Geldanlage: Vertrauen in die USA gestärkt


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Geldanlage: Vertrauen in die USA gestärkt

 
11.07.01 19:08
Geldanlage: Vertrauen in die USA gestärkt

Der Aufschwung wird zuerst in Amerika erwartet. Die Banken sind über ein globales Szenario aber noch uneins.

Lange Zeit sind die Akteure auf den Finanzmärkten von einem V-förmigen Verlauf der US-Wirtschaft ausgegangen - dem Szenario eines kurzen, scharfen Abschwungs mit einer schnellen Erholung im Anschluss. Bislang jedoch wurden sie von immer neuen Gewinnwarnungen enttäuscht.

Jetzt wird die Rolle der USA als Lokomotive für Konjunktur und Aktienmärkte wieder wahrscheinlicher. Investoren machen erste Wirkungen der Zinssenkungen durch die US-Notenbank aus. So sind sowohl die Indikatoren der vergangenen Woche als auch der am Montag veröffentlichte Einkaufsmanager-Index besser ausgefallen als erwartet.

Ob der US-Abschwung allerdings tatsächlich vorbei ist, ist nicht ausgemacht. Credit Suisse First Boston weist auf die Gefahr einer weiterhin geringen Investitionsnachfrage hin. Nach wie vor seien die Lagerbestände im Technologie-Sektor hoch, was Investitionen hemme.

Schlechterer Ausblick für Europa

In Europa hat sich der konjunkturelle Ausblick indes weiter verschlechtert. Merrill Lynch etwa hat die Prognose für das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone auf 1,6 Prozent für 2001 gesenkt. Für diese Senkung seien insbesondere schlechte Aussichten für die deutsche Wirtschaft verantwortlich. Die Gefahr einer Rezession in Deutschland liege mittlerweile bei 40 Prozent. Das Gros der Analysten erwartet einen deutlichen Abschwung, der über einige Quartale anhalten kann. Davon wäre das gesamte Euroland betroffen, zumal auch in Frankreich Indikatoren nach unten zeigen.

In Japan sieht es nicht besser aus. Der Konjunkturbericht der Bank of Japan hat die Sorge über eine Verschlechterung der japanischen Wirtschaftslage am Montag bestätigt.

Insgesamt sind die großen Investment-Häuser noch uneins über die Konsequenzen des globalen Szenarios: Merril Lynch Investment Managers und Goldman Sachs sind auf Grund der geplanten Reformen der neuen Regierung in Japan unter Premier Koizumi optimistisch und übergewichten japanische Aktien.

Die Mehrheit geht jedoch von einem deutlichen Aufschwung in den USA spätestens im vierten Quartal aus, der zuerst die amerikanischen Aktienmärkte beflügeln wird.

Die USA als Lokomotive

Salomon Smith Barney (SSM) ist überzeugt, dass Investoren in den US-Märkten die besten Aktienmarkt-Renditen erzielen werden. In ihrem aktuellen "Gobal Economic Outlook and Strategy" argumentiert die US-Investmentbank: "Unsere Grundannahme ist, dass der globale Wirtschaftsaufschwung - mit der USA als Lokomotive - eine sehr solide Performance der Aktienmärkte zur Folge haben wird, auch wenn die Märkte sich in der nächsten Zeit eher seitwärts bewegen werden. Wir erwarten, dass Wall Street besser abschneidet als andere Aktienmärkte."

SSM hatte schon zweimal in diesem Jahr empfohlen, den Anteil der US-Aktien im Portfolio auf Kosten europäischer Aktien zu erhöhen. "Eine relative Underperformance von US-Titeln ist so gut wie ausgeschlossen." Eine insgesamt schlechte Performance ist allerdings natürlich nicht ausgeschlossen.

Die Bond- und Geldmärkte bieten im gegenwärtigen konjunkturellen Umfeld keineswegs einen sicheren Hafen. Durch die weltweit fallenden Zinsen reduzieren sich die Renditen auf den Geldmärkten. Die Angst vor einer Inflation in den USA und Europa setzt die internationalen Bondmärkte unter Druck.

Das Idealportfolio enthält 60 Prozent Aktien

Goldman Sachs zum Beispiel erwartet Renditen von 20 Prozent in den Aktienmärkten der nächsten zwölf Monate gegenüber sieben Prozent für Bonds. Das Idealportfolio bestehe zu 23 Prozent aus Bonds und zu 60 Prozent aus Aktien. Nach Regionen aufgeteilt: 50 Prozent USA, 26,5 Prozent Europa (einschließlich 8,5 Prozent Großbritannien) und 13,0 Prozent Japan.

Für 2002 prognostiziert Goldman Sachs ein moderates Gewinnwachstum von sechs Prozent, wobei der Technologiesektor wieder einmal am stärksten abschneiden soll (24 Prozent) und der Energiesektor am schlechtesten (-9 Prozent). Gute Aussichten hätten auch Zykliker und Rohmaterial-Produzenten.

Diese Prognosen basieren allerdings auf einem starken Basis-Effekt. Die erwartete Gewinnsteigerung im Technologiesektor 2002 folgt einem Fall der Gewinne von 33 Prozent in diesem Jahr. Der Aufschwung im nächsten Jahr wird also schwächer sein als der Abschwung in diesem Jahr. Um das Niveau des Jahres 2000 zu erreichen, müssten die Gewinne der Technologie-Firmen im nächsten Jahr um 50 Prozent ansteigen.

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Quelle: Financial Times Deutschland
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