Montag, 1. Dezember 2003
von unserem Addison Wiggin in Paris
Was wird die diesjährige Weihnachtssaison bringen? Nun, zumindest in den USA sollten die Einzelhändler recht glücklich sein, wenn die Zahlen für Oktober schon ein Hinweis sind. Denn im Oktober wurde damit gerechnet, dass die US-Konsumenten ihre Konsumentenkredite um 5 Milliarden Dollar erhöhen ... aber stattdessen erhöhten sie die um 15 Milliarden Dollar.
Deshalb spricht das "Beige Book" der Fed, das letzte Woche Mittwoch veröffentlich wurde, auch von "soliden" Konsumausgaben. Nur Boston, Cleveland und Chicago vermeldeten "gemischte" Erwartungen für die Weihnachtssaison.
Das Beige Book äußert sich auch zu einem meiner Lieblingsthemen der letzten Tage: Arbeitslosigkeit. Die meisten amerikanischen Regionen vermelden, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt "generell verbessert hat" oder "stabil bleibt". Und auch die Bauausgaben für Einfamilienhäuser bleiben in allen Regionen stark.
"Was mir derzeit Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass ich als ein Skeptiker keinen guten Grund dafür finde, warum die Aktienmärkte rund um die Welt signifikant fallen sollten", So Dr. Marc Faber, der hier im Investor's Daily gelegentlich Gastartikel schreibt.
"Damit will ich nicht sagen, dass es nicht eine Menge Themen gibt, die mir Sorge bereiten", so Faber, "aber wenn die Zentralbanken der Welt so dazu bereit sind, Geld zu drucken und das System mit unbegrenzter Liquidität zu überschwemmen ( ...), dann ist es schwierig, für den US-Immobilienmarkt oder die US-Aktien in Dollar gemessen bearish zu sein."
Faber weiter: "Wir wissen, dass Mr. Bush um jeden Preis wiedergewählt werden will, und dass er und seine Kumpane bei der Fed und beim Finanzministerium nur Maßnahmen in der Wirtschaftspolitik ergreifen werden, die die amerikanische Öffentlichkeit mit diesem 'Zirkus und Brot' glücklich halten sollen. Diese Wirtschaftspolitik wurde von den römischen Herrschern Jahrhunderte lang befolgt, und sie war darauf ausgelegt, die niedrigeren Klassen der Gesellschaft bei guter Laune und untertänig zu halten."
"Aber wie im Fall des Römischen Imperiums unterminiert eine Politik des 'Zirkus und Brot' den Wert einer Währung und - wenn sie lange genug verfolgt wird - führt zu vielleicht sogar zum totalen Verlust der Kaufkraft dieser Währung. Allerdings, und das sollte man bemerken, kann eine solche Politik der Mehrheit der Investoren die Illusion von Reichtum geben, da z.B. die Aktienkurse nominal steigen, während der Verlust der Kaufkraft kaum bemerkt wird."
Zu den Devisenmärkten: Hier habe ich zuletzt die Entwicklung beim Währungspaar Dollar-Yen aufmerksam verfolgt. Seit August hat die Bank of Japan pro Tag durchschnittlich eine Milliarde Dollar gekauft, und damit mit Yen bezahlt. Ihr Ziel war es, die eigene Währung niedrig zu halten, um die japanischen Exporte zu fördern. Und wenn Sie Dollar kauft und Yen verkauft, dann führt das eben zu Druck auf den Yen. Ich war überrascht, als die Bank of Japan letzte Woche an einem Tag anstatt der gewohnten Menge von 1 Milliarden Dollar auf einmal 9 Milliarden Dollar kaufte. Das führte dazu, dass sich der Dollar von 3-Jahres-Tiefs gegenüber dem Yen erholte. Aber am gleichen Tag machten Gerüchte die Runde, dass die Bank of Japan nur noch 8.500 Milliarden Yen an Reserven hätte.
Meine "Auf der Rückseite eines Briefumschlags"-Berechnung hat ergeben, dass dies nur für 72 Tage weitere Dollarkäufe ausreichen würde. Dann habe ich noch in der Financial Times gelesen, dass die Bank of Japan den ersten Verlust seit Jahrzehnten vorweisen musste. Sie hat angekündigt, dass sie für das laufende Jahr kein Geld in den japanischen Staatshaushalt pumpen kann. In der ersten Hälfte 2002 hatte die Bank of Japan einen Gewinn von 288 Millionen Yen gemacht; zwischen Januar und Juni dieses Jahres verlor sie 110 Millionen Yen.
Im letzten Jahr machte der Gewinnbeitrag der Bank of Japan zum Staatshaushalt mehr als 1 % der gesamten Steuereinnahmen aus.
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Grüße
NL
Interessante Entwicklung beim Yen
von unserem Addison Wiggin in Paris
Was wird die diesjährige Weihnachtssaison bringen? Nun, zumindest in den USA sollten die Einzelhändler recht glücklich sein, wenn die Zahlen für Oktober schon ein Hinweis sind. Denn im Oktober wurde damit gerechnet, dass die US-Konsumenten ihre Konsumentenkredite um 5 Milliarden Dollar erhöhen ... aber stattdessen erhöhten sie die um 15 Milliarden Dollar.
Deshalb spricht das "Beige Book" der Fed, das letzte Woche Mittwoch veröffentlich wurde, auch von "soliden" Konsumausgaben. Nur Boston, Cleveland und Chicago vermeldeten "gemischte" Erwartungen für die Weihnachtssaison.
Das Beige Book äußert sich auch zu einem meiner Lieblingsthemen der letzten Tage: Arbeitslosigkeit. Die meisten amerikanischen Regionen vermelden, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt "generell verbessert hat" oder "stabil bleibt". Und auch die Bauausgaben für Einfamilienhäuser bleiben in allen Regionen stark.
"Was mir derzeit Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass ich als ein Skeptiker keinen guten Grund dafür finde, warum die Aktienmärkte rund um die Welt signifikant fallen sollten", So Dr. Marc Faber, der hier im Investor's Daily gelegentlich Gastartikel schreibt.
"Damit will ich nicht sagen, dass es nicht eine Menge Themen gibt, die mir Sorge bereiten", so Faber, "aber wenn die Zentralbanken der Welt so dazu bereit sind, Geld zu drucken und das System mit unbegrenzter Liquidität zu überschwemmen ( ...), dann ist es schwierig, für den US-Immobilienmarkt oder die US-Aktien in Dollar gemessen bearish zu sein."
Faber weiter: "Wir wissen, dass Mr. Bush um jeden Preis wiedergewählt werden will, und dass er und seine Kumpane bei der Fed und beim Finanzministerium nur Maßnahmen in der Wirtschaftspolitik ergreifen werden, die die amerikanische Öffentlichkeit mit diesem 'Zirkus und Brot' glücklich halten sollen. Diese Wirtschaftspolitik wurde von den römischen Herrschern Jahrhunderte lang befolgt, und sie war darauf ausgelegt, die niedrigeren Klassen der Gesellschaft bei guter Laune und untertänig zu halten."
"Aber wie im Fall des Römischen Imperiums unterminiert eine Politik des 'Zirkus und Brot' den Wert einer Währung und - wenn sie lange genug verfolgt wird - führt zu vielleicht sogar zum totalen Verlust der Kaufkraft dieser Währung. Allerdings, und das sollte man bemerken, kann eine solche Politik der Mehrheit der Investoren die Illusion von Reichtum geben, da z.B. die Aktienkurse nominal steigen, während der Verlust der Kaufkraft kaum bemerkt wird."
Zu den Devisenmärkten: Hier habe ich zuletzt die Entwicklung beim Währungspaar Dollar-Yen aufmerksam verfolgt. Seit August hat die Bank of Japan pro Tag durchschnittlich eine Milliarde Dollar gekauft, und damit mit Yen bezahlt. Ihr Ziel war es, die eigene Währung niedrig zu halten, um die japanischen Exporte zu fördern. Und wenn Sie Dollar kauft und Yen verkauft, dann führt das eben zu Druck auf den Yen. Ich war überrascht, als die Bank of Japan letzte Woche an einem Tag anstatt der gewohnten Menge von 1 Milliarden Dollar auf einmal 9 Milliarden Dollar kaufte. Das führte dazu, dass sich der Dollar von 3-Jahres-Tiefs gegenüber dem Yen erholte. Aber am gleichen Tag machten Gerüchte die Runde, dass die Bank of Japan nur noch 8.500 Milliarden Yen an Reserven hätte.
Meine "Auf der Rückseite eines Briefumschlags"-Berechnung hat ergeben, dass dies nur für 72 Tage weitere Dollarkäufe ausreichen würde. Dann habe ich noch in der Financial Times gelesen, dass die Bank of Japan den ersten Verlust seit Jahrzehnten vorweisen musste. Sie hat angekündigt, dass sie für das laufende Jahr kein Geld in den japanischen Staatshaushalt pumpen kann. In der ersten Hälfte 2002 hatte die Bank of Japan einen Gewinn von 288 Millionen Yen gemacht; zwischen Januar und Juni dieses Jahres verlor sie 110 Millionen Yen.
Im letzten Jahr machte der Gewinnbeitrag der Bank of Japan zum Staatshaushalt mehr als 1 % der gesamten Steuereinnahmen aus.
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Grüße
NL