Hab ich eine Chance mit meiner Strategie?


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Spanier:

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie?

 
23.07.03 21:45

Backtesting: "Hab ich überhaupt eine Chance mit meiner Strategie"
von Daniel Gollner 

Eigentlich wollte ich in einer der letzten Kolumnen dieses Jahres was zum Thema professionellen Umfeld des Traders (Krankenversicherung, Steuern, Büromiete, professionell fees beim Broker Datenanbieter usw) schreiben. 
Da sich aber das Steuersystem zu mindest für den Großteil der Leser ändern dürfte möchte ich dieses Thema auf das neue Jahr verschieben.
Für alle die dieses Jahr noch einen größeren Betrag zu versteuern haben mein Tip:
"Ein guter Steuerberater, auch wenn er über € 200,- pro Stunde kostet, zahlt sich wirklich aus."

Somit haben wir aber mehr Zeit für ein wichtigeres Thema -

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie? 1109518 "Hab ich überhaupt eine Chance mit meiner Strategie"

Für jeden Trader stellt sich die Frage – Ist die Wahrscheinlichkeit auf mein Seite. Wenn ich alle meine Trades wie geplant durchdrücke kann ich überhaupt gewinnen?

Aber lasst uns noch mal einen Schritt weiter zurück gehen wie finde ich überhaupt eine Strategie und wie kann ich diese dann auf diese angesprochene Wahrscheinlichkeit überprüfen.

Für mich lief das in der Vergangenheit meist so ab:
Man beobachtet die Märkte aufmerksam und bemerkt, dass sich die Kurse an gewissen stellen ganz speziell verhalten. Dies kann zum Beispiel sein, dass

der Markt über Mittag etwas ruhiger ist als von 9.30 bis 11 und 14 bis 16 Uhr.
wenn der Markt mit einem extremen Gap rein kommt er sich oft in die Gegenrichtung bewegt.
wenn der RSI ganz tief (unter 25) ist und der Markt schon über 2 stunden gefallen ist, dass immer wieder eine Gegenbewegung von 3 - 5 Punkten (ES) kommt.
wenn Vollmond ist sich oft der Trend wendet ;)
wenn Die Economy Daten sehr schwach ausfallen der Fed Fund Future aber einen möglichen Rate Cut einpreist die Kurse in der gestärkten Hoffnung trotzdem steigen

und so weiter und so weiter.
Ich denke jeder von uns hat schon solche Beobachtungen gemacht.

Nun wäre interessant die Wahrscheinlichkeiten zu überprüfen:
Was wäre wenn man immer den Mittagsbreakout handeln würde.
Wenn man wenn der Markt mit einem 1.5% Gap rein kommt sich gegen den Gap stellt.
Wenn es Vollmond ist sich gegen die aktuelle Trendrichtung stellt.
Usw.

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie? 1109518 Dafür gibt es jetzt zwei Möglichkeiten.

1.) Man schreibt sich ab jetzt jeden Trade in ein Excelsheet und kann dann nächstes Jahr oder das Jahr darauf darüber entscheiden ob man diese Signal handelt oder nicht

2.) Man überprüft objektiv in die Vergangenheit wie wäre die Formation Konstellation oder Fundamentaldaten gelaufen.

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie? 1109518 Wie kann man das jetzt machen: 

1.) Man kauft sich die Tradestation 2000, Metastock, Wealthlab oder mietet sich die Tradestation 6. Kosten belaufen sich auf ca $ 4000 für die Tradestation 2000i und 95mtl für TS 6.0. Man kann sein Glück auch bei Ebay versuchen, da läuft die Tradestation meist für $500 und weniger über den Tisch.

2.) Man macht das zu Fuß, von Hand und darauf möchte ich heute näher eingehen.

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie? 1109518 Man benötigt:

    Eine klare Definition der Strategie

    Excel oder ein anderes Tabellenkalkulationsprogramm.

    Chartprogramm

    Einen gehäuften Esslöffel voll Zeit

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie? 1109518 Vorgehen:

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie? 1109518 Gut definierte Strategie:

Als erstes sollte man seine Beobachtungenn so gut als möglich in "Wenn Dann" Beziehungen setzen.

Das Problem beim Zurücktesten in die Vergangenheit ist, das wenn man nicht ganz diszipliniert sich von einer Candle zur nächsten tastet, man die Zukunft sieht und Signale nimmt die man sonnst nicht nehmen würde weil es ja nachher gut gelaufen ist und umgekehrt. Um so genauer die Regeln sind um so weniger kommt man in Versuchung seine Performance schön zu schreiben.

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie? 1109518 Chartprogramm:

Jetzt nimmt man sein Chartprogramm und scrollt zurück und beginnt Tag für Tag zu überprüfen ob die vorher definierte "Wenn Dann" Regel eingetreten ist. Ich würde für diese Arbeit Nextrend empfehlen. Die Software ist mit verzögerten Kursen kostenlos und ich weiß aus eigener Erfahrung das sich so ein Rückblick mit dieser Software sehr komfortabel durchführen lässt.

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie? 1109518 Excel:

Die Ergebnisse schreibt man dann in ein Excelfile. Der Vorteil ist das man nachher sehr einfach mit den Werten rechnen kann - Slippage Kommissionen usw.

Ich habe einige kleine Beispiele beigelegt.
NQ1.xls
NQ2.xls
DAX1.xls

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie? 1109518 Zeit:

Ich habe erst letztes Jahr einen Patern für den ES mit Hand wie hier beschrieben über 600 Tradingtage mit Nextrend überprüft und habe dafür 3 volle Tage benötigt. Im nachhinein war es aber eine der besten Investition an Zeit die ich getätigt habe.

Hab ich eine Chance mit meiner Strategie? 1109518 Vorteile dieser Variante:

Der große Vorteil bei diesem „händischen" Test ist das man sehr sehr viele Charts sieht.

Obschon man sich diese Charts nicht alle genau merken kann werden Sie doch in unserem Unterbewusstsein gespeichert und tragen in Zukunft zu der Einschätzung des Marktes bei.

Man entwickelt ein sehr starkes Vertrauen in diese Strategie - wenn man sich mal Tagelang mit ihr beschäftigt und sieht das sie über eine größere Anzahl von Trades als Gewinner raus kommt. Auch erkennt man am Beispiel das Draw Downs ganz normal sind oder das man mit einem guten Trade die Verluste der letzten 3 wieder wett macht. Diese Arbeit prägt und schult das Bewusstsein und die Wahrnehmung für die wirklich wichtigen Dinge im Trading.

Beispiel: Wenn man zukünftig wieder in eine Drawdown Phase kommt dann wird man damit viel leichter fertig als wenn die Arbeit ein Computer gemacht hätte.

Man lernt gute Signale von besseren zu unterscheiden. Wenn man Tagelang über den Charts hängt wird man die ein oder andere Feinheit erkennen die es einem ermöglicht sein Setup zu verbessern oder in der Zukunft sein System erfolgreich zu overrulen.

Und es macht Spaß.

Wenn ich mit der Tradestation was backtest dann benötige ich dafür 1 oder 2 Minuten um es zu „coden" - schau mir 3 oder 4 Beispiele an um zu überprüfen ob ich auch keinen Fehler gemacht hab - sehe mir das Ergebnis an und fertig. Obschon diese Variante - wenn man eine gewisse Markterfahrung hat - sehr Vorteilhaft sein kann möchte ich einem Einsteiger doch erst mal den Fußweg empfehlen.

Immer wieder liest man von erfolgreichen Tradern die Ihre Charts immer noch mit der Hand zeichnen auch noch im Jahr 2002 und das aus gutem Grund. Sicher ist diese Variante der Wahrscheinlichkeitsüberprüfung sehr Zeitaufwendig aber diese Zeit ist sicher besser investiert als stundenlang in irgendwelchen Foren nach dem Heiligen Gral zu suchen.

Wenn man jeden Tag nur 5 Trades überprüft und am Wochenende vielleicht mal 10 dann hat man in einem Monat ein Jahr überprüft und sehr viel gelernt.

„Kein Ertrag ohne die entsprechende Investition"

Antworten
Spanier:

Daniel rück mal mit einer konkreten Strategie raus

 
23.07.03 21:55
Daniel rück mal endlich mit einer konkreten Strategie raus!!!!!

"Daniel rück mal endlich mit einer konkreten Strategie raus und fackel nicht immer mit dem "warmduschersachen" wie Moneymanagement - Trading ist ein Business und den anderen ganzen Müll den keiner brauch rum"

Werter Kolumne Leser. Diese Email hat mich vor 2 Wochen erreicht und deshalb möchte ich hier erstens mit einen konkreten Regel rausrücken und zweitens noch mal auf die Rahmenbedingungen aufmerksam machen.

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GANZ KONKRET 2 Day High Low:
Ein Ansatz den ich seit Anbeginn meiner Tradingkariere beibehalten habe ist ein ganz ganz einfaches 2 Day High Low Break out. Die Regel ist ganz einfach wenn der Markt Heute innerhalb der Range des gestrigen Tages eröffnet und er nach oben durch das High von Gestern oder nach unten durch das Low von Gestern stößt dann geht man für ca 1/5 der Average Daily Range mit. Stop die Hälfte des Targets. Schaun wir uns mal ein Beispiel an:
Dax yesterdays low 4872 yesteradays high 4987. Der Markt eröffnet Heute bei 4927 also innerhalb der gestrigen Range. Um 10.10 bricht der Markt das Low von Gestern und wir reiten für 20 Punkte mit. Stop sind 10 Punkt. Aus fertig. Anbei noch ein Backtest damit Ihr seht das das nicht nur einmal so ist sondern wirklich öfters auftritt.

SO EINFACH IST DAS: Tja und im Prinzip sehen so die Dinge aus die Ich handle. Es sind so einfache Dinge wie Flaggen in einem trendigen Markt oder 1-2-3 Umkehrformationen wenn der ES schon 10 Punkte hinter sich hat - in Aktien kann das so einfach sein wie 3 Tage hoch dann oben drauf haun. Stops vernünftig an der Vola ausrichten Gewinne laufen lassen - und wenn der Markt schon gut für einen gelaufen ist daran denken Gewinne auch mit zu nehmen - und fertig. Keine große Hexerei von den Einstiegen her.

JA, THEORETISCH IST DAS SO EINFACH PRAKTISCH ABER NICHT:
Klingt ja super einfach bis hierher oder? Und jetzt kommt nämlich der Haken an der Geschichte. Moneymanagement, Risikomanagement, Positionsgrößenmodelle, Disziplin, Confidents in das was man macht, geistige und Körperliche Fitness wenn man handelt, Einstellung zum Trading, Internetverbindung Hard und Software - Broker - Ausführungsgeschwindigkeit, News im Markt und und und....
Das ist auch der Grund warum 90% meiner Artikel von diesen Dingen handeln. Nicht weil ich Euch nicht sagen will was ich wirklich mache oder nicht rausrücken möchte mit meinen super Einstiegsregeln - Ne es geht einfach um die Rahmenbedingungen und den RIESIGEN Unterschied zwischen Theorie und Praxis der nirgends sonst so groß ist wie im Traden.

NEHMEN WIR MAL GANZ KONKRET DIESES BEISPIEL:
Aber nehmen wir mal das Beispiel mit dem 2daybreakout im Dax. Schöne Performance berechnet auf den Drawdown glatte 400% super oder?. So jetzt kommen wir aber zur Praxis: Angenommen man hat sonst nichts zu tun, aus welchen Gründen auch immer, und sitzt den ganzen Tag vorm Computer und wartet darauf das der Dax aus seiner gestrigen Range ausbricht. Laut Backtest sehen wir das dies im Durchschnitt nur jeden sechsten Tag der Fall ist. Kein Problem?? schon mal wirklich darüber nachgedacht?
Man sitzt von 8.30 Morgens den ganzen Tag vorm Computer starrt auf den Markt wie sie ihn hoch und runter jagen und man selbst nicht mit dabei ist. Jeder Tick zeigt Möglichkeiten um Geld zu verdienen und man selbst sitzt nur blöd rum....... Etwas klarer ausgedrückt wann immer sie den Markt jagen und man selbst im Nachhinein zu sich sagt: "Das war jetzt klar das der da hoch geht denn da unten war (was auch immer man im Nachhinein sieht)" verspürt man Schmerz. Den Schmerz andere haben Geld verdient und ich nicht.
Wenn man dann auch noch von den Tradingergebnissen leben muss hängt das Damokles Schwert noch viel tiefer. Und hier entscheidet sich's. Viele surfen dann etwas rum sehen hier einen möglichen Einstieg dort ein mögliches Handelsystem kaufen jenes Buch und jenen Newsletter und lesen diese Markteinschätzung und aus dem Zwang raus Geld verdienen zu müssen wird dann alles mögliche gehandelt.

Tja so ist das mit den konkreten Handelsregeln. Die einfachsten Sachen können für Sie lieber lesen funktionieren, wenn Sie den nötigen research machen, den nötigen Businessplan schreiben, die Stops und Regeln einhalten und die Disziplin haben dies auch noch um zu setzen. An möglichen Einstiegsregeln fehlt es der Weltliteratur und dem Internet bestimmt nicht deshalb werde ich auch weiter über die Rahmenbedingungen und die beinharte Praxis berichten und Anregungen aus meiner persönlichen Erfahrungen mit einbringen.

 

 

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Spanier:

Value-Strategie

 
24.07.03 18:21

Die Value-Strategie - Value-Aktien finden, bewerten und verfolgen

Übersetzt steht Value für Wert, Werthaltigkeit, Sicherheit und Substanz. Mit der Value-Strategie setzen Sie in unsicheren Börsenzeiten auf günstig bewertete Aktien mit nachhaltiger Gewinn- und Umsatzstabilität. Value-Investment zielt nicht auf kurzfristige Spekulationsgewinne, sondern auf langfristige solide Wertsteigerung ab.

In der Praxis heißt das: In Titel investieren, deren momentaner Börsenwert die Ertragskraft und die Wachstumsperspektiven unterschreitet.


Firmenkennzahlen, die eine hohe Ertragskraft eines Unternehmens darstellen:

  • niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
  • niedriges Kurs-Umsatz-Verhältnis
  • niedriges Kurs-Buchwert-Verhältnis
  • niedriger Verschuldungsgrad
  • hohe Dividendenrendite
  • hoher Cash-Flow
  • hohe stille Reserven
  • gute Bewertung der Kreditwürdigkeit

Positive Wachstumsfaktoren sind:

  • gute Verkaufsaussichten der Produkte
  • zukünftige Marktführerschaft
  • die Größe des Unternehmens
  • Krisenresistenz
  • hohe Transparenz
  • strategische Allianzen
  • schlüssige Unternehmens- und Führungsstrategie


 

Wie Sie Value-Aktien finden

In schlechten Börsenzeiten werden auch werthaltige Aktien mit nach unten gezogen. Suchen Sie systematisch nach unterbewerteten Value-Aktien. Value-Aktien finden Sie über Kennziffern wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder die Dividendenrendite.

Eine ausführliche Analyse einer Value-Aktie beinhaltet eine Vielzahl verschiedener Faktoren und Indikatoren. Die Ermittlung und Gewichtung dieser Faktoren und Indikatoren ist aufwendig und schwierig.


 

Wie Sie in Value-Aktien investieren und die Value-Strategie verfolgen

Im einfachsten Fall können Sie beispielsweise die Unternehmen mit dem niedrigsten KGV oder der höchsten Dividendenrendite in Ihr Portfolio aufnehmen. Überprüfen Sie in regelmäßigen Abständen sowohl die Entwicklung der einzelnen Unternehmen als auch die Entwicklung der jeweiligen Märkte. Steigen die Risiken in einzelnen Marktsegmenten, Branchen oder Unternehmen stark an, sollten Sie umschichten.


 

Prominente Value-Anleger

Der sicherlich prominenteste Langfristanleger ist Börsen-Guru Warren Buffett.
Stark beeinflusst wurde er von seinem Lehrmeister Benjamin Graham, der als Schöpfer des Value-Ansatzes gilt. Graham verfasste bereits 1934 mit David Dodd das Buch "Security Analysis", ein Standardwerk der Finanzanalyse.

Buffett war mit seiner Strategie auch in schlechten oder turbulenten Börsenjahren erfolgreich. Von High-Tech-Aktien wollte er nichts wissen.

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