Der deutsche Handel kommt nicht aus der seit Jahren dauernden tiefen Krise
Berlin sob/cos - Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), sagte WELT am SONNTAG: "Es stellt sich nicht die Frage, ob dieses Jahr ein schlechtes Jahr für den Handel wird, sondern nur, wie schlecht es wird." In 2001 sei der Großhandelsumsatz in realer Rechnung um 2,1 Prozent eingebrochen. Börner forderte daher, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen. So könnten Verbraucher und Betriebe um gut und gerne zwölf Milliarden Euro jährlich entlastet werden.
Auch die Volkswirte des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) klagen, die Konsumenten seien durch die Konjunkturflaute "absolut verunsichert". Sinnvoll sei es daher, die nächste Stufe der Ökosteuer auszusetzen.
Am Freitag hatte der Einzelhandelsverband HDE in einem dramatischen Appell gefordert, die Mehrwertsteuer für drei Monate um drei Prozentpunkte zu senken. Die schwache Konjunktur werde im Einzelhandel in 2002 zu 8000 Pleiten führen. Die deutschen Konsumenten bräuchten mehr Geld im Portemonnaie. Nur so sei die Jahre dauernde Misere im Einzelhandel zu überwinden.
Mit dem gleichen Argument fordern die Gewerkschaften für die jetzt in die heiße Phase gehende Lohnrunde 2002, Löhne und Gehälter um bis zu 6,5 Prozent anzuheben. Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Ursula Engelen-Kefer, erklärte in WELT am SONNTAG: "Die 6,5 Prozent sind genau betrachtet gar nicht so wild. Wir haben allein schon eine Inflation von über zwei Prozent, dazu kommt der Produktivitätsfortschritt von nochmal zwei Prozent. Allein eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik wäre dann schon bei vier Prozent." Gemessen an den reinen Arbeitskosten läge Deutschland weit unter EU-Schnitt. "Und die deutschen Arbeitnehmer leisten verdammt viel, die Produktivität ist sehr hoch, und da haben sie auch das Recht, ihren Anteil zu fordern."
Berlin sob/cos - Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), sagte WELT am SONNTAG: "Es stellt sich nicht die Frage, ob dieses Jahr ein schlechtes Jahr für den Handel wird, sondern nur, wie schlecht es wird." In 2001 sei der Großhandelsumsatz in realer Rechnung um 2,1 Prozent eingebrochen. Börner forderte daher, den Solidaritätszuschlag abzuschaffen. So könnten Verbraucher und Betriebe um gut und gerne zwölf Milliarden Euro jährlich entlastet werden.
Auch die Volkswirte des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) klagen, die Konsumenten seien durch die Konjunkturflaute "absolut verunsichert". Sinnvoll sei es daher, die nächste Stufe der Ökosteuer auszusetzen.
Am Freitag hatte der Einzelhandelsverband HDE in einem dramatischen Appell gefordert, die Mehrwertsteuer für drei Monate um drei Prozentpunkte zu senken. Die schwache Konjunktur werde im Einzelhandel in 2002 zu 8000 Pleiten führen. Die deutschen Konsumenten bräuchten mehr Geld im Portemonnaie. Nur so sei die Jahre dauernde Misere im Einzelhandel zu überwinden.
Mit dem gleichen Argument fordern die Gewerkschaften für die jetzt in die heiße Phase gehende Lohnrunde 2002, Löhne und Gehälter um bis zu 6,5 Prozent anzuheben. Die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Ursula Engelen-Kefer, erklärte in WELT am SONNTAG: "Die 6,5 Prozent sind genau betrachtet gar nicht so wild. Wir haben allein schon eine Inflation von über zwei Prozent, dazu kommt der Produktivitätsfortschritt von nochmal zwei Prozent. Allein eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik wäre dann schon bei vier Prozent." Gemessen an den reinen Arbeitskosten läge Deutschland weit unter EU-Schnitt. "Und die deutschen Arbeitnehmer leisten verdammt viel, die Produktivität ist sehr hoch, und da haben sie auch das Recht, ihren Anteil zu fordern."