IBM verlässt Deutschland
Mainz/Stuttgart- Der Computerkonzern IBM gibt seinen letzten Produktionsstandort in Deutschland auf. Das Werk in Mainz soll Ende 2003 geschlossen werden, bestätigte ein Sprecher von IBM Deutschland. Demnach werden mehr als 1.000 Stellen abgebaut, rund 500 Beschäftigte in der Produktion von Speichersystemen wechseln in andere Geschäftsbereiche am Standort Mainz. Die betroffenen Mitarbeiter sollen über freiwillige Programme ausscheiden, allerdings seien in Einzelfällen auch Entlassungen nicht ausgeschlossen.
IBM brachte seine Sparte für Festplatten-Laufwerke 2002 in ein weltweites Joint Venture unter Führung von Hitachi ein. Zum Jahresende läuft der Zuliefervertrag des Mainzer Werks mit dem japanischen Unternehmen nach sechs Quartalen ab. IBM beschäftigt in Deutschland etwa 26.000 Mitarbeiter, am Standort Mainz sollen es künftig rund 2000 sein, die unter anderem im Vertrieb und Service tätig sind. Von seinen übrigen deutschen Produktionsstätten hatte sich IBM größtenteils in den 1990er Jahren getrennt. Gleichzeitig richtete "Big Blue" seine Strategie stärker auf Software und Dienstleistungen aus.
Rochade
Am Dienstag war Erwin Staudt (54), der Chef der deutschen Ländergesellschaft des Computerkonzerns, überraschend von Walter Raizner (48) abgelöst worden. Raizner verantwortete vorher das weltweite Geschäft für Speichersysteme und wirkte in dieser Position auch an der Auslagerung der Festplatten-Sparte mit.
Nach Angaben des Mainzer IBM-Betriebsrats wurde die Schließung des Werks bereits 2002 vereinbart. Von den ehemals 2.500 Mitarbeitern der Tochter IBM Speichersysteme Mainz GmbH seien inzwischen 900 befristet Beschäftigte ausgeschieden, sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Trautmann am Donnerstag in Mainz. Bis zum Jahresende müssten 100 Beschäftigte entlassen werden, wenn sie eine Vereinbarung zum freiwilligen Ausscheiden nicht noch unterzeichneten.
"In Luft aufgelöst"
Für die 500 verbleibenden Mitarbeiter sei noch nicht klar, welcher Sparte sie künftig unterstellt würden, kritisierte Trautmann. Vor einiger Zeit habe die Geschäftsleitung angekündigt, sie sollten von der "dunkelblauen IBM" - den traditionellen Geschäftsbereichen des Konzerns - übernommen werden. "Das hat sich nun alles in Luft aufgelöst. Da hat man uns ziemlich allein gelassen", sagte Trautmann.
Betriebsrat und Geschäftsleitung haben den Angaben zufolge einen Sozialplan vereinbart, nach dem Mitarbeiter über 50 Jahre bis zum 60. Lebensjahr 70 Prozent ihres Monatsbruttogehaltes bekommen. Für Beschäftigte unter 50 Jahren gibt es Abfindungen.
APA/dpa/grü
Mainz/Stuttgart- Der Computerkonzern IBM gibt seinen letzten Produktionsstandort in Deutschland auf. Das Werk in Mainz soll Ende 2003 geschlossen werden, bestätigte ein Sprecher von IBM Deutschland. Demnach werden mehr als 1.000 Stellen abgebaut, rund 500 Beschäftigte in der Produktion von Speichersystemen wechseln in andere Geschäftsbereiche am Standort Mainz. Die betroffenen Mitarbeiter sollen über freiwillige Programme ausscheiden, allerdings seien in Einzelfällen auch Entlassungen nicht ausgeschlossen.
IBM brachte seine Sparte für Festplatten-Laufwerke 2002 in ein weltweites Joint Venture unter Führung von Hitachi ein. Zum Jahresende läuft der Zuliefervertrag des Mainzer Werks mit dem japanischen Unternehmen nach sechs Quartalen ab. IBM beschäftigt in Deutschland etwa 26.000 Mitarbeiter, am Standort Mainz sollen es künftig rund 2000 sein, die unter anderem im Vertrieb und Service tätig sind. Von seinen übrigen deutschen Produktionsstätten hatte sich IBM größtenteils in den 1990er Jahren getrennt. Gleichzeitig richtete "Big Blue" seine Strategie stärker auf Software und Dienstleistungen aus.
Rochade
Am Dienstag war Erwin Staudt (54), der Chef der deutschen Ländergesellschaft des Computerkonzerns, überraschend von Walter Raizner (48) abgelöst worden. Raizner verantwortete vorher das weltweite Geschäft für Speichersysteme und wirkte in dieser Position auch an der Auslagerung der Festplatten-Sparte mit.
Nach Angaben des Mainzer IBM-Betriebsrats wurde die Schließung des Werks bereits 2002 vereinbart. Von den ehemals 2.500 Mitarbeitern der Tochter IBM Speichersysteme Mainz GmbH seien inzwischen 900 befristet Beschäftigte ausgeschieden, sagte der Betriebsratsvorsitzende Klaus Trautmann am Donnerstag in Mainz. Bis zum Jahresende müssten 100 Beschäftigte entlassen werden, wenn sie eine Vereinbarung zum freiwilligen Ausscheiden nicht noch unterzeichneten.
"In Luft aufgelöst"
Für die 500 verbleibenden Mitarbeiter sei noch nicht klar, welcher Sparte sie künftig unterstellt würden, kritisierte Trautmann. Vor einiger Zeit habe die Geschäftsleitung angekündigt, sie sollten von der "dunkelblauen IBM" - den traditionellen Geschäftsbereichen des Konzerns - übernommen werden. "Das hat sich nun alles in Luft aufgelöst. Da hat man uns ziemlich allein gelassen", sagte Trautmann.
Betriebsrat und Geschäftsleitung haben den Angaben zufolge einen Sozialplan vereinbart, nach dem Mitarbeiter über 50 Jahre bis zum 60. Lebensjahr 70 Prozent ihres Monatsbruttogehaltes bekommen. Für Beschäftigte unter 50 Jahren gibt es Abfindungen.
APA/dpa/grü