Hoffnung für Qimonda
20. März 2009, 02:32 Uhr
Sachsen schließt Beteiligung an Speicherchiphersteller nicht aus
Die Dresdner Innenstadt war gestern in lila getaucht. Hunderte Mitarbeiter des insolventen Speicherchipherstellers Qimonda zogen, in der Unternehmensfarbe gekleidet, Richtung Landtag, um noch einmal Druck zu machen. Drinnen wurde in einer Sondersitzung über eine mögliche Rettung ihres Unternehmens debattiert. Und offenbar lohnte der Einsatz der Beschäftigten.
Die sächsische Regierung schließt eine staatliche Beteiligung nicht mehr aus. Ein neuer Investor werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützt, versicherte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU). Er verwies erstmals auch auf die Möglichkeit einer mittelbaren Beteiligung an dem Unternehmen, neben Beihilfen und Bürgschaften.
Tillich hatte bislang offengelassen, ob eine Landesbeteiligung in Betracht kommen könnte. Der Regierungschef erklärte nun, Sachsen werde alle Möglichkeiten prüfen, "um das Dach dicht zu machen". Voraussetzung sei aber ein Investor als Fundament und ein tragfähiger Geschäftsplan.
SPD-Wirtschaftsminister Thomas Jurk bekräftigte auf der Kundgebung vor dem Landtag, er könne sich auch eine direkte Beteiligung als Übergangslösung vorstellen. In der Sondersitzung des Parlamentes fügte er später hinzu, die Mehrheit müsse aber bei einem privaten Investor bleiben. Denkbar sei eine Beteiligung Sachsens von gut 25 Prozent. Damit hätte das Land eine Sperrminorität, um seinen Einfluss bei wichtigen Entscheidungen geltend machen zu können.
In der von Linkspartei und Grünen beantragten Sondersitzung wurde ein förmliches Bekenntnis zu einer möglichen Minderheitsbeteiligung des Landes allerdings mit der Mehrheit der Regierungsparteien CDU und SPD abgelehnt. Jurk sagte, eine solche Festlegung könnte die Verhandlungsposition Sachsens schwächen. Auch seien außer einer Beteiligung andere Formen der Unterstützung denkbar.
Tillich und Jurk forderten erneut die Europäische Union, den Bund und das Land Bayern auf, an einer Rettungslösung mitzuarbeiten. Qimonda sei nicht nur für Sachsen, sondern für die Halbleiterindustrie in ganz Deutschland und Europa ein wichtiges Unternehmen.
Der Insolvenzverwalter hatte zuvor eine staatliche Beteiligung gefordert, da nur so eine drohende Zerschlagung von Qimonda verhindert werden könne. Als möglicher Investor war zuletzt der chinesische Staatskonzern Inspur im Gespräch. Dieser soll aber nur zur Übernahme von knapp 50 Prozent der Aktien bereit sein. Die übrigen Anteile müssten demnach Portugal und die Gläubiger sowie Sachsen kaufen. Portugal, wo Qimonda ebenfalls ein Werk hat, soll zum Einstieg bereit sein. DW
Quelle:www.welt.de/welt_print/article3409623/...ung-fuer-Qimonda.html
Für mich liest sich das ganz klar, dass die AG bestehen bleiben soll! Hier steht ganz klar drin, dass Qimonda nicht zerschlagen werden soll und Inspur die Teile an der AG haben will.