versteht sich in Wahrheit nur auf endloses Trendtrading...
Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht...
Es macht Sinn, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und da lieferten die Q2 Zahlen durchaus positive Aspekte.
Der "Markt" spielt seit Jahren nur eine einzige Kennzahl namens Schadenquote...
Solange ebendiese Schadenquote stetig steigt, fühlt sich die Masse der Kurzfristzocker in Shorts auf Grenke pudelwohl...
Im Hintergrund hat Grenke indessen die Profitabilität beachtlich gesteigert und die Cost Income Ratio (CIR) Richtung unter 52% gesenkt.
Sobald die Schadenquote auch nur stagniert, wird die starke Senkung der CIR Grenke signifikante Gewinnsteigerungen bescheren.
Während Grenke den Anstieg der Insolvenzen im europäischen Mittelstand überhaupt nicht und die Schadenquote auch durch optimales Risikomanagement nur bedingt steuern kann, hat man die eigenen Hausaufgaben im Bereich Kosteneffizienz zuletzt ausserordentlich gut erledigt und das Unternehmen für einen drastischen Gewinnanstieg im kommenden Aufschwung vorbereitet.
Dass man bei einer Schadenquote von 2,1% in Q2 2026 Konzerngewinn und EPS via Vorjahr sogar steigern konnte, obwohl in Q2 2025 nur eine Schadenquote von 1,7% zu Buche stand, muss man dem Unternehmen hoch anrechnen.
Wenn Analysten dem Kursverlauf folgend dennoch unablässig ihre Kursziele senken und in keinster Weise auf die signifikanten Effizienzgewinne in der Kostenstruktur des Unternehmens eingehen, ist für mich ein "Alarmsignal", dass glasklar positive Fundamentalzahlen in einer endlosen Ausverkaufsstimmung mittlerweile selbst von Börsenprofis brutal ignoriert werden.
Eine solche Marktstimmung vollständiger Kapitulation gegenüber einem überbordenden Abwärtstrend ist häufig der Moment, wo die Chancen eines nachhaltigen Trendbruchs sprunghaft steigen.
Der Markt macht fast immer das Gegenteil dessen, wofür sich die Mehrheit kurzfristiger Trader positioniert hat...
Die Stunde langfristig orientierter Überzeugungstäter schlägt vielleicht bedeutend schneller, als manch einer hier erwartet.
Buchhalterisch sollte niemand vergessen, dass ein erheblicher Teil der Schadenquote sich aktuell aus Rückstellungen und nicht endgültigen, insolvenzbedingten Forderungsausfällen speist...
Sobald sich der wirtschaftliche Wind in Europa dreht, könnten überhöhte Rückstellungen auch wieder gewinnerhöhend aufgelöst werden und der Gewinnentwicklung einen Turbopush verleihen...
Ja, Grenke ist ob des Fokus auf naturgemäss wirtschaftlich schwächere KMU Kunden stets eine Wette auf konjunkturelle Entwicklungen. Diese ist allerdings trotz eines schier endlos erscheinenden dt. Wirtschaftsabschwungs seit 2019 keine Einbahnstrasse! Jüngst publizierte Frühindikatoren wie Ifo, ZEW oder Einkaufsmanagerindizes geben erste Hoffnungssignale für ein Ende des Abschwungs und den Eintritt in eine neue KI unterstützte Wachstumsphase.
Es wäre alles andere als überraschend, wenn die Grenke Aktie diese wirtschaftlichen Hoffnungsschimmer allmählich einpreist und vom nach den Q2 Zahlen erreichten Allzeittief um 11 EUR aus eine Gegenbewegung startet, die den ein oder anderen Trendfolger überrascht.
Jeder Trend findet irgendwann sein Ende... und vom Verlaufstief aus ergeben sich rückblickend betrachtet stets die bestmöglichen Renditechancen.
Die Zeit wird zeigen, ob Kurse um 11 EUR letztlich ein Nobrainer waren oder nur eine weitere Bullenfalle auf dem Weg Richtung Süden...
Ich bleibe optimistisch und habe meine Grenke Position um 11 EUR nochmals um 1/3 ausgeweitet inkl. KO Scheinchen mit 3er Hebel (Schwelle bei 8,40), nachdem ein Teil meiner bisherigen Scheinchen leider bei 11 EUR KO ging...
Die Hoffnung stirbt immer zuletzt...