IBM verlässt Deutschland


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sir charles:

IBM verlässt Deutschland

 
17.01.03 12:35
IBM verlässt Deutschland

Mainz/Stuttgart- Der Computerkonzern IBM gibt seinen letzten Produktionsstandort in Deutschland auf. Das Werk in Mainz soll Ende 2003 geschlossen werden, bestätigte ein Sprecher von IBM Deutschland. Demnach werden mehr als 1.000 Stellen abgebaut, rund 500 Beschäftigte in der Produktion von Speichersystemen wechseln in andere Geschäftsbereiche am Standort Mainz. Die betroffenen Mitarbeiter sollen über freiwillige Programme ausscheiden, allerdings seien in Einzelfällen auch Entlassungen nicht ausgeschlossen.

IBM brachte seine Sparte für Festplatten-Laufwerke 2002 in ein weltweites Joint Venture unter Führung von Hitachi ein. Zum Jahresende läuft der Zuliefervertrag des Mainzer Werks mit dem japanischen Unternehmen nach sechs Quartalen ab. IBM beschäftigt in Deutschland etwa 26.000 Mitarbeiter, am Standort Mainz sollen es künftig rund 2000 sein, die unter anderem im Vertrieb und Service tätig sind. Von seinen übrigen deutschen Produktionsstätten hatte sich IBM größtenteils in den 1990er Jahren getrennt. Gleichzeitig richtete "Big Blue" seine Strategie stärker auf Software und Dienstleistungen aus.

Rochade

Am Dienstag war Erwin Staudt (54), der Chef der deutschen Ländergesellschaft des Computerkonzerns, überraschend von Walter Raizner (48) abgelöst worden. Raizner verantwortete vorher das weltweite Geschäft für Speichersysteme und wirkte in dieser Position auch an der Auslagerung der Festplatten-Sparte mit.

Nach Angaben des Mainzer IBM-Betriebsrats wurde die Schließung des Werks bereits 2002 vereinbart. Von den ehemals 2.500 Mitarbeitern der Tochter IBM Speichersysteme Mainz GmbH seien inzwischen 900 befristet Beschäftigte ausgeschieden, sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Trautmann am Donnerstag in Mainz. Bis zum Jahresende müssten 100 Beschäftigte entlassen werden, wenn sie eine Vereinbarung zum freiwilligen Ausscheiden nicht noch unterzeichneten.

"In Luft aufgelöst"

Für die 500 verbleibenden Mitarbeiter sei noch nicht klar, welcher Sparte sie künftig unterstellt würden, kritisierte Trautmann. Vor einiger Zeit habe die Geschäftsleitung angekündigt, sie sollten von der "dunkelblauen IBM" - den traditionellen Geschäftsbereichen des Konzerns - übernommen werden. "Das hat sich nun alles in Luft aufgelöst. Da hat man uns ziemlich allein gelassen", sagte Trautmann.
Betriebsrat und Geschäftsleitung haben den Angaben zufolge einen Sozialplan vereinbart, nach dem Mitarbeiter über 50 Jahre bis zum 60. Lebensjahr 70 Prozent ihres Monatsbruttogehaltes bekommen. Für Beschäftigte unter 50 Jahren gibt es Abfindungen.

APA/dpa/grü

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sir charles:

II

 
17.01.03 12:37
IBM-Gewinn erneut gesunken

New York - Ausblicke: Der Gewinn des weltgrößten Computerkonzerns IBM ist im abgelaufenen Quartal trotz höherer Umsätze mit Dienstleistungen und Rechnern zum sechsten Mal in Folge zurückgegangen. Das Unternehmen hält zudem die Analystenprognosen für das laufende Vierteljahr für erreichbar. Die Aktien verloren nachbörslich mehr als zwei Prozent. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft sei auf 1,9 (Vorjahr 2,6) Milliarden Dollar oder 1,11 Dollar je Aktie gesunken, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. In diesem Ergebnis sei die Ende 2002 mehrheitlich an Hitachi verkaufte Festplattensparte nicht enthalten. Finanzchef John Joyce sagte, das seit zwei Jahren schwache Branchenumfeld beginne sich zu stabilisieren.

Gewinn je Aktie bei 1,34 Dollar

Ohne die defizitäre Festplattensparte ist der Gewinn des in Anspielung auf die Farbe des Firmenlogos "Big Blue" genannten Konzerns damit das sechste Quartal in Folge gesunken. Vor allem im Zusammenhang mit der im Oktober abgeschlossenen Übernahme der Beratungssparte des Wirtschaftsprüfers PricewaterhouseCoopers (PwC) verbuchte IBM im Quartal eine Sonderbelastung von 405 Millionen Dollar (383 Millionen Euro). Ohne diesen Einmalposten lag der Gewinn bei 2,3 Milliarden Dollar oder 1,34 Dollar je Aktie. Analysten hatten im Schnitt nur mit 1,30 Dollar je Aktie gerechnet.

Analysten dennoch zufrieden

Analysten äußerten sich in ersten Reaktionen positiv zum Quartalsbericht. "Uns gefallen viele der Zahlen: Der Gewinn je Aktie übertraf die Prognosen, und das Umsatzwachstum war auch besser als erwartet", sagte John Rutledge, Fondsmanager bei Evergreen Technology. Dennoch verlor der Aktienkurs nachbörslich kräftig auf 84,00 Dollar von 86,05 Dollar zu Handelsschluss in New York. Kurz nach Bekanntgabe der Zahlen hatte er noch leicht zugelegt.


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