Rekordrenditen, Rekord-Dieselpreise, Null Panik: Das Kalkül hinter der Ruhe

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Mann mit Smartphone und Tablet (Symbolbild).
© metamorworks / iStock / Getty Images Plus / Getty Images
Geld fließt aus US-Aktien ab wie seit Januar nicht mehr. Der Ölpreis und Anleiherenditen steigen. Trotzdem bleibt an den Märkten alles ruhig. Genau das könnte gefährlich werden.
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Hinweis

Aus US-Aktienfonds fließt derzeit deutlich mehr Kapital ab als üblich. Das bereitet laut den Strategen der Bank of America den Boden für höhere Volatilität. Grund ist die Gelassenheit von Märkten und Politik gegenüber den steigenden Renditen für US-Staatsanleihen.

In den vergangenen drei Wochen verzeichneten US-Aktienfonds Abflüsse von 14,2 Milliarden US-Dollar, den größten Abfluss seit Januar, wie die Bank of America unter Berufung auf Daten von EPFR Global mitteilte. Auch weltweit verlangsamen sich die Zuflüsse: Globale Aktienfonds kamen zuletzt im Schnitt nur noch auf 7 Milliarden US-Dollar pro Woche, nach 52 Milliarden US-Dollar im Juli.

Anleger werden vorsichtiger, von Panik kann laut den Strategen aber keine Rede sein. Das gilt selbst, während die Federal Reserve weiter über eine datenabhängige Zinserhöhung debattiert, der Ölpreis über 100 Dollar (Dollarkurs) pro Barrel liegt und die Dieselpreise Rekordniveau erreichen.

Auf den Punkt gebracht

Werte aus dem Artikel:
Brent Crude Ölpreis 95,3044 $ -4,90%

Die Märkte hörten normalerweise auf zu paniken, sobald die Politik in Panik gerate. Doch selbst bei der höchsten Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen seit Juni 2007 und stark steigenden Rohstoffpreisen sei aktuell nirgendwo Panik zu spüren. Gleichgültige Märkte und überhebliche Politik seien ein Rezept für Volatilität, so die beiden Strategen.

Der S&P 500 bewegt sich seit seinem Rekordhoch vor etwa einem Monat in einer engen Spanne, die Volatilität bleibt trotz leichten Anstiegs moderat. Anleger bleiben dennoch vorsichtig: Unsicherheit herrscht bei der Geldpolitik, den US-Zwischenwahlen, dem ungelösten Krieg im Iran und den Ausgaben im Bereich künstliche Intelligenz.

Beim letzten Punkt wird das Bank-of-America-Team deutlich: Trotz Investitionen von 1,5 Billionen US-Dollar in künstliche Intelligenz binnen drei Jahren gebe es kaum Belege für gesamtwirtschaftliche Produktivitätsgewinne. Die totale Faktorproduktivität falle sogar unter ihren langfristigen Trend, ein Indikator, der in den vergangenen 50 Jahren eng mit dem Verbrauchervertrauen korrelierte.


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