Genügend Raum für Zinssenkung


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Nassie:

Genügend Raum für Zinssenkung

 
31.05.03 22:30
Genügend Raum vorhanden
Eine Zinssenkung der EZB in der kommenden Woche scheint eine abgemachte Sache. Doch hilft das Konjunktur und Finanzmärkten auf die Sprünge?
Frankfurt  -  Am Donnerstag ist wieder Raum in Frankfurt. Einerseits ganz konkret. Denn die Dresdner Bank wird ihren neuen gläsernen Turm einweihen, der den Namen Galileo trägt. Damit wird sich das Platzangebot für die Bankenbranche am Main noch einmal deutlich erhöhen - obwohl schon jetzt ein immenser Leerstand an Büroflächen herrscht.


Doch während Gerhard Schröder die Inaugurationsrede für den neuen Geldpalast halten wird, wird einen Steinwurf entfernt fast gleichzeitig auch EZB-Chef Wim Duisenberg Raum finden - allerdings im übertragenen Sinne. Er dürfte "Raum für eine Zinssenkung" ausmachen. In der vergangenen Woche hatte schon Otmar Issing, Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank, eben jenen Raum für eine geldpolitische Lockerung entdeckt. Der Kursanstieg des Euro gebe dafür den notwendigen Spielraum.


"Die Eurostärke seit letzten September entsprach einer Zinserhöhung um 1,5 Prozent", erklärt auch Andrew Garthwaite von Crédit Suisse First Boston, "dagegen wurden die Zinsen nur um 25 Basispunkte gesenkt." Er rechnet daher mit einem deutlichen Zinsschritt nach unten.


Dem pflichten auch die Analysten der DZ Bank bei. Sie rechnen in ihrem Wochenausblick, wie inzwischen die meisten Beobachter, mit einer Senkung um 50 Basispunkte auf 2,0 Prozent. "Mit einem großen Schritt signalisiert die Notenbank ihre Fähigkeit, entschlossen zu handeln, falls es die Umstände erfordern", glauben die DZ-Bank-Experten.


Die Umstände sind schwache Konjunkturdaten und ein rückläufiger Preisauftrieb. Am selben Tag, da die EZB zu ihrer Zinsentscheidung zusammenkommt, wird das Bruttoinlandsprodukt für Euroland bekannt gegeben werden. Es dürfte aller Voraussicht nach bei null Komma null liegen. Stagnation also. Die Inflation dagegen dürfte im Mai in Euroland unter zwei Prozent gefallen sein. Bis zum Ende des Jahres rechnet CSFB-Experte Garthwaite sogar mit einer Rate zwischen 1,3 und 1,5 Prozent. In Deutschland, das schon jetzt nur noch eine Inflationsrate von 0,7 Prozent aufweist, könnten die Preise dann sogar sinken. Deflation also.


Kein Wunder also, dass vor allem aus Deutschland und Frankreich in den vergangenen Wochen der Duck auf die EZB verstärkt wurde, durch eine weitere Zinssenkung der Wirtschaft neue Impulse zu geben. Gleichzeitig verringert sich mit einer Zinssenkung der Abstand zum Zinssatz der Fed in den USA. Damit verliert eine Anlage in Euro an Attraktivität und der Kursanstieg des Euro könnte gebremst werden. Damit würde viel Druck von den exportorientierten Unternehmen hier zu Lande genommen.


Die meisten Experten gehen sogar davon aus, dass diese Zinssenkung der EZB nicht die letzte in diesem Jahr war. Joachim Fels von Morgan Stanley rechnet in der zweiten Jahreshälfte mit einem weiteren Schritt um 25 Basispunkte nach unten. "Und wir sehen nicht, dass die Sätze vor Mitte nächsten Jahres wieder ansteigen könnten", so Fels.


An diesem Szenario könnte sich nur etwas ändern, falls die Konjunkturdaten in den kommenden Wochen besser ausfallen als erwartet. Eine erste Tendenz werden die Einkaufsmanagerindices erkennen lassen, die in der kommenden Woche veröffentlicht werden. Auf beiden Seiten des Atlantiks dürfte sich die Stimmung ein wenig aufgehellt haben, allerdings dürften die Daten weiterhin deutlich unter 50 Indexpunkten liegen, der Trennmarke zwischen Konjunkturaufschwung und -abschwung. Auch der Arbeitsmarktbericht aus den USA, der am Freitag folgt, dürfte kein Ende der konjunkturellen Schwierigkeiten einläuten. Die meisten Experten gehen von einem weiteren leichten Anstieg der Zahl der Arbeitslosen aus.


Doch manchmal sind Alltagsbeobachtungen viel ergiebiger als nackte Statistiken. Wenn Gerhard Schröder und Wim Duisenberg am Donnerstag durch die Frankfurter Einkaufstraße Zeil schlendern würden, könnten sie sehen, dass einige Geschäfte, die seit Monaten leer standen, nun wieder vermietet sind. Verkaufsraum scheint wieder attraktiver zu werden - ein gutes Zeichen.  fhs




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Stox Dude:

wenn nur 25basis points gesenkt wird, dann geht es

 
01.06.03 17:50
richtig runter mit dem DAX, denn die Rally von letzter Woche preiste 50 points ein!

Stox Dude
Genügend Raum für Zinssenkung 1047889
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dishwasher:

wenn da mal nicht der Wunsch des

 
01.06.03 17:55
Gedanke der Vater war
Antworten
Stox Dude:

wir werden sehen ;-)

 
01.06.03 17:58
DAX 2000 wir kommen (spaetestens Oktober'03)

Stox Dude
Genügend Raum für Zinssenkung 1047893
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Nassie:

Mach 50 Punkte Wim

 
02.06.03 11:31
Mach` 50 Punkte, Wim!

Eine Senkung der Leitzinsen für den Euroraum auf der Sitzung der EZB am Donnerstag ist so gut wie sicher. Es gibt keine Gründe, die gegen einen Zinsschritt sprechen. Das Wachstum in Europa ist niedrig, der Euro notiert sehr fest und es besteht eher die Gefahr von Deflation als von Inflation.

Aus diesem grund rechnen praktisch alle Experten mit einer Leitzinssenkung durch Wim Duisenberg. Die große Mehrheit der Volkswirte hofft und fordert sogar einen großen Schritt, ein runterlotsen des Leitzinses von 2,50 auf 2,00. Hier besteht allerdings ein gewisses Enttäuschungspotenzial, denn Duisenberg ist nicht als Mann der großen Zinsschritte bekannt. Er dürfte sich allerdings bewusst sein, dass ein 0,25-Punkte-Schritt mehr oder weniger wirkungslos verpuffen würde.

Am Markt wird derweil behauptet, der 50-Punkte-Schritt sei von den Börsianern schon eingepreist worden. Gleichwohl dürfte sich eine beherzte Zinssenkung positiv auf das Sentiment der Investoren auswirken.

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ZerO_CooL:

Eingepreist sind 25 dachte ich

 
02.06.03 12:05
Hatte nur einige Analysten gehört die auch von 50 sprachen .... aber eingepreist dürften eigentlich nur 25 sein .... so habe ich das verstanden was die Deppen auf CNBC und nTV/n24 faselten ....
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Bronco:

Ich fasse also zusammen:

 
02.06.03 12:48
Kommt keine Zinssenkung um 50 Basispunkte, dann gibts wieder heulen und Kursabschläge, kommt sie, dann war sie schon eingepreist - und passiert danach nicht das Konjunkturwunder, das Zinssenkungen angeblich bewirken sollen, dann wird auch wieder gejammert, insbesondere wird dann wieder das alte Lied vom abwandernden Kapital angestimmt, weswegen dann die Löhne weiter sinken müssen (und natürlich, um mit weiterem Massenkaufkraftverlust die Konjunktur zu beleben - es lebe die Logik der Wirtschafts"wissenschaft").
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