Haltefrist verliert Schrecken für T-Aktie


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 330 / Heute: 2
Kopi:

Haltefrist verliert Schrecken für T-Aktie

 
30.11.01 00:37
Die Deutsche Telekom muss am Freitag keinen massenhaften Verkauf ihrer Aktien befürchten. Zu diesem Zeitpunkt läuft die letzte Haltefrist für ihrer Großaktionäre ab.

Mit dem Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong und dem finnischen Telekomanbieter Sonera haben Finanzkreisen zufolge zwei verkaufswillige Anteilseigner signalisiert, ihre T-Aktien nur in kleinen Tranchen und über einen längeren Zeitraum abzustoßen.

Die Haltefrist gilt für jene Großaktionäre, die im Zuge der Übernahme der US-Mobilfunker Voicestream und Powertel durch die Telekom mit Aktien des Bonner Konzerns bezahlt wurden. Insgesamt werden rund 289 Millionen T-Aktien von der Vereinbarung entbunden. Bereits Ende August und Ende November waren erste Haltefristen abgelaufen.

Verkäufe im großen Stil hatten in den vergangenen Monaten mehrfach den ohnehin schwachen Kurs der T-Aktie unter zusätzlichen Druck gesetzt. So hatten Sonera im Mai und Hutchison im August Telekom-Aktien platziert und Kursverluste ausgelöst.

Vor allem der über die Deutsche Bank abgewickelte Verkauf durch Hutchison hatte andere Aktionäre bewogen, sich von ihren Papieren zu trennen. Am 11. September fiel die T-Aktie auf ihr Jahrestief bei 13,12 Euro. Seither hat sich der Kurs erholt. Am Donnerstag gewannen Telekom 1,22 Prozent auf 18,27 Euro.

Hutchinson will täglich Aktien abgeben

Während die Absicht von Telekom-Großaktionär TDS, seinen Anteil zu halten, bekannt ist, plant Hutchison den Kreisen zufolge, von seinen noch rund 150 Millionen Aktien täglich ein bis zwei Millionen abzugeben. Dabei solle nicht stur jeden Tag verkauft werden, heißt es. Die Deutsche Bank, die weiter Hutchison betreut, solle an kursschwachen Tagen auch auf Verkäufe verzichten.

Bei Sonera ist der größte Liquiditätsdruck weg. Finanzvorstand Kim Ignatius bekräftigte aber, die restlichen 38 Millionen Anteile verkaufen zu wollen. Den Kreisen zufolge sollen in den kommenden Monaten bis zu zwölf Millionen Papiere verkauft werden.

Sonera hatte im Sommer 21,9 Millionen T-Aktien zu durchschnittlich je 25,75 Euro abgestoßen, um Schulden zu tilgen.

Verkaufsdruck endet bald

Telekom-Analyst Werner Stäblein von der BHF-Bank sagte, der technische Verkaufsdruck auf die T-Aktie werde mit dem Auslaufen der letzten Haltefrist enden. "Die Großaktionäre hatten ausreichend Gelegenheit, T-Aktien zu verkaufen und es nicht getan", sagte Stäblein. Sein Zwölf-Monats-Kursziel für die T-Aktie hob er um 2 Euro auf 21,50 Euro an.

Frank Rothauge von Sal. Oppenheim hält nur in der zweiten Dezemberhälfte Kursrückschläge für möglich, da in dieser Zeit traditionell nur wenig Aktien umgesetzt würden. Einen Absturz wie im August nach der Verkauf durch Hutchison erwartet er aber nicht.

Die Telekom setzt auf die Vernunft der Großaktionäre. "Das Wichtigste ist, dass der Rückfluss der Aktien kursneutral ist. Im Idealfall werden wir vorher informiert", sagte ein Sprecher. Gleichwohl ist der Einfluss der Telekom gering. "Ob sich alle Aktionäre an den Plan halten, werden wir sehen", hieß es in den Kreisen.


Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--