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In Europa geht es bergauf


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Nassie:

In Europa geht es bergauf

 
15.06.03 21:40
Amerikanische Konjunkturexpertin Fosler rechnet 2004 mit drei Prozent Wachstum
New York  -  Europa steht viel besser da, als die meisten glauben. Die europäischen Wachstumsraten werden bald zu den Werten in den USA aufschließen. Ursache hierfür seien die Reformen der vergangenen Jahre, sagt Gail Fosler, Chefökonomin des Conference Board, einem der wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute in den USA. Mit der angesehenen Volkswirtin sprach Martin Halusa.


DIE WELT: Frau Fosler, Sie sagen in Ihrer neuesten Studie, das Wachstum in Europa werde deutlich zunehmen. Ursache seien "strukturelle Veränderungen". Welche meinen Sie?


Gail Fosler: Für das Wachstum gibt es zwei Gründe - zyklische und strukturelle Veränderungen. Die USA befinden sich derzeit auf Wachstumskurs, der sich im Verlauf dieses Jahres beschleunigen wird. Da die deutsche, europäische und amerikanische Wirtschaft eng verzahnt sind, heißt dies: In Europa geht es bergauf, wenn sich die Lage in den USA verbessert.


DIE WELT: Europa, exklusive Deutschland?


Fosler: Diese Voraussage gilt auch für Deutschland, das sich als einziges europäisches Land in einer Rezession befand. In Europa geht derzeit etwas vonstatten, das lange Zeit das Wachstum gebremst hat: Die Strukturen ändern sich. Es gibt mehr Zeitverträge, mehr Frauen, die arbeiten, die Ladenschlusszeiten haben sich geändert - und der europäische Markt hat sich deutlich vergrößert. Dies alles hat dazu geführt, dass sich der Dienstleistungsbereich vergrößerte. Europa schließt nun zu den USA auf.


DIE WELT: Wie stark wird Europa wachsen?


Fosler: Im kommenden Jahr wird Europas Wirtschaft um drei Prozent wachsen. Dies ist zwar immer noch weniger als die vier Prozent, die für die USA erwartet wird. Dennoch ist die Lage in Europa weitaus besser als viele annehmen.


DIE WELT: Europas Exporteure klagen. Wird das Wachstum durch den starken Euro nicht geschwächt?


Fosler: Der hohe Kurs des Euro ist ein Gegengewicht zu all dem Pessimismus, der in Europa herrscht. Als der Euro Anfang 1999 eingeführt wurde, befanden sich die USA in einer Investitionsblase. Doch seither ist eine Menge geschehen. Und dazu gehört, dass der Euro nun das erfüllt, was er versprochen hatte. Europa wird durch die Währung vereint.


DIE WELT: Wie es heißt, haben auch die Firmenübernahmen in Europa zugenommen. Ein weiteres Indiz für ein allmähliches Wachsen?


Fosler: In der Tat: Gerade durch den europäischen Wirtschaftsraum sowie das Wegfallen von Grenzen und Zöllen, werden Übernahmen und Zusammenschlüsse einfacher. In diesem Bereich holt Europa im Vergleich zu den USA auf. Die Firmen erkennen jetzt, welche Chancen ein gemeinsames Europa bietet.


DIE WELT: Die Lage in den USA und Europa ist immer noch höchst unterschiedlich. Amerika ist weiter robuster. Woran liegt dies?


Fosler: Dies liegt vor allem an der Konzentration auf die Erzeugende Industrie in Europa. Dies führt zu hoher struktureller Arbeitslosigkeit. Die USA haben die Nase vorne, weil dort die High-Tech-Industrie stärker ausgeprägt ist - dies hat zu einem erheblichen Schwung auf dem Markt und bei der Produktivität geführt. Dies gilt vor allem für den Dienstleistungsbereich. Europa steht nun genau vor dieser Schwelle. Und je mehr sich Europa von der Industrie zur Dienstleistung bewegt, desto schneller geht es dort konjunkturell vorwärts.


DIE WELT: Trotz des Aufschwungs gehen in den USA Jobs verloren. Wann kommt die Trendumkehr?


Fosler: Diese Entwicklung wird sich Anfang kommenden Jahres einstellen. Die Arbeitslosenquote ist mit 6,1 Prozent relativ gering für eine Rezession, die wir in den USA hatten. Eine Menge Jobs in der Industrie - vor allem bei High-Tech - sind verloren. Viele dieser Arbeitsplätze werden aber wiederkommen. Ein Teil der neuen Stellen in der Industrie wird ins Ausland abwandern; aber dafür steigt in den USA die Nachfrage nach Beschäftigen im Servicebereich. Und das nicht nur bei großen Firmen, sondern vor allem in Kleinbetrieben und beim Mittelstand.


DIE WELT: Gibt es überhaupt Bedarf an weiteren Steuer- oder Zinssenkungen, wenn alles so gut läuft?


Fosler: Wenn die Zinsen weiter gesenkt werden, würde die Wirtschaft überhitzen. Das Gerede über Deflation ist irreführend, es gibt keinen Beweis dafür, dass die Preise bedrohlich sinken. Was die Steuern angeht: Wir haben soeben eine der größten Steuersenkungen in der Geschichte verabschiedet. Deshalb werden weder die Federal Reserve noch die Regierung weitere Konjunkturhilfen geben.


DIE WELT: Das Conference Board ist vor allem dafür bekannt, das Vertrauen der Amerikaner zu messen. Wie ist deren Laune gerade?


Folser: Die Laune der Konsumenten verbessert sich, das Vertrauen erhöht sich. Vor allem die Erwartung, dass es besser wird, steigt derzeit von Monat zu Monat. Die Amerikaner sind sehr optimistisch.


DIE WELT: sie sind so optimistisch, dass sie die Aktienkurse in die Höhe katapultiert haben. Bläht sich gerade eine neue Blase an den Börsen auf?


Fosler: Die Börse ist ein wenig zu schnell in die Höhe gegangen. Die Richtung stimmt, aber der Markt ist vielleicht etwas zu euphorisch.


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