Goldrausch und Diamantenfieber


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Goldrausch und Diamantenfieber

 
26.05.03 10:55
Große Betriebsamkeit herrschte am 21. Mai im Hilton Hotel in Frankfurt, als sich Analysten und Finanzpresse in gepflegtem Ambiente zum siebten Stock-Day trafen. Unter dem Motto "Discover Potential" stellten sich acht Unternehmen aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen den Fachbesuchern vor. Auch Stock-World ging mit auf "Entdeckungsreise" und hat drei Firmen genauer unter die Lupe genommen. In persönlichen Gesprächen mit den Vorständen haben wir uns nach dem Potenzial des Trios erkundet.

Anleger aus Neuer-Markt-Zeiten dürfte Fabasoft [ WKN: 922985 ] noch ein Begriff sein. Mit dem Börsengang 1999 zählte der österreichische Software-Hersteller zu den Unternehmen, die noch vor dem großen Hype den Sprung an das einstige Wachstumssegment wagten. Einst als CRM-Anbieter gestartet konzentriert sich Fabasoft inzwischen auf den Nischenmarkt eGovernment.

Der im österreichischen Linz ansässige Konzern will mit seinen Software-Modulen für schlankere Verwaltungen sorgen und bei Städten und Gemeinden zu mehr Bürgerfreundlichkeit beitragen. Während man im Heimatland schon Marktführer ist, wird diese Stellung auch in den anderen Zielmärkten Deutschland, Schweiz und Großbritannien angestrebt.

Volle Kassen und positiver Cash-Flow

Obwohl die Fabasoft-Aktie vom Kurssturz des Neuen Markts nicht verschont geblieben ist und mehr als 90 Prozent von ihrem Höchstkurs eingebüßt hat, hebt Vorstandsmitglied Leopold Bauernfeind auch das Positive des ehemaligen Wachstumssegments hervor: "Der Neue Markt hat uns die Möglichkeit geboten, genügend Kapital an der Börse einzusammeln, um unser Geschäft auszubauen und uns als wichtiger Player im Markt für eGovernment zu positionieren."

Im Gegensatz zu anderen Wachstumswerten hat der Vorstand von Fabasoft das Geld nicht verschleudert. Es schlummern immer noch gut 12 Millionen Euro in den Kassen. Dabei ist der Konzern bereits Cash-Flow-positiv, es fließt also keine Liquidität mehr ab.

Beim Ergebnis ist die Gewinnschwelle noch nicht erreicht: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2002/03 (01.04. bis 31.03.) ergab sich bei Erlösen von 6,7 (Vorjahr: 5,3) Millionen Euro ein operativer Verlust von 1,62 (-2,07) Millionen Euro und ein Nettoverlust von 1,27 (-1,82) Millionen Euro. Für das Gesamtjahr ist noch mit einer Besserung der Kennzahlen zu rechnen, da das Abschlussquartal in der Regel den höchsten Umsatz beisteuert und für die drei Monate auch unter dem Strich ein Gewinn stehen dürfte.

Den hohen Liquiditätsbestand sieht Bauernfeind als einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: "Unsere Projekte laufen meist über einen langen Zeitraum und müssen in dieser Frist vorfinanziert werden. Unser hoher Cash-Bestand gibt uns dazu die nötige Flexibilität."

Aufstrebender Goldproduzent

Noch weitgehend unbekannt bei den deutschen Anlegern sind die Aktien von Silverado Gold Mines [ WKN: 867737 ], einer in Kanada ansässigen Goldminengesellschaft. Nach mehr als 30jähriger Aufbauarbeit sieht Firmenchef Garry Anselmo für sein Unternehmen jetzt die Zeit der Ernte gekommen. In den nächsten Monaten soll die Produktion aus den bereits gesicherten Goldvorkommen in Alaska aufgenommen werden.

Hohes Potenzial sieht Anselmo dabei in der Nolan Gold Mine, die im äußersten Norden des Kontinents liegt. Die Kosten für die Förderung beziffert der Vorstand auf insgesamt rund 110 Dollar je Feinunze. Beim aktuellen Goldpreis ergibt sich damit eine satte Gewinnspanne, zumal wegen hoher Verlustvorträge erst einmal keine Steuern anfallen dürften. Da in der Silverado-Mine besonders große und feine Goldnuggets vorkommen, können sie rund 30 Prozent über dem  Marktpreis verkauft werden.

Für die kommenden drei Jahren rechnet Silverado mit dem Verkauf von 70.000 Feinunzen Gold und Erlösen aus der Goldförderung von rund 20 Millionen Dollar. Die dazu nötigen Investitionen von 2,5 Millionen Dollar sind bereits vollständig finanziert. Insgesamt gibt Silverado die Ressourcen des Nolan-Projekts mit 143.000 Feinunzen an. Allerdings wurden schon in den vergangenen Jahren immer wieder neue Ressourcen entdeckt, so dass das Gesamtvorkommen noch deutlich höher liegen könnte.

Aktie mit Reiz, aber auch hohem Risiko

Weitaus höheres Potenzial bietet das Ester Dome Project, bei dem Silverado mit einem Goldvorkommen von 760.000 Feinunzen rechnet. Allerdings ist diese Mine bislang kaum erschlossen, so dass noch etliche Investitionen nötig sind, um das Potenzial richtig bestimmen zu können.

Ein Investment in die kleine, aufstrebende Goldminengesellschaft hat ihren Reiz, ist aber nicht ohne Gefahr, wie der Kursverlauf der letzten Monate zeigt. Im Januar 2003 stürzte die Aktie um 85 Prozent ab, nachdem dem Unternehmen in einem Presseartikel Falschaussagen und zu optimistische Darstellung der Chancen des Ester Dome Project vorgeworfen worden waren. Im Gespräch mit Stock-World streitet Anselmo die Vorwürfe entschieden ab.

Der anstehende Produktionsstart im Nolan-Project könnte die Bedenken der Anleger bald wieder zerstreuen und der Aktie zu einem Kursaufschwung verhelfen. Ein Investment bleibt aber hochspekulativ.

Diamanten-Fieber

Nur für spekulativ orientierte Anleger eignet sich auch die Aktie von New Shoshoni Ventures [ WKN: 898761 ], einem kanadischen Diamanten-Explorationsunternehmen. Derzeit konzentriert sich die Gesellschaft auf das 32 Hektar große Drybones Bay Diamantengebiet, auf das Vorstandschef Ralf Hillebrand große Hoffnungen setzt.

Bei einem ersten Kimberlite (ein Teil der Erdkruste, in der normalerweise Diamanten vorkommen) sei bereits sichergestellt, dass er Diamanten enthält. Noch sei aber nicht klar, wie hoch der Diamantengehalt ausfalle. Inzwischen habe New Shoshoni einen zweiten Kimberlite in dem Abbaugebiet entdeckt. Derzeit werden die Bohrkerne der Probebohrungen auf einen möglichen Diamantengehalt untersucht. Eine erste Untersuchung habe Hinweise auf das Vorhandensein von Diamantengestein gegeben, so Hillebrand. Der zweite Kimberlite nähre auch die Hoffnung, dass sich weitere Diamantenfelder im näheren Umkreis befinden.

In den nächsten Jahren ist bei New Shoshoni noch mit Verlusten zu rechnen, weil erst die Aufbauarbeiten für den späteren Diamantenabbau geleistet werden müssen. Nach Angaben von Hillebrand könne es durchaus noch fünf Jahren dauer, bis der eigentliche Abbau beginnt.

Das Potenzial aus dem Drybones Bay Diamantengebiet lässt sich nur abschätzen. Hillebrand hält durchaus einen Gewinn von 500 Millionen Dollar über die gesamte Abbauzeit für möglich. Bei einem aktuellen Börsenwert von New Shoshoni von 9 Millionen kanadischen Dollar (rund 7,5 Millionen US-Dollar) ein riesiges Potenzial. Der Vorstand räumt aber auch ein, dass ein völliger Fehlschlag nicht ausgeschlossen ist. Totalverlust für die Anleger also nicht ausgeschlossen.

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