Hautfarbe?
DUBAI/KAIRO -Fällt der Irak-Krieg in letzter Minute doch noch ins Wasser? Zumindest besteht Hoffnung, dass Iraks Diktator Saddam Hussein vor einem Einmarsch verbündeter amerikanisch-britischer Truppen Reißaus nehmen könnte. Ein westlicher und zwei arabische Botschafter in den Vereinigten Arabischen Emiraten bestätigten die Exilsuche des Alleinherrschers gestern. Zu den Bedingungen der irakischen Führung gehöre der Abzug der US-Soldaten aus der Golfregion. Außerdem müssten die Waffeninspektionen und die UN-Sanktionen gegen den Irak beendet sowie Maßnahmen gegen die Herstellung von Massenvernichtungswaffen in Israel ergriffen werden. Ferner müsse es die Garantie geben, dass Saddam Hussein und dessen Angehörige im Ausland weder vor Gericht gestellt noch verfolgt würden. Als Exil-Ort sei ein afrikanisches Land im Gespräch, möglicherweise Dschibuti oder Sudan. Bereits früher war von Libyen, Mauretanien, Ägypten, Weißrussland, Kuba oder Nordkorea als mögliche Exilländer die Rede. Saddam regiert im Irak de facto seit 1969, seit 1979 übt er allein die Macht aus.
Angeheizt wurden die Spekulationen durch die Absage der Reise des syrischen Präsidenten Baschar el Assad nach Teheran und die Verschiebung des Besuchs von Ali Hassan el Madschid, einem Cousin Saddams, in Kairo. Die ägyptischen Medien hatten angekündigt, el Madschid, Mitglied im Revolutionären Kommandorat des Iraks, wolle Präsident Husni Mubarak diese Woche eine Botschaft von Saddam Hussein überbringen.
Indes hatten Politiker und Beobachter in der arabischen Welt jüngst mehrfach Spekulationen über einen möglichen Rücktritt Saddam Husseins zurückgewiesen. Auch Experten halten es für eher unwahrscheinlich, dass Saddam sein Land verlässt. Dafür sei der Druck einfach noch viel zu schwach. Im Unterschied zum Golfkrieg 1991 gebe es keine Koalition zwischen dem Westen und arabischen Ländern. Derartige Gerüchte würden möglicherweise von interessierter Seite gestreut, um unter Regierungsbeamten in Bagdad Unsicherheit zu erzeugen. Tarik Asis, langjähriger Vize im Irak, lachte nur, als er jüngst von der BBC zum Exil Saddams befragt wurde: "Saddam Hussein ist ein tapferer Führer und ein Held, und er bleibt, so Gott will, noch lange in seinem Land. Er wird bis zur letzten irakischen Kugel kämpfen, und wir mit ihm."