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Wie man unter google news rasch herausfinden kann, fordert Standard & Poor's für die Aufrechterhaltung des Ratings offenbar eine Kapitalerhöhung.
Das ist, wenn es denn so sein sollte (und ich habe nie an deren Unumgänglichkeit gezweifelt), zwar jetzt wohl weit weniger schlimm als es noch vor ein paar Wochen gewesen wäre, aber wegen 100 Mio EUR macht man so was nicht.
Bis bald,
LeoF
das würde die Sache für Altaktionäre wohl schon ziemlich verwässern, auch auf längere Sicht.
verschlechtert, können sie noch so viel die Köpfe schütteln und es hilft nichts, denn dann werden sie schnell frisches Geld brauchen. Nachdem der Analyst auch weitere Abschreibungen im Blick hat, und die wohl ebenso bald kommen werden, wird es bei der traditionell schwachen Kapitalausstattung der HRE knapp werden, auch wenn die Abschreibungen/Wertberichtigungen weit unter dem liegen dürften, woran wir uns in den letzten Wochen eh gewöhnt haben.
Dieser Gewöhnungseffekt ist mir sowieso nicht ganz geheuer. Ohne schwarzmalen zu wollen: eine Krise seit 3 Quartalen, ausgebombte Finanzaktien, dazu viel Liquidität im Markt, viele, die eine schnelle Mark machen wollen: daß die Kurse unter diesen Voraussetzungen im April steigen, wird wohl hoffentlich jedem klar gewesen sein. Fakt ist aber, daß die Immobilienpreise in Amerika noch nicht am Tiefpunkt sind, und wir einen relativ breiten Konsens haben, daß bisher etwa 50 % bilanziell verarbeitet sind und die Bereinigung noch einige weitere Quartale erfordern wird. Ich schreibe das nicht unbedingt über die HRE, sondern ganz allgemein. Aus meiner Sicht spricht sehr wenig dafür, daß wir uns dann im Herbst mit den Gewinnen aus dem Finanzsektor ein paar neue Rennwägen anschaffen oder auf schöne Gemälde mitbieten können.
Bei aller Liebe zur HRE: für ein Kopfschütteln aus dem Inneren der Bank habe ich keinerlei, auch nicht das allergeringste Verständnis. Vor ein paar Tagen habe ich eines der wenigen Interviews nachgelesen, das Herr Funke kurz nach dem 16.1. gegeben hat (der SZ). Auf der Basis dieses Interviews gibt es seither keinerlei Anlaß zu Jubel, eher zu ein bißchen Demut. Wenn die Bank ihr Vertrauensproblem nicht rasch beseitigt, werden die 22,5, die Flowers bieten will auch keine Garantiemarke für die Ewigkeit bleiben.
Es ist schon richtig, was Anti-Lemming schrieb. Jeder kann sich selbst ausrechnen, was das bedeutet, wenn sie Aktien ausgeben, um z.B. nur eine Milliarde reinzuholen.
Damit mich keiner falsch versteht: ich schreibe diese Zeilen nur, weil mir etwas zuviel Euphorie in den letzten Tagen hier reingekommen ist, seit Warren schweigt. Wie schon mal gesagt: ich bin bereits gut investiert und hätte überhaupt nichts gegen schnell stark steigende Kurse.
Es dringt ja sehr wenig aus der HRE nach außen. Umso mehr finde ich das enge zeitliche Nebeneinander vom massiven Einstieg Flowers' und seiner Partner, bevorstehenden Q 1-Zahlen, Bekanntwerden des Drucks einer wichtigen Rating-Agentur ... zumindest bemerkenswert und wohl alles andere als zufällig, wobei ich gerne eingestehe, daß die Bank vielleicht hinter den Kulissen viel geschickter als auf der öffentlichen Bühne agiert.
Allen ein schönes Wochenende
LeoF
ich habe Hypo Real im Laufe der letzten drei Monate drei Fragen gestellt und zwei Antworten bekommen, davon eine leider auf eine Frage, die offenbar viele andere (ich jedoch nicht), gestellt haben.
Nochmal: wenn sich das Rating verschlechtert, ist es völlig egal, was die HRE davon hält und in der Vergangenheit dazu gesagt hat. Das Rating ist die Geschäftsgrundlage.
Ich glaube, daß vor allem Herr Viermetz das weiß. Und bis auf weiteres bleibe ich bei meiner Mutmaßung: das Auftauchen von Flowers ist ein Symptom, daß die Kapitalerhöhung näherrückt (und daß eine solche erfolgreich verlaufen dürfte).
Viele Grüße,
LeoF
volles Verständnis dafür, Fuzzi, daß Du all die Gerüchte um die HRE satt hast. Die Gerüchte sind allerdings das Salz in unserer Suppe.
Am 3. August 2007 erklärte die Bank, daß selbst ein völliger Zusammenbruch des amerikanischen Subprime-Marktes im Rahmen der kalkulierten Risikovorsorge mehrfach abgedeckt wäre.
Vor 6 Monaten lag der Aktienkurs bei 40 EUR.
Ich befasse mich nur mit wenn wenn wenn. Denn das "Wenn" entscheidet über meinen Gewinn oder Verlust.
LeoF
bitte, Ihr beiden, ich beziehe mich ausschließlich auf den Bericht über S&P. Der kam mir allerdings eindeutig vor. Wenn die Rating-Agentur eine KE fordert, dann wird die HRE das Geld wohl einsammeln müssen, oder?
Schon im Zusammenhang mit der Bekanntgabe der Dividendenkürzung (Tatsache an sich für mich völlig egal) gab es seltsame Bemerkungen von Herrn Funke: damit könne man eine KE vermeiden, die weder Fisch noch Fleisch wäre. So völlig fern lag ihm das schon damals wohl nicht. Wenn man jetzt weiter abschreiben muß, worauf ja auch Du, Fuzzi, mehrmals klar und deutlich hier hingewiesen hast, dann wird man wohl neues Geld brauchen. Weitere Argumente sprach der Analyst von S&P an.
Auch der Rest sind, ich betone das ausdrücklich, REINE MUTMASSUNGEN MEINERSEITS:
Erfahrungsgemäß sammelt man das Geld besser jetzt bald als erst im Herbst ein. Ich will Euch jetzt wirklich nicht mit zusammengegoogelten Gerüchten und Spekulationen zubomben, aber mir kam es extrem suspekt vor, daß ein als willkommen geheißender Investor auf 25 %, also sehr viel (aber auch nicht Fisch, nicht Fleisch), bietet zu einem Zeitpunkt, da die Bank bereits alles über Q1 wissen dürfte! Das hat mir einerseits zwar gut gefallen, klar, andererseits aber, ehrlich gesagt, auch sehr mißfallen. Für Euch scheint das ja kein Problem zu sein, für mich schon.
Klar ist für mich aber, daß man damit nicht nur dem Kurs auf die Beine hilft, sondern auch eine gewisse Stabilität reinbekommt. Wenn sich die Bank für unverhältnismäßig abgestraft sieht, dann ist es für mich sehr seltsam, daß man jemanden ausdrücklich willkommen heißt, der, so gesehen ja lediglich läppische 22,5 bietet. Wenn die Bank ihre Zahlen nicht total durcheinandergebracht hat, dann müßten sie auf ca. 33 EUR bestehen (damit spiele ich auf die Statements an, daß die Abschreibungen am 16.1. für den Aktienkurs "rein rechnerisch 1 Euro" betragen hätten dürfen). Sinn ergibt für mich ein solches Verhalten eigentlich nur, wenn man den Boden für eine KE vorbereitet.
Ich gebe allerdings zu, daß ich mir solche Winkelzüge andererseits schwer vorstellen kann, denn bei einer baldigen KE wäre es mit der Glaubwürdigkeit des Managements wohl endgültig dahin.
Zum an sich richtigen Argument, die Kapitalausstattung sei immer niedrig gewesen, gebe ich zu bedenken, daß das bei der Hypo Vereinsbank auch lange so war und niemanden gestört hat. Aber die Zeiten ändern sich und letztlich nur deshalb ist die HRE in ihrer heutigen Form überhaupt entstanden (eine saftige KE der HVB gabs außerdem). Außerdem stehen die Rating-Agenturen ihrerseits unter starkem Druck. Daß Banken mit gutem Rating innerhalb einer Woche plötzlich pleitegehen oder kurz vor dem Abgrund stehen, das wird man sich nicht mehr vorwerfen lassen wollen, also fordert man mehr Eigenkapital.
Wie gesagt: ich habe natürlich auch gelesen, daß man vor kurzem bei der HRE eine Kapitalerhöhung als unnotwendig bezeichnete und sozusagen kategorisch ausschloß. Es wäre mir sehr recht, wenn es dabei bliebe. Ich stelle mich allerdings auf ein anderes Szenarium ein und sähe das auch gar nicht so negativ, im Gegenteil: eine erfolgreiche KE wäre ein weiterer Gewinn an Stabilität. Nur von dreistelligen Kursphantasien müßte man sich verabschieden.
LeoF
ich sagte ja bereits, daß es für mich so aussieht als agiere die HRE hinter den Kulissen erheblich geschickter als auf dem Parkett.
LeoF
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