irak - so ernst ist die lage wirklich...


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BRAD PIT:

Der größte Problem einiger (leider weniger)

 
09.09.02 14:53
Menschen ist das Gewissen.

Unabhängig von meiner Grundmeinung, dass "Krieg das Scheitern von Diplomatie" bedeutet,

hat der Staatsmann Bush einen entscheidenden Fehler gemacht.
Hätte er gleich gesagt: "Ultimatum an Saddam. Bis dann und dann läßt du Inspekteure ins Land oder wir greifen dich nach Ablauf der Frist an", wäre es vielliecht etwas anderes gewesen.
Da aber klar gesagt wurde, dass man das Regime in Baghdad unabhängig von der Frage der Waffeninspekteure ablösen will, haben Menschen, die noch über ein Gewissen verfügen, ihre ernsten Probleme damit.
Zusätzlich ist das diplomatisch gesehen schwachsinig argumentiert. Denn wenn Saddam gesagt wird, dass er auf jeden Fall abgesetzt werden soll, dann hat hat er doch nichts mehr zu verlieren. Wieso sollte dann überhaupt noch die Inspekteure ins Land lassen?

Obwohl Saddam bestimmt regional eine große Gefahr darstellt, würde die arabische Welt im Kriegsfalle nur noch berücksichtigen, dass die USA ihn weg haben wollten und das schürt dann ihre eigenen Vorbehalte gegenüber Amerika.

Hier hat man sich UND DER WESTLICHEN WELT ein unnötiges Problem beschert. Selbst wenn man Saddam als Bedrohung sieht, könen wir Europäer nicht mehr beweisen, dass man andere Ziele verfolgt als die Amis.
Das Gewissen hämmert und pocht und gewinnen tut nur einer: Saddam.
Entweder er verhindert so sowohl einen Angriff, als auch díe Inspekteure, oder er stirbt und wird zum Märtyrer.
Wenn schon sowieso tot, dann wenigstens als Märtyrer, denkt sich jetzt der Schnurrbart.
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TK-ONE:

Was haben denn folgende Länder im Arsenal?

 
09.09.02 15:01
Pakistan
China
Indien
Russland
USA

Vielleicht sollte man da auch mal über eine gegenseitige Vernichtung nachdenken.


TK
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BRAD PIT:

@TK-ONE

 
09.09.02 15:08
Die sind doch als Angriffsziel zu uninteressant.
Entweder sind sie militärisch zu stark (USA, RUSSLAND, CHINA), oder sie haben nicht genügend Erdöl, aldass sich ein Krieg lohnt.
Wo hat man das sonst, außer im Irak, wo alle Welt sich darüber einig ist, dass der Führer unberechenbar ist und ihm keiner wirklich nachweint, die Armee am Boden ist, die Bevölkerung unterdrückt ist und dann noch alles Moslems (unheimlich?!). Das alles auch noch geographisch gesehen mitten im persichen Golf.
Da fällt mir neben IRAK nur noch ein Land ein: Iran.

Aber Bush hat ja schon erklärt, dass die dann sein nächstes Ziel sind.
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BRAD PIT:

Mit Freude habe ich eben aus der Presse

 
09.09.02 15:25
erfahren, dass auch Chirac und andere Politiker meine Meinung (siehe oben 25.)teilen.


Irak-Debatte

"Weder Lakai noch Verräter"

Frankreichs Präsident Chirac warnt vor einem Angriff auf den Irak ohne ein Uno-Mandat. Stattdessen sollen die Vereinten Nationen Saddam Hussein zwingen, innerhalb von drei Wochen Waffeninspektoren ins Land zu lassen. Anders als Bundeskanzler Schröder schließt er eine Beteiligung an einem Militärschlag nicht aus.

 
AP

Nur bedingt Freunde: Jaques Chirac und George W. Bush


Paris - "Ich muss ihnen nicht sagen, dass ich das Regime im Irak verurteile", sagte Chirac in einem Interview mit der "New York Times". "Aber um die Angelegenheiten in der Welt zu regeln, bedarf es einiger Prinzipien und ein wenig Ordnung", fügte Frankreichs Staatspräsident hinzu und übte damit indirekt Kritik am harten Kurs von US-Präsident George W. Bush.

Einen Alleingang der USA gegen den Irak verurteilte Cirac scharf und fragte: "Wohin soll dieser Weg führen?". Er lehne "Unilateralismus in der modernen Welt vollkommen ab", sagte er. Der US-Präsident hatte in den vergangenen Tagen mit den anderen vier ständigen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrates, Großbritannien, China, Russland und Frankreich über das weitere Vorgehen gegen Irak beraten.

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Chirac schlägt nun vor, auf Uno-Ebene in zwei Stufen gegen Irak vorzugehen. Zunächst müsse der Uno-Sicherheitsrat Irak eine dreiwöchige Frist setzen, in der das Land einer bedingungslosen Rückkehr der Uno-Waffeninspektoren zustimmen soll.

Die Waffenkontrolleure hatten Irak im Dezember 1998 verlassen, weil sie in ihrer Arbeit massiv behindert worden waren.

Sollte Irak nicht auf diese Resolution reagieren, müsse der Uno-Sicherheitsrat eine weitere Resolution verabschieden, die auch ein militärisches Vorgehen zur Durchsetzung dieses Ziels vorsehe, fügte Chirac hinzu.

Unklare französische Position


Aber erst nach dieser zweiten Resolution werde Frankreich als ständiges Mitglied im Sicherheitsrat definitiv seine Position deutlich machen. Damit ließ Chirac die Frage offen, ob sich Paris an einer militärischen Aktion beteiligen könnte.

Der Sicherheitsrat oder die internationale Gemeinschaft hätten nicht das Recht, das Regime in Bagdad auszuwechseln, sagte Chirac. "Das kann man wünschen, und ich wünsche das natürlich." Das einzige Ziel sei es vielmehr, "dass die Waffeninspekteure frei und ohne jede Einschränkungen und Bedingungen" dort arbeiten könnten.

Dabei militärisch vorzugehen sei nicht ausgeschlossen, aber nur, wenn der Beschluss von der internationalen Gemeinschaft auf der Basis zweifelsfreier Beweise erfolge. Im Moment gebe es aber weder Beweise noch Beschlüsse, sagte Chirac.

Warnung vor Präventivschlag


Die von US-Vizepräsident Dick Cheney ins Gespräch gebrachte Möglichkeit eines Präventivschlags gegen Irak bezeichnete Chirac dagegen als außerordentlich gefährlich. Was wäre, wenn China präventiv gegen Taiwan vorgehen würde, mit der Begründung, Taiwan bedrohe das Land? Oder wenn Indien präventiv Pakistan angreifen würde oder umgekehrt, fragte Chirac. "Wie würden dann die Amerikaner, Europäer und andere reagieren?"

Chirac war am Wochenende mit Bundeskanzler Gerhard Schröder zusammengekommen. Chirac hatte bei dem Treffen die Beteiligung an einer militärischen Aktion gegen den Irak nicht ausgeschlossen. Frankreich sei aber weder Lakai noch Verräter der Vereinigten Staaten, betonte Chirac, sondern stehe nach wie vor als guter Freund an der Seite der USA.

 
AFP/DPA

Einsame Angriffsallianz? Georg Bush & Tony Blair  


In der Irak-Frage sei es aber nicht so, dass gegenwärtig "Schröder und ich auf der einen Seite stehen und Bush und Blair auf der anderen; es sind Bush und Blair auf der einen und alle anderen auf der anderen Seite", zitiert die "New York Times" Chirac.


Auch Kanada geht auf Distanz

Auch das amerikanische Nachbarland Kanada ist unterdessen von einer rückhaltlosen Unterstützung des US-Kurses abgerückt. Nach den Worten des stellvertretenden Ministerpräsidenten John Manley werde sich Kanada nicht an einem militärischen Präventivschlag beteiligen, weil die Beweise nicht ausreichten, dass der Irak - wie von den USA behauptet - Massenvernichtungswaffen entwickele.

Neuseeland nahm unterdessen eine ähnliche Position wie Frankreich ein. Die Entscheidung über einen möglichen Angriff auf den Irak sollte nach Ansicht der neuseeländischen Regierung von den Vereinten Nationen getroffen werden. Bislang lägen aber keine überzeugenden Beweise vor, die einen Militärschlag rechtfertigen würden, erklärte Ministerpräsidentin Helen Clark am Montag in Wellington. Ihr Land sei gegen eine einseitige Intervention in Irak. Sollten sich die Uno allerdings für eine Intervention aussprechen, würde sich Neuseeland bemühen, dazu etwas beizutragen, sagte Clark.

Holland sieht Angriff als "letztes" Mittel

Die niederländische Regierung würde eine Militäraktion zur Entmachtung des irakischen Staatschefs Saddam Hussein nur "als letztes Mittel" unterstützen, erklärte Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende am Montag. Sollte sich aber herausstellen, dass Saddam Hussein tatsächlich über Massenvernichtungswaffen verfüge, müsse er schwer getroffen werden, zitierte die Zeitung "Het Parool" Balkenende.

In diesem Punkt könne dem Machthaber nicht vertraut werden. Auch eine bewiesene Verbindung zwischen dem Terrornetzwerk al-Qaida und dem Irak würde laut Balkenende ausreichen, "den Kampf gegen den Terrorismus auf den Irak auszuweiten".


Spanien kritisiert Schröder

Spaniens konservative Regierung ging unterdessen auf Distanz zu Bundeskanzler Gerhard Schröders Irak-Position. Madrid teile nicht die Haltung der Bundesregierung, einen Militäreinsatz gegen den Irak grundsätzlich abzulehnen, sagte die spanische Außenministerin Ana Palacio am Montag dem Fernsehsender Telecinco.

Spanien trete dafür ein, alle Möglichkeiten der Diplomatie auszuschöpfen. Wenn dies keinen Erfolg habe, müsse entschieden werden, ob militärische Gewalt angewandt werde. Man dürfe die Gewalt aber nicht von vornherein ausschließen. Der irakische Staatschef Saddam Hussein sei ein "blutrünstiger Diktator", der gegen neun Resolutionen der Vereinten Nationen verstoße. "Wenn wir wollen, dass die UN funktionieren, müssen wir dafür sorgen, dass die Resolutionen respektiert werden", sagte die Ministerin.

Bush-Erklärung am Donnerstag


US-Präsident Bush, der erklärtermaßen die Regierung von Präsident Saddam Hussein stürzen will, will am Donnerstag vor den Vereinten Nationen in New York seine Irak-Politik darlegen.









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Antworten
Dixie:

Störfeuer

 
09.09.02 15:34
Die Finanzmärkte müssen sich auf geopolitische Risiken einrichten

Unsicherheit über möglichen Irak-Krieg belastet / Europa wird zum Sorgenkind der Weltwirtschaft / Bericht vom internationalen Finanzmarkt / Von Christian Schubert


LONDON, 8. September. Genau ein Jahr nach den Terroranschlägen auf Amerika wird die Wall Street stillstehen. Am Mittwoch, dem 11. September, werden die amerikanischen Börsen den Handel erst um 11 Uhr aufnehmen. Voraussichtlich wird die ganze Woche vom Schlüsselerlebnis des vergangenen Jahres überschattet sein. Ein amerikanisch geführter Feldzug gegen den Irak, den die Regierung der Vereinigten Staaten in Zusammenhang mit den Terroranschlägen stellt, wird immer wahrscheinlicher und dürfte das Geschehen an den Finanzmärkten mitbestimmen.

"Die Welt erscheint gefährlicher als vor dem 11. September", meint der Chefökonom von Merrill Lynch, Bruce Steinberg. Die Unsicherheit hat die Risikobereitschaft der Anleger zurückgedrängt, und die Volatilität der Kurse tut ein übriges, um potentielle Käufer von den Aktienmärkten fernzuhalten. Auch wenn der vergangene Freitag aufgrund positiv erscheinender Zahlen vom amerikanischen Arbeitsmarkt die Aktienkurse anhob, bleiben vor allem Staatsanleihen, Gold und der Ölpreis im Visier der Investoren. Nur eine Minderheit der Marktbeobachter rät, jetzt sei die Zeit zum "selektiven Kaufen" von Aktien gekommen; dividendenstarke Papiere seien günstig.

Doch die Aktienpessimisten haben ihr Pulver noch lange nicht verschossen. Bill Gross, der beim amerikanischen Fondsverwalter Pimco 270 Milliarden Dollar kontrolliert und von manchen als mächtigster Bondinvestor der Welt bezeichnet wird, hält den Dow-Jones-Index erst bei 5000 Punkten für "fair bewertet" - mehr als 3400 Punkte unter dem jüngsten Schlußkurs. Zudem sagt er einer Mischung aus Staats-, Unternehmens- und Baufinanzierungsanleihen auf Jahre hinaus bessere Renditen als Aktien voraus. HSBC Trinkaus & Burkhardt meint, auf kürzere Sicht sei ein Dax-Niveau von 3000 Punkten, 485 Punkte unter dem Freitagsschluß, nicht auszuschließen. Die Deutsche Bank wiederum sieht für die Kurse von Staatsanleihen noch Raum nach oben; voraussichtlich erst im kommenden Jahr würden die Anleihekurse wieder fallen.

Angesichts der bereits erreichten Kurshöhen ist die Frage, wieviel Atem die Bond-Rally noch hat, durchaus berechtigt. Die Befürworter von Anleihe-Engagements argumentieren, daß ein Krieg gegen dem Irak die Kurse der Staatspapiere zumindest temporär steigen lassen dürfte. Wenn sich die Wirtschaft wieder erhole, könnten die Investoren dann auf Unternehmensanleihen wechseln, die aufgrund der Bilanzskandale und anderer Konzernkrisen bisher ein schlechtes Jahr hatten, in einem robusteren Wirtschaftsumfeld aber an Wert gewinnen könnten.

Die Gegner solcher Szenarien müssen viel Optimismus bemühen, ein rasches Erstarken der amerikanischen Wirtschaft und eine wie auch immer geartete Lösung im Mittleren Osten unterstellen. Doch wahrscheinlicher ist, daß die Finanzmärkte für längere Zeit mit beträchtlichen militärischen und außenpolitischen Risiken leben müssen.

An den Geld- und Anleihemärkten unterstellen die Investoren inzwischen auch eine Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB), spätestens bis zum Jahresende. Einige Ökonomen, etwa die von Morgan Stanley, warnen jedoch zu Recht vor der Vermutung, die Währungshüter würden auf diese Weise die europäischen Regierungen und die Tarifpartner aus ihrer zum großen Teil selbstverschuldeten Misere "herauspauken". Genau dies wolle die EZB vermeiden, vor allem solange die Inflation so hartnäckig über der Zwei-Prozent-Grenze bleibe wie in jüngster Zeit. So rechnet man zumindest kurzfristig mit einem Stillhalten der Zentralbanken beiderseits des Atlantiks. Alle 52 in der vergangenen Woche von Reuters befragten Ökonomen erwarten, daß die EZB auf ihrer Sitzung am Donnerstag den Leitzins unverändert lassen wird. Elf Experten rechnen mit billigerem Geld vor dem Jahresende, zehn sind unentschlossen. Auch für die amerikanische Fed setzt die Mehrheit der Auguren bei der nächsten Sitzung am 24. September auf stabile Zinsen.

In den vergangenen Wochen hat sich die weltwirtschaftliche Rollenverteilung indes wieder leicht verschoben. Nachdem im Sommer aufgrund der Bilanzskandale und der enttäuschenden Wachstumszahlen eine Zinssenkung in Amerika als wahrscheinlich galt, ist diese Erwartung nun eher nach Europa gewandert. Die Konjunktur in Amerika ist zwar noch lange nicht über den Berg, doch immerhin gehen die Verbraucher nicht scharenweise und abrupt auf Sparkurs, die Produktivität bleibt beachtlich, und die Sorgen der Anleger vor betrügerischen Unternehmensführern scheint etwas in den Hintergrund getreten. Dafür haben die Europäer aufgrund ihrer kaum noch wachsenden Volkswirtschaften allen Grund zur Beunruhigung. Die Nachfrage von Unternehmen und Konsumenten ist äußerst schwach, so daß man vor allem vom Außenbeitrag der Handels- und Investitionspartner abhängig ist. Angesichts des zuletzt wieder erstarkten Euro stehen dahinter aber Fragezeichen. "Europa hat die Chance, die Weltwirtschaft anzuführen, verpfuscht", meinen Joseph Quinlan und Rebecca McCaughrin von Morgan Stanley.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2002, Nr. 209 / Seite 24
Antworten
Verbrecher:

die frage ist ,...

 
09.09.02 17:30
wie lange will man noch "alle diplomatischen Wege ausschöpfen"?

die Waffeninspekteure sind im dezember 98 ausgewiesen worden. seitdem ist viel passiert, wie ihr in nr.1 oben nachlesen könnt.

die zeit arbeitet für saddam...
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juliusamadeus:

was ein Atomkrieg bedeutet jetzt live auf Pro7

 
09.09.02 19:33
Was ein Atomkrieg in anderen Ländern dieser Erde für Europa bedeutet - zu
sehen am Montag, 9. September um 19.30 Uhr im Wissensmagazin "Galileo" auf
ProSieben.


gruss julius
Antworten
TK-ONE:

@mod

 
09.09.02 21:37
in den konkreten Fall unterscheide ich zwischen Amis und Bush....das ist nicht mehr das selbe.
Bush halt keinen klaren Blick mehr.
Was würde z.B. Powell tun....wie stimmt das amerikanische Volk?
Saddam ist mit Hilter nicht zu vergleichen.

TK

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