Gedanken über Banken


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Shary:

Gedanken über Banken

 
17.01.09 06:41
Hallo Gemeinde !

Hier möchte ich einmal die Position von Banken und die entsprechende Anleger-Psychologie erörtern.

Der Mensch neigt im allgemeinen dazu, Dinge, die er nicht sehen oder anfassen kann, etwas spezieller einzuordenen und zu bewerten. Eine Bank arbeitet nun mal mit Dingen, die man nicht anfassen kann. Wenn ich als Anleger z.B. erfahre, dass ein Maschinenbauer einen Großauftrag über Turbinenanlagen im Wert von         300 Mio € erhalten hat, dann kann ich mir das Produkt und das Geschäft bildlich vorstellen. Und wenn dieser Turbinen-Auftrag dann einen voraussehbaren Bruttoertrag von z.B. 9 % (= 27 Mio €) erbringt, dann kann ich relativ sicher sein, dass der Aktienkurs des Maschinenbauers auch entsprechend steigt.

Bei einer Bank hingegen reden wir von einer kaum zu durchschauenden Menge von Zahlen auf Papier. Das geht manchmal so weit, dass die Banker selbst schon den Überblick verlieren. Also, eine Bank kann mit nichts anderem aufwarten als mit Vertrauenswürdigkeit. Mal abgesehen von Übernahmen und Fusionen, aber woran will man als Nicht-Banker die einzelnen Tageskurse von Banken eigentlich festmachen ? Ok, es gibt Quartals- und Halbjahresergebnisse, aber sind die für einen dazwischenliegenden Tageskurs bestimmend ? Beim produzierenden Gewerbe hat man als tägliche Grundlage wenigstens die Rohstoffpreise oder die den Export beeinflussenden Devisenkurse.

Da also das Bankgeschäft nicht wirklich greifbar ist, sind Banktitel an der Börse auch (und im Moment sowieso) besonders empfindlich. FAZIT: Bankaktien sind entweder was für ganz mutige und ausgefuchste Intraday-Zocker (siehe gestern Hypo Real Estate) oder besser noch für geduldige Langfristler.

Ich hoffe auch auf Eure Meinung. Danke !

Shary
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diabolo11:

Würd ich auch so sehen

 
17.01.09 08:31
hier ist viel virtuelles Geld im Umlauf welches nicht vorhanden ist.
Was wurde aus den Gewinnen der vergangenen Jahren wo ist die
Kohle hingekommen,schienen wahrscheinlich nur virtuell in den Büchern auf ,damit sich
die Verantwortlichen Prämien und Optionen auszahlen lassen können,welche sicherlich Real waren.
Oder waren die Prämien auch nur virtuell?gg

diabolo
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Shary:

"Luftgeld" wird es hoffentlich nicht ...

 
17.01.09 10:40
... mehr geben bei den Banken !

Das Problem bei den Banken ist doch, dass z.B. längst abgeschriebe Immobilien und andere "Werte" immer noch mit Fantasiebeträgen in den Büchern stehen. Ich kann nur hoffen, dass die Bankenaufsicht nunmehr top-kompetente (und vor allem unbefangene) Revisoren an die Front schickt, damit endlich eine nachvollziehbare Klarheit für jeden entsteht. Dann ist ein großer Schritt in Richtung "neues Vertrauen" getan.
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checkerlarsen:

shary

 
17.01.09 10:43
solange banken noch komplet vertaatlicht werden müssen um sie zu retten ist das alles stochern im nebel....
bei den banken wo der staat sich eingekauft hat...sehen wir in den charts zwei,drei zufällige zacken...die übrigens esmal kleiner werden....deshalb zufällig weil sie auf alzeittief notieren und für niemanden mehr lesbar sind....und danach ein ausgeprägtes L....
das bleibt solange so, bis sich endgültig die spreu vom weizen getrennt hat und niemand kann sagen was die spreu ist ....auch große namen wanken mächtig.... ich geb zu mich reizen die banken auch,aber jedes ziel was ich im kopf hatte als kauf  wurde gnadenlos nach unten durchschlagen  sodas man froh sein kann nicht gekauft zu haben...ich widme mich zurzeit langweiligeren aktien mit substanz...auch wenn die trads viel weniger sind wie im november wo ich mich dumm und dämlich verdient habe.... zwei stück gerade mal in diesem jahr..... ich weiß es klingt unglaublich und super bärisch aber die banken fallen nochmal 50% vieleicht nicht sofort...aber in einem zeitraum von 24 monaten wo alle meinen  als sieger hervor zu gehen wenn sie nur solange halten sehen wir solche kurse auch bei den profiteuren der bankenkriese...
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melbacher:

Lasst die Banken pleite gehen.

 
17.01.09 10:47
Verstehe nur nicht wieso Banken gerettet werden und wenn meine Firma pleite geht rettet mich auch keiner.

Ich frage mich wieso noch irgend jemand sein Geld eine rBank anvertraut die ja eindeutig nicht mit Geld umgehen kann.
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Micado:

@checkerlarsen - Investment in Schirmindustrie

 
17.01.09 10:49
wäre so eine Prognose von mir, dass dieses Marktsegment sich nicht nur über eine beachtliche Nachfrage sehr potenter Interessenten freuen kann, sondern auch sehr zahlungskräftige Finanziers dahinter stehen.

Wäre das nicht eine gute Gelegenheit und ein "sicheres" Investment. Da muß es doch viel mehr jucken als bei den Banken - ich hoffe, Du verstehst meinen Spaß.
An der Börse gehts zu wie im Dschungel, nur die Beute zählt. Und Beute - das sind die realisierten Gewinne, und die zählen.
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Micado:

@melbacher - was wäre die Alternative?

 
17.01.09 10:51
Banken pleite gehen lassen - und dann? Begründung, Alternative und Zukunftsgestaltung, was kann das dann sein? Bin auf deine Überlegungen hierzu gespannt?
An der Börse gehts zu wie im Dschungel, nur die Beute zählt. Und Beute - das sind die realisierten Gewinne, und die zählen.
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user:

ich kann mir denken was melbacher meint

 
17.01.09 11:20
was war denn mal der Ursprung der Banktätigkeiten , bzw voraus resultierten diese?
Es wurde Geld verliehen an Leute mit Ideen und Elan, die aber nicht genug Geld hatten, um zu expandieren.
Das war mal die ureigenste Hausaufgabe einer Bank
Was machen viele heute, Beratung-Fehlanzeige. Geh zum Pc oder Telefon, nix vorort.
Zockinstrumente zur Renditeförderung stehts willkommen.
Sich selbst beweihräuchern und segnen mit Geld, Freunde ebenfalls- schieb schieb.
Brauchen wir das so????
Die Banken im ursprünglichem Sinn ja.
Aber brauchen wir die ANDEREN?
Bitte Micado mail mal deine Überlegung und Begründung.
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Micado:

@user - bin einverstanden was Du schreibst

 
17.01.09 11:30
vollkommen ok, was Du zu den ureigensten Aufgaben der Bank schreibst. Ich meinte, dass Banken nach wie vor notwendig sind, als Bindeglied zur Finanzierung. Ich hatte @melbacher aber so verstanden, wenn die Banken alle pleite gehen, dann gibt es eben keine mehr. Wer soll dann diese ureigensten Finanzierungsaufgaben übernehmen.

Und darauf richtete sich dann meine Frage, 1. worin liegt der Sinn, eine Bank pleite gehen zu lassen  2. Wer soll dann künftig diese Finanzierungsaufgaben übernehmen (a´la KfW oder so ähnlich?) und 3. Wie soll das zukünftig ausgestaltet werden, wenn es keine Banken mehr geben soll?

So war es gemeint.
An der Börse gehts zu wie im Dschungel, nur die Beute zählt. Und Beute - das sind die realisierten Gewinne, und die zählen.
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user:

ich bin jedenfalls dagegen

 
17.01.09 13:17
Steuern für Zocker zu zahlen, das find ich auch undemokratisch.
Dann sollte der Staat lieber die ureigenen Hausaufgaben für eine gewisse Zeit übernehmen.
Und den Zockern wünsch ich das sie ihren GERECHTEN LOHN erhalten.
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louisaner:

abwarten...

3
17.01.09 13:19
...und tee trinken.

das abschreibungspeak kommt doch erst noch.
diesistkeineaufforderungzuirgendetwas
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ahri.de:

ja sehe ich auch so

 
17.01.09 13:31
der Staat sollte das statt den Zockern übernehmen. Lassen wir mal die Landesbanken, oder die KfW dran, da versenken wenigstens nicht die privaten die Staatsknete :)
Herr/Frau  __ hat in der BRD was ganz böses gesagt. Hiermit wird der Rücktritt von Herrn/Frau __ gefordert! Es ist unverständlich und beschämend wie ___ , ihr ZdJD
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king charles:

daversenken wenigstens nicht die privaten die

 
17.01.09 13:34
Staatsknete :)


das stimmt, der Staat kann es noch besser
Grüsse King-charles
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Shary:

Die Arroganz und Unantastbarkeit der Banken ...

 
18.01.09 03:34
... wird Gott sei Dank durch den staatlichen Einfluss kleiner oder sogar unterbunden. Und das ist auch gut so !

Vielleicht nähern wir uns endlich wieder dem eigentlichen Sinn und der Aufgabe einer Bank: Bank = Kreditinstitut.
Dem Wortlaut nach, ist die erste Aufgabe einer Bank die Vergabe von Kredtiten. Ich glaube nicht, dass der Staat - rein aus Machtgründen oder Gier - jetzt bei den Banken dabei ist. Vielmehr möchte er dafür sorgen, dass das Kreditaufkommen wieder zunimmt, um so die Volkswirtschaft zu stützen. Die Kernaufgabe der (meisten) Banken, nämlich Kredite zu vergeben, wurde in den letzten Jahren schändlich vernachlässigt.

Zum arroganten Verhalten und der Gier von Bankern, hier mal ein persönliches Erlebnis:
Als ich vor vier Jahren als Unternehmens-Coach einer Kreditverhandlung eines mittelstandischen Kunden beiwohnen durfte, traute ich meinen Ohren kaum. Zitat des Bankers: "Ja wissen Sie, ich will mal Klartext reden. Warum sollten wir Ihnen einen Geschäftskredit über 70.000,-- € zu läppischen 9,5 % p.a. gewähren, wenn wir an anderer Stelle - z.B. an den Finanzplätzen - das Fünfzigfache in der gleichen Zeit an Rendite machen und das ganze ohne Kostenaufwand ? Verstehen Sie ? Wenn Sie uns nach 70 Millionen fragen würden, dann sähe das schon etwas anders aus, aber  ... "  

So viel dazu.
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bluhm:

sehr gutes Beispiel - shary

 
18.01.09 10:11
shary :"Ja wissen Sie, ich will mal Klartext reden. Warum sollten wir Ihnen einen Geschäftskredit über 70.000,-- € zu läppischen 9,5 % p.a. gewähren, wenn wir an anderer Stelle - z.B. an den Finanzplätzen - das Fünfzigfache in der gleichen Zeit an Rendite machen und das ganze ohne Kostenaufwand ? Verstehen Sie ? Wenn Sie uns nach 70 Millionen fragen würden, dann sähe das schon etwas anders aus, aber  ... "

shary, am o.a. Beispiel erkennt jeder, warum die Banken u. Versicherungen so viel "faule Investments abschreiben müssen" - die "fünfzigfache" Rendite der Banken ergab sich aus KURS-Steigerungen "eigenwilliger Papiere" (aus Luftblasen, die im Sept 2008 geplatzt sind)  und NICHT aus der erarbeiteten DIVIDENDE. Ackermann möchte jetzt, daß der Steuerzahler (der Staat) die "faulen Papiere" übernimmt, so daß Banken u. Versicherungen wieder Gewinne ausweisen können; mit anderen Worten "er will eine Sozialisierung der Fehlspekulation = Umverteilung auf alle Steuerzahler (auch auf Rentner und Kinder; wobei die letzteren den wachsenden Schuldenberg abarbeiten sollen)".

Allianz hat sich nicht ohne GRUND von der DRESDNER getrennt und steht jetzt mit weniger "faulen Papieren" im Markt.
W. B.
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oldboy59:

Modell für die Zukunft?

 
18.01.09 10:27
ich könnte mir vorstellen, daß es Sinn macht, das ganze Bankenunwesen per Gesetz zu entwirren:

- Geschäfts- und Kreditbanken einerseits

- Investmentbanken, Eigenhandel und das ganze sonstige Gezocke andererseits.

Beides müssen rechtlich unabhängige Einheiten mit getrennter Bilanzierung sein.

Was meint ihr dazu?
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melbacher:

Banken braucht man sicher aber

 
18.01.09 10:29
ich wollte nicht sagen, dass man die Banken abschaffen soll, sondern nur die die nicht wirtschaftlich sind schliessen. So wie es mit jedem Unternehmen, zumindest bis jetzt geschehen ist. Es werden sicher neue Banken entstehen.
Ich sehe es nicht ein mit welchem Recht die Regierung das Geld des braven Steuerzahlers, den korrupten Unternehmen gibt. Denn die Gewinne haben die ja auch nicht geteilt.
Antworten
Micado:

Zukunftsmodell - eine Überlegung an @oldboy59

 
18.01.09 11:01
Hallo @oldboy59 - deine Überlegungen der rechtlichen Verselbständigung lösen das Problem nicht. Das Investment-Banking ist bei den Banken rechtlich verselbständigt. Und wie man sieht - die Probleme sind dadurch nicht kleiner geworden geschweige gelöst.

Die Problematik wurde schon in den dreißiger Jahren in den USA erkannt und mit der "GLASS-STEAGALL-Act" wurde im Jahr 1993 per Gesetz angeordnet, dass das Bankgeschäft vom Wertpapiergeschäft   s t r i k t  zu trennen ist. Die Aufsichtsbehörde FED wacht darüber, aber wie man sieht, eine scheinbar doch "stumpfe Wache". Banken intern spricht in diesem Zusammenhang von den "Chinese Walls".

Ergebnis: All das nützt nichts. Die Interessenkollissionen lassen sich ganz offensichtlich nicht vermeiden. Über die weltweite Vernetzung und entsprechenden Tochtergesellschaften werden und lassen sich sicherlich immer wieder Wege finden, die gesetzlichen Vorschriften zu umgehen.

Immer an den Stellen, wo Macht ins Spiel kommt und unabhängig davon, mit welchen Geschäftszielen eine Bank ausgestattet wird, ab bestimmten Größenordnungen und ab einer bestimmten Marktstellung wird es immer brisant. Und die Brisanz zeigt sich an der Schnittstelle, wo sich die Machtstrukturen des Unternehmens mit denen der Bank und auch der Politik "reiben". Andererseits brauchen wir leistungsfähige und wettbewerbsfähige Bankstrukturen, die sich aber letztlich auch nur durch entsprechende Größenordnungen erreichen lassen.

Mir persönlich wäre erst mal wichtig zu wissen, warum all die gesetzlichen und sonstigen Regelungen und Bestimmungen nicht wirksam waren. War der Gesetzgeber die "Schlafmütze", der tatenlos dieser Entwicklung zugesehen hat? Wo waren die mahnenden klugen Köpfe aus Wirtschaft, Lehre und Forschung, war das alles so nicht vorhersehbar? ein solcher Domino-Effekt mit diesen desaströsen weltweiten Folgen? Hier denke ich, sind erstmal die Hausaufgaben zu machen.

Abschließend noch die Anmerkung: Ich frage mich, wie man den nachfolgenden Generationen vernünftig erklären kann, warum die zig-zig Milliarden Schulden, die derzeit aufgetürmt werden, unsere nachfolgenden Generationen als Hypotheken schultern sollen? Regierungen haben auch dafür Lösungen, schaut man in die Geschichte.
An der Börse gehts zu wie im Dschungel, nur die Beute zählt. Und Beute - das sind die realisierten Gewinne, und die zählen.
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