Die weit verbreiteten neurologischen Erkrankungen Morbus Parkinson und das Restless-Legs-Syndrom werden häufig nicht erkannt oder falsch diagnostiziert. Vor allem die Früherkennung bei Morbus Parkinson sei ein Problem, sagte Prof. Karl Ludwig Birnberger, Chefarzt der Neurologie aus dem bayerischen Deggendorf, am Samstag in Bremen. Klinische Studien zeigten eine Fehlerquote von mindestens 30 Prozent. "Eine der beliebten Fehldiagnosen ist Rheuma." In Bremen waren über 100 Spezialisten zu einer Fachtagung zusammengekommen.
Eine rechtzeitige Diagnose könnte Unfälle und Schäden verhindern helfen. Bei Parkinson-Kranken ist die Fahrtüchtigkeit zum Beispiel oft erheblich eingeschränkt. Tests in Fahr-Simulatoren haben nach einer Studie der University of South Florida in Tampa ergeben, dass Parkinson-Patienten sechs mal mehr Unfälle verursachen als Gesunde. Besonders hoch sei die Anzahl der Kollisionen bei Patienten in fortgeschrittenen Parkinson-Stadien gewesen. Nur ein Teil der Kranken sei jedoch in der Lage, die eigene Fahrtüchtigkeit realistisch einzuschätzen.
Jeder vierte Parkinson-Kranke bekomme bereits im Anfangsstadium eine Depression. Mit fortschreitender Verschlechterung sei die Rate noch höher. Zum Teil ist die Depression auf Grund der physischen Erkrankung nur schwer zu erkennen. Sie habe aber häufig selbst wiederum Auswirkungen auf den Gesundheitszustand: So haben Depressive ein vierfach erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Eine frühzeitige psychotherapeutische Begleitung (kognitive Verhaltenstherapie) könne die psychischen Auswirkungen der Erkrankung mindern und geeignete Strategien zur Bewältigung vermitteln, sagt die Stuttgarter Neurologin Carmen Heerdegen. Weil viele Parkinson-Kranke mit der Zeit zwanghaft werden, sind sie für ihre Umgebung und Familie schwer erträglich.
Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist nach Angaben von Prof. Per Odin von der Universität Marburg auch vielen Ärzten noch relativ unbekannt. Die Erkrankung könne zu erheblichen lebenslangen Beeinträchtigungen wie akuten Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit führen. Viele Betroffene werden dem Experten zufolge aber nicht behandelt, obwohl es "hoch effektive Therapieformen" gibt.
Heilbar sind beide Erkrankungen nicht. Während Morbus Parkinson in der Regel erst ab 50 Jahren auftrete, hätten 43 Prozent aller RLS-Patienten die ersten Symptome vor dem 20. Lebensjahr, sagte Odin. Schätzungsweise seien fünf bis 15 Prozent der Bevölkerung betroffen. RLS wird auch als Syndrom der unruhigen Beine bezeichnet. Betroffene verspüren, wenn sie zur Ruhe kommen, einen Bewegungsdrang, begleitet von unangenehmen Gefühlen bis hin zu Schmerzen in den Beinen.
Die Parkinsonsche Krankheit ist nach dem englischen Arzt J. Parkinson (1755-1824) benannt. Sie ist mit Starre der gesamten Körpermuskulatur und Zittern (Schüttellähmung) verbunden. Allein in Deutschland sind nach Schätzungen bis zu 300.000 Menschen davon betroffen. Immer mehr jüngere Menschen erkranken an dem Nervenleiden Parkinson. Unter den 20.000 bis 30.000 Neudiagnosen im Jahr steige der Anteil der unter 40-jährigen, hatte der Vorsitzende der Deutschen Parkinson Vereinigung, Wolfgang Götz, anlässlich des Deutschen Parkinson-Tages im Frühjahr erklärt. "Parkinson ist keine typische Alterskrankheit mehr", sagte Götz in Neuss.
Die Ursachen für Parkinson seien bislang noch nicht eindeutig erforscht. Vieles deute darauf hin, dass die Krankheit sowohl durch genetische Anlagen als auch durch Umweltgifte wie Holzschutz- oder Lösungsmittel ausgelöst werde. Davon seien auch jüngere Menschen betroffen. Parkinson ist laut Götz nach wie vor die häufigste neurologische Erkrankung im Alter. Bei Parkinson werden in bestimmten Bereichen des Gehirns Nervenzellen zerstört, so dass zu wenig Botenstoff Dopamin produziert wird. Dadurch wird die Weitergabe von Nervensignalen beeinträchtigt. Motorische Störungen wie Zittern oder Muskelverkrampfungen sind die Folge.
Bis heute gibt es laut Birnberger keinen eindeutigen Parkinsontest, sondern nur "eine mehr oder weniger typische Symptome-Konstellation". Er empfahl Betroffenen, in Zweifelsfällen Ärzte verschiedener Fachrichtungen, vor allem Neurologen, aufzusuchen
Eine rechtzeitige Diagnose könnte Unfälle und Schäden verhindern helfen. Bei Parkinson-Kranken ist die Fahrtüchtigkeit zum Beispiel oft erheblich eingeschränkt. Tests in Fahr-Simulatoren haben nach einer Studie der University of South Florida in Tampa ergeben, dass Parkinson-Patienten sechs mal mehr Unfälle verursachen als Gesunde. Besonders hoch sei die Anzahl der Kollisionen bei Patienten in fortgeschrittenen Parkinson-Stadien gewesen. Nur ein Teil der Kranken sei jedoch in der Lage, die eigene Fahrtüchtigkeit realistisch einzuschätzen.
Jeder vierte Parkinson-Kranke bekomme bereits im Anfangsstadium eine Depression. Mit fortschreitender Verschlechterung sei die Rate noch höher. Zum Teil ist die Depression auf Grund der physischen Erkrankung nur schwer zu erkennen. Sie habe aber häufig selbst wiederum Auswirkungen auf den Gesundheitszustand: So haben Depressive ein vierfach erhöhtes Herzinfarkt-Risiko. Eine frühzeitige psychotherapeutische Begleitung (kognitive Verhaltenstherapie) könne die psychischen Auswirkungen der Erkrankung mindern und geeignete Strategien zur Bewältigung vermitteln, sagt die Stuttgarter Neurologin Carmen Heerdegen. Weil viele Parkinson-Kranke mit der Zeit zwanghaft werden, sind sie für ihre Umgebung und Familie schwer erträglich.
Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) ist nach Angaben von Prof. Per Odin von der Universität Marburg auch vielen Ärzten noch relativ unbekannt. Die Erkrankung könne zu erheblichen lebenslangen Beeinträchtigungen wie akuten Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit führen. Viele Betroffene werden dem Experten zufolge aber nicht behandelt, obwohl es "hoch effektive Therapieformen" gibt.
Heilbar sind beide Erkrankungen nicht. Während Morbus Parkinson in der Regel erst ab 50 Jahren auftrete, hätten 43 Prozent aller RLS-Patienten die ersten Symptome vor dem 20. Lebensjahr, sagte Odin. Schätzungsweise seien fünf bis 15 Prozent der Bevölkerung betroffen. RLS wird auch als Syndrom der unruhigen Beine bezeichnet. Betroffene verspüren, wenn sie zur Ruhe kommen, einen Bewegungsdrang, begleitet von unangenehmen Gefühlen bis hin zu Schmerzen in den Beinen.
Die Parkinsonsche Krankheit ist nach dem englischen Arzt J. Parkinson (1755-1824) benannt. Sie ist mit Starre der gesamten Körpermuskulatur und Zittern (Schüttellähmung) verbunden. Allein in Deutschland sind nach Schätzungen bis zu 300.000 Menschen davon betroffen. Immer mehr jüngere Menschen erkranken an dem Nervenleiden Parkinson. Unter den 20.000 bis 30.000 Neudiagnosen im Jahr steige der Anteil der unter 40-jährigen, hatte der Vorsitzende der Deutschen Parkinson Vereinigung, Wolfgang Götz, anlässlich des Deutschen Parkinson-Tages im Frühjahr erklärt. "Parkinson ist keine typische Alterskrankheit mehr", sagte Götz in Neuss.
Die Ursachen für Parkinson seien bislang noch nicht eindeutig erforscht. Vieles deute darauf hin, dass die Krankheit sowohl durch genetische Anlagen als auch durch Umweltgifte wie Holzschutz- oder Lösungsmittel ausgelöst werde. Davon seien auch jüngere Menschen betroffen. Parkinson ist laut Götz nach wie vor die häufigste neurologische Erkrankung im Alter. Bei Parkinson werden in bestimmten Bereichen des Gehirns Nervenzellen zerstört, so dass zu wenig Botenstoff Dopamin produziert wird. Dadurch wird die Weitergabe von Nervensignalen beeinträchtigt. Motorische Störungen wie Zittern oder Muskelverkrampfungen sind die Folge.
Bis heute gibt es laut Birnberger keinen eindeutigen Parkinsontest, sondern nur "eine mehr oder weniger typische Symptome-Konstellation". Er empfahl Betroffenen, in Zweifelsfällen Ärzte verschiedener Fachrichtungen, vor allem Neurologen, aufzusuchen