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Veröffentlichung der Geschäftszahlen am 25. April 2002
Kurzfazit:
Wenn am kommenden Donnerstag (25. April) die Geschäftszahlen der im AmtlichenHandel notierten HIT Trading AG veröffentlicht werden, dürfte sich so mancher Börsenbeobachter verwundert die Augen reiben. Die in München ansässige HIT Trading AG hat alleine im vergangenen Jahr mehr Geld verdient, als die Börse momentan für das Papier bezahlt! Nach meiner Schätzung wird die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2001 aufgrund eines außerordentlichen
Veräußerungsgewinns einen Jahresüberschuß von ca. 12,5 Mio. Euro oder ca. 29,50 Euro pro Aktie ausweisen. Vor dem Hintergrund der im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich veränderten Vermögenslage sehe ich für die Aktie, ausgehend von einem heutigen Kurs von 27 Euro, ein kurzfristiges Kurspotential von ca. 30% bis zu einem Kurs von ca. 36 Euro. Alleine das Eigenkapital der HIT AG würde bei Eintreffen der Prognose ca. 45 Euro pro Aktie betragen. Bei nicht negativer Ertragslage und steigenden Unternehmensgewinnen sollte diese Zahl mittelfristig die Untergrenze für eine faire Bewertung darstellen.
Wenn die Gesellschaft bei Anspringen der Konjunktur den operativen Turnaround bestätigt und zu alten Umsatzgrößen und Margen zurückfindet, sind mittel- bis langfristig auch deutlich höhere Kurse denkbar.
HIT AG: Jahresgewinn 2001 höher als Börsenwert
Die Gründe für den Kursverfall in den 90er-Jahren
Um diese Situation und den Kursverfall der HIT-Aktie in den 90er-Jahren zu
verstehen, müssen wir die Vergangenheit und Geschichte der HIT Trading AG
erläutern. Das Unternehmen hieß früher HIT Herlitz International Trading AG
und war die börsennotierte Tochter der Berliner HERLITZ AG, die für den
Papierhandel zuständig war. Nach der Wende und dem Fall des eisernen Vorhangs
gehörte HIT zu denjenigen Unternehmen, die schnell unternehmerisch im
ehemaligen Ostblock und vor allem in Russland aktiv wurden. HIT engagierte
sich hierbei vor allem als Anteilseigner einer russischen Papierfabrik mit dem
Namen AO VOLGA. Die Russen gerieten Mitte der 90er-Jahre in wirtschaftliche
Schwierigkeiten. Der Niedergang zog HIT in einen Sog, der das Unternehmen an
den Rand der Überlebensfähigkeit zerrte. Das Vermögen von HIT schmolz wie
Butter in der Sonne. Alleine im Jahre 1997 musste HIT einen Fehlbetrag im
Konzern von über 85 Mio. DM vermelden. Der Aktienkurs, der im Frühjahr 1996
noch bei über 320 Euro lag, brach innerhalb der folgenden 3 Jahre um 95% ein.
Die Beteiligung an der AO VOLGA musste in voller Höhe wertberichtigt werden.
Nur mit Hilfe der Banken und drastischen Maßnahmen konnte HIT diese schwierige
Zeit überleben. Im Jahre 1994 beschäftigte HIT 459 Mitarbeiter, im
Geschäftsjahr 2000 waren es gerade einmal 46. Für umfangreiche
Forderungsverzichte der Banken wurden Besserungsscheine ausgestellt, die im
Falle einer Gesundung der HIT vorrangig bedient werden mussten.
Institutionelle Anleger, die früher in HIT engagiert waren, kehrten der Aktie
genauso den Rücken wie viele Kleinanleger, denen die Unsicherheit über die
weitere Entwicklung zu groß erschien. Auch die Besserungsscheine der Banken
machten wenig Hoffnung, daß für die Aktionäre nennenswerte Gewinne übrig
blieben.
HIT verschwand damit praktisch in der Versenkung. Nur so ist es zu erklären,
daß die Aktie trotz einer eigentlich aufsehenerregenden Entwicklung im
vergangenen Jahr noch zu den aktuellen Kursen zu haben ist.
Verkauf der AO VOLGA in 2001 mit hohem Gewinn
Im Februar 2001 berichtete HIT, daß die Beteiligung an der AO VOLGA, die bei
HIT nur noch mit 1,- DM in den Büchern stand, 'unter dem Vorbehalt des
Eintritts bestimmter Voraussetzungen' verkauft wurde. Im April 2001 sind diese
Vorbehalte entfallen, HIT erklärte, daß sie mit dem außerordentlich hohen
Veräußerungsgewinn nicht nur alle Besserungsscheine der Banken vollständig
ablösen würde, sondern darüberhinaus einen Jahresüberschuß von 35 Mio DM (42
Euro pro Aktie) erwarte. Der Aktienkurs sprang nach dieser Meldung kurz an, um
aber kurz danach wieder auf das Kursniveau vor Veröffentlichung des AO
VOLGA-Verkaufs zurückzukehren als bekannt wurde, daß HIT den Kaufpreis, den
eine russische Bank der HIT schuldete, bisher nur zu einem kleinen Teil
erhalten hatte. Insbesondere wurde von Marktteilnehmern die schwer
einzuschätzende Zahlungsbereitschaft der in Deutschland nur Experten bekannten
russischen Bank als Argument für die fehlende Kaufbereitschaft angeführt. Die
HIT-interessierten Anleger hatten in den letzten Jahren einfach zu viele
negativen Erfahrungen mit russischen Geschäftspartnern der HIT AG gemacht.
Im Oktober 2001 meldete HIT wiederum, daß 'der letzte vertragliche Bestandteil
über den Verkauf der Beteiligung an der russischen Papierfabrik AO VOLGA
unterzeichnet und damit das gesamt Vertragswerk abgeschlossen sei. Die HIT AG
hat die vereinbarte Kaufpreiszahlung von der Alfa Bank, Moskau, erhalten.'
Diese etwas unspektakulär klingende Meldung, in der keine Zahlen genannt
wurden, beseitigte alle Bedenken bezüglich der Kaufpreiszahlung. Die Aktie hat
auf diese Meldung nur noch unwesentlich reagiert. Seit Veröffentlichung der
Meldung bewegt sie sich in einer schmalen Range zwischen 23 Euro und 27 Euro.
Wesentliche Verbesserung der fundamentalen Daten
Bei der Angabe des Ergebnisses von prognostizierten 29,50 Euro pro Aktie im
Geschäftsjahr 2001 ist die vollständige Bedienung der Besserungsscheine der
Banken bereits berücksichtigt. Aus diesen Besserungsscheinen entstehen der HIT
AG zukünftig keine Belastungen mehr.
Fundamental betrachtet verbessert sich die Bilanzstruktur der HIT AG durch den
hohen Gewinn erheblich. Das Eigenkapital wird sich mehr als verdreifachen. Die
erhöhte Eigenkapitalquote wird der Gesellschaft wesentlich größere Spielräume
im laufenden Handelsgeschäft einräumen, als dies in den letzten Jahren möglich
war. Die Rückführung von Verbindlichkeiten hat positive Effekte auf die
Ertragslage, da die Zinsbelastung rückläufig sein wird.
Auf der Aktivseite der Bilanz wurden in den letzten Jahren die vorhandenen
Risiken beseitigt. Der größte Posten in der 2000er-Bilanz waren bei einer
Bilanzsumme von 29,2 Mio Euro die Forderungen aus Lieferung und Leistung im
Umfang von 20,7 Mio Euro, die in Höhe von 19,1 Mio. Euro 'durch
Hermes-Bürgschaften oder unwiderrufliche bankbestätigte Akkreditive' besichert
waren.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit war im Geschäftsjahr 2000 in
der AG mit -0,57 Mio Euro leicht negativ, im Konzern mit +0,48 Mio. Euro
leicht positiv. Das operative Geschäft stellt den Schlüssel für den
zukünftigen Erfolg dar und hiermit möchte ich ausdrücklich auf das größte
Risiko eines HIT-Engagements hinweisen. Sollte die Ertragslage der HIT AG im
operativen Geschäft nachhaltig keine positiven Impulse bekommen, wird das
vorhandene Kapital nach und nach aufgezehrt, was sich entsprechend in den
Aktienkursen niederschlagen dürfte. Es ist damit zu rechnen, daß das
HIT-Geschäft als weltweiter Papierhändler durch die schlechte Konjunktur und
die Zurückhaltung großer Konzerne/Verlage in der Bevorratung großer
Papiermengen im Anschluß an die Anschläge des 11. September 2001 negativ
beeinflusst wurde. In 2000 wurden noch über 100 Mio. Euro umgesetzt, diese
Zahl könnte im Jahr 2001 niedriger ausgefallen sein. Gleichzeitig dürfte das
Geschäft von einem von den Wirtschaftsforschungsinstituten prognostizierten
Konjunkturaufschwung entsprechend positive Impulse erhalten.
Nach Aussagen der Gesellschaft wird im operativen Geschäft im laufenden
Geschäftsjahr aufgrund weiterer Kostensenkungen und der verbesserten
Kapitalausstattung mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet.
Steuerlich betrachtet befindet sich HIT in einer komfortablen
Ausgangssituation. Die Verluste der 90er-Jahre waren so hoch, daß die
Gesellschaft über erhebliche steuerliche Verlustvorträge verfügt, die mehr als
120 Euro pro Aktie betragen sollen. Somit werden zukünftige Gewinne der HIT
auf Jahre hinaus steuerfrei vereinnahmt werden können.
Das Grundkapital der HIT Trading AG läuft übrigens noch auf der rechnerischen
Basis der alten 50,- DM - Aktien und ist eingeteilt in 424.000 Aktien. Die
gesamte Marktkapitalisierung beträgt damit auf der Basis des aktuellen
Aktienkurses von 27,- Euro ca. 11,5 Mio Euro. Bei einem Umsatz in 2001 von
geschätzten 75 Mio. Euro (Untergrenze) beträgt das Kurs-Umsatz-Verhältnis KUV
damit nur 0,15, das KGV liegt unter 1, ist allerdings aufgrund des einmaligen
Gewinns aus der Veräußerung der AO VOLGA nicht repräsentativ. Der Jahresgewinn
liegt damit allerdings - und das ist sehr selten - über der
Marktkapitalisierung der Aktie.
HERLITZ AG kein Aktionär mehr
Veränderungen gab es in den letzten 2 Jahren in der Aktionärsstruktur der HIT
TRADING AG. Die sich seit Jahren in Schwierigkeiten befindliche Berliner
HERLITZ AG veräußerte zum 18.5.2000 39,7% der HIT-Aktien an eine amerikanische
Gesellschaft mit dem Namen PAPERSPACE.COM. Es war seit längerer Zeit im
Gespräch, daß die bei HERLITZ verbliebenen 10% an der HIT AG ebenfalls an
PAPERSPACE verkauft werden sollten. Nachdem die HERLITZ AG erst jüngst
Insolvenz angemeldet hat und die verbliebenen Vermögensgegenstände mit
Sicherheit zur Tilgung der Verbindlichkeiten verwendet werden, wurde auf
Anfrage bei HERLITZ bestätigt, daß das restliche 10%-Paket an HIT ebenfalls an
PAPERSPACE verkauft wurde.
In einer Meldung der HIT AG wurde erläutert, daß die DRESDNER BANK indirekt an
HIT beteiligt sei. Hintergrund dieser Meldung ist der Umstand, daß die von
HERLITZ veräußerten HIT-Aktien zu Gunsten der Bank gesperrt waren und auf
einem Treuhandkonto lagerten. Der Verkauf sollte wirtschaftlich erst in der
Zukunft abgewickelt werden, so daß formal der Dresdner Bank die Stimmrechte
zugerechnet wurden. Dieser Sachverhalt ist in der Zwischenzeit entfallen.
PAPERSPACE hält direkt 49,7% an HIT.
Ca. 10% der HIT-Aktien dürften sich außerdem im Eigenbesitz befinden. Der
Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Herr Ernst Schennen, erläuterte bereits
auf letzten Hauptversammlung im Juni 2001, daß er 'das extrem günstige
Kursniveau auch zum Rückkauf eigener Aktien nutzen' wolle. Da die im
Eigenbestand der HIT AG gehaltenen Aktien auf der HV kein Stimmrecht haben,
kontrolliert die PAPERSPACE trotz der knapp unter 50% liegenden
Beteiligungshöhe die Mehrheit der stimmberechtigten Aktien.
Dividendenzahlung angekündigt
Die HIT TRADING AG hat vor dem Hintergrund des sehr guten Ergebnisses in 2001
die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung angekündigt. Der Großteil des Gewinns
des Vorjahres dürfte zwar vorrangig für bisher zurückgestellte, dringend
notwendige Investitionen verwendet bzw. für das operative Geschäft eingesetzt
werden. Die Zahlung einer Anfangsdividende ist jedoch für den Kapitalmarkt ein
Zeichen, daß die Gesellschaft die Probleme der 90er-Jahre endgültig hinter
sich gelassen hat.
Kurzfristiges Kurspotential
Vor dem Hintergrund der stark veränderten Vermögenslage aufgrund des sehr
hohen Gewinns in 2001 und einem prognostizierten ausgeglichenen Ergebnis 2002
halte ich die Höhe des ausgewiesenen Eigenkapitals von geschätzten 45 Euro pro
Aktie für die mittelfristige Untergrenze eines 'fairen' Aktienkurses. Aus
Gründen der Unsicherheit über das laufende operative Geschäft nehme ich aus
Vorsichtsgründen nochmals einen Abschlag von 20% vor und komme so auf einen
Kurs von 36 Euro. Ausgehend vom heutigen Kurs von 27 Euro ergibt sich damit
ein kurzfristiges Kurspotential von ca. 30%.
Bei nachhaltig negativer Ertragslage im operativen Geschäft der HIT AG
bestehen zweifelsfrei Risiken für die Aktionäre. Das aktuelle
Rückschlagpotential erscheint aber aus heutiger Sicht vor dem Hintergrund der
guten Vermögenslage der HIT begrenzt. Sollte sich die Ertragslage der HIT AG
stabilisieren, in 2002 zumindest ein ausgeglichenes und in den Folgejahren
steigende Ergebnisse erzielt werden können, dürfte das vorhandene Eigenkapital
der HIT AG von ca. 45 Euro pro Aktie das mittelfristige Kursziel darstellen.
Gemessen am heutigen Kurs wäre das immerhin ein Kurspotential von ca. 65%.
Wenn die Gesellschaft bei Anspringen der Konjunktur den operativen Turnaround
bestätigt und zu alten Umsatzgrößen und Margen zurückfindet, sind mittel- bis
langfristig auch deutlich höhere Kurse denkbar.
Interessenten der HIT-Aktie sollten die Marktenge des Papiers nicht aus den
Augen verlieren. Von den 424.000 ausstehenden Aktien sind nur ca. 170.000
(=40%) im Streubesitz. Der Handel, der in der Vergangenheit nur selten über
1.000 Aktien täglich lag, verteilt sich über mehrere Börsenplätze. Die
umsatzstärksten Börsenplätze sind Frankfurt, München und Düsseldorf. Oftmals
lohnt sich ein Vergleich der Kurse, da zwischen den Börsenplätzen zum Teil
Kursunterschiede von mehreren Prozentpunkten liegen.
Viel Erfolg bei Ihren Börsengeschäften wünscht Ihnen
Peer Share
P.S. Bitte beachten Sie den Risikohinweis auf der Internetseite der
SHARE-INFOS unter http://www.share-infos.de
HIT TRADING AG (WPK 605290); letzter Kurs 27 Euro; Amtlicher Handel;
Umsatzstärkste Börsenplätze Frankfurt, München, Düsseldorf
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Veröffentlichung der Geschäftszahlen am 25. April 2002
Kurzfazit:
Wenn am kommenden Donnerstag (25. April) die Geschäftszahlen der im AmtlichenHandel notierten HIT Trading AG veröffentlicht werden, dürfte sich so mancher Börsenbeobachter verwundert die Augen reiben. Die in München ansässige HIT Trading AG hat alleine im vergangenen Jahr mehr Geld verdient, als die Börse momentan für das Papier bezahlt! Nach meiner Schätzung wird die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2001 aufgrund eines außerordentlichen
Veräußerungsgewinns einen Jahresüberschuß von ca. 12,5 Mio. Euro oder ca. 29,50 Euro pro Aktie ausweisen. Vor dem Hintergrund der im Vergleich zu den Vorjahren wesentlich veränderten Vermögenslage sehe ich für die Aktie, ausgehend von einem heutigen Kurs von 27 Euro, ein kurzfristiges Kurspotential von ca. 30% bis zu einem Kurs von ca. 36 Euro. Alleine das Eigenkapital der HIT AG würde bei Eintreffen der Prognose ca. 45 Euro pro Aktie betragen. Bei nicht negativer Ertragslage und steigenden Unternehmensgewinnen sollte diese Zahl mittelfristig die Untergrenze für eine faire Bewertung darstellen.
Wenn die Gesellschaft bei Anspringen der Konjunktur den operativen Turnaround bestätigt und zu alten Umsatzgrößen und Margen zurückfindet, sind mittel- bis langfristig auch deutlich höhere Kurse denkbar.
HIT AG: Jahresgewinn 2001 höher als Börsenwert
Die Gründe für den Kursverfall in den 90er-Jahren
Um diese Situation und den Kursverfall der HIT-Aktie in den 90er-Jahren zu
verstehen, müssen wir die Vergangenheit und Geschichte der HIT Trading AG
erläutern. Das Unternehmen hieß früher HIT Herlitz International Trading AG
und war die börsennotierte Tochter der Berliner HERLITZ AG, die für den
Papierhandel zuständig war. Nach der Wende und dem Fall des eisernen Vorhangs
gehörte HIT zu denjenigen Unternehmen, die schnell unternehmerisch im
ehemaligen Ostblock und vor allem in Russland aktiv wurden. HIT engagierte
sich hierbei vor allem als Anteilseigner einer russischen Papierfabrik mit dem
Namen AO VOLGA. Die Russen gerieten Mitte der 90er-Jahre in wirtschaftliche
Schwierigkeiten. Der Niedergang zog HIT in einen Sog, der das Unternehmen an
den Rand der Überlebensfähigkeit zerrte. Das Vermögen von HIT schmolz wie
Butter in der Sonne. Alleine im Jahre 1997 musste HIT einen Fehlbetrag im
Konzern von über 85 Mio. DM vermelden. Der Aktienkurs, der im Frühjahr 1996
noch bei über 320 Euro lag, brach innerhalb der folgenden 3 Jahre um 95% ein.
Die Beteiligung an der AO VOLGA musste in voller Höhe wertberichtigt werden.
Nur mit Hilfe der Banken und drastischen Maßnahmen konnte HIT diese schwierige
Zeit überleben. Im Jahre 1994 beschäftigte HIT 459 Mitarbeiter, im
Geschäftsjahr 2000 waren es gerade einmal 46. Für umfangreiche
Forderungsverzichte der Banken wurden Besserungsscheine ausgestellt, die im
Falle einer Gesundung der HIT vorrangig bedient werden mussten.
Institutionelle Anleger, die früher in HIT engagiert waren, kehrten der Aktie
genauso den Rücken wie viele Kleinanleger, denen die Unsicherheit über die
weitere Entwicklung zu groß erschien. Auch die Besserungsscheine der Banken
machten wenig Hoffnung, daß für die Aktionäre nennenswerte Gewinne übrig
blieben.
HIT verschwand damit praktisch in der Versenkung. Nur so ist es zu erklären,
daß die Aktie trotz einer eigentlich aufsehenerregenden Entwicklung im
vergangenen Jahr noch zu den aktuellen Kursen zu haben ist.
Verkauf der AO VOLGA in 2001 mit hohem Gewinn
Im Februar 2001 berichtete HIT, daß die Beteiligung an der AO VOLGA, die bei
HIT nur noch mit 1,- DM in den Büchern stand, 'unter dem Vorbehalt des
Eintritts bestimmter Voraussetzungen' verkauft wurde. Im April 2001 sind diese
Vorbehalte entfallen, HIT erklärte, daß sie mit dem außerordentlich hohen
Veräußerungsgewinn nicht nur alle Besserungsscheine der Banken vollständig
ablösen würde, sondern darüberhinaus einen Jahresüberschuß von 35 Mio DM (42
Euro pro Aktie) erwarte. Der Aktienkurs sprang nach dieser Meldung kurz an, um
aber kurz danach wieder auf das Kursniveau vor Veröffentlichung des AO
VOLGA-Verkaufs zurückzukehren als bekannt wurde, daß HIT den Kaufpreis, den
eine russische Bank der HIT schuldete, bisher nur zu einem kleinen Teil
erhalten hatte. Insbesondere wurde von Marktteilnehmern die schwer
einzuschätzende Zahlungsbereitschaft der in Deutschland nur Experten bekannten
russischen Bank als Argument für die fehlende Kaufbereitschaft angeführt. Die
HIT-interessierten Anleger hatten in den letzten Jahren einfach zu viele
negativen Erfahrungen mit russischen Geschäftspartnern der HIT AG gemacht.
Im Oktober 2001 meldete HIT wiederum, daß 'der letzte vertragliche Bestandteil
über den Verkauf der Beteiligung an der russischen Papierfabrik AO VOLGA
unterzeichnet und damit das gesamt Vertragswerk abgeschlossen sei. Die HIT AG
hat die vereinbarte Kaufpreiszahlung von der Alfa Bank, Moskau, erhalten.'
Diese etwas unspektakulär klingende Meldung, in der keine Zahlen genannt
wurden, beseitigte alle Bedenken bezüglich der Kaufpreiszahlung. Die Aktie hat
auf diese Meldung nur noch unwesentlich reagiert. Seit Veröffentlichung der
Meldung bewegt sie sich in einer schmalen Range zwischen 23 Euro und 27 Euro.
Wesentliche Verbesserung der fundamentalen Daten
Bei der Angabe des Ergebnisses von prognostizierten 29,50 Euro pro Aktie im
Geschäftsjahr 2001 ist die vollständige Bedienung der Besserungsscheine der
Banken bereits berücksichtigt. Aus diesen Besserungsscheinen entstehen der HIT
AG zukünftig keine Belastungen mehr.
Fundamental betrachtet verbessert sich die Bilanzstruktur der HIT AG durch den
hohen Gewinn erheblich. Das Eigenkapital wird sich mehr als verdreifachen. Die
erhöhte Eigenkapitalquote wird der Gesellschaft wesentlich größere Spielräume
im laufenden Handelsgeschäft einräumen, als dies in den letzten Jahren möglich
war. Die Rückführung von Verbindlichkeiten hat positive Effekte auf die
Ertragslage, da die Zinsbelastung rückläufig sein wird.
Auf der Aktivseite der Bilanz wurden in den letzten Jahren die vorhandenen
Risiken beseitigt. Der größte Posten in der 2000er-Bilanz waren bei einer
Bilanzsumme von 29,2 Mio Euro die Forderungen aus Lieferung und Leistung im
Umfang von 20,7 Mio Euro, die in Höhe von 19,1 Mio. Euro 'durch
Hermes-Bürgschaften oder unwiderrufliche bankbestätigte Akkreditive' besichert
waren.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit war im Geschäftsjahr 2000 in
der AG mit -0,57 Mio Euro leicht negativ, im Konzern mit +0,48 Mio. Euro
leicht positiv. Das operative Geschäft stellt den Schlüssel für den
zukünftigen Erfolg dar und hiermit möchte ich ausdrücklich auf das größte
Risiko eines HIT-Engagements hinweisen. Sollte die Ertragslage der HIT AG im
operativen Geschäft nachhaltig keine positiven Impulse bekommen, wird das
vorhandene Kapital nach und nach aufgezehrt, was sich entsprechend in den
Aktienkursen niederschlagen dürfte. Es ist damit zu rechnen, daß das
HIT-Geschäft als weltweiter Papierhändler durch die schlechte Konjunktur und
die Zurückhaltung großer Konzerne/Verlage in der Bevorratung großer
Papiermengen im Anschluß an die Anschläge des 11. September 2001 negativ
beeinflusst wurde. In 2000 wurden noch über 100 Mio. Euro umgesetzt, diese
Zahl könnte im Jahr 2001 niedriger ausgefallen sein. Gleichzeitig dürfte das
Geschäft von einem von den Wirtschaftsforschungsinstituten prognostizierten
Konjunkturaufschwung entsprechend positive Impulse erhalten.
Nach Aussagen der Gesellschaft wird im operativen Geschäft im laufenden
Geschäftsjahr aufgrund weiterer Kostensenkungen und der verbesserten
Kapitalausstattung mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet.
Steuerlich betrachtet befindet sich HIT in einer komfortablen
Ausgangssituation. Die Verluste der 90er-Jahre waren so hoch, daß die
Gesellschaft über erhebliche steuerliche Verlustvorträge verfügt, die mehr als
120 Euro pro Aktie betragen sollen. Somit werden zukünftige Gewinne der HIT
auf Jahre hinaus steuerfrei vereinnahmt werden können.
Das Grundkapital der HIT Trading AG läuft übrigens noch auf der rechnerischen
Basis der alten 50,- DM - Aktien und ist eingeteilt in 424.000 Aktien. Die
gesamte Marktkapitalisierung beträgt damit auf der Basis des aktuellen
Aktienkurses von 27,- Euro ca. 11,5 Mio Euro. Bei einem Umsatz in 2001 von
geschätzten 75 Mio. Euro (Untergrenze) beträgt das Kurs-Umsatz-Verhältnis KUV
damit nur 0,15, das KGV liegt unter 1, ist allerdings aufgrund des einmaligen
Gewinns aus der Veräußerung der AO VOLGA nicht repräsentativ. Der Jahresgewinn
liegt damit allerdings - und das ist sehr selten - über der
Marktkapitalisierung der Aktie.
HERLITZ AG kein Aktionär mehr
Veränderungen gab es in den letzten 2 Jahren in der Aktionärsstruktur der HIT
TRADING AG. Die sich seit Jahren in Schwierigkeiten befindliche Berliner
HERLITZ AG veräußerte zum 18.5.2000 39,7% der HIT-Aktien an eine amerikanische
Gesellschaft mit dem Namen PAPERSPACE.COM. Es war seit längerer Zeit im
Gespräch, daß die bei HERLITZ verbliebenen 10% an der HIT AG ebenfalls an
PAPERSPACE verkauft werden sollten. Nachdem die HERLITZ AG erst jüngst
Insolvenz angemeldet hat und die verbliebenen Vermögensgegenstände mit
Sicherheit zur Tilgung der Verbindlichkeiten verwendet werden, wurde auf
Anfrage bei HERLITZ bestätigt, daß das restliche 10%-Paket an HIT ebenfalls an
PAPERSPACE verkauft wurde.
In einer Meldung der HIT AG wurde erläutert, daß die DRESDNER BANK indirekt an
HIT beteiligt sei. Hintergrund dieser Meldung ist der Umstand, daß die von
HERLITZ veräußerten HIT-Aktien zu Gunsten der Bank gesperrt waren und auf
einem Treuhandkonto lagerten. Der Verkauf sollte wirtschaftlich erst in der
Zukunft abgewickelt werden, so daß formal der Dresdner Bank die Stimmrechte
zugerechnet wurden. Dieser Sachverhalt ist in der Zwischenzeit entfallen.
PAPERSPACE hält direkt 49,7% an HIT.
Ca. 10% der HIT-Aktien dürften sich außerdem im Eigenbesitz befinden. Der
Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, Herr Ernst Schennen, erläuterte bereits
auf letzten Hauptversammlung im Juni 2001, daß er 'das extrem günstige
Kursniveau auch zum Rückkauf eigener Aktien nutzen' wolle. Da die im
Eigenbestand der HIT AG gehaltenen Aktien auf der HV kein Stimmrecht haben,
kontrolliert die PAPERSPACE trotz der knapp unter 50% liegenden
Beteiligungshöhe die Mehrheit der stimmberechtigten Aktien.
Dividendenzahlung angekündigt
Die HIT TRADING AG hat vor dem Hintergrund des sehr guten Ergebnisses in 2001
die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung angekündigt. Der Großteil des Gewinns
des Vorjahres dürfte zwar vorrangig für bisher zurückgestellte, dringend
notwendige Investitionen verwendet bzw. für das operative Geschäft eingesetzt
werden. Die Zahlung einer Anfangsdividende ist jedoch für den Kapitalmarkt ein
Zeichen, daß die Gesellschaft die Probleme der 90er-Jahre endgültig hinter
sich gelassen hat.
Kurzfristiges Kurspotential
Vor dem Hintergrund der stark veränderten Vermögenslage aufgrund des sehr
hohen Gewinns in 2001 und einem prognostizierten ausgeglichenen Ergebnis 2002
halte ich die Höhe des ausgewiesenen Eigenkapitals von geschätzten 45 Euro pro
Aktie für die mittelfristige Untergrenze eines 'fairen' Aktienkurses. Aus
Gründen der Unsicherheit über das laufende operative Geschäft nehme ich aus
Vorsichtsgründen nochmals einen Abschlag von 20% vor und komme so auf einen
Kurs von 36 Euro. Ausgehend vom heutigen Kurs von 27 Euro ergibt sich damit
ein kurzfristiges Kurspotential von ca. 30%.
Bei nachhaltig negativer Ertragslage im operativen Geschäft der HIT AG
bestehen zweifelsfrei Risiken für die Aktionäre. Das aktuelle
Rückschlagpotential erscheint aber aus heutiger Sicht vor dem Hintergrund der
guten Vermögenslage der HIT begrenzt. Sollte sich die Ertragslage der HIT AG
stabilisieren, in 2002 zumindest ein ausgeglichenes und in den Folgejahren
steigende Ergebnisse erzielt werden können, dürfte das vorhandene Eigenkapital
der HIT AG von ca. 45 Euro pro Aktie das mittelfristige Kursziel darstellen.
Gemessen am heutigen Kurs wäre das immerhin ein Kurspotential von ca. 65%.
Wenn die Gesellschaft bei Anspringen der Konjunktur den operativen Turnaround
bestätigt und zu alten Umsatzgrößen und Margen zurückfindet, sind mittel- bis
langfristig auch deutlich höhere Kurse denkbar.
Interessenten der HIT-Aktie sollten die Marktenge des Papiers nicht aus den
Augen verlieren. Von den 424.000 ausstehenden Aktien sind nur ca. 170.000
(=40%) im Streubesitz. Der Handel, der in der Vergangenheit nur selten über
1.000 Aktien täglich lag, verteilt sich über mehrere Börsenplätze. Die
umsatzstärksten Börsenplätze sind Frankfurt, München und Düsseldorf. Oftmals
lohnt sich ein Vergleich der Kurse, da zwischen den Börsenplätzen zum Teil
Kursunterschiede von mehreren Prozentpunkten liegen.
Viel Erfolg bei Ihren Börsengeschäften wünscht Ihnen
Peer Share
P.S. Bitte beachten Sie den Risikohinweis auf der Internetseite der
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HIT TRADING AG (WPK 605290); letzter Kurs 27 Euro; Amtlicher Handel;
Umsatzstärkste Börsenplätze Frankfurt, München, Düsseldorf