Haffas bekommen keine Schützenhilfe von Rohner


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Slater:

Haffas bekommen keine Schützenhilfe von Rohner

 
26.11.02 07:26
Nach Leo Kirch hat auch Pro Sieben Sat1-Chef Urs Rohner den wegen angeblichen Kursbetrugs auf der Anklagebank sitzenden früheren EM.TV-Vorständen Florian und Thomas Haffa seine Schützenhilfe verweigert.

MÜNCHEN. Zwar habe er im Jahr 2000 dreimal mit dem Firmengründer Thomas Haffa den Erwerb von insgesamt 250 Folgen der US-Zeichentrickserie „Die Simpsons“ diskutiert, sagte Pro Sieben Sat1-Vorstandschef Urs Rohner am Montag vor dem Landgericht München. Bei einem abschließenden Treffen am 11. Oktober sei aber schnell klar geworden, dass ein Vertrag unter anderem wegen zu hoher Preisforderungen EM.TVs nicht in Frage kam. Der ehemalige EM.TV-Vorstandschef Thomas Haffa und sein Bruder Florian, der als Finanzvorstand fungierte, sagen hingegen, Rohner habe bereits zuvor den Abschluss des über 200 Millionen Mark schweren Geschäfts mündlich bestätigt.

Die einstigen Stars des mittlerweile vor dem Aus stehenden Börsensegments Neuer Markt wollen beweisen, dass im Herbst 2000 - angesichts des aus ihrer Sicht zu Stande gekommenen Vertrags - die Krise des Medienunternehmens nicht absehbar war. Die Haffas sind angeklagt, weil sie die schwierige Lage von EM.TV lange verschwiegen und Aktionäre getäuscht haben sollen.

Vor rund zwei Wochen hatte bereits der öffentlichkeitsscheue Filmhändler Leo Kirch - dessen insolvente KirchMedia die Mehrheit an Pro Sieben Sat1 hält - in dem Prozess ausgesagt und ein Zustandekommen des Simpson-Deals verneint. EM.TV hätte ursprünglich als Zwischenhändler zwischen Kirch und der Sendergruppe fungieren sollen.


HANDELSBLATT, Montag, 25. November 2002, 18:35 Uhr



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Slater:

EM.TV muss weiter Löcher stopfen

 
26.11.02 07:42
Von  Stefan Riedel

 
Als "operativen Fortschritt" rühmt  EM.TV die Neunmonatszahlen. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch: Der Filmrechtehändler geht weiter am Stock, Verluste lassen sich nur durch straffes Kostenmanagement begrenzen.

 
Das Unternehmen erlöste 157,6 Millionen Euro und erzielte einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 7,3 Millionen Euro. Unterm Strich steht für den Zeitraum Januar bis September ein Nettoverlust von 115,1 Millionen Euro. Im Vorjahr schlugen ein Umsatz von 634 Millionen Euro und ein Nachsteuerverlust von 127,5 Millionen Euro zu Buche.

Diese Zahlen sind allerdings nicht vergleichbar, wenn man bedenkt, dass in diesem Jahr die Formel-1 entkonsolidiert wurde. Auf bereinigter Portfoliobasis gingen die Erlöse deshalb um zwölf Prozent zurück. Das Formel-1-Paket bleibt auch der größte Unsicherheitsfaktor, denn es wurde an die Gläubigerbanken der insolventen Kirch Beteiligungs GmbH verpfändet.

Als "back to the roots" liest sich des Programm von EM.TV-Chef Werner Klatten. Will heißen: Zukünftiges Kerngeschäft werden wieder die Kinder- und Jugendprogramme von Junior-TV. Wegen des Überangebots im Fernsehen wird es EM.TV jedoch schwer haben, mit Serien wie "Biene Maja" oder "Tabaluga" an die Erfolge vergangener Tage anzuknüpfen.


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