Habe am 08.03.17 - Abend's ca. 21,00h - zufällig ein Interview im Rhein - Neckar FS
vom neuen HD - VV H. Hundsdörfer gehört.
Heute habe ich offensichtlich die Pressemitteilung dazu gelesen. Damit -- ALLe -- User die Künftige Strategie von HD selbst erkennen können, stelle ich diesen Artikel ins Forum ein.
---- Vielleicht bekommen die ewig NEGATIVEN eine neue Meinung. -----
Für mich selbst, war der geplante Digitalisierungs -Prozess sehr plausibel und wird HD wieder in bessere Zeiten führen.
Hundsdörfer will Heideldruck zum "Amazon der Druckbranche" machen
Von Daniel Bernock
Heidelberg. Er ist sicherlich der bestbezahlte "Auszubildende", den Heidelberger Druckmaschinen je hatte. Seit Anfang der Woche ist Rainer Hundsdörfer bei dem Heidelberger Unternehmen der Vorstands-Chef. Auch wenn der 59-Jährige sein Leben lang für Maschinenbauer gearbeitet hat, muss er sich beim weltgrößten Druckmaschinenhersteller erst noch einfinden: "Bis Ende des Jahres bin ich der Lehrling - ich frage und lerne", sagte Hundsdörfer am Mittwochabend im Gespräch mit der RNZ.
Zuvor war der in Tübingen geborene Manager vor allem bei Familienunternehmen beschäftigt. Dass das nicht immer leicht ist, hat er bei seinem letzten Arbeitgeber zu spüren bekommen, dem Ventilatorenhersteller EBM-Papst aus Mulfingen. Im Zwist mit den Firmengründern musste er das Unternehmen verlassen, obwohl die Geschäfte gut liefen. Bei einem börsennotierten Unternehmen wie Heideldruck erhofft er sich nun mehr Freiheiten: "Wenn Sie Verantwortung übernehmen, dann müssen Sie auch bestimmen können, wo es langgeht", sagte Hundsdörfer.
"Hausaufgaben sind gemacht"
Selbst wenn der studierte Wirtschaftsingenieur erst wenige Tage in Heidelberg ist, hat er sich bereits einiges vorgenommen: Er will vor allem das Service-Geschäft rund um die Druckmaschinen voranbringen: "Wir wollen dem Drucker das Leben so einfach machen wie möglich!" Die Druckereien sollen bei Verbrauchsmaterialien und Ersatzteilen immer die Produkte bekommen, die sie brauchen, zum exakt richtigen Zeitpunkt. Heidelberger Druckmaschinen soll so etwas wie das "Amazon für die Druckbranche" werden, so Hundsdörfer.
Auch wenn das Service-Geschäft weiter an Bedeutung gewinnen wird, will Hundsdörfer auch mit dem Bau der Maschinen wieder Geld verdienen. Wenngleich es in Zukunft schwieriger wird: "Eine neue Maschine ersetzt zwei alte", sagte Hundsdörfer. Ein Zukunftsmarkt sei der industrielle Digitaldruck. Dabei sollen die Druckmaschinen bei den Kunden vor Ort mehr und mehr im Produktionsprozess eingebunden werden und zum Beispiel Koffer oder Turnschuhe bedrucken.
Zudem sei gerade der Verpackungsdruck in einer Umbruchphase. Durch das starke Wachstum der Online-Händler sei der Ort, an dem Kunden ein Produkt das erste Mal in der Hand halte, nicht mehr nur der Laden, sondern immer häufiger das heimische Wohnzimmer. "Die Wertanmutung der Verpackung ist dabei enorm wichtig", so Hundsdörfer. Nicht mehr nur das Produkt zähle, sondern auch die Art und Weise, wie es präsentiert wird. Daher werde sich beim Verpackungsdruck viel tun - "und wir sind erst am Anfang dieser Entwicklung".
Das Unternehmen sieht Hundsdörfer für Zukunft gut gewappnet. "Viele Hausaufgaben sind gemacht", sagte Hundsdörfer. Das Unternehmen sei stabilisiert. Seiner Ansicht nach dürfte auch der Personalschwund beendet sein, das Unternehmen habe "die richtige Größe". Die Zahl der Auszubildenden habe sich zuletzt erhöht - teilweise werden sie sogar übernommen.
Die Zahl der Maschinenbauer könnte in Zukunft jedoch noch weiter abnehmen, dafür sei das Unternehmen auf der Suche nach neuen IT-Mitarbeitern, um den Kunden in Zukunft vermehrt auch Software für den Betrieb einer Druckerei anbieten zu können. Um beim Thema Digitalisierung voranzukommen, schaut sich Heidelberg auch nach möglichen Übernahmekandidaten um.
Gereizt an seinem neuen Job hat ihn auch der Name Heidelberger Druckmaschinen. Sein ganzes Berufsleben lang sei das Unternehmen immer eine "Ikone" in der Branche gewesen. Jetzt wolle er dem Traditionsunternehmen zu altem Glanz verhelfen. Einen weiten Umzug hat Hundsdörfer nicht vor sich. Bisher hat er in Würzburg gewohnt, derzeit suche er gerade eine Wohnung in Heidelberg.
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