Gehälter bis 50 Prozent senken


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 274 / Heute: 1
ottifant:

Gehälter bis 50 Prozent senken

 
24.05.03 15:33
Jäggi: Spielergehälter bis 50 Prozent senken

Kaiserslautern (dpa) - Vorstandschef Ren C. Jäggi vom Fußball- Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern schlägt angesichts des hohen Verschuldungsstandes von geschätzten 442 Millionen Euro in der Bundesliga Alarm.
«Wir stehen vor drei, vier ganz bitteren Jahren. Alle Zahlen müssen endlich schonungslos auf den Tisch. Wir müssen Schluss machen mit der Salami-Taktik, die schlechten Nachrichten scheibchenweise zu verkaufen. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Schulden jemals tilgen wollen», sagte der erfolgreiche Sanierer des 1. FCK in einem Interview mit der «Bild am Sonntag».

Um die Clubs zu retten, fordert der 54 Jahre alte Krisenmanager aus der Schweiz einen radikalen Schnitt bei Spielergehältern: «Runter mit den Gehältern um 30 bis 50 Prozent. Ich habe durchgerechnet, dass es allen Vereinen wieder gut gehen würde, wenn wir wieder das Gehaltsniveau der 80er Jahre hätten». Den Vereinen sei es zu schnell zu gut gegangen, die Clubs seien zu verschwenderisch mit dem Geld umgegangen. Alle hätten sich darauf verlassen, dass Bayer-Manager Uli Hoeneß gesagt hat, die TV-Gelder würden immer weiter steigen.

Besonders das Geschäftsgebaren bei Bayer Leverkusen kritisierte der Eidgenosse: «Bayer hat bei den Transfers unglaublich viel Geld vernichtet. Ohne das Werk im Rücken wäre auch Leverkusen möglicherweise ein Sanierungsfall.» Es mangele in der Bundesliga an betriebswirtschaftlichem Fachwissen und die Position der Finanzverantwortlichen sei zu schwach. «Viele denken, 400 Bundesliga-Spiele sind eine ausreichende Visitenkarte, um einen Club zu führen.» Der Finanzmann würde von den Fußballfreaks im Vorstand «zu oft abgebügelt, wenn mal drei Millionen auf dem Konto sind. Die sagen, wir sind doch keine Bank, also raus mit dem Geld für neue Spieler.»

Jäggi hat begonnen, laufende Verträge beim 1. FC Kaiserslautern reduzieren zu wollen. Entweder könnten die Betroffenen auf ihr Gehalt bestehen, liefen dann aber große Gefahr, dass ihnen am Saisonende Arbeitslosigkeit droht. Oder aber sie würden sofort auf einen Teil ihrer Bezüge verzichten und im Gegenzug die Sicherheit einer Vertragsverlängerung erhalten.

Radikal reduziert hat Jäggi, der im Januar 2003 beim 1. FCK einen Vertrag mit beiderseitiger Kündigungsmöglichkeit jeweils zum Quartalsende unterschrieb, auch die Honorare der Spielerberater. «Ich zahle Provisionen zwischen sieben und zwölf Prozent des fixen Jahresgehalts eines Spielers. Alles andere ist für mich Wucher.» Maximal bis zur WM 2006 will er im Amt bleiben: «Mein Ziel ist aber, den Verein noch schneller in die Hände eines jungen Profis zu geben. Ich versuche immer, mich möglichst schnell wegzurationalisieren.»

Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--