"Hyundai will Weltmeister werden
Mit drei Spitzen zur WM - Koreaner greifen die Deutschen an
Stürmer Eins:
Der GRANDEUR kommt im Sommer und löst den XG ab. Die 4,90 Meter lange Limousine mit 233-PS-Sechszylinder ist zwischen Mercedes-E- und -S-Klasse positioniert.
Stürmer Zwei:
Die 4,11 Meter lange Studie HED-1 zeigt, wie sich die Koreaner einen Golf vorstellen. Zum variablen Innenraum gehören drehbare Vordersitze und ein Klapptisch.
Stürmer Drei:
Der neue SONATA will Passat, Mondeo und Vectra ärgern. Er hat mindestens 162 PS, der Motor ist eine gemeinsame Entwicklung mit Mercedes und Mitsubishi. Schwach: das schwammige Fahrwerk. Stark: die Ausstattung. Selbstbewusst: der Preis von 22.990 Euro
Deutschland im Visier
Hyundai bedeutet Fortschritt. Zumindest in puncto neu zugelassener Fahrzeuge ist der in Deutschland und Europa enorm groß
9.Juli. Eine Milliarde Fernsehzuschauer schauen nach Deutschland - Finale der Fußballweltmeisterschaft. Franz Beckenbauer wird vor das Berliner Olympiastadion chauffiert. In weiteren Wagen folgen ihm die Funktionäre Sepp Blatter, Gerhard Mayer-Vorfelder, Theo Zwanziger. Alle fahren im gleichen Auto vor. Es ist ein HYUNDAI. Überrascht?
Die Koreaner sind seit der Fußball-EM 2000 der automobile Hauptsponsor in jedem internationalen FIFA-Turnier. Bei der WM im Autoland Deutschland verdrängen sie sogar den Sponsor der Nationalmannschaft, Mercedes Benz. [...]
Heute ist Hyundai schon lange nicht mehr die kleine koreanische Marke - Hyundai ist der drängendste Konkurrent aus dem fernen Osten, der stärkste Rivale für alle großen Autokonzerne. [...]
Der Konzern überlebte Koreas große Wirtschaftskrise 1997 und ging gestärkt aus ihr hervor.
Seit 2002, dem Jahr, als Hyundai als Sponsor der Fußball-WM erstmals weltweit vier Wochen lang über alle Bildschirme flimmerte, entwickelt sich die Marke mit Riesenschritten. Allein in Deutschland legten die Verkaufszahlen in den vergangenen zwei Jahren um 61 Prozent zu. 2004 betrug das Plus trotz schleppenden Gesamtmarkts 33 Prozent. Hyundai verkaufte 46.596 Fahrzeuge. Solch einen Zuwachs schaffte kein anderer Hersteller. Damit katapultierte sich die Marke ins Mittelfeld der Zulassungsliste - hinter Importmarken wie Skoda, Mazda oder Seat, aber vor Volvo, Honda und Mitsubishi. Würde man das Ergebnis der Konzernschwester Kia (plus 18%) dazurechnen, wäre der Sprung nach vorn noch größer (Kia bietet Fahrzeuge mit identischer Technik, aber leicht verändertem Aussehen an). [...]
Gleichzeitig verbesserten sich Technik, Qualität und Aussehen der Fahrzeuge. Das Image stieg. Und die Koreaner haben wichtige europäische Trends früh erkannt. Die Lust der Kunden auf leichte Geländewagen und Kompaktvans beispielsweise. Deren Image färbt auch auf den Bestseller im Programm ab, den Kleinwagen Getz.
Angriffslustig verkündet der deutsche Geschäftsführer Karl-Heinz Engels denn auch, Hyundai wolle bis 2010 zu den fünf größten Autoherstellern der Welt gehören. [...]"
Quelle: Bild am Sonntag, vom 13.3.2005
Autor: Timo Friedmann