Ist heute die Stunde Null der Rally?


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DarkKnight:

Ist heute die Stunde Null der Rally?

 
31.01.01 11:13

Mir ist es egal, was Alan G. heute macht.

Die Erwartungen der Akteure an den Finanzmärkten sind ohnehin eindeutig. Wenn der Offenmarktausschuss der US-Notenbank am Mittwoch seine Beratungen abgeschlossen hat, wird er nach nahezu einstimmiger Einschätzung einen großen Zinssenkungsschritt von 50 Basispunkten verkünden.
Eine gute Nachricht für die Aktienmärkte, werden die Optimisten sagen, wenn sich die Erwartung bewahrheitet. Schließlich sind die Zinsen der entscheidende Schlüssel für das Auf und Ab der Kurse. Kombiniert mit den anstehenden umfangreichen Steuersenkungen der Bush-Regierung, schafft die massive geldpolitische Lockerung gute Voraussetzungen für eine Milderung des Abschwungs der US-Wirtschaft und ihre Wiederbeschleunigung im Laufe des zweiten Halbjahres.
Wirklich eine gute Nachricht? Nur bedingt. Denn die Aktionen der Fed signalisieren Risiken. Der Zustand der Wirtschaft muss die US-Notenbank schon ziemlich beunruhigen, wenn sie, wie am 3. Januar geschehen, außer der Reihe eine Zinssenkung um 50 BP beschließt. Das hatte sie davor zuletzt während der Russland- und LTCM-Krise im Jahr 1998 getan. Folgt am Mittwoch ein weiterer großer Schritt, würde der Zielsatz für Fed Funds erstmals in der Amtszeit Greenspans innerhalb eines Monats um einen vollen Prozentpunkt gesenkt.

Für die Aktienmärkte ist m. E. nicht der Zinsbeschluss am Mittwoch entscheidend, sondern die Nachricht hinter der Nachricht, das heißt die weitere Entwicklung der US-Konjunktur.

Der Chairman der Fed sieht die Gefahr einer Abwärtsspirale, einer Bruchlandung anstelle des erhofften Soft Landing. Und er möchte sich später nicht vorwerfen lassen, nicht rechtzeitig und aggressiv genug gegengesteuert zu haben.

Damit werden die Wirtschaftsdaten die weitere Tendenz der Aktienmärkte vorgeben. Denn im Fall einer Rezession müssten die Schätzungen für die Unternehmensgewinne einer weiteren Überprüfung unterzogen werden, mit negativen Vorzeichen. Für die Aktienmärkte würde das im besten Fall eine weitere Durststrecke bedeuten. Dies gilt jedoch nur für die USA, nicht für Euroland. Warum sollten wir nicht von der positiven Wirkung einer wie auch immer gearteten Senkung profitieren, wenn jedem internationalen Investor klar wird, daß die Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne hier eine andere sein wird? Ich kann mir auch vorstellen, daß es nach oben geht hier, wenn Alan G. nichts macht.

Es ist nur eine Frage der mehrheitlichen Interpretation.
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HAHAHA:

ZINSEN - KURSE

 
31.01.01 11:44
Alle sprechen immer von der negativen Korrelation: sinkende Zinsen = steigend Kurse.

Aber ganz so einfach ist das leider nicht !

Erinnert Euch doch viele Zinserhöhungen es 1999 bis Anfang 2000 gab ??

Und dennoch kannten die Kurse nur ein Richtung - sie stiegen MIT den Zinsen.

Und der Grund: Die Unternehmensgewinne stiegen stark auf Grund der starken Konjunktur.


Also ganz so einfach ist das leider nicht, wenn die Unternehmensgewinne sehr schlecht ausfallen, was für das nächste Quartal zu erwarten ist, dann wird es nicht soleicht, die Kurse nachhaltig zum Steigen zu bringen.

Erst bei einer echten Entwarnung könnte es eine kleinere Hausse geben.
Bis dahin ist Traden meiner Meinung nach angesagt, um die Vola zu nutzen !

Sinkende Zinsen und eine Inflation, die gut ist im Griff ist sind aber die wichtigsten Vorraussetzungen für die Hausse ab Sommer.

haha  
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Prosecco:

HAHAHA aber der Sturz kam dann halt

 
31.01.01 11:53
doch noch. D.h. nichts anderes, dass die steigenden Kurse bei steigenden Zinsen wieder korrigiert wurden. Sollte der Markt auf die sinkenden Zinsen nicht reagieren wird er es später um so stärker nachholen.
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HAHAHA:

@Prosecco

 
31.01.01 12:21
genau deshalb bin ich auch mittelfristig bullish
habe aber nur eine sehr pessimistische Einschätzung bezüglich der nächsten US-QZ sowie eventuell, dass heute der überkaufte Zustand stärker abgebaut wird (sinkende Kurse).

haha
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zit1:

@HAHAHA

 
31.01.01 13:19
du hast wieder mal den nagel auf den kopf getroffen.
ich finde die entwicklung erschreckend.
langfristig zählen nur die fundamentalen fakten und diese sind nicht aussichtsreich.
ich bin absolut kein pessimist, doch diesmal ist wirklich vieles anders = beunruhigend.  
in der letzten börse online - ausgabe nr. 5 gibt es auf der letzten seite einen hochinteressanten, unbedingt lesenswerten beitrag von marc faber alias dr. doom, mit der überschrift "alan greenspan wird das vertrauen an den finanzmärkten verlieren".
ich bin auch kein fan von marc faber, doch dieser artikel beschreibt sehr treffend die mißverhältnisse in den usa.
kurz gesagt: die usa stecken schon seit jahren in einem maßlosen (typisch amerikanischen) dilemma.
die wirtschaftliche entwicklung läuft schon lange nicht mehr konträr zu den börsenkursen. die weiteren konjunkturellen aussichten sind auch nicht gerade rosig.
ich erinnere mich noch ganz genau an a. g's. worte vom "irrationalen überschwang" am 06.12.96. 4 jahre sind seitdem vergangen, die kurse mehr gestiegen als gefallen. je länger eine gesunde, maßvolle entwicklung hinausgezögert wird, desto schmerzhafter werden die folgen sein.
zinssenkungen sind kein allheilmittel (siehe japan)!!!
fazit: eine entwicklung in den usa a' la japan liegt im bereich des möglichen.
nachteil: der rest der welt muß mitleiden.
hoffnung: europa 2000? nachdem die 80'er den japanern gehörten, die 90'er den amerikanern, könnte die neue dekade an die viel maßvolleren, klügeren europäer gehen.
ich wünsche es mir sehr und hege langfristig große hoffnungen darin.

gruß,
zit

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