!!!Interessant!!!Hinterg rund... 11.September 2001


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AlanG.:

!!!Interessant!!!Hintergrund... 11.September 2001

 
13.01.02 10:58
Tagespiegel von heute Nachrichten : Sonntag : Interview

                                                           13.01.2002

   "Da sind Spuren wie von einer trampelnden Elefantenherde"
   Der erste Verdacht kam ihm, da saß er im Bundestag. Geheimdienste wurden sein
  Thema. Andreas von Bülow traut ihnen Schlimmstes zu: eine Verwicklung in die New
  Yorker Anschläge.
                                                         
     Stephan Lebert / Norbert Thomma
                                                         

   Er war Minister für Forschung und Technologie im Kabinett von Helmut Schmidt und 25
  Jahre SPD-Abgeordneter im Bundestag. Im Untersuchungsausschuss
  Schalck-Golodkowski erlebte Andreas von Bülow, 64, die Arbeit der Geheimdienste. Als  Folge schrieb er das Buch "Im Namen des Staates". Von Bülow lebt als Anwalt in Bonn.

                    Sie wirken so zornig, richtig aufgebracht.

Was mich aufregt, kann ich Ihnen erklären: Ich sehe, dass nach den entsetzlichen
Anschlägen vom 11. September die gesamte politische Öffentlichkeit in eine Richtung
gedrängt wird, die ich für falsch halte!

 Was verstehen Sie darunter?

Ich wundere mich, dass viele Fragen nicht gestellt werden. Normalerweise ist es bei
einer solch schrecklichen Geschichte so, dass verschiedene Spuren und Beweise
auftauchen, die dann kommentiert werden, von den Ermittlern, von den Medien, von der
Regierung: Ist da was dran oder nicht? Sind die Erklärungen plausibel? Diesmal ist das
überhaupt nicht der Fall. Das fing schon wenige Stunden nach den Attentaten in New
York und Washington an und ...

  ...in diesen Stunden war Entsetzen, Trauer.

Richtig, aber im Grunde war es doch erstaunlich: Es gibt 26 Geheimdienste in den USA
mit einem Etat von 30 Milliarden Dollar ...

                                                         Mehr als der deutsche Verteidigungshaushalt ...

die haben die Anschläge nicht verhindern können. Ja, sie haben nicht einmal etwas
davon geahnt. 60 entscheidene Minuten lang ließen Militär und Geheimdienste die
Abfangjäger am Boden. 48 Stunden später jedoch präsentiert das FBI eine Liste mit
Selbstmordattentätern. Innerhalb von zehn Tagen stellt sich heraus, dass sieben dieser
Leute noch leben.

 Wie bitte?


Ja, ja, und warum hat der FBI-Chef zu keiner Unstimmigkeit Stellung genommen?
Woher diese Liste kam, warum sie falsch war? Wenn ich leitender Staatsanwalt in so
einer Ermittlung wäre, würde ich regelmäßig vor die Öffentlichkeit treten und Auskunft
darüber geben, welche Spur hinfällig ist und welche nicht.

                                                         Die US-Regierung hat nach den Anschlägen von einer Ausnahmesituation gesprochen: Man befinde sich in einem Krieg. Ist es nicht verständlich, dass man dem Feind nicht alles mitteilt, was man von ihm weiß?

Natürlich. Doch eine Regierung, die in den Krieg zieht, muss in einem Verfahren
zunächst feststellen, wer der Angreifer ist, der Feind. Hierfür ist sie beweispflichtig. Nach
eigenem Eingestehen hat sie bis heute keine gerichtsverwertbaren Beweise vorlegen
können.

                                                         Einige Informationen über die Attentäter sind durch Recherchen belegt. So ist der mutmaßliche Anführer, Mohammed Atta, noch am Morgen des 11. September von
Portland nach Boston geflogen, um dort in die Maschine einzusteigen, die ins World
Trade Center raste.

                                                         Wenn dieser Atta der entscheidende Mann bei der Aktion war, ist es doch seltsam, dass er das Risiko eingegangen ist, äußerst knapp vorher erst mit einem anderen Flugzeug nach Boston zu fliegen. Hätte diese Maschine ein paar Minuten Verspätung gehabt, wäre
er nicht im Flugzeug gewesen, das entführt worden ist. Warum sollte ein raffinierter
Attentäter das tun? Man kann bei CNN übrigens nachlesen, dass keiner dieser Namen
auf den offiziellen Passagierlisten stand. Keiner hat eines der vier Check-in-Verfahren
durchlaufen. Und warum hat keiner der bedrohten Piloten über den Steuerknüppel den
vereinbarten Signal-Code 7700 an die Bodenstationen eingegeben? Außerdem: Die  brand- und stoßsicher gebauten Flugschreiber und Stimmaufzeichnungsgeräte aus
dem Cockpit enthalten keinerlei auswertbare Daten.

                                                         Das kommt vor ...

.. wie auch Attentäter, die bei ihren Vorbereitungen Spuren wie eine trampelnde
   Elefantenherde hinterlassen? Sie zahlten mit Kreditkarten auf ihren Namen, sie
 meldeten sich bei ihren Fluglehrern mit Klarnamen. Sie hinterlassen Mietwagen mit
 arabischen Fluganleitungen für Jumbojets. Sie nehmen auf dem Weg in den
 Selbstmord Testamente und Abschiedsbriefe mit, die dem FBI in die Hände fallen, weil
 sie falsch verstaut oder adressiert waren. Da wurden Spuren wie bei einer Schnitzeljagd
 gelegt, denen man ja folgen soll! Es gibt auch die Theorie eines britischen
 Flugzeugingenieurs: Danach ist den Piloten die Steuerung der Flugzeuge
möglicherweise von außen aus der Hand genommen worden. Die Amerikaner hätten in
  den 70er Jahren eine Methode entwickelt, um entführte Maschinen durch einen Eingriff
  in die Computersteuerung zu retten. Diese Technik sei hier missbraucht worden. Das ist
  eine Theorie...

         ...die recht abenteuerlich klingt und von der noch nie die Rede war.


  Sehen Sie! Ich mache mir diese Theorie ja nicht zu eigen, aber ich finde sie
 bedenkenswert. Und was ist mit den obskuren Aktiengeschäften? In der Woche vor dem
 Attentat haben sich die Umsätze im Wertpapierhandel bei den Fluglinien American
   Airlines, United Airlines und Versicherungen um 1200 Prozent gesteigert. Es ging um
 etwa 15 Milliarden Dollar. Einige Leute müssen etwas gewusst haben. Wer?

                                                         Spekulieren Sie mal.

  Mit Hilfe der entsetzlichen Anschläge sind die westlichen Massendemokratien einer
 Gehirnwäsche unterzogen worden. Das Feindbild des Antikommunismus taugt nicht
 mehr, es soll durch die Völker muslimischen Glaubens ersetzt werden. Man unterstellt
  ihnen, sie würden den Selbstmord-Terror gebären.

                                                         Gehirnwäsche? Das ist starker Tobak!

   Ja? Aber die Idee mit dem Feindbild kommt nicht von mir. Sie kommt von Zbigniew
 Brzezinski und Samuel Huntington, zwei Vordenkern amerikanischer Geheimdienst- und
  Außenpolitik. Schon Mitte der 90er Jahre meinte Huntington, die Menschen in Europa
  und den USA bräuchten jemanden, den sie hassen könnten - das stärke die
 Identifikation mit der eigenen Gesellschaft. Und Brzezinski, der verrückte Hund, warb
  schon als Berater von Präsident Jimmy Carter für das alleinige Zugriffsrecht der USA auf
 alle Rohstoffe der Welt, vor allem Öl und Gas.

                                                         Sie meinen, die Ereignisse vom 11. September ...

   passen genau in das Konzept der Rüstungsindustrie, der Geheimdienste, des
 gesamten militärisch-industriellen-akademischen Komplexes. Das ist doch auffällig.
 Die großen Rohstoffreserven auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion stehen
  nun zur Disposition, auch die Wege für die Pipelines und ...

                                                         Das hat Erich Follath im "Spiegel" ausführlich beschrieben: "Es geht um Militärbasen, um Rauschgift, um Erdöl- und Erdgas-Reserven" ...

  ich stelle fest: Die Planung der Attentate war eine technische wie organisatorische
 Meisterleistung. In wenigen Minuten vier Großraumflugzeuge zu entführen und binnen
einer Stunde in komplizierten Flugbewegungen ins Ziel zu steuern! Das ist ohne
langjährigen Rückhalt aus den geheimen Apparaten von Staat und Industrie undenkbar.

                                                         Sie sind ein Verschwörungstheoretiker!

Ja, ja. Das ist der Spott derer, die gerne der amtlich verlautbarten Linie folgen. Auch
investigative Journalisten werden mit Propaganda und Desinformation gefüttert. Wer
das anzweifelt, der kann nicht alle Tassen im Schrank haben! Das ist doch Ihr Vorwurf.

                                                         Ihre Karriere spricht eher gegen die Vermutung, dass Sie nicht ganz bei Sinnen sind. Sie wurden schon Mitte der 70er Jahre Staatssekretär im                                                           Verteidigungsministerium, 1993 waren Sie SPD-Sprecher im                                                           Untersuchungsausschuss Alexander Schalck-Golodkowski...

                                                         und damit fing im Grunde alles an! Bis dahin hatte ich keine große Kenntnis von der Arbeit von Geheimdiensten. Und nun mussten wir eine große Diskrepanz feststellen: Wir durchleuchteten die Machenschaften der Stasi und anderer östlicher Geheimdienste
im Bereich der Wirtschaftskriminalität, aber sobald wir etwas über die Vorgehensweise
des BND oder der CIA wissen wollten, wurde gnadenlos geblockt. Keine Information,
keine Kooperation, nichts! Da bin ich das erste Mal stutzig geworden.

                                                         Schalck-Golodkowski hat für die DDR unter anderem verschiedene
                                                         Auslandsgeschäfte eingefädelt. Als Sie seinen Fall näher betrachteten...

da fanden wir beispielsweise eine Spur in Rostock, wo Schalck sein Waffenlager
organisiert hat. Na ja, und dann stößt man auf eine Niederlassung von Schalck in
Panama, und dort stößt man dann auf Manuel Noriega, der jahrelang Präsident,
Drogenhändler und Geldwäscher in einem war, nicht? Und dann stand dieser Noriega
ja auch noch auf der Gehaltsliste der CIA. Mit 200 000 Dollar per annum. Es waren
solche Dinge, die mich richtig neugierig gemacht haben.

                                                         Sie haben ein Buch über die Machenschaften von CIA & Co geschrieben. Sie sind inzwischen ein Experte geworden, was die Merkwürdigkeiten in der Arbeit von
Geheimdiensten angeht.

Das Wort "Merkwürdigkeit" ist die falsche Formulierung. Was im Namen der
Geheimdienste schon alles passiert ist und passiert, sind richtige Verbrechen.

                                                         Was, würden Sie sagen, bestimmt in erster Linie die Arbeit der Geheimdienste?

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich finde, dass Geheimdienste durchaus ihren
Sinn haben und ...

                                                         Sie halten nichts von früheren Forderungen der Grünen, die diese Diensteabschaffen wollten?

Nein. Es ist richtig, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Die Nachrichtengewinnung
über die Absichten eines Feindes, die ist sinnvoll. Es ist wichtig, wenn man versucht,
sich in die Hirne der Gegner hineinzuversetzen. Wer die Methoden des CIA verstehen
will, muss sich mit seinen Hauptaufgaben beschäftigen, den covered operations:
Unterhalb der Kriegsführungsebene, abseits jedes Völkerrechts sollen fremde Staaten
beeinflusst werden, etwa indem man Aufstände inszeniert oder Terroranschläge, in der
Regel kombiniert mit Drogen- und Waffenhandel und Geldwäsche. Das ist im Kern
ziemlich einfach: Man rüstet gewalttätige Leute mit Waffen aus. Da aber auf keinen Fall
rauskommen darf, dass ein Geheimdienst dahinter steckt, werden mit großem Aufwand
jegliche Spuren verwischt. Ich habe den Eindruck, dass derartige Geheimdienste 90
Prozent ihrer Zeit damit verbringen: falsche Fährten legen. Damit, wenn irgendjemand
eine Mittäterschaft der Dienste behauptet, die Krankheit des Verschwörungswahns
unterstellt werden kann. Die Wahrheit kommt oft erst Jahrzehnte später raus. Der
CIA-Chef Allan Dulles hat mal gesagt: Im Zweifel belüge ich sogar den Kongress!

                                                         Der amerikanische Journalist Seymour M. Hersh hat im "New Yorker" geschrieben, auch einige Leute von CIA und Regierung gingen davon aus, dass manche Spuren wohl gelegt wurden, um zu verwirren. Wer, bitte, Herr von Bülow, soll das alles
gemacht haben?

                                                         Ich weiß das auch nicht, woher auch? Ich nutze nur meinen gesunden Menschenverstand und stelle fest: Die Terroristen haben sich so auffällig verhalten, wie
es nur geht. Und als gläubige Muslime waren sie auch noch in einer Striptease-Bar und
haben betrunken der Tänzerin Scheine ins Höschen gesteckt.

                                                         Selbst so etwas soll es geben.

Mag ja sein. Ich kann als Einzelkämpfer nichts beweisen, das übersteigt meine
Möglichkeiten. Ich habe aber wirklich Schwierigkeiten damit, mir vorzustellen, dass das
alles ein einzelner böser Mann in seiner Höhle ausgeheckt hat.

                                                         Herr von Bülow, Sie sagen selbst, dass Sie mit Ihrer Kritik alleine stehen. Früher gehörten Sie zum politischen Establishment, heute sind Sie ein Außenseiter.

                                                         Das ist manchmal ein Problem, aber daran gewöhnt man sich. Im übrigen kenne ich eine Menge Leute, auch sehr einflussreiche, die mir hinter vorgehaltener Hand Recht geben.

                                                         Haben Sie noch Kontakt zu alten SPD-Weggefährten wie Egon Bahr und den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt?

                                                         Es gibt keinen engen Kontakt mehr. Ich wollte zum letzten SPD-Parteitag, bin aber krank geworden.

                                                         Kann es sein, Herr von Bülow, dass Sie heute den typischen Anti-Amerikanismus kolportieren?

                                                         Unsinn, das hat überhaupt nichts mit Anti-Amerikanismus zu tun. Ich bin ein großer Verehrer dieser großen, freien Gesellschaft und war das schon immer. Ich habe in den USA studiert.

                                                         Wie kommen Sie auf die Idee, dass es zwischen den Anschlägen und den amerikanischen Geheimdiensten eine Verbindung geben könnte?

                                                         Erinnern Sie sich an den ersten Anschlag auf das World-Trade-Center im Jahr 1993?
Bei dem Attentat starben durch eine Bombe sechs Menschen, mehr als Tausend
wurden verletzt.
Da stand im Mittelpunkt als Bombenbastler ein ehemaliger ägyptischer Offizier. Er hatte
sich für den Anschlag einige Muslime zusammengeholt. Diese waren trotz
Einreiseverboten des State Department von der CIA ins Land gelotst woren. Gleichzeitig
war der Chef der Bande Informant des FBI. Und er vereinbarte mit den Behörden: Im
letzten Moment werde das gefährliche Sprengmaterial durch ein harmloses Pulver
ersetzt. Das FBI hielt sich nicht daran. Die Bombe ist sozusagen mit Wissen des FBI
hochgegangen. Die offizielle Tatversion war rasch gefunden: Täter waren böse Muslime.

                                                         Sie saßen damals im Kabinett von Helmut Schmidt, als Soldaten der Sowjetunion in Afghanistan einmarschierten. Wie war das damals?

                                                         Die Amerikaner drängten auf Handelssanktionen, sie forderten den Boykott der Olympischen Spiele in Moskau...

                                                         dem sich die Bundesregierung anschloss...

                                                         und heute wissen wir: Es war die Strategie des amerikanischen Sicherheitsberaters Brzezinski, die Sowjetunion von angrenzenden muslimischen Staaten aus zu
destabilisieren: Man lockt die Russen nach Afghanistan und bereitet ihnen dann die
Hölle auf Erden, ihr Vietnam. Mit maßgeblicher Unterstützung der US-Geheimdienste
wurden in Afghanistan und Pakistan mindestens 30 000 muslimische Kämpfer
ausgebildet, lauter Tunichtgute und Fanatiker, die zu allem bereit waren und es bis
heute sind. Und einer von ihnen ist Osama bin Laden. Ich habe vor Jahren schon
geschrieben: "Aus dieser Brut erwuchsen in Afghanistan die in Koranschulen mit
westlichen und saudischen Geldern großgezogenen Taliban, die das Land derzeit
terrorisieren und zugrunde richten."

                                                         Auch wenn Sie sagen, es ginge den USA um die Rohstoffe der Region: Ausgangspunkt der US-Angriffe ist immer noch dieser Terroranschlag, der
tausenden Menschen das Leben gekostet hat.

                                                         Völlig richtig: Man muss sich immer diese grauenvolle Tat in Erinnerung rufen. Trotzdem darf ich doch bei der Analyse politischer Prozesse schauen, wer Vor- und Nachteile davon hat, oder was Zufall ist. Im Zweifel lohnt sich immer ein Blick auf die Landkarte,
wo liegen Bodenschätze und die Zugangswege dahin? Dann legen sie eine Karte mit
Bürgerkriegen und Unruheherden drüber - sie decken sich. Ebenso ist es mit der dritten
Karte: Schwerpunkte des Drogenhandels. Wo all das zusammenpasst, da sind die
amerikanischen Dienste nicht weit. Übrigens, die Bush-Regierung ist über die Familie
Bin Laden eng mit dem Öl-, Gas- und Waffengeschäft verbunden.

                                                         Was halten Sie eigentlich von den Bin-Laden-Videos?

Wenn man es mit Geheimdiensten zu tun hat, darf man Manipulation in höchster
Qualität unterstellen. Die Technik könnte Hollywood liefern. Ich halte die Videos als
Beweismittel für ungeeignet.

                                                         Sie trauen dem CIA wirklich alles zu.

Die CIA hat sich im Interesse der Staatsräson der USA bei Interventionen im Ausland an
kein Gesetz zu halten, ist dem Völkerrecht nicht verpflichtet, nur der Präsident befiehlt.
Terror gibt es eben auch, weil es Dienste wie den CIA gibt. Und wenn da Mittel gekürzt
werden, Frieden absehbar ist, dann geht irgendwo eine Bombe los. Damit ist bewiesen,
dass es ohne die Dienste nicht geht, dass die Kritiker Quatschköpfe sind, nuts hat Vater
Bush sie genannt, der mal Präsident und CIA-Direktor war. Sie müssen sehen, dass die
USA 30 Milliarden Dollar in die Geheimdienste stecken und 13 Milliarden in die
Drogenbekämpfung. Und was kommt dabei raus? Der Chef einer Spezialeinheit der
strategischen Drogenbekämpfung erklärte nach fast 30-jähriger Dienstzeit verzweifelt: In
jeder umfangreichen wichtigen Drogendealerei ist mir der Fall von der CIA aus der Hand
gewunden worden.

                                                         Werfen Sie der Bundesregierung vor, wie sie nach dem 11. September reagiert hat?

Nein. Anzunehmen, in diesen Fragen sei die Bundesregierung unabhängig, wäre sicher
naiv.

                                                         Herr von Bülow, was werden Sie nun tun?

Gar nichts. Meine Aufgabe endet damit, zu sagen: So kann es nicht gewesen sein, sucht
nach der Wahrheit!

Mit Andreas von Bülow sprachen Stephan Lebert und Norbert Thomma.
                                                         
                                                         

                                                         






Antworten
schmuggler:

interessante Denkrichtung! o.T.

 
13.01.02 11:21
Antworten
AlanG.:

finde ich auch schmuggler ..

 
13.01.02 11:31
Es sind so viele Dinge an "unserer offiziellen Version" wirklich nicht stimmig.

Was mich allerdings wundert, ist, dass es so wenige Menschen gibt, die diese Version hinterfragen.

Bzw., warum fast alle Menschen diese Version glauben.
Hier am Board ist das ja nach dem Anschlag auch dikutiert worden. z.B. warum etliche jüdische Mitarbeiter einer Firma einen Tag vorher geschlossen Urlaub genommen hatte.
Ich glaube - das ist meine Meinung - viele Menschen wussten von dem Anschlag vorher.

gruss AlanG.
Antworten
das Zentrum d.:

toller Artikel, wirklich lesenswert !! o.T.

 
13.01.02 11:31
Antworten
hjw2:

zu Pos. 3..weil sie dazu nicht in der Lage sind.. o.T.

 
13.01.02 11:50
Antworten
schmuggler:

das für mich unfassbare ist, dass ohne Beweise

 
13.01.02 11:52
einfach drauflosgeballert wird; die USA haben´s ja nicht nötig ihr Vorgehen durch Beweise zu rechtfertigen; und Deutschland rennt wie ein blindes Huhn hinterher.  
Antworten
Brummer:

Danke für den interessanten Lesestoff

 
13.01.02 12:15
Gruß Brummer
Antworten
FunMan2001:

Thanx AlanG für diesen Bericht !

 
13.01.02 13:00
Bin auch der Meinung, daß es viel zu wenig kritsiche Stimmen gibt zu diesem Thema. Die Bilder der einstürzenden Hochhäuser haben tatsächlich Ihre Wirkung gezeigt: Schock, Trauer und öffentliche Meinungsbildung durch Massenmedien. Es
gibt nunmal einige Ungereimtheiten zu diesem Thema. Für mich ist die Sache noch
nicht abgeschlossen.
Antworten
ribald:

40 Jahre hat man über den J.F.Kennedy-Mord

 
13.01.02 13:04
gerätselt
jeder Buchautor und Filmregisseur witterte eine Chance
hier wird die nächsten 50 Jahre gerätselt
bin Laden war natürlich ein Unschuldslamm *ggg*


Antworten
ribald:

das paßt zum Thema

 
13.01.02 13:07
Der tragische Tod eines amerikanischen Propheten

Sechs Jahre lang jagte der FBI-Agent John O'Neill Osama bin Laden. Bis er frustriert einen neuen Job annahm: Im World Trade Center

Von Christina Mänz
New York - Kurz vor seinem Tod soll er Freunde noch gewarnt haben: "Jetzt sind wir dran."
John O'Neill war Terror-Experte beim FBI.

Er galt als leidenschaftlich, besessen und brilliant. Sein Spezialgebiet: bin Laden und das Netzwerk Al Qaida. O'Neill wollte den mutmaßlichen Topterroristen zur Strecke bringen - bis zum vergangenen August, als der FBI-Agent frustriert seinen Job aufgab, um in die private Wirtschaft zu wechseln. Sein neuer Posten: Sicherheitschef vom World Trade Center. Nur wenige Tage vor dem 11. September 2000 trat er seine neue Stelle an. Sein Büro: im 34. Stock des Nord-Towers. Bittere Ironie des Schicksals.

Unermüdlich hatte John O'Neill in den vergangenen Jahren in seiner Funktion als Chef der Spionageabwehr-Abteilung des FBI vor Al-Qaida-Attentaten auf amerikanischem Boden gewarnt. Bereits Mitte der 90er-Jahre, noch bevor der Name bin Laden auf der internationalen Terrorliste erschien, sagte O'Neill im US-Kongress, die größte Gefahr für die Vereinigten Staaten gehe von islamisch-fundamentalistischen Gruppen aus.

Als auf die amerikanischen Botschaften in Kenia und Tanzania und den Zerstörer U.S.S. Cole im Jemen Anschläge verübt wurden, kümmerte sich O'Neill um die Ermittlungen. Die Spur führte zu Osama bin Laden. "Er wusste mehr über Osama Bin Laden als jeder andere auf der Welt", bescheinigte ihm Howard Safir, New Yorks ehemaliger Polizeichef.

O'Neill war Agent aus Leidenschaft. Der Job beim FBI war für ihn die Erfüllung eines Traums, den der Sohn eines Taxifahrers aus Atlantic City (New Jersey) schon als Kind geträumt hatte. O'Neill war das Gegenteil eines diskreten FBI-Agenten: Er trug edle Nadelstreifenanzüge, rauchte teure Zigarren, liebte das exzessive New Yorker Clubleben. Er hatte einflussreiche und prominente Freunde: Politiker und Filmstars, Journalisten und Polizisten. Sein Haar trug er zurückgegelt, seine Fingernägel waren perfekt manikürt.

Doch manchmal schien O'Neill seine James-Bond-Rolle zu übertreiben und geriet in Konflikt mit seinem Arbeitgeber. So wurde er verdächtigt, geheime Informationen an einen befreundeten Journalisten weitergegeben zu haben. Ein anderes Mal wurde ihm während einer Konferenz in Florida die Brieftasche gestohlen. Sie enthielt geheime Dokumente, die er nicht hätte mitnehmen dürfen. Diese Vorfälle verhinderten, dass O'Neill weiter Karriere machte -- für ihn einer der Gründe, warum er schließlich das FBI verließ.

Schillernd war auch sein Privatleben: O'Neill hatte eine Ehefrau in New Jersey, Christine, die er 1971 geheiratet hatte. Die beiden Kinder aus der Ehe sind mittlerweile erwachsen. In New York lebte er mit seiner Freundin Valerie James zusammen. Außerdem soll er noch zwei weitere Verhältnisse unterhalten haben - eines in New York und eines in Washington. "Vor seinem Tod wussten die Frauen nichts voneinander", so ein enger Freund. Erst bei seiner Beerdigung trafen sie aufeinander.

Am Abend des 10. September traf sich O'Neill mit einem Freund im World Trade Center, um über Sicherheitsangelegenheiten des Gebäudekomplexes zu diskutieren. Am Morgen des 11. September wollte ihn sein Sohn, der Computerexperte John P. O'Neill Jr., in seinem neuen Büro besuchen. Vom Zugfenster aus sah der Sohn die Rauchschwaden über dem World Trade Center. Er erreichte seinen Vater auf dem Handy: "Er sagte, er sei okay und werde nach draußen gehen, um sich den Schaden anzusehen", so O'Neill Jr. gegenüber dem Magazin "The New Yorker". Kurz danach meldete sich O'Neill bei seiner Freundin Valerie: "Mein Gott, es ist furchtbar. Überall liegen Körperteile." Zuletzt wurde John O'Neill in der Nähe vom zweiten Tower gesehen - nur wenige Minuten, bevor dieser in sich zusammenstürzte. Freunde und ehemalige Kollegen des Terroristen-Jägers sind sich sicher: Er wusste, wer hinter den Anschlägen steckte. Die Leiche von John O'Neill wurde eine Woche später aus den Trümmern der Twin Towers geborgen. Über sein Leben soll im kommenden Jahr ein Buch erscheinen.

Antworten
nmx_lion:

netter artikel

 
13.01.02 13:10
ich habe schnell wieder aufgehört den anschlag selbst den amis in die schuhe zu schieben, aber nicht das mit den anthrax-bakterien. Aber das regt echt wieder zum nachdenken an. ABER wer war es denn dann?
Antworten
Schnorrer:

Krieg, Zerstörung sind volkswirtschaftliche Ziele.

 
13.01.02 13:17
Das eigentliche Wesen des Kapitals besteht in seiner fortwährenden und ununterbrochenen Vermehrung. Kapital ist Geld, das Anspruch erhebt auf mehr Geld. Dieser fortlaufende Vorgang wird treffenderweise Akkumulation (Anhäufung, Ansammlung) genannt. Das eigentliche Ziel des marktwirtschaftlichen Produktionsprozesses ist also weder die Versorgung der Bevölkerung mit industriell gefertigten Gebrauchsgütern noch gar die Bereitstellung von Einkommen für die produktiv Beschäftigten - diese beiden Funktionen sind eher lästige Begleiterscheinungen des eigentlichen Prozesses: Es geht letztlich einzig und allein um die fortlaufende Akkumulation des Kapitals.

Am Ende eines jeden Konjunkturzyklus tritt jedoch gesetzmäßig folgende Erscheinung ein: Das während der Aufschwungphase akkumulierte Kapital trifft ab einem bestimmten Zeitpunkt auf eine Situation, in der weitere Ausweitung der Produktion mangels Nachfrage nicht mehr gewinnträchtig ist. Die produktive Investition rentiert sich nicht mehr, das Würdegern-Kapital wird zu simplem Geldvermögen, das in der Produktion keine Anlagemöglichkeit mehr findet: Der Prozess der Akkumulation kommt somit zum Stillstand. Diesen Zustand bezeichnet man als Überakkumulation, die daraus entstehenden wiederkehrenden Krisen als zyklische Überakkumulationskrisen. Dieser Zyklus (Kreislauf) ist der Normalfall kapitalistischer Wirtschaftsentwicklung. Das Akkumulationsproblem wird regelmäßig dadurch "gelöst", dass nicht mehr konkurrenzfähige Betriebe vom Markt verschwinden und somit Platz machen für die Sieger im Wettbewerb. Das Kapital der verdrängten Betriebe wird außer Funktion gesetzt (entwertet) und geht teilweise verloren (Kapitalvernichtung). Erst wenn das Verhältnis von Kapital und Nachfrage wieder ausreichende Gewinne erwarten lässt, kommt die produktive Akkumulation wieder in Gang und ein neuer Konjunkturzyklus beginnt.

Strukturelle Überakkumulation
Dieses Auf und Ab der Akkumulation funktioniert solange, wie das Gleichgewicht von Nachfrage, Produktivität und Beschäftigung einigermaßen intakt bleibt. Der jeweilige Aufschwung zu Beginn eines neuen Zyklus reicht dann nämlich aus, um die während der Krise arbeitslos gewordenen zum größten Teil wieder in Lohn und Brot zu bringen. Dies wiederum ist die notwendige Bedingung für den Nachfrageschub der den Aufschwung stabilisiert und in Gang hält. An dieser Stelle ein Zitat von Klaus Peter Kisker (Professor für Volkswirtschaftslehre an der FU Berlin):

"Seit Mitte der 70er haben wir es jedoch nicht mehr mit dem gewohnten Bewegungsablauf zu tun. Im Unterschied zu früheren Aufschwungphasen ist festzustellen:

daß die Arbeitslosigkeit im Zuge der Aufschwünge nicht mehr wesentlich abgebaut wird;

daß die Armut auch in den relativ reichen Ländern in Aufschwungsphasen zunimmt;

daß selbst in den Aufschwungphasen eine massenhafte Kapitalvernichtung stattfindet; insbesondere durch Fusionen mit Stillegungen;

daß eine in dieser Rigorosität noch nie zu beobachtende Verdrängungskonkurrenz eingesetzt hat, und

daß trotz dieser Kapitalvernichtung Überkapazitäten über den Zyklus hinweg bestehen bleiben;

daß die Unternehmen weltweit die Realinvestitionen deutlich einschränken und sich ­ soweit dies technisch möglich ist ­ auf Ersatz­ und Rationalisierungsinvestitionen beschränken;

daß sie zu Lasten der Realinvestitionen riesige Geldkapitale bilden, und

eher andere Firmen aufkaufen, als die Gewinne zum Ausbau bestehender Unternehmen zu verwenden.

Diese neuen Phänomene sind Zeichen eines Strukturbruches in der längerfristigen Entwicklung der Kapitalakkumulation. Diese als strukturelle Überakkumulation bezeichnete längerfristige Entwicklung, die als genereller Trend in allen OECD­Ländern zu beobachten ist, bedeutet: Die weltweit in praktisch allen Branchen bestehenden Überkapazitäten zwingen zu weiteren Rationalisierungsinvestitionen, die ohne entsprechendes Wachstum zu weiterer Vernichtung von Arbeitsplätzen führen müssen." (Klaus Peter Kisker, "Strukturelle Überakkumulation und Krise der Erwerbsarbeit", aus Z. Nr.31, September 1997)

Laut Kisker hat sich seit den 70er-Jahren also etwas Grundlegendes verändert: Das oben erwähnte Gleichgewicht von Nachfrage, Produktivität und Beschäftigung ist nicht mehr intakt, und stellt sich auch durch die zyklischen Konjunkturschwankungen nicht mehr ein! Letzteres ist das eigentlich Neue an diesen Erscheinungen. Mit anderen Worten: Die früher als eine Art Wechselfieber auftretende Überakkumulation ist chronisch geworden.

Angebotspolitik
In dieser Situation hätte eigentlich eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik ihre Bewährungsprobe bestehen müssen. Die Strukturkrise der Marktwirtschaft traf jedoch auf einen Staat, dem durch mangelnde Einnahmen (nicht durch zu hohe Ausgaben!) bereits merklich die Luft ausgegangen war. Deficit spending kann zwar erfolgreich gegen periodische (zyklische) Krisen eingesetzt werden, wird die Krise jedoch zum Dauerzustand, dann müsste die Politik eine dauerhafte Nachfragestärkung zustande bringen, und dies hätte nur auf Kosten der Kapitaleigner durchgesetzt werden können. Hierzu fehlte jedoch Mitte der 70er-Jahre bereits alles: der politische Wille, das Durchsetzungsvermögen und (scheinbar) auch das Geld. Wir schreiben absichtlich "scheinbar", denn die Staatsverschuldung war zu diesem Zeitpunkt noch ein Viertel, die Zahl der Arbeitslosen ein Drittel so hoch wie 20 Jahre später - paradiesische Zustände im Vergleich zu heute...

Die Amtszeit des (gemäßigt) nachfragepolitischen Wirtschaftsministers Karl Schiller endete bereits 1972, noch bevor die Krise sichtbar wurde. Helmut Schmidt war ein stramm rechts orientierter Sozialdemokrat, der sich niemals im Ernst mit der Wirtschaft angelegt hätte. 1979 kamen in Großbritannien die Konservativen unter Margaret Thatcher an die Regierung, 1981 in den USA die Republikaner unter Ronald Reagan, 1982 schließlich in der Bundesrepublik die konservativ-liberale Koalition unter Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher.

All diesen Regierungen war gemeinsam, dass sie an eine nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik keinen Gedanken mehr verschwendeten. Ganz im Gegenteil hatte sich nunmehr die genaue Gegenposition durchgesetzt: Angebotspolitik in ihrer Ausprägung als Monetarismus, Neokonservativismus und Neoliberalismus. Alle vier Begriffe bezeichnen im Grunde dasselbe:

Abschied von einer makroökonomischen Steuerung des Wirtschaftsgeschehens durch den demokratisch legitimierten Staat,
"Wirtschaft wird in der Wirtschaft gemacht."
(Zitat: Wirtschaftsminister Günter Rexroth)
unbegrenztes Vertrauen in die Regulationskräfte des Marktes,
Wirtschaftspolitik beschränkt sich daher auf Inflationsbekämpfung (Monetarismus) und
Umverteilung
von unten nach oben,
von Nachfrage zu Angebot,
von Arbeit zu Kapital.
Welches theoretische Konzept steht hinter diesem Vorgehen? Steht überhaupt ein Konzept dahinter? Monetarismus und Neoliberalismus sind mit den Namen Friedrich August von Hayek und Milton Friedman verbunden. Von Hayek wurde am 8. Mai 1899 in Wien geboren, war 1931 bis 1941 Professor an der London School of Economics, bevor er 1950 an die University of Chicago ging. Ab 1962 lehrte er an der Universität Freiburg. Er erhielt 1974 den sog. Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. 1976 erhielt denselben Preis sein vielleicht bekanntester Schüler: Milton Friedman. Von Hayek gründete 1947 die Mont Pèlerin Society (MPS), die zu einem internationalen Forum neoliberaler Gesellschaftspolitik werden sollte. Von Hayeks Neoliberalismus wurde für Jahrzehnte zu einem Hauptstrom der Volkswirtschaftslehre. Eine ganze Generation von Politikern und Journalisten ging durch diese Schule.

Monetarismus, Neokonservativismus und Neoliberalismus geben vor, in erster Linie an einer Reduzierung der Arbeitslosigkeit interessiert zu sein. Daraus ergeben sich zwei Hauptangriffspunkte angebotsorientierter Wirtschaftspolitik:

Arbeitslosigkeit existiert aus neoliberaler Sicht nur, wenn der Preis der Arbeitskraft sich nicht vollständig nach Angebot und Nachfrage richtet. Ist Arbeitskraft billig genug, wird sie nachgefragt - ist sie zu teuer, gibt es Arbeitslosigkeit. Folglich müssen die Kosten der Ware Arbeitskraft gesenkt werden - wie die aller anderen Waren auch.
Die Kosten der Arbeitskraft setzen sich zusammen aus den Lohnkosten und den sogenannten Lohnnebenkosten (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung). Somit ist klar, wo im Sinne neoliberaler Politik gespart werden muss: Bei den Löhnen und bei den Versicherungsleistungen.
Arbeitsplätze werden von Unternehmen angeboten, nicht von Arbeitnehmern. Folglich müssen die Unternehmen gestärkt werden, nicht die Arbeitnehmer. Logische Folge ist daher die bereits genannte Umverteilungspolitik zu Lasten der anhängig Beschäftigten..
Es leuchtet unmittelbar ein, dass die Rolle der Gewerkschaften aus neoliberaler Sicht eine andere ist, als unter fordistischen Vorzeichen: Wo (vorgeblich!) nichts mehr zu verteilen ist, soziale "Wohltaten" vielmehr wieder eingesammelt werden sollen, haben die Gewerkschaften eigentlich keine Daseinsberechtigung mehr. Dies um so mehr, als die wesentliche Funktion der Gewerkschaften ja gerade darin besteht, die Löhne und Gehälter nicht ins Bodenlose stürzen zu lassen. Das macht sie aber, aus neoliberaler Sicht, direkt verantwortlich für Arbeitslosigkeit und Arbeitsplatzabbau. Neoliberale Politik bedingt somit immer eine deutliche und nachhaltige Schwächung der Gewerkschaften. Wer sich auch nur für die soziale Besitzstandswahrung der abhängig Beschäftigten einsetzt, sieht sich als, quasi kriminelles, Mitglied einer "Sozialmafia" diffamiert - so haben sich die Zeiten geändert...

Globalisierung und Standort
Da es selbst den angebotspolitischen Akteuren klar ist, dass ohne steigende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen kein Wirtschaftswachstum zu erzielen ist, die Inlandsnachfrage aber aus den genannten Gründen (Kostendrückerei, Umverteilung) eher ab- als zunimmt, versucht man die entstehende Nachfragelücke im Ausland zu schließen; der Export soll die Rolle der Konjunkturlokomotive übernehmen. Dieser Versuch einer beggar-my-neighbour-policy ("dem Nachbarn in die Tasche greifen"-Politik) hat weitreichende Folgen für die politische Gestaltung von Staat und Gesellschaft: Der ehemalige Sozialstaat mit seinem Schwerpunkt auf dem Binnenmarkt wird zunehmend zu einem nationalen Wettbewerbsstaat, der mit allen Mitteln versucht, seinen Anteil am Weltmarkt immer weiter zu vergrößern. Der Wettbewerbsstaat versucht die Probleme, denen er sich im Inneren ausgesetzt sieht (Überakkumulation, Arbeitslosigkeit etc.), zu exportieren, und damit seinen Handelspartnern aufs Auge zu drücken. Dass dies auf Dauer nicht ohne den Widerstand der Konkurrenten abgeht, müsste eigentlich jedem klar sein.

Die Rede von der "Globalisierung" und die damit verbundene "Standort"-Debatte ist also nichts anderes als der Versuch, Probleme, die sich aus dem Strukturbruch (Kisker) in der Entwicklung der Kapitalakkumulation ergeben, nicht binnenökonomisch, also im eigenen Land, sondern auf Kosten der Nachbarn und der Dritten Welt zu lösen. Daher nochmals:

Eine Volkswirtschaft, die auf permanente Aussenhandelsüberschüsse angewiesen ist, lebt auf Kosten ihrer Handelspartner und ist daher nur als krank zu betrachten.
Nebenbei eignen sich die Schlagwörter "Globalisierung" und "Standort" ganz vorzüglich, über die angebliche Dominanz des Weltmarktes die reale Dominanz der Anteilseigner (Shareholder) in den Unternehmen zu befestigen. Wenn sich die nationalen Wettbewerbsstaaten in einem fortwährenden Wirtschaftskrieg aller gegen alle befinden, dann haben nur noch die Kapitäne auf der Brücke das Sagen - Arbeitnehmer-Mitbestimmung wirkt unter solchen Bedingungen (nationaler Notstand!) veraltet und überholt.

Casino-Kapitalismus
Das Problem der strukturellen Überakkumulation besteht nun im Besonderen darin, dass, aufgrund der weltweit in praktisch allen Branchen bestehenden Überkapazitäten, eine profitable Anlage von erwirtschafteten Gewinnen (Reinvestition) als Realkapital (produktives Kapital) nicht mehr gewährleistet ist. Auf deutsch: Das Kapital weiß nicht mehr, wohin mit seinen Gewinnen...
Dies hat zur Folge,

dass Realinvestitionen überwiegend als Ersatz­ und Rationalisierungsinvestitionen auftreten (Arbeitsplatzverluste),
dass Konkurrenzfirmen aufgekauft und teilweise still- oder zusammengelegt werden (Arbeitsplatzverluste),
dass trotzdem riesige Geldvermögen auflaufen, die nach Anlageformen jenseits der industriellen Produktion verlangen.
Das Problem besteht also nicht darin, dass zu wenig Geld verfügbar ist - es gibt vielmehr einen gewaltigen Überschuss, der sich privatwirtschaftlich profitabel gar nicht mehr investieren lässt! Anstatt nun diese Gelder steuerlich abzuschöpfen und über öffentliche Investitionen der Allgemeinheit zukommen zu lassen - von der sie ja schließlich erarbeitet wurden -

belässt der neoliberale Staat dieses Geld in der Privatwirtschaft, die dafür gar keine Verwendung mehr hat, und
verschuldet sich zusätzlich noch gegenüber den privaten Anlegern, die auf diese Weise Steuergelder als Zinszahlungen erhalten.
Somit ist auch die sogenannte Staatsverschuldung nichts anderes als eine gigantische Umverteilung von Steuerzahlern zu Geldbesitzern - und diese beiden Personenkreise sind in der Regel nicht identisch...

Da auf diese Weise immer noch mehr Geld in private Hände gelangt, boomen als letztes Ventil die Aktienkurse in immer absurdere Höhen. Auf den internationalen Finanzmärkten werden Kurs-"Gewinne" gemacht, die durch keinerlei Realkapital-Zuwachs gedeckt werden können: Luftgeld, das nur solange existiert, wie der Ballon weiter wächst. Jede private Idiotie ist anscheinend besser als jede öffentliche Investition...

Währenddessen verdrecken und vergammeln unsere Schulen und Universitäten, die Infrastruktur unserer Gemeinden verfällt, Arbeitslose und Rentner müssen jede Woche neue Einschränkungen wegstecken usw. usf... (Vor ein paar Wochen ließ sich im Fernsehen ein Schuldezernent auf Anfrage zu der Aussage herbei, "die Hygiene an den Schulen seiner Gemeinde sei gewährleistet, wenngleich auf niedrigem Niveau..." Die parallel dazu gezeigten Bilder bestätigten eindrücklich den letzten Halbsatz.)

Dass die flächendeckende Einführung privater, "kapitalgedeckter" Altersruhefonds das Letzte ist, was wir in dieser Situation brauchen, müsste eigentlich sogar ein Walter Riester verstehen - aber er versteht es nicht! Wer um alles in der Welt soll denn die Zinsen erwirtschaften, die diese Fonds an ihre Inhaber ausschütten sollen? Die Börsen? Wenn der Kursballon eines sicheren Tages platzt, dann sind nicht nur die Zinsen weg, sondern auch das verzinste Kapital - und damit die Renten. (Börsianer pflegen sich in solchen Fällen mit der Erkenntnis zu trösten, "dass das Geld nicht wirklich weg sei, es habe lediglich den Besitzer gewechselt." Ob das wohl auch die Rentner tröstet?)

Betrachtet man den Zeitraum von 1979 (Antritt Regierung Thatcher in GB) bis 1998 (Abwahl Regierung Kohl in der BRD), so hatte der Wirtschaftsliberalismus knapp 20 Jahre Zeit, um die Probleme der strukturellen Überakkumulation zu bearbeiten. Das Resultat dieser 20 Jahre haben wir weiter oben schon angesprochen:

Erhöhung der Staatsverschuldung um 300%,
Erhöhung der Arbeitslosigkeit um 200%,
demzufolge Verarmung der öffentlichen Haushalte,
sinkende Lebensqualität weiter Kreise der Bevölkerung,
eine früher in diesem Maße unbekannte Staats-, Demokratie- und Politikverdrossenheit,
eine deutliche und anhaltende Schwächung der Gewerkschaften.
Den letzten Punkt würde ein Liberaler wohl als Erfolg seiner Politik verbuchen...

Dass der Verzicht auf eine aktive staatliche Nachfragepolitik mit
leistungs- und sachgerechter Besteuerung (öffentliche Einkommen),
mit sinnvollen öffentlichen Investitionen (öffentliche Nachfrage) und
möglichst hohen Sozialtransfers (private Nachfrage)
nur dieses Resultat zeitigen konnte, war Ökonomen vom Fach zu jeder Zeit klar.
Antworten
ribald:

al-Qaida, eine Wohltätigkeitsorganisation? DRK?

 
13.01.02 13:21
SPIEGEL ONLINE - 13. Januar 2002, 13:06

www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,176913,00.html
Al-Qaida

Bin Ladens Kronprinz steht bereit

Wo sich Osama Bin Laden aufhält ist unbekannt, ob er überhaupt noch lebt ebenso. Doch hinter dem Gespenst Bin Laden steigt ein Mann auf, der die Führung in der angeschlagenen Terrortruppe übernehmen könnte. Die Jagd auf Bin Ladens Nachfolger hat begonnen.

 
AFP/DPA

Gefangene al-Qaida-Kämpfer in Afghanistan: Viele gingen offenbar durch die Schule von Abu Zubeida


Hamburg - Friedensforscher haben gleich nach den Anschlägen vom 11. September prophezeit: Wenn Bin Laden militärisch ausgeschaltet würde, stünden zehn neue Bin Ladens auf. Soweit bekannt, ist der Terrorfürst noch nicht unschädlich gemacht, doch ein möglicher Nachfolger zeichnet sich bereits ab.

US-Behörden haben einen Mann ins Visier genommen, der bestimmt worden sein soll, die Stafette im al-Qaida-Netzwerk von Bin Laden zu übernehmen und die Terrorgruppe zu reorganisieren. Sein Name: Abu Zubeida.

Bisher soll Zubeida ein Kurier für Bin Laden gewesen sein, berichtet der "Independent". Als solcher habe er viele Mitglieder der weitverzweigten Terrororganisation kennengelernt. Er soll auch Kontakt zu dem Attentätern vom 11. September gehabt haben, schreibt die Zeitung.

Obwohl die Taliban in Afghanistan aus den Zentren vertrieben wurden und der größte Widerstand der al-Qaida-Kämpfer gebrochen ist, nehmen die US-Behörden an, dass Bin Ladens Extremisten immer noch eine Gefahr für den Westen darstellen. Die Mitteilung der Regierung Singapurs vom Freitag über einen Plan von mit al-Qaida in Verbindung gebrachten Terroristen, Bombenanschläge auf westliche Einrichtungen in dem südostasiatischen Stadtstaat zu verüben, unterstrichen die Bedrohung, die von Bin-Laden-Leuten weiterhin ausgehe.

 
AP

Al-Dschasira-Aufnahme: die al-Qaida-Chefs Osama Bin Laden und Ayman al-Zawahri


Von Seiten hoher Militärs in Tampa, Florida, hieß es, es gebe eine Prioritätenliste von gesuchten al-Qaida-Mitgliedern - und ganz oben stehe Zubeida. Weil Zubeida vermutlich der Verbindungsmann zwischen Bin Laden und den Attentätern vom 11. September war, seien die Fahnder schärfer darauf, ihn zu bekommen, als etwa den ideologischen und strategischen Kopf der al-Qaida, Ayman al-Zawahri.

Die Bedeutung Zubeidas für die US-Regierung wird aus anderer Quelle bestätigt. Gegenüber der "Los Angeles Times" sagte ein Beamter der Bush-Regierung, Zubeida sei so etwas wie der Außenminister der al-Qaida. "Er war für die Infrastruktur in den Ausbildungslagern zuständig, er brachte Terroristen in die Camps, bildete sie dort aus und brachte sie zurück in ihre Herkunftsländer oder in Länder, wo al-Qaida sie benötigte." Der Beamte fuhr fort: "Er ist ein äußerst wichtiges Rädchen im Getriebe der al-Qaida, und sicher ist er einer, der die Organisation übernehmen wird, wenn Bin Laden nicht mehr da ist. Wir haben ein hohes Interesse, ihn zu fassen."

Der US-Geheimdienst schätzt, dass seit 1996, als Bin Laden vom Sudan nach Afghanistan ging, rund 15.000 Nachwuchsleute durch die Ausbildungslager gegangen sind, die von Zubeida geführt wurden.

Über Abu Zubeida ist nicht sehr viel bekannt. Er soll zwischen 30 und 40 Jahre alt sein. Sein richtiger Name sei Zain al-Abidin Mohammad Hussein, hieß es. Wo er geboren wurde, ist den Behörden nicht klar. Es wird vermutet, dass er aus dem Gaza-Streifen stammt, andere Quellen reden davon, dass Zubeida in Saudi Arabien zur Welt kam. Ein US-Ermittler berichtete, dass Zubeida als al-Qaida-Bote mindestens 37 verschiedene Decknamen und Pässe benutzt haben soll.

Vermutlich als Cheforganisator soll er 1998 an den Anschlägen auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam beteiligt gewesen sein und im Oktober 2000 beim Anschlag auf die USS Cole im Jemen.



Antworten
ribald:

@schnorrer

 
13.01.02 13:26
arbeitsloser Marxist?
vermute, frustrierter Lehrer mit monatlich 6.000 DM Nettoeinkommen usw.
grüße
gribaldi
Antworten
Schnorrer:

Re ribald: Lehrer ist korrekt. Woher weißt du das?

 
13.01.02 13:52
Genau: Frührentner. DM 1.500 im Monat. Deshalb gehe ich schnorren. Und die Wände meiner Dachwohnung sind immer noch nicht isoliert, aber die Mieterhöhung dafür habe ich schon seit einem Jahr. Brauchst Du noch weitere Angaben?

Ich finde es beschämend, daß bei Aufkommen von diskussionswürdigen Thesen die Assoziationskeule des zu kurz gekommenen verabreicht wird.

Ich schnorre übrigens immer an Bahnhöfen, quer durch dieses Land. Ich habe inzwischen viele Freunde. Freunde.


So, der Flattermann ruft. Mahlzeit.
Antworten
hjw2:

@schnorrer..wäre nett wenn du

 
13.01.02 14:00
die Links zu deinen Beiträgen mal durchschiebst, thx.
Gruss
hjw
Antworten
Schnorrer:

Re hjw: Verzeihung, Meister. Ist das hier üblich?

 
13.01.02 14:04

home.t-online.de/home/ralph.netzker/fordism.htm
Antworten
hjw2:

@schnorrer , danke chef..*g* o.T.

 
13.01.02 14:06
Antworten
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