Ifo - Kapazitäten in Industrie immer geringer ausgelastet
- frei zur Veröffentlichung: Sonntag, 24.00 Uhr -
München, 18. Nov (Reuters) - Die westdeutsche Industrie kann ihre vorhandenen Kapazitäten nach einer Erhebung des Münchener Ifo-Instituts immer weniger auslasten und rechnet auch nicht mit einer Trendwende. Im September seien die Produktionsanlagen im verarbeitenden Gewerbe, um saisonale Effekte bereinigt, zu 84,6 Prozent genutzt worden, ermittelten die Konjunkturforscher in der am Sonntag veröffentlichten Studie. Drei Monate zuvor waren es noch 85,6 Prozent. Geringer ausgelastet waren die Kapazitäten zuletzt vor knapp fünf Jahren, im Dezember 1996. Die Unternehmen erwarteten, dass sich die Talfahrt in den nächsten Monaten noch beschleunigen werde.
Nach den Ergebnissen des jüngsten Ifo-Konjunkturtests dürfte ein Abbau der Kapazitäten bevorstehen: "Die fortgesetzte Abschwächung ließ die Zweifel daran wachsen, den bestehenden Produktionsapparat binnen Jahresfrist noch zufrieden stellend nutzen zu können", hieß es. Die Unternehmen betrachteten ihre Auftragsbestände zunehmend als zu klein. Sie reichten nur noch aus, um die Produktion 2,8 (Juni: 3,0) Monate auszulasten. Auch die Exportchancen hätten sich im Urteil der Industrie weiter verschlechtert. Auch im vierten Quartal sei mit einem Drosseln der Produktion zu rechnen.
Den geringsten Auslastungsgrad meldeten die Hersteller und Verarbeiter von Vorprodukten wie Metall, Kunststoff, Papier und Holz mit 83,8 (84,9) Prozent. Angesichts deutlich getrübter Aussichten bezeichnete jeder fünfte Teilnehmer der Umfrage seine Kapazitäten mit Blick auf die nächsten zwölf Monate als zu groß. Die Investitionsgüterbranche nutzte ihre Maschinen und Anlagen im September nur noch zu 85,5 (86,6) Prozent, die auf 4,2 (4,3) Monate gesunkene Reichweite der Aufträge machte den Unternehmen zunehmend Sorgen, zumal auch aus dem Ausland keine Impulse erkennbar seien.
Bereits kräftig reduziert haben offenbar die Hersteller elektrotechnischer Geräte (Unterhaltungselektronik, Lampen, Haushaltsgeräte) ihre Kapazitäten. Sie lasteten die Produktion laut der Ifo-Studie trotz schwächerer Nachfrage und sinkender Auftragsbestände zu 84,9 (80,5) Prozent aus, sehen aber ihren Maschinenpark weiter als reichlich an. Die Gebrauchsgüterbranche verzeichnete mit 85,2 (85,5) Prozent den geringsten Rückgang in der Auslastung. Gestiegen ist die Auslastung bei Konsumgütern. Doch ein Nutzungsgrad von 85,4 (83,9) Prozent und vorliegende Aufträge für die nächsten 2,4 (2,0) Monate verliehen den Unternehmen keine Zuversicht. Die Auftragsbestände seien nach wie vor zu klein, die Impulse aus dem Ausland würden ebenfalls schwächer, was die Skepsis steigen ließ.
axh/mit
Schmuggler
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München, 18. Nov (Reuters) - Die westdeutsche Industrie kann ihre vorhandenen Kapazitäten nach einer Erhebung des Münchener Ifo-Instituts immer weniger auslasten und rechnet auch nicht mit einer Trendwende. Im September seien die Produktionsanlagen im verarbeitenden Gewerbe, um saisonale Effekte bereinigt, zu 84,6 Prozent genutzt worden, ermittelten die Konjunkturforscher in der am Sonntag veröffentlichten Studie. Drei Monate zuvor waren es noch 85,6 Prozent. Geringer ausgelastet waren die Kapazitäten zuletzt vor knapp fünf Jahren, im Dezember 1996. Die Unternehmen erwarteten, dass sich die Talfahrt in den nächsten Monaten noch beschleunigen werde.
Nach den Ergebnissen des jüngsten Ifo-Konjunkturtests dürfte ein Abbau der Kapazitäten bevorstehen: "Die fortgesetzte Abschwächung ließ die Zweifel daran wachsen, den bestehenden Produktionsapparat binnen Jahresfrist noch zufrieden stellend nutzen zu können", hieß es. Die Unternehmen betrachteten ihre Auftragsbestände zunehmend als zu klein. Sie reichten nur noch aus, um die Produktion 2,8 (Juni: 3,0) Monate auszulasten. Auch die Exportchancen hätten sich im Urteil der Industrie weiter verschlechtert. Auch im vierten Quartal sei mit einem Drosseln der Produktion zu rechnen.
Den geringsten Auslastungsgrad meldeten die Hersteller und Verarbeiter von Vorprodukten wie Metall, Kunststoff, Papier und Holz mit 83,8 (84,9) Prozent. Angesichts deutlich getrübter Aussichten bezeichnete jeder fünfte Teilnehmer der Umfrage seine Kapazitäten mit Blick auf die nächsten zwölf Monate als zu groß. Die Investitionsgüterbranche nutzte ihre Maschinen und Anlagen im September nur noch zu 85,5 (86,6) Prozent, die auf 4,2 (4,3) Monate gesunkene Reichweite der Aufträge machte den Unternehmen zunehmend Sorgen, zumal auch aus dem Ausland keine Impulse erkennbar seien.
Bereits kräftig reduziert haben offenbar die Hersteller elektrotechnischer Geräte (Unterhaltungselektronik, Lampen, Haushaltsgeräte) ihre Kapazitäten. Sie lasteten die Produktion laut der Ifo-Studie trotz schwächerer Nachfrage und sinkender Auftragsbestände zu 84,9 (80,5) Prozent aus, sehen aber ihren Maschinenpark weiter als reichlich an. Die Gebrauchsgüterbranche verzeichnete mit 85,2 (85,5) Prozent den geringsten Rückgang in der Auslastung. Gestiegen ist die Auslastung bei Konsumgütern. Doch ein Nutzungsgrad von 85,4 (83,9) Prozent und vorliegende Aufträge für die nächsten 2,4 (2,0) Monate verliehen den Unternehmen keine Zuversicht. Die Auftragsbestände seien nach wie vor zu klein, die Impulse aus dem Ausland würden ebenfalls schwächer, was die Skepsis steigen ließ.
axh/mit
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