Einschätzung
Stand: 27.05.2002
Vom Konsumverzicht weitgehend verschont, startet Hawesko optimistisch in die zweite Jahreshälfte.
Aktionäre der Weinhandelsgruppe Hawesko Holding AG können sich freuen: Für das Geschäftsjahr 2001 ist eine Erhöhung der Dividende um 31 Cent auf 1,15 Euro pro Aktie vorgesehen- ein Plus von 37% gegenüber dem Vorjahr. Obwohl die Aktie gut läuft, ist auch für den Rest des Jahres Optimismus angebracht.
Dies hängt vor allem mit den Ergebnissen des 1. Quartals zusammen. Während der Einzelhandel über eine nie dagewesene „Konsumverweigerung“ klagt, erlitt Hawesko lediglich einen Umsatzrückgang von 1%. Den aber führt der Anbieter von qualitativ hochwertigen Weinen und Champagnern vor allem auf Unsicherheiten im Umgang mit der neuen Währung Euro zurück.
Während der stationäre Weinfacheinzelhandel (Jacques‘ Wein-Depot) mit seinen 221 Läden (davon 6 in Österreich) gut zulegte (+10,8% gegenüber dem 1. Quartal 2001), klappte es mit dem Versandhandel/E-Commerce nicht so gut ( - 11,0%). Auch beim Großhandel ergab sich mit 0,4% ein leichtes Minus.
Insgesamt erzielte der Konzern im 1. Quartal 2002 einen Umsatz von 56,2 Mio. Euro (-1,3%), während das Ergebnis betrieblicher Tätigkeit mit 1,5 Mio. Euro um 24% unter dem des Vorjahres lag. Einsparungen sowie gesunkene Finanzschulden sorgen jedoch dafür, dass das Ergebnis vor Ertragssteuern mit 1,0 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres blieb.
Unternehmenschef Alexander Margaritoff ist zuversichtlich, dass Hawesko in den nächsten Quartalen von den konjunkturellen Wachstumsimpulsen profitieren wird. Schließlich gab es im April dafür schon die ersten Anzeichen.
Seit Mitte März hat sich die Aktie bereits von 19,59 auf 26,98 Euro verbessert. Gegen die Gefahr, dass Gewinne mitgenommen werden und der Kurs dadurch kurzfristig einbricht, sollte sich der Langfristanleger mit einem Stop- loss um 23 Euro absichern.
Horst Buchwald; 28.5.2002
