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General Mills ist für mich Stand 11. April 2026 kein kaputtes Unternehmen, aber auch nicht mehr der saubere, scheinbar langweilige Qualitäts-Defensivwert, als den viele die Aktie lange behandelt haben. Der Konzern besitzt weiterhin ein sehr starkes Markenpaket mit Cheerios, Nature Valley, Blue Buffalo, Häagen-Dazs, Old El Paso, Pillsbury, Betty Crocker, Totino’s und Annie’s. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte General Mills 19,48 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das Geschäft verteilt sich inzwischen auf vier Segmente: North America Retail mit 61 Prozent des Umsatzes, International mit 14 Prozent, North America Pet mit 13 Prozent und North America Foodservice mit 12 Prozent; beim Segment-Betriebsgewinn dominierte North America Retail sogar mit 73 Prozent, während Pet 14 Prozent, Foodservice 10 Prozent und International nur 3 Prozent beisteuerten. Das zeigt zweierlei: Die Plattform ist groß und markenstark, aber der Konzern hängt stärker am nordamerikanischen Regalgeschäft, als man auf den ersten Blick denkt. (investors.generalmills.com)
Die 2025er Zahlen waren noch ordentlich, aber sie zeigten schon, dass General Mills nicht mehr in einer echten Komfortzone arbeitet. Der Umsatz sank um 2 Prozent auf 19,5 Milliarden Dollar, die Bruttomarge ging auf 34,6 Prozent zurück, der Nettogewinn lag bei 2,3 Milliarden Dollar und das verwässerte Ergebnis je Aktie bei 4,10 Dollar. Für die 2026er Planung nahm das Management das bereinigte EPS von 4,21 Dollar als Ausgangsbasis. Auf den ersten Blick wirkt die Aktie beim Schlusskurs von 35,59 Dollar billig: Das impliziert auf Basis des ausgewiesenen EPS-Verhältnisses von 4,09 ein rückblickendes KGV von nur rund 8,7. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, weil das laufende Geschäft gerade unter Druck steht und die aktuelle Profitabilität schwächer ist als der Rückspiegel. (generalmills.com)
Genau dort liegt der Kern der heutigen Investmentthese: General Mills steckt 2026 bewusst in einer Übergangsphase. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 fielen die Umsätze um 8 Prozent auf 4,44 Milliarden Dollar, organisch um 3 Prozent. Das operative Ergebnis brach um 41 Prozent ein, das bereinigte operative Ergebnis um 32 Prozent, und das bereinigte EPS sank von 1,02 auf 0,64 Dollar. Auf Neunmonatssicht war das GAAP-EPS mit 3,56 Dollar zwar nahezu stabil, aber das bereinigte EPS fiel auf 2,60 Dollar und damit deutlich. Management und Zahlen sagen hier dasselbe: General Mills opfert im Moment Marge, um Volumen, Preisarchitektur, Innovation, Markenstärke und Wettbewerbsfähigkeit wieder in Ordnung zu bringen. Dazu kommen Belastungen aus den nordamerikanischen Joghurt-Verkäufen, Timing-Effekte und höhere Inputkosten. Das ist kein Schönheitsfehler, sondern der eigentliche Grund für den Kurssturz. (generalmills.com)
Dabei ist das Bild innerhalb des Konzerns gemischt und genau deshalb nicht hoffnungslos. Im dritten Quartal 2026 brach North America Retail um 14 Prozent ein und blieb klar das Problemsegment. International wuchs dagegen um 7 Prozent, North America Pet um 3 Prozent, während Foodservice um 11 Prozent zurückging. Gleichzeitig investiert General Mills gezielt in Blue Buffalo und den US-Markt für frisches Tierfutter, also in einen Bereich mit besserem strukturellem Wachstum als klassische verpackte Lebensmittel. Zudem hat der Konzern nach dem Quartalsende den Verkauf des Brasilien-Geschäfts angekündigt. Das heißt: Das Unternehmen schrumpft und sortiert sich nicht nur unfreiwillig, sondern baut das Portfolio aktiv um. Das kann sinnvoll sein, aber es macht die Aktie kurzfristig nicht berechenbarer. (generalmills.com)
Bilanz und Ausschüttung sind weiter ordentlich, aber nicht so komfortabel, wie die hohe Dividendenrendite suggeriert. Zum Quartalsende lagen die langfristigen Schulden bei 10,99 Milliarden Dollar, die liquiden Mittel bei 785,5 Millionen Dollar; netto sind das gut 10,2 Milliarden Dollar Schulden. Die Quartalsdividende liegt aktuell bei 0,61 Dollar, also annualisiert bei 2,44 Dollar je Aktie. Auf Basis des Schlusskurses von 35,59 Dollar ergibt das eine Dividendenrendite von rund 6,9 Prozent. Das sieht für Einkommensinvestoren attraktiv aus, aber diese Rendite ist vor allem deshalb so hoch, weil der Markt der Ertragskraft misstraut. Auf Basis der von General Mills bestätigten 2026er Zielspanne für das bereinigte Ergebnis liegt die Ausschüttungsquote grob schon bei rund 69 bis 72 Prozent. Das ist noch tragbar, aber nicht mehr locker. (generalmills.com)
Für 2026 erwartet das Management unverändert einen organischen Umsatzrückgang von 1,5 bis 2 Prozent sowie einen Rückgang von bereinigtem operativem Ergebnis und bereinigtem EPS um jeweils 16 bis 20 Prozent auf konstanten Währungsbasis. Positiv ist, dass das Unternehmen für das vierte Quartal eine spürbare Verbesserung erwartet und für das Geschäftsjahr 2027 wieder bessere organische Umsatztrends in Aussicht stellt. Das ist plausibel, aber noch nicht bewiesen. Der springende Punkt ist: General Mills muss erst zeigen, dass die Preis- und Markeninvestitionen tatsächlich zu stabileren Volumina und anschließend wieder zu ordentlichen Margen führen. Solange dieser Beweis nicht da ist, bleibt die Aktie ein Turnaround im Defensivmantel. (generalmills.com)
Bei den Kurszielen bin ich deshalb vorsichtiger als ein rein mechanischer Blick auf die niedrige Bewertung. Der Sell-Side-Konsens liegt laut MarketBeat bei 43,44 Dollar, mit einer Spanne von 32 bis 57 Dollar und einem Gesamturteil von „Reduce“. Das ist bemerkenswert: Selbst nach dem Kurssturz ist die Analystenseite also nicht wirklich bullish. Meine eigene Einschätzung liegt bei einem 12-Monats-Basis-Kursziel von 41 Dollar. In einem schwachen Szenario, in dem die Volumenerholung stockt und der Markt General Mills weiter nur als schrumpfenden Staple-Wert bezahlt, halte ich 33 Dollar für realistisch. In einem besseren Szenario, in dem 2027 tatsächlich eine glaubwürdige operative Normalisierung sichtbar wird, sehe ich etwa 50 Dollar. Anders gesagt: Nach unten ist die Aktie nicht mehr grotesk teuer, aber für eine wirklich klare Neubewertung nach oben braucht es erst operative Beweise. (marketbeat.com)
Auf Sicht von 5 bis 15 Jahren halte ich General Mills weiterhin für ein grundsätzlich solides Unternehmen, aber nicht für einen besonders dynamischen Vermögensvermehrer. Die positiven Punkte sind klar: starke Marken, große Vertriebsmacht, verlässliche Cashflows, ein wachstumsstärkeres Haustiergeschäft und eine sehr lange Dividendenhistorie. Die negativen Punkte sind ebenso klar: begrenztes organisches Wachstum, hohe Wettbewerbsintensität im US-Lebensmittelmarkt, anhaltender Druck über Preise und Promotionen, Inputkosten, Tarifrisiken und die Tatsache, dass der wichtigste Gewinnträger gerade schwächelt. Für einen konservativen Einkommensinvestor kann die Aktie nach dem Absturz interessant sein, aber eher als defensiver Ertragstitel mit Sanierungselementen als als klassischer Qualitätscompounder. Mein Fazit ist deshalb nüchtern: General Mills ist ein gutes Unternehmen, aber die Aktie ist aktuell nur dann attraktiv, wenn man an eine echte operative Stabilisierung ab 2027 glaubt. Ohne diese Annahme ist sie nur billig, nicht günstig. (investors.generalmills.com)
Autor: ChatGPT
s. Beitrag #217 weiter oben:
"Für 2026 erwartet das Management unverändert einen organischen Umsatzrückgang von 1,5 bis 2 Prozent sowie einen Rückgang von bereinigtem operativem Ergebnis und bereinigtem EPS um jeweils 16 bis 20 Prozent auf konstanten Währungsbasis. Positiv ist, dass das Unternehmen für das vierte Quartal eine spürbare Verbesserung erwartet und für das Geschäftsjahr 2027 wieder bessere organische Umsatztrends in Aussicht stellt. Das ist plausibel, aber noch nicht bewiesen."
Ich vermute, der Boden findet sich frühestens dann erst.
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