Günter Grass und der Islam


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Knappschafts.:

Günter Grass und der Islam

 
09.02.06 20:56

In Beirut demonstrieren 700 000 Schiiten gegen die Mohammed-Karikaturen

Hisbollah-Führer Scheich Nasrallah: Bush und Rice sollen "das Maul halten" - Günter Grass greift dänische Zeitung an

Günter Grass und der Islam 2380608
In der libanesischen Hauptstadt demonstrieren schiitische Frauen gegen die Mohammed-
Beirut - Die radikale Hisbollah-Miliz im Libanon hat gestern ein gesetzliches Verbot der Beleidigung Mohammeds in Europa gefordert. Bis dies erreicht sei, sollten die Moslems zur "Verteidigung des Propheten" auf die Straße gehen, forderte Hisbollah-Führer Scheich Hassan Nasrallah vor 700 000 Schiiten in der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Zum Abschluß der Massenkundgebung zum schiitischen Aschura-Fest sagte Nasrallah: "Wir werden den Gesandten Gottes nicht nur mit unserer Stimme, sondern auch mit unserem Blut verteidigen." US-Präsident George W. Bush und seine US-Außenministerin Condoleezza Rice sollten "das Maul halten". Die US-Regierung hatte Syrien und den Iran beschuldigt, die Proteste bewußt zu schüren. Der iranische Vizepräsident Isfandiar Rahim Maschai wies diesen Vorwurf zurück und sagte: "Das ist eine hundertprozentige Lüge."

Auch in anderen islamischen Ländern hielten gestern die Demonstrationen gegen die Mohammed-Karikaturen an, blieben aber im Unterschied zu den Vortagen meist friedlich.

In Deutschland schaltete sich der Literaturnobelpreisträger Günter Grass in die Diskussion über die Mohammed-Karikaturen ein und kritisierte ihre Veröffentlichung in der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten" scharf. "Es war eine bewußte und geplante Provokation eines rechten dänischen Blattes", sagte der Schriftsteller in einem Interview mit der spanischen Zeitung "El País". Den Blattmachern sei bekannt gewesen, daß die Darstellung Allahs oder Mohammeds in der islamischen Welt verboten sei. "Sie haben aber weitergemacht, weil sie rechtsradikal und fremdenfeindlich sind."

Von den gewalttätigen Reaktionen zeigte sich der 78jährige Autor wenig überrascht. Es sei die fundamentalistische Antwort auf eine fundamentalistische Aktion des Westens, angefangen von der Invasion in den Irak, die gegen internationales Recht verstoßen habe. Dem Westen warf Grass in der Debatte über die Karikaturen Selbstgefälligkeit und Arroganz vor.

In Turin wurde unterdessen bekannt, daß bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele heute abend die dänische Fahnenträgerin Dorthe Holm Polizeischutz erhalten wird.

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Knappschafts.:

Nach 44 Jahren ist die Blechtrommel endlich

 
09.02.06 21:07
im Islam angekommen....


WELT:

" ...
Frage: Haben Sie persönlich Erfahrungen mit Intoleranz gemacht?

Grass: Ich habe als Autor eine gewisse Intoleranz erlebt. Als ich die " Blechtrommel" veröffentlichte, begann man Prozesse gegen das Buch, beschuldigte es der Blasphemie und Pornographie - sowohl in den kommunistischen Ländern, als auch in Spanien und Portugal, wo es verboten war. Vor zwei Jahren trafen wir uns im Jemen mit westlichen und arabischen Schriftstellern, um über literarische Themen zu sprechen, unter anderem über Erotik. Für die Araber war das ungewohnt, aber am Ende gelang die Diskussion. Man kann über alles reden, selbst über konfliktreiche Themen, wenn jeder die Toleranz mitbringt, die er auch vom anderen erwartet - selbst wenn der eine andere Vorstellung von Kultur hat, die von eigenen Tabus bestimmt wird.

Übersetzung: Stefanie Bolzen und Jennifer Wilton "  
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