Kaschmir-Konflikt
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Rumsfeld nimmt Angaben zu Al Qaeda zurück
ISLAMABAD / NEU-DELHI, 13. Juni (dpa/ap). Angesichts neuer Gefechte zwischen Indien und Pakistan hat US-Verteidigungsministers Donald Rumsfeld die beiden Atommächte zur Normalisierung ihrer Beziehungen aufgefordert. "Sie brauchen diplomatische Beziehungen", sagte Rumsfeld am Donnerstag in Islamabad nach Gesprächen mit Militärmachthaber Pervez Musharraf.
Zugleich betonte er, die USA hätten keinerlei Beweise für Al-Qaeda-Aktivitäten in Kaschmir. Am Mittwoch hatte Rumsfeld in Neu-Delhi erklärt, es gebe Anzeichen dafür, dass Al-Qaeda-Kämpfer in der Nähe der Waffenstillstandslinie in der umstrittenen Himalaja-Region operierten. Das hatte großes Aufsehen erregt. "USA wollen Al Qaeda an Kaschmir-Grenze jagen", hatte die indische Zeitung Asian Age auf ihrer Titelseite berichtet.
In Islamabad erklärte Rumsfeld nun, die USA hätten zwar entsprechende Hinweise erhalten, doch seien diese spekulativ und ohne Beweisgrundlage. Sollte Pakistan jedoch herausfinden, dass Al-Qaeda-Kämpfer in Kaschmir operierten, würde die Regierung in Islamabad zweifellos gegen sie vorgehen.
Ungeachtet der US-Vermittlungsversuche lieferten sich Indien und Pakistan wieder Artilleriegefechte in Kaschmir. Beide Seiten beschossen einander am Donnerstag mit Granaten. Indien beschuldigte Pakistan, auch auf Zivilisten zu zielen. Ein Mann sei getötet worden, berichtete die indische Nachrichtenagentur UNI.
Quelle: www.frankfurter-rundschau.de/