pokerspieler. Diese sitzen das Jahr über Abend für Abend in den Kasinos der Welt und zocken Hobbyspielern mit zu viel Selbstbewusstsein das Geld aus der Tasche. Ferguson ist selbst Hobbyspieler. Im "Hauptberuf" ist er Daytrader. Er verbringt seine Tage in einem elfstöckigen Bürogebäude in West-Wood, einem bürgerlichen Vorort von Los Angeles. Zusammen mit 20 Kollegen hat er hier für 600 Dollar im Monat einen Schreibtisch und die technische Infrastruktur für die ständige Analyse . der Kurse und der laufenden Kauf- und Verkaufsaufträge angemietet. An belebten Tagen setzt er Aktien im Wert von zwei Millionen Dollar um. Seit diesem Sommer stehen die Ölfirmen bei "Jesus" hoch im Kurs auf Internet-Werte und Hochtechnologie hatte er sich in den vergangenen Jahren konzentriert, mit mäßigem Erfolg. "Nun, wir haben alle unsere Lektion zu lernen." Auch bei diesem Satz lächelt er milde weiter.

Unter den Pokerspielern gibt es viele, die mit Risikoaktien spekulieren. "Kein Wunder", sagt "Jesus", "für beides braucht man Geduld und Strategie." Geduld und Strategie! Immer wieder fallen diese Begriffe im Gespräch. Für den ehemaligen Pokerweltmeister bedeuten sie: Ausschluss von Emotion. Daytrader wie Pokerspieler träfen immer wieder falsche Entscheidungen, weil sie wütend, gelangweilt oder genervt sind. "Der Tag vor dem Trading-Computer ist lang. Am Markt tut sich nichts. Du hast lange keinen Kauf mehr getätigt. Also: Komm, was soll es. Du orderst eine Aktie, die du an einem normalen Tag nie kaufen würdest."

Beim Pokern verhalte es sich genauso. Auch Pokerpartien dauern unendlich lange. Zwölf Stunden sind normal, fünfzehn keine Seltenheit. Am schwierigsten, glaubt der Kalifornier, sind die Phasen, in denen ein Spieler lange kein gutes Blatt in die Hand bekommt. Wer unruhig wird, trifft dann Entscheidungen in der Hoffnung auf einen glücklichen Zufall. Nach dem Motto: Was soll es, dann gehe ich diesmal halt trotzdem mit. "Nur wer auf Chancen wartet, kann sie auch wahrnehmen."

Strategie ist bei "Jesus" zudem das Ergebnis von computergestützter Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung. Der Tag eines Daytraders endet an der amerikanischen Westküste sehr früh: Um ein Uhr nachmittags, wenn in New York die Börse schließt. Danach fährt er in die bescheidene Single-Wohnung, um den Computer mit Daten zu füttern, die ihn im Job und bei seinem einträglichen Hobby weiterbringen.

In seiner Doktorarbeit in Informatik hat sich der Sohn eines Mathematikprofessors intensiv mit Spieltheorie beschäftigt - also jenem Zweig der Logik, der sich mit komplexen Entscheidungsfindungsprozessen befasst. Als Nebenprodukt hat er für Daytrading wie Pokerspiel Programme geschrieben, die für bestimmte Entscheidungssituationen den besten Lösungsweg berechnen. Der Erfolg blieb bislang ein halber. Beim Daytrading, gibt "Jesus" mit mildem Lächeln zu, hat er bislang erhebliche Verluste gemacht.

Quelle: Casr Player
 
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bammie:

interessant,

 
13.11.05 19:43
ich habe ihn durchschaut

"Am Pokertisch wirkt "Jesus" stets, als habe er eine mittelstarke Dosis Valium geschluckt. Im Zeitlupentempo nimmt er die Karten vom Croupier entgegen, sortiert sie in aller Seelenruhe. Sein Blick kriecht von Gegenspieler zu Gegenspieler. Oft starrt er eine kleine Ewigkeit auf den akkurat aufgebauten Jetonstapel, bevor er einen Teil des Plastikgelds in Richtung Tischmitte schiebt."


Er macht nichts anderes, wie manche Leute Gedanken lesen. Gott wird ihn entsprechend richten. Obendrein Missbrauch des Namens "Jesus". Eine Schande ist das.


greetz bammie






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zorroc:

Ob Pokerweltmeister oder nicht,

 
13.11.05 19:45
der letzte Satz trifft auf jeden Daytrader und Kurzfristanleger mittelfristig zu. Nur merkwürdig, dass diese Erkenntnis nicht bei dem studierten Mathematiker (Informatiker) während seiner Ausbildung angekommen zu sein scheint.
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Parocorp:

genau...

 
14.11.05 08:44
Beim Daytrading, gibt "Jesus" mit mildem Lächeln zu, hat er bislang erhebliche Verluste gemacht.

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Parocorp:

bildchen...

 
14.11.05 08:46
Jesus Ferguson - Ein Daytrader - Ein Weltmeister 2224641
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r4lle:

habe ihn

 
16.11.05 00:27
in Amerika mehrmals im TV gesehen. Schon ein "cooler" Typ. Schön dass ich mit ihm beide "Hobbys" teile!  :-)

r4lle-trading.blogspot.com/  
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