Ich habe Stücke für 17 Euro, 60 Euro, 120 Euro gekauft (und ein paar Reststücke vor kurzem bei ca. 160 - weil die Anzahl so unschön unrund war im Depot).
Und ich werde auch nicht verkaufen. Mich interessiert, wie Hypoport im Jahr 2025 dasteht. Und da bin ich mir einfach sehr sicher, dass bis sich bis dahin nochmals ein ganz anderer Zahlenkranz darstellen wird.
- Ich persönlich traue Hypoport für 2025 einen Umsatz von 700 Mio. zu (und zwar ohne Akquisitionen, die eine KE erfordern, alles aus eigener Kraft).
- Die EBIT-Marge (um Wachstums-Investitionen im Aufwand bereinigt) sehe ich dann locker bei 20%-25%
- Das wäre ein adjustiertes EBIT von 140-175 Mio. - Das Nettoergebnis wäre dann wohl bei 110 bis 136 Mio. Das entspricht dann - ein KGV von 20 unterstellt - einem Kurs von 400.
Mir genügt das (auch bei einem Kurs der schon fast bei 200 liegt) als Perspektive - vor allem wenn man die Qualität mitbedenkt, die ich da bekomme.
Und das ist die sehr "klassische" Sichtweise auf die Bewertung. Eine KGV-Betrachtung ist bei Hypoport ja nicht wirklich zielführend. Und zwar aus zwei Betrachtungswinkeln:
- Peer-Vergleich: Ich bekomme in meinem Umfeld mit, was derzeit für FinTech Unternehmen bezahlt wird. Scansoft hat da ja z.B. auf den Kauf von Finanzcheck durch Scout24 hingewiesen. 285 Mio. für ein Verlust-schreibendes Startup mit 12 mio. Umsatz! Dagegen ist Hypoport im absehbar 300 Mio. Umsatz und soliden Erträgen auch für 1,3 Mrd. ein richtiges Schnäppchen.
- Theoretische Bewertung: Sehr oft wird das KGV falsch bzw. isoliert interpretiert, weil die Selbstfinanzierungskraft einer Firma dabei ausgeblendet wird. Zwei Firmen mit völlig identischen (angenommen richtigen) Prognosen, was Umsatz und Ergebnis betrifft, können trotzdem völlig unterschiedlich viel wert sein. Das klingt auf den ersten Blick paradox - ist es aber nicht.
- Wenn eine Firma asset-light ist, ein ROE von z.B. 30% erzielt und 80% des Gewinnes als Free-CF vereinamt und so in Wachstum investiert, dass sich die Investition wieder mit 30% rentiert, ist viel mehr wert als
- eine Firma die asset-lastig ist, einen ROE von 5% erzielt und fast den gesamten Cash-Flow braucht, um das bestehende Geschäft zu erhalten. Bei einer solchen Firma ist Wachstum auch nicht wertstiftend sondern wertvernichtend.
Wen das fundierter Interessiert vgl.
www.gurufocus.com/news/153695/fundamentals-of-value-creation
An diejenigen, die ausgestiegen sind - in welche Firmen investiert ihr? Gibt es da Alternativen bei denen man mit einem Blick auf 2025 eine ähnliche (bzw. bessere) Entwicklung erwarten kann? Ich finde im Moment keine wirklich bessere Alternative ….
Nur weil der Kurs jetzt höher ist als beim Einstieg, das ist kein gutes Argument für einen Verkauf.