Wo Rauch ist, ist auch Feuer - eine Vermutung, so alt wie die Menschheit, und sie hat wohl schon manchem das Leben gerettet. Der Blick auf die panikartigen Verkäufe von Heyde-Aktien in den zurückliegenden Tagen lässt aus dieser Erfahrung heraus jedenfalls nur einen Schluss zu: Es muss brennen in Bad Nauheim.
Seitdem die Aktie Mitte Januar um fast ein Drittel eingebrochen ist, reißen die Gerüchte über eine Planverfehlung nicht ab. Die vielen Akquisitionen hätten dem IT-Berater zu schaffen gemacht, heißt es. Das viel zu breit gefächerte Geschäftsfeld ließe sich nicht mehr sinnvoll bearbeiten. Kein Wort aus der Vorstandsetage hat seitdem den Kursverfall gebremst oder die Dinge aus Unternehmenssicht gerade gerückt. Mehr noch: Die taumelnde OAR hat mit ihrer Gewinnwarnung und dem Verweis auf zahlungsunfähige Kunden Heyde erneut ins Blickfeld geschoben. Das Dementi jedenfalls kam umgehend: Ja, man sei zwar Kunde, aber nein, die Rechnung über 2 Mill. DM werde wie vereinbart gezahlt. Und Aussagen zum Geschäftsjahr? "Frühestens Ende Februar." So nährt ein Gerücht das andere.
Die Zugeknöpftheit überrascht umso mehr, weil Vorstandschef Dieter Heyde als ein solider Wirtschafter und zuverlässiger Partner in der Finanzszene gilt. Noch Mitte November hatte er gesagt, die Ziele - 360 Mill. DM Umsatz und ein Vorsteuerergebnis von 43 Mill. DM - würden "zuverlässig erreicht". Seitdem schweigt die Verwaltung, und das, obwohl Heyde in der Vergangenheit das neue Jahr häufig öffentlichkeitswirksam mit der Bekanntgabe neuer Kooperationen "würzte". Jetzt sind die Schotten dicht.
Und so drehen sich die Spekulationen weiter: Das bekannt schwache dritte Quartal allein könne für die Verunsicherung kaum herhalten, heißt es. Vielleicht gibt es Probleme mit einem neuen Wirtschaftsprüfer, der das bislang praktizierte "Pooling of Interest" nicht mehr in der bisherigen Form absegnet? Könnte sein, muss aber nicht. Das Schweigen zahlt sich so oder so nicht aus: Sind die Zahlen schlecht, wird der Kurs weiter sinken. Sind sie gut, werden sich die Aktionäre zu Recht über die still in Kauf genommene Kapitalvernichtung beklagen.
Börsen-Zeitung, 21.2.2001
Seitdem die Aktie Mitte Januar um fast ein Drittel eingebrochen ist, reißen die Gerüchte über eine Planverfehlung nicht ab. Die vielen Akquisitionen hätten dem IT-Berater zu schaffen gemacht, heißt es. Das viel zu breit gefächerte Geschäftsfeld ließe sich nicht mehr sinnvoll bearbeiten. Kein Wort aus der Vorstandsetage hat seitdem den Kursverfall gebremst oder die Dinge aus Unternehmenssicht gerade gerückt. Mehr noch: Die taumelnde OAR hat mit ihrer Gewinnwarnung und dem Verweis auf zahlungsunfähige Kunden Heyde erneut ins Blickfeld geschoben. Das Dementi jedenfalls kam umgehend: Ja, man sei zwar Kunde, aber nein, die Rechnung über 2 Mill. DM werde wie vereinbart gezahlt. Und Aussagen zum Geschäftsjahr? "Frühestens Ende Februar." So nährt ein Gerücht das andere.
Die Zugeknöpftheit überrascht umso mehr, weil Vorstandschef Dieter Heyde als ein solider Wirtschafter und zuverlässiger Partner in der Finanzszene gilt. Noch Mitte November hatte er gesagt, die Ziele - 360 Mill. DM Umsatz und ein Vorsteuerergebnis von 43 Mill. DM - würden "zuverlässig erreicht". Seitdem schweigt die Verwaltung, und das, obwohl Heyde in der Vergangenheit das neue Jahr häufig öffentlichkeitswirksam mit der Bekanntgabe neuer Kooperationen "würzte". Jetzt sind die Schotten dicht.
Und so drehen sich die Spekulationen weiter: Das bekannt schwache dritte Quartal allein könne für die Verunsicherung kaum herhalten, heißt es. Vielleicht gibt es Probleme mit einem neuen Wirtschaftsprüfer, der das bislang praktizierte "Pooling of Interest" nicht mehr in der bisherigen Form absegnet? Könnte sein, muss aber nicht. Das Schweigen zahlt sich so oder so nicht aus: Sind die Zahlen schlecht, wird der Kurs weiter sinken. Sind sie gut, werden sich die Aktionäre zu Recht über die still in Kauf genommene Kapitalvernichtung beklagen.
Börsen-Zeitung, 21.2.2001