In dieses Chaos hinein hätten Analysten dutzende Downgrades geworfen. Am Nachmittag seien die Margin Clerks aktiv geworden, so dass eine leichte Erholung erst am späten Abend habe eintreten können.
Margin Clerks? Noch immer sei es in den USA weit verbreitet, Aktien auf Pump zu kaufen. Als Sicherheit für den Kredit werde häufig das vorhandene Depot genommen. Wenn nun ein Investor beispielsweise $100.000 in Aktien angelegt habe, so könne er einen Wertpapierkredit von (je nach Werten) beispielsweise $80.000 in Anspruch nehmen. Der spekulativ eingestellte Amerikaner kaufe damit weitere Aktien. Nun hätten seine Aktien im Laufe der vergangenen Monate jedoch durchschnittlich 50% ihres Wertes verloren, vielleicht habe sein Depot sogar 60% seines ursprünglichen Wertes abgeben müssen und sei somit nun noch $72.000 wert.
An solchen Tagen erscheine bei dem Margin Clerk des Brokers eine Warnmeldung: Der Margin Clerk rufe morgens beim Kunden an und fordere ihn auf, den notwendigen Differenzbetrag von $8.000 bis zum Mittag zu überweisen. Falls dies nicht geschehe, werde das Depot liquidiert, der Margin Clerk habe nun das Recht, die im Depot befindlichen Wertpapiere unlimitiert am Markt zu verkaufen.
Das schreckliche an dieser Geschichte sei der Begriff „unlimitiert". Genau diese Aktion sorge dann für einen temporär überzogenen Ausverkauf an der Börse. Wenn man eine solche Aktivität sehe, dann heiße es: Zugreifen! Denn schlimmer könne es nicht mehr werden–zumindest kurzfristig.
Es stelle sich nun die Frage, wo denn all das Geld hin gehe, dass derzeit durch den Ausverkauf im Technologiesektor in Bar angehäuft werde. Dazu solle man sich die Dow Jones Werte ansehen. Technologiefeindliche Werte wie Wal-Mart, American Express, Bristol-Myers, Philip Morris hätten in den vergangenen Wochen eine hervorragende Performance bewiesen. Mit KGV 01e von meist unter 20 seien diese Werte in rauen Zeiten ein sicherer Hafen.