GPC Biotech hat Potenzial
Jede Party gerät irgendwann einmal ins Stocken. Auch bei den Aktien der GPC Biotech herrscht derzeit Ruhe. Aber demnächst soll es Bewegung geben - nach oben. Analysten rechnen für 2007 mit der Zulassung eines neuen GPC-Wirkstoffs.
Bonn - Noch im September hatten die Anleger den jüngsten Erfolg des Biotechnologieunternehmens mit einem Kurssprung goutiert: Damals hatte GPC Biotech berichtet, die klinischen Studienreihen zu dem Krebsmittel Satraplatin seien positiv verlaufen - angesichts eines geschätzten Umsatzpotenzials von mehr als einer Milliarde Euro eine gute Nachricht. Doch seither verharrt der TecDax-Titel auf dem erreichten Plateau.
Noch vor Jahresende will das Martinsrieder Unternehmen nun einen Zulassungsantrag in den USA stellen. Ab dem zweiten Halbjahr 2007 sollen erste Umsätze fließen. Verschiedene Pharma-Analysten halten das derzeitige Kursniveau nur für einen Zwischenschritt und stellen den Anlegern weitere Kursgewinne in Aussicht. Das Unternehmen habe zuletzt ein starkes Umsatzwachstum gemeldet und damit die Erwartungen des Marktes deutlich geschlagen, heißt es. Der Gewinn sei zwar geringer als erwartet ausgefallen. Dieser Umstand liegt jedoch in den Sonderzahlungen begründet, die an einen Forschungspartner geleistet werden müssen. Doch das Augenmerk der Börse liege ohnehin auf den weiteren Entwicklungen des Krebsmittels Satraplatin. Mit Spannung sehe man daher den anstehenden Veröffentlichungen über die weiteren Fortschritte bei der klinischen Forschung entgegen.
Zu den Biotech-Optimisten zählt etwa Stefan Schröder von SES Research. Der Biotechexperte verweist darauf, dass der GPC Biotech für Satraplatin bald einen Zulassungsantrag in den USA stellen will. "Aufgrund der überzeugenden positiven klinischen Befunde und der guten Verträglichkeit des neuen Medikaments" geht Schröder davon aus, dass das Präparat tatsächlich bald zugelassen wird. Dann rechne er mit einer Markteinführung im zweiten Halbjahr 2007. Schröder empfiehlt daher GPC Biotech zu "Kaufen" und setzt ein Kursziel von 20 Euro.
Sein Kollege Daniel Wendorff von der WestLB empfiehlt "Aufstocken" mit einem Kursziel von 17 Euro. Der deutsche Hoffnungswert stößt auch in Übersee auf Aufmerksamkeit, zumal das Papier auch an der Wachstumsbörse Nasdaq gehandelt wird. Das US-Investmenthaus Needham & Company empfiehlt ebenfalls den Medikamenten-Designer zu "Kaufen", das Kursziel der Amerikaner liegt bei 27 US-Dollar.
Allerdings gibt es auch einige Skeptiker. Rodolphe Besserve von SG Securities will sich jedenfalls der allgemeinen Begeisterung nicht anschließen. Zwar erkenne man die Arbeit, die das Management im Verlauf der vergangenen drei Jahre geleistet habe, durchaus an, man zeige sich im Hinblick auf das Präparat jedoch nach wie vor zurückhaltend, heißt es in der jüngsten Studie. Der Markt kalkuliert momentan eine 90-prozentige Erfolgschance für Satraplatin ein, was nach Einschätzung der Analysten zu optimistisch sei. Besserve sieht den fairen Wert des Papiers lediglich bei 13,20 Euro und empfiehlt folgerichtig "Verkaufen". Auch die Analysten, die das Papier derzeit mit ihrer Kaufempfehlung beehren, verweisen auf das hohe Risiko der Biotechaktie.
mai
Artikel erschienen am 22.11.2006
Quelle: www.welt.de/data/2006/11/22/1119502.html
Jede Party gerät irgendwann einmal ins Stocken. Auch bei den Aktien der GPC Biotech herrscht derzeit Ruhe. Aber demnächst soll es Bewegung geben - nach oben. Analysten rechnen für 2007 mit der Zulassung eines neuen GPC-Wirkstoffs.
Bonn - Noch im September hatten die Anleger den jüngsten Erfolg des Biotechnologieunternehmens mit einem Kurssprung goutiert: Damals hatte GPC Biotech berichtet, die klinischen Studienreihen zu dem Krebsmittel Satraplatin seien positiv verlaufen - angesichts eines geschätzten Umsatzpotenzials von mehr als einer Milliarde Euro eine gute Nachricht. Doch seither verharrt der TecDax-Titel auf dem erreichten Plateau.
Noch vor Jahresende will das Martinsrieder Unternehmen nun einen Zulassungsantrag in den USA stellen. Ab dem zweiten Halbjahr 2007 sollen erste Umsätze fließen. Verschiedene Pharma-Analysten halten das derzeitige Kursniveau nur für einen Zwischenschritt und stellen den Anlegern weitere Kursgewinne in Aussicht. Das Unternehmen habe zuletzt ein starkes Umsatzwachstum gemeldet und damit die Erwartungen des Marktes deutlich geschlagen, heißt es. Der Gewinn sei zwar geringer als erwartet ausgefallen. Dieser Umstand liegt jedoch in den Sonderzahlungen begründet, die an einen Forschungspartner geleistet werden müssen. Doch das Augenmerk der Börse liege ohnehin auf den weiteren Entwicklungen des Krebsmittels Satraplatin. Mit Spannung sehe man daher den anstehenden Veröffentlichungen über die weiteren Fortschritte bei der klinischen Forschung entgegen.
Zu den Biotech-Optimisten zählt etwa Stefan Schröder von SES Research. Der Biotechexperte verweist darauf, dass der GPC Biotech für Satraplatin bald einen Zulassungsantrag in den USA stellen will. "Aufgrund der überzeugenden positiven klinischen Befunde und der guten Verträglichkeit des neuen Medikaments" geht Schröder davon aus, dass das Präparat tatsächlich bald zugelassen wird. Dann rechne er mit einer Markteinführung im zweiten Halbjahr 2007. Schröder empfiehlt daher GPC Biotech zu "Kaufen" und setzt ein Kursziel von 20 Euro.
Sein Kollege Daniel Wendorff von der WestLB empfiehlt "Aufstocken" mit einem Kursziel von 17 Euro. Der deutsche Hoffnungswert stößt auch in Übersee auf Aufmerksamkeit, zumal das Papier auch an der Wachstumsbörse Nasdaq gehandelt wird. Das US-Investmenthaus Needham & Company empfiehlt ebenfalls den Medikamenten-Designer zu "Kaufen", das Kursziel der Amerikaner liegt bei 27 US-Dollar.
Allerdings gibt es auch einige Skeptiker. Rodolphe Besserve von SG Securities will sich jedenfalls der allgemeinen Begeisterung nicht anschließen. Zwar erkenne man die Arbeit, die das Management im Verlauf der vergangenen drei Jahre geleistet habe, durchaus an, man zeige sich im Hinblick auf das Präparat jedoch nach wie vor zurückhaltend, heißt es in der jüngsten Studie. Der Markt kalkuliert momentan eine 90-prozentige Erfolgschance für Satraplatin ein, was nach Einschätzung der Analysten zu optimistisch sei. Besserve sieht den fairen Wert des Papiers lediglich bei 13,20 Euro und empfiehlt folgerichtig "Verkaufen". Auch die Analysten, die das Papier derzeit mit ihrer Kaufempfehlung beehren, verweisen auf das hohe Risiko der Biotechaktie.
mai
Artikel erschienen am 22.11.2006
Quelle: www.welt.de/data/2006/11/22/1119502.html