IFO -> Industriekapazität geringer ausgelastet

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schmuggler:

IFO -> Industriekapazität geringer ausgelastet

 
18.11.01 13:17
Ifo - Kapazitäten in Industrie immer geringer ausgelastet  

- frei zur Veröffentlichung: Sonntag, 24.00 Uhr -

München, 18. Nov (Reuters) - Die westdeutsche Industrie kann ihre vorhandenen Kapazitäten nach einer Erhebung des Münchener Ifo-Instituts immer weniger auslasten und rechnet auch nicht mit einer Trendwende. Im September seien die Produktionsanlagen im verarbeitenden Gewerbe, um saisonale Effekte bereinigt, zu 84,6 Prozent genutzt worden, ermittelten die Konjunkturforscher in der am Sonntag veröffentlichten Studie. Drei Monate zuvor waren es noch 85,6 Prozent. Geringer ausgelastet waren die Kapazitäten zuletzt vor knapp fünf Jahren, im Dezember 1996. Die Unternehmen erwarteten, dass sich die Talfahrt in den nächsten Monaten noch beschleunigen werde.

Nach den Ergebnissen des jüngsten Ifo-Konjunkturtests dürfte ein Abbau der Kapazitäten bevorstehen: "Die fortgesetzte Abschwächung ließ die Zweifel daran wachsen, den bestehenden Produktionsapparat binnen Jahresfrist noch zufrieden stellend nutzen zu können", hieß es. Die Unternehmen betrachteten ihre Auftragsbestände zunehmend als zu klein. Sie reichten nur noch aus, um die Produktion 2,8 (Juni: 3,0) Monate auszulasten. Auch die Exportchancen hätten sich im Urteil der Industrie weiter verschlechtert. Auch im vierten Quartal sei mit einem Drosseln der Produktion zu rechnen.

Den geringsten Auslastungsgrad meldeten die Hersteller und Verarbeiter von Vorprodukten wie Metall, Kunststoff, Papier und Holz mit 83,8 (84,9) Prozent. Angesichts deutlich getrübter Aussichten bezeichnete jeder fünfte Teilnehmer der Umfrage seine Kapazitäten mit Blick auf die nächsten zwölf Monate als zu groß. Die Investitionsgüterbranche nutzte ihre Maschinen und Anlagen im September nur noch zu 85,5 (86,6) Prozent, die auf 4,2 (4,3) Monate gesunkene Reichweite der Aufträge machte den Unternehmen zunehmend Sorgen, zumal auch aus dem Ausland keine Impulse erkennbar seien.

Bereits kräftig reduziert haben offenbar die Hersteller elektrotechnischer Geräte (Unterhaltungselektronik, Lampen, Haushaltsgeräte) ihre Kapazitäten. Sie lasteten die Produktion laut der Ifo-Studie trotz schwächerer Nachfrage und sinkender Auftragsbestände zu 84,9 (80,5) Prozent aus, sehen aber ihren Maschinenpark weiter als reichlich an. Die Gebrauchsgüterbranche verzeichnete mit 85,2 (85,5) Prozent den geringsten Rückgang in der Auslastung. Gestiegen ist die Auslastung bei Konsumgütern. Doch ein Nutzungsgrad von 85,4 (83,9) Prozent und vorliegende Aufträge für die nächsten 2,4 (2,0) Monate verliehen den Unternehmen keine Zuversicht. Die Auftragsbestände seien nach wie vor zu klein, die Impulse aus dem Ausland würden ebenfalls schwächer, was die Skepsis steigen ließ.

axh/mit



Schmuggler
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ecki:

Ganz klares Zeichen für Rallye! o.T.

 
18.11.01 13:42
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schmuggler:

oder doch erst nen langfristigen (bis 03/06 2002)

 
18.11.01 14:47
Put
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ecki:

Der Dow als amerikanische Pensionskasse

 
18.11.01 15:04
unterliegt eigenen Gesetzen. Die werden alles versuchen, den lieber 2 oder 5 Jahre seitwärts laufen zu lassen, als einmal runter auf 6000. Auch wenns dafür Gründe gäbe.
Antworten
schmuggler:

was wären wir ohne unserer Eichel?

 
18.11.01 21:40
FOKUS 3 - Eichel - Glaube an wirtschaftlichen Aufschwung 2002  

(neu: Schröder zu vorgezogenen Investitionen)

Berlin/Nürnberg, 18. Nov (Reuters) - Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) ist zuversichtlich, dass es nächstes Jahr in Deutschland wirtschaftlich wieder aufwärts geht, ist aber wegen Milliardenrisiken durch die Postunterstützungskasse besorgt. Eichel sagte der "Welt am Sonntag", die deutsche Konjunktur sollte ihre Talsohle im Winter durchschreiten und sich dann im kommenden Jahr beleben. Ein "großes Problem" sei, dass der Bund langfristig für die Postunterstützungskasse Milliardensummen zahlen müsse. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kündigte in der ARD an, dass Investitionen im Bausektor vorgezogen würden. Der Wirtschaftsweise Horst Siebert erklärte, Deutschland befinde sich in einer "leichten Rezession".

Der "Welt am Sonntag" (WamS) sagte Eichel, ungeachtet der Wachstumsprognosen des Sachverständigenrates von 0,6 Prozent für dieses und 0,7 Prozent für das nächste Jahr bleibe die Regierung bei ihren Schätzungen. Danach sei in diesem Jahr mit einem Zuwachs von 0,75 Prozent und im nächsten Jahr von rund 1,25 Prozent zu rechnen. In diesen 1,25 Prozent für 2002 stecke eine "Bandbreite von 1,0 bis 1,5 Prozent", sagte der Minister dem Magazin "Focus". Zugleich führte er an, dass der Abbau von Überkapazitäten in Ostdeutschland zuletzt Jahr für Jahr zwischen 0,6 und 0,8 Prozent Wachstum in Deutschland gekostet habe.

Schröder sagte in der ARD in einem Vorab veröffentlichten Interview auf die Frage, ob Investitionen vorgezogen werden würden: "Auf jeden Fall, das werden wir machen, das ist eingeleitet, etwa im Straßenbau, aber auch bei der Bahn." Alles, was finanziell ohne die Anhäufung neuer Schulden gemacht werden könne, werde gemacht. "Und das wird auch Nutzen haben für insbesondere eine immer noch Not leidende Bauindustrie."

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Siebert, sagte der "WamS": "Sowohl das dritte als auch das vierte Quartal dieses Jahres schließen wir mit einem leichten (Wachstums-) Minus ab, mit steigender Tendenz." Er sagte für 2002 eine durchschnittliche Arbeitslosigkeit von 3,96 Millionen voraus. Im ersten Quartal könne sie sogar auf 4,2 Millionen steigen.

Die Wirtschaftspolitik steht im Rahmen der Debatte über den Leitantrag "Sicherheit im Wandel" am Mittwoch auf der Tagesordnung des Parteitags der SPD in Nürnberg. Die Sprecherin der SPD-Parteilinken, Andrea Nahles, sagte, sie erwarte auf dem am Montag beginnenden Parteitag eine Auseinandersetzung über stärkere Investitionsanreize für die Belebung der Konjunktur. Der Chef des SPD-Arbeitnehmerflügels, Ottmar Schreiner, forderte in einem vorab veröffentlichten Interview der "Leipziger Volkszeitung" (Montagausgabe) eine aktivere Arbeitsmarktpolitik. Dies müsse Thema auf dem Parteitag werden. Im SPD-Leitantrag werden Konjunkturprogramme jedoch abgelehnt. Forderungen nach staatlichen Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur erteilte Eichel in der "WamS" indirekt eine Absage. Er verwies auf Steuerentlastungen durch bereits getroffene Entscheidungen der Bundesregierung, die nun zu greifen begännen. Im übrigen habe der Sachverständigenrat von Konjunkturprogrammen oder ein Vorziehen der Steuerreform abgeraten.

Eichel kündigte an, dass die Erhöhung der Tabak- und der Versicherungssteuer, die rund drei Milliarden Mark für Maßnahmen für mehr innere und äußere Sicherheit nach den Anschlägen vom 11. September bringen sollen, zeitlich nicht begrenzt seien. Für Bundeshaushalt 2002 habe man eine Lücke von 15,6 Milliarden Mark abdecken müssen, die wegen der schwachen Wirtschaftsentwicklung gegenüber ursprünglichen Etat-Plänen gefehlt hätten. Eine Summe von 5,3 Milliarden Mark solle durch Privatisierungen gedeckt werden.

Der Minister räumte ein, dass der Bund langfristig durch Zuschüsse an die Unterstützungskasse der Deutschen Post AG erheblich belastet wird. "Ja, langfristig haben wir hier ein großes Problem", sagte Eichel. Wenn diese Mittel wegen schwacher Aktienkurse nicht aus Beteiligungsverkäufen aufgebracht werden könnten, "müssen wir für die Postpensionen der in einigen Jahren Steuermittel einsetzen", sagte er. Im Haushalt, wie er jetzt stehe, gebe es "keine Spielräume mehr", ergänzte Eichel im Magazin "Focus".

Eine wichtige Zukunftsaufgabe sei die Reform der Gemeindefinanzen. Eichel kündigte in der "WamS" an, Anfang des nächsten Jahres solle eine Kommission aus allen Beteiligten einberufen werden, damit in der nächsten Wahlperiode dann eine Reform der Gemeindefinanzen beschlossen werden könne.

sws (Schmuggler was sonst)
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